Im April noch füttern?

  • Wirklich:

    Niemals Bienen hungern lassen!

    In der Not essen die auch puren Zucker, und zwar genau nur so viel wie die nötig haben.

    Schwächlinge nich, aber die bringen ja auch nix.

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Naja, sicherlich auch... Aber beobachte mal jetzt die Beiträge und achte dann im Mai auf die Wildbaumeldungen.

    Ich habe alle möglichen Herkünfte und seit mehreren Jahren keinen Wildbau mehr hinter dem Schied.


    Gruß Jörg

  • Hallo Jörg,

    Naja, sicherlich auch... Aber beobachte mal jetzt die Beiträge und achte dann im Mai auf die Wildbaumeldungen.

    Ja, da bin ich voll bei Dir das verstehe ich vollkommen. Trotz Futterwaben am Brutnestrand, aber richtige "Gabe von"/"Erweiterung mit" MWs, hat bei mir noch immer Wildbau hintern Schied vermieden. Ich lasse hier im Alpenraum immer ca. 10kg Futter im BR vor dem Schied damit Trachtlücken/Kälteeinbrüche überbrückt werden können und die sind bei uns keine Ausnahme - bei extensiver Betriebsweise ist das unerlässlich, da muss man immer ein paar Wochen vorplanen oder vorausschauen.

    (Wildbau hinterm Schied deutet für mich auf einen Fehler des Imkers hin...)



    Gruß

    Franz

  • Ich behaupte, dass die Bienen dann den ersten Honig mit ziemlicher Sicherheit in die halbvollen Futterwaben einlagern werden und sich von dem Schema dann nicht mehr abbringen lassen.


    Und obwohl ich deine Erfahrungen immer sehr schätze, muss ich jetzt die Verwirrung trotzdem komplett machen und meine davon abweichende Erfahrung hinzufügen:


    Ich lasse hinter dem Schied immer Futterwaben hängen, bis die Völker den HR sicher angenommen und angetragen haben UND regelmäßig Tageszunahmen zu verzeichnen sind.


    Obwohl ich bisher überwiegend mit Carnica und Landrasse imkere, die ja berüchtigt für brutnestnahe Honiglagerung sind.


    Einlagerung in die Waben hinter dem Schied kommt dann zwar auch vor, aber das meiste landet im HR.


    Und ich habe trotzdem noch nie Wildbau hinter dem Schied gehabt, Ausnahmen durch extrem starke Ausreißervölker mal weggelassen, die dann aber mehr Platz für die Brut benötigt haben als ich es ihnen vor dem Schied gelassen habe. Die haben dann aber Brut- und keine Honigwabe da hinten angelegt, aber obendrein die HR massiv vollgemacht. Und das war dann auch erst viel später im Jahr, im Mai oder Juni.


    Vielleicht gibt es noch weitere, bisher unbekannte Gründe, für Wildbau hinter dem Schied?


    Hast du offene Böden? Oder geschlossene oder Wärmebrett?

    Ich habe jedenfalls bisher Wärmebrett-Ersatz durch 98%ig eingeschobene Varroaschubläden.


    Gruß

    hornet

  • Zum Thema:

    Die Futterwaben (hinter dem Schied) fliegen bei mir raus, wenn die Tracht beginnt und die Hongiräume drauf kommen. Im letzten Jahr war es kompliziert. Die Völker waren bei dem erneuten Kälteeinbruch so stark, dass der Honigraum nicht entfernt werden konnte, Futter wurde aber dennoch benötigt. Ich habe den Völkern Futterwaben zurückgeben und diese hinter einem weiteren Schied an die Beutenrückwand gehangen (ich imker im sogenannten Warmbau). Die Bienen sind da nur bei Bedarf rangegangen und am Ende der Kältewelle waren die Futterwaben leicht mit Nektar angetragen. Alte verdeckelte Bereiche waren auch noch vorhanden, somit gehe ich in diesem Fall von keiner Honigverfälschung aus.


    Wildbau hinter dem Schied hatte ich auch schon, konnte dies auf Fehler von mir zurückführen. Wenn man rechtzeitig erweitert bzw. einen zusätzlichen Honigraum gibt, tritt dies nicht auf.


    Grüße

    Andreas

  • Etwas OT

    Im Phaeno, dem Experimentiermuseum in Braunschweig, hatten sie ein eindrucksvolles Experiment um zu demonstrieren, dass der Mensch sehr schlecht Gewichte schätzen kann.

    Das Phaeno steht immer noch in Wolfsburg und wird da so schnell auch nicht weg bewegt.


    Grüße

    Andreas

    Sehr gut...endlich einen aufmerksamen Leser...Danke schön für das Feedback!


    M.

  • Hier ein Beispiel aus "alter" Zeit, vielleicht erinnert sich ja noch der eine oder andere:

    In den 50er und 60er Jahren konnten Imker steuerbefreiten Zucker als Winterfutter erwerben. (Ich weiß noch, daß mein Vater immer einen Antrag über die Zuckerzuteilung je nach Völkerzahl im Imkerverein stellen musste) Danach gab es dann die Zuteilung. Damit kein Schindluder getrieben wurde, wurde dem subventionierten Zucker von Staats wegen irgend ein Stoff beigemischt, der ihn rot färbte !

    Ihr glaubt gar nicht, wie viel rosafarbener Frühtrachthonig damals geschleudert wurde. :evil:

    Den Zucker gab's in 25 kg, wenn ich mich recht erinnere auch in 40 kg Säcken. "Irgendein Stoff" war simples, mikrokristallines, unlösliches, völlig ungefährliches Eisenoxid Fe2O3, von dem Spuren genügten, eine rote Brühe zu machen. An rosafarbenen Frühtrachthonig kann ich mich nicht erinnern, vielleicht auch deswegen, weil's damals im Hochschwarzwald überhaupt keine Frühracht gab (Schnee bis in den April) und der erste grössere Eintrag im Jahr aus der Himbeere kam.


    Der rote Zucker war steuerfrei. Früher gab's nämlich auch in Deutschland eine Zuckersteuer auf Rübenzucker, die 1993 (wie auch die Salzsteuer) abgeschafft wurde. Das Thema nimmt neuerdings wieder Fahrt auf wegen (aus Wiki): Mit Aussagen wie „Zucker macht krank“ und „es gibt keinen Bedarf, Zucker ... als Lebensmittel aufzunehmen“ werben Krankenkassen-Fachleute und die Nicht-Regierungs-Organisation Foodwatch für die Wiedereinführung der Zuckersteuer in Deutschland und werden dabei von Mitgