Erstes Volk in eigene Beute umwohnen

  • Hallo zusammen


    Ich weiß das ist meine erster Beitrag. Deshalb stelle ich mich wenigstens mal kurz vor.
    Ich heiße Michael bin 35 und wohne mit Familie im grünen Herzen Thüringens.
    Wir planen seit gut einem Jahr die Anschaffung unserer Bienen. Und seit gestern ist es so weit.
    Zur Info. Meine Frau (die eigentlich die Initiatorin des Ganzen ist) hat das letzte Bienenjahr bei Ihrem Imkerpaten mitgemacht und nebenbei einen Honiglehrgang absolviert.
    Gestern haben Wir unser erstes Volk abgeholt. Leider ergibt sich da ein kleines Problem. (wenn man das so nennen kann)
    Das Volk (ein Geschenk unseres Imkerpaten) belegt 10 Waben DNM und hat 4 Waben Brut aber auch noch ausreichend Futter.
    Wir haben uns aber für DNM 1,5 als BR entschieden. Jetzt wollten wir aber weder die Brut komplett abkehren noch ist jetzt Platz für passende Rähmchen in unserer Beute.
    Umgezogen sind die 10 DNM Rähmchen allerdings schon in unsere Beute. Momentan steckt noch ein 1,5er Rähmchen mit dabei.
    Wir hatten schon mit unserem Imkerpaten gesprochen welche Möglichkeiten uns bleiben wie man die Mädels am Besten auf die größeren Rähmchen umwohnt.
    Die klassischen Varianten sind also klar. Aber jetzt kommts.
    Leider ist hier für Ende der Woche wieder kaltes Wetter angesagt. Sprich 10°C am Tag 2°C in der Nacht.
    Also einfach 2. BR drauf, 2xDNM mit der Kö nach unten und 1,5er Rähmchen dazugehangen. ASG dazwischen und oben dann die restliche Brut auslaufen lassen.
    Wir haben aber Bedenken das das geteilte Volk keine 2 1,5er BR warm halten kann.


    Was sagt ihr dazu? bzw. Was würdet Ihr machen?
    Oder sollen Wir einfach noch ein wenig auf stabilerers warmes Wetter warten? Aber die 10 Rähmchen platzen jetzt schon fast aus allen Nähten.


    Könnt Ihr uns evtl. etwas raten bzw. empfehlen?


    Gruß
    Micha

  • NAbend Micha,


    willkommen hier bei den Bienenbekloppten!


    Ich empfehle mit solchen Aktionen wie ASG dazwischenschieben bis zur oder besser nach der Rapstracht zu warten. Die Völker sind jetzt noch nicht so sehr robust, weil aktuell noch Winterbienen durch Sommerbienen ersetzt werden (Massewechsel).


    Gruß Jörg

  • Hallo Jörg


    Danke für die nette Begrüßung.


    Unser Imkerpate hat auch gemeint, das wir eigentlich noch warten müssten. Wenigstens noch einen Brutzyklus.
    Andererseits ist eben wenig Platz und wir würden eben gern die 1,5er nutzen wollen. Zumal wir auch keine "normale" DNM Beute haben.


    Ich muss sagen so ein wenig hab ich auch Bedenken, dass der Freiraum nun für Wildbau genutzt wird statt ordentlich die 1,5er Rähmchen auszubauen.
    Oder ist das so früh im Jahr noch kein Problem.
    Vielleicht machen wir uns ja zu sehr verrückt
    Aber jetzt ist doch beste Bauzeit. Und heute bei wunderbaren 20°C und 10h Flugwetter macht das schon Spaß zuzuschauen und sich vorzustellen wie da drin das Leben explodiert.
    Aber man macht sich eben Gedanken.


    Gruß
    Micha

  • Hallo Micha,


    mit DNM 1,5 wollt ihr ja auf einen Brutraum hinaus, das ist ja der Witz bei 1,5er-Waben.
    Ich würde also, wenn die Trachtlage stabil ist, die Futterwaben bis auf Sicherheits-Reste rausnehmen und Stück für Stück durch Mittelwände austauschen, die ihr an das Brutnest heran hängt.
    Der Umbau wird euch natürlich etwas Honig kosten, denn der Neubau ist eben ein Energiefresser.
    Die Brutwaben lasst ihr unangetastet, bis das alles etwas stabiler geworden ist und setzt dann einen senkrechten Absperrgitter-Schied, falls es sowas für DNM 1,5 gibt, hinter dem dann die Brutwaben auslaufen können. Vor dem Schied kann die Königin im neuen Format stiften.
    Alternativ könnt ihr mit einer Bannwabentasche arbeiten: Königin rein. restliche Brut auslaufen lassen und Aufbau neuer Waben im 1,5 Format.
    Dann nach 21 Tagen Königin befreien, die Bannwaben in der Tasche auslaufen lassen und nach weiteren 21 Tagen ebenfalls entfernen.
    Das alles bremst jetzt das Volk, aber es steht dann recht bald im neuen Format da.
    Zwei Bruträume übereinander zerreißen das Volk zu sehr, da kriegen sie Probleme mit der Wärme.


    viel Erfolg wünscht
    Hans

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)

  • Ich würde es so ähnlich machen, wie Hans vorgeschlagen hat:

    • Bei stabiler Trachtlage Futterwaben bis auf eine raus
    • Brutnest ans Flugloch und hinten mit Schied DNM 1,5 abschließen
    • 1 Mittelwand 1,5 DNM zwischen die Brutwaben geben
    • Baurahmen 1,5 DNM vor dem Schied ans Ende des Brutnests
    • 1. Honigzarge mit Mittelwänden über Absperrgitter.

    Später würde ich weitere Mittelwände DNM 1,5 zwischen die Brutwaben geben, sodass zuletzt im Brutraum die folgende Ordnung entsteht:
    Flugloch; DNM; 1,5 DNM; DNM; 1,5 DNM; DNM; 1,5 DNM; DNM; Baurahmen; Schied
    Der Sinn dieser Schachtelung besteht darin, dass die Bienen die DNM-Waben am Unterträger bis auf DNM 1,5 ausziehen, ohne dabei Wirrbau zu erzeugen.
    Auch wenn das nicht so elegant ist wie ein kompletter Umzug und du gegen das übliche Gebot verstößt, das Brutnest nicht mit Mittelwänden zu teilen, so hat es doch den Vorteil, dass du sofort die Tracht zur Honiggewinnung nutzen kannst.


    Gruß Ralph

  • ...hab ich auch Bedenken, dass der Freiraum nun für Wildbau genutzt wird statt ordentlich die 1,5er Rähmchen auszubauen...


    Gute Frage! Das kann dir vorher niemand zuverlässig sagen. Manchmal verlängern sie ganz brav die kleinen Rähmchen und beim nächsten Mal bauen sie diagonal...


    Ich denke ein Versuch ist wert! So wie es Hans beschrieben hat. Möglichst viele 1,5er Rähmchen (mit MW) vorgeben.


    Gruß Jörg


    Ralph, war schneller...

  • Hallo Micha,


    das von mir oben beschriebene Verfahren hat den Nachteil, dass relativ viel Drohnenbrut erzeugt wird. Mit einem anderen Verfahren lässt sich das vermeiden:

    • Bei stabiler Trachtlage Futterwaben bis auf eine raus
    • Brutnest ans Flugloch und hinten mit Schied DNM 1,5 abschließen
    • vorn am Flugloch 2 MW DNM 1,5 geben
    • 1 Honigzarge mit Mittelwänden über Absperrgitter

    Wenn die Mittelwände ausgebaut sind, wird eine DNM-Brutwabe in den Honigraum umgehängt und dafür eine Mittelwand DNM 1,5 am Flugloch eingefügt. Das wird in geeigneten Abständen fortgesetzt, bis alle DNM-Waben aus dem Brutraum entfernt sind. Dieses Umhängen von Brutwaben in den Honigraum ist bewährte Praxis aus der Hinterbehandlungsbeuten-Betriebsweise, wobei allerdings zeitweilig Honig aus bebrüteten Waben geerntet werden muss.
    Falls du im Honigraum mit DNM 0,5 arbeiten solltest, kannst du umhängen, wenn die 2. Honigzarge aufgesetzt ist.


    Gruß Ralph

  • Hallöchen


    Danke Hans und Ralph für Eure Meinung.
    Also ein senkrechtes ASG hab ich noch nicht gesehen. Und besitzen tun wir auch keines.
    Da Wir momentan alle neu angeschafft haben ist unsere Imkerkasse entsprechend stark gebeutelt.
    Darf ich das jetzt mal kurz für mich persönlcih zusammen fassen?
    Also Wir nehmen jetzt das Brutnest und schieben es ganz nach vorn zum Flugloch. Hängen dahinter gleich eine DNM1,5er und füllen dann erst einmal weiter abwechselnd DNM und 1,5er DNM auf. Am Ende die Futterwabe und dann den Baurahmen. Oder ist das falsch?
    Wo sol ich mit den ganzen DNM Rähmchen hin? Einfach die Bienen abkkehren und gut?
    Königin sollt ja sicher irgendwo zu finden sein. Die würde ich erst mal samt der Wabe auf der sie sitzt in die Beute stecken. Egal ob nun 1,5er oder normale.
    Momentan ist die Kiste so ziemlich voll. Futterwaben hat unser Pate schon welche entnommen. daher auch "nur" noch 10 Waben von ihm. Ich glaube mich zu erinnern, das 2 Futterwaben raus sind.
    Wenn ich das gerade komplett falsch verstanden hab, sagt es bitte.


    Gruß
    Micha

  • Na Prima. Haben sich unsere Antworten genau überschnitten.


    Ok das wäre evtl auch ein elegante Lösung.
    HR haben wir DNM flach also quasi 2/3. 2 Stück davon geben dann 1,5er DNM.
    Also geht das mit dem Umhängen zwar aber es wird wieder einen Leerraum geben. Der ja aber sicher nicht ausgebaut wird, weil ja die Königin unten unterm ASG sitzt.


    Wenn ich ehrlich sein soll gefällt mir diese Variante eigentlich ganz gut.
    Also alles an DNM raus was keine Brut ist und somit ist auch Platz in der Kiste. Und wenn entsprechendes Wetter ist die DNM Waben einfach immer mal eine nach oben hängen und untern durch ne 1,5er ersetzten, Brut auslaufen lassen und dann raus damit.
    Das klingt praktikabel.
    Ganz nebenbei ist es auch so, das wir ja erst anfangen. Wir müssen ja nicht vom Honigertrag leben.
    Es ist schön wenn im ersten Jahr etwas dabei herauskommt. Wenn es weniger ist, dann können wir auch damit leben.
    Solange es da noch ein Erfolgserlebnis gibt ist denk ich mal alles in Butter.


    Gruß
    Micha

  • Hi Micha,


    Ich würde (bei stabiler Trachtlage) schon mal so viele DNM1 Waben wie möglich rausnehmen.
    Dadurch wird die Bienenmasse auf vergleichsweise wenigen Waben zusammengedrängt, was den Bautrieb ankurbelt.
    Diesen Bautrieb kann man dann nutzen, um Brutwaben aus MW bauen zu lassen .
    Da muss man Stück für Stück vorgehen.
    Die übernommen Brutwaben müsst ihr dann, wenn theoretisch Platz zum Stiften für die Königin wäre, von der Königin trennen, damit sie gezwungen ist, auf die neuen Waben umzusteigen. Falls ihr die Brut nicht distanziert, wird sie die alten Waben stets bevorzugen.
    Das Distanzieren geht entweder über ein Absperrgitter-Schied oder über ein Absperrgitter oben oder eben über ein Bannwaben-System.
    Ein Absperrgitter-Schied kann man sich auch selber mit einigem Geschick bauen. es muss halt bis zur Zargenwand reichen, damit die Königin nicht der Brut hinter das Schied folgt.


    Bei günstiger Tracht (oder bei Zufütterung 1:1) bauen die Bienen die Waben willig aus und der Umstieg ist bald geschafft.


    Ihr müsst nur darauf achten, dass ihr das Brutnest incl. Drohnen-/Baurähmchen nicht zu weit auseinander reißt, da die Bienen sonst die Brut nicht mehr versorgen können und anfangen auszuräumen.


    ... und habt nicht so viel Angst vor Leerräumen... mit DNM1,5 werdet ihr sowieso schieden.


    Hans

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)

  • Hallo Micha!
    Willkommen bei den Bienenverrückten!
    Toll, dass du das mit deiner Frau zusammen machst. Gerade am Anfang, wenn man sich noch nicht mit allem so sicher ist, sind 4 Augen und 2 Gedanken besser, als wenn man alleine vor den Bienen steht;-))) Machen wir auch so!
    DN1,5 finde ich übrigens gerade zum Anfang super!
    Wir haben damals unsere Bienen auch von DN auf DN1,5 umwohnen müssen und haben die verschiedensten Methoden versucht, Aufsetzen oder Untersetzen vom neuen Brutraum, Umhängen, etc.
    Nach den Erfahrungen Ich würde es auch so machen, wie es Ralph vorgeschlagen hat: Sobald wie möglich alles an Futter raus und mit Schied das Brutnest beschränken, zusätzlich DN1,5 mit MW an das Brutnest bzw. dazwischen.
    Nach und nach die DN-Waben durch DN1,5 ersetzen und die DN-Waben mit Brut in den HR hängen (ggf. 2 Flachzargen dafür nehmen?
    Achte auf Drohnen, die passen durch das ASG nicht durch und machen beim Öffnen des HR ziemlich Alarm, wenn sie in der Brutwabe geschlüpft sind. Wenn Brut ausgelaufen, Brutwaben entnehmen oder das Jahr noch für Honig nutzen (kann man aber auch sein lassen).
    Viel Spaß und viel Erfolg damit!


    P.S.: Leider etwas doppelt, da ich nicht kontinuierlich geschrieben habe (man muss ja zwischendrin auch mal arbeiten;-)

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • ...


    Nimm meinen zweiten Vorschlag.
    Brutraum: Flugloch; Mittelwand DNM 1,5; Mittelwand DNM 1,5; Brutwaben DNM (so viele wie vorhanden), Baurahmen; Schied; fette Futterwabe, alles andere raus.
    Honigraum: Alles Mittelwände DNM oder DNM 0,5.
    Dann weiter wie oben beschrieben: DNM-Brutwaben in zeitlichen Abständen nach oben, Ersatz durch Mittelwand DNM 1,5 am Flugloch.
    Da ich deine Trachtsituation nicht kenne, Futtervorrat überwachen!


    Gruß Ralph

  • Hallo zusammen


    So ich bin auch grad von der Arbeit heim nun will ich auch mal antworten.
    Also wir werden das so machen, wie Ralph vorgeschlagen hat. Das kommt mir sehr sinnig vor.
    Orientiert sich auch so zielich an dem was unser Pate vorgeschlagen hatte und das Brutnest bleibt zusammen. Was ich für sehr wichtig halte bei den momentanen Temperaturschwankungen.
    Trachtsituation sieht offenbra sehr gut aus. Trotz Regen heute morgen und anschließenden milden 17°C waren wirklich viele Bienen unterwegs.
    Hätte ich gar nicht erwartet. Aber das Flugloch zeigt Richtung Osten (Ja ich weiß nicht optimal aber es geht im Moment nicht anders, besser gesagt es passt uns so besser) und so scheint schon recht früh Sonne aufs Flugloch.


    Andreas
    Ja DNM1,5 war eigentlich nur Mittel zum Zweck.
    Meine Holde ist relativ kurz geraten. Dementsprechend ist ein Magazin auf nem normalen Bock mit 2 Normalmagazinteilen eigentlich schon zu hoch ob die Rähmchen noch nach oben zu ziehen. Ergo 1,5er und ein jiedriger Beutenbock, so dass sie die Waben bequem herausbekommt. 2/3 HR war nur die logische Folge weil eben 2 Stück davon so hoch sind wie der BR.
    Und er istr dann auch nicht so schwer wie ein normaler HR.


    Gruß
    Micha

  • Ich würde den DNM 1.5 auf die DNM (eine Zarge) aufsetzen.
    Alle Brutwaben nach unten, Futter auch unten (rechts, links eine Wabe).
    Da die Kiste voll ist, werden die auch oben in DNM 1.5 platz haben und schneller ausbauen, Königin geht eh nach oben, der Wärme nach. ASG würde ich also keins zwischenlegen.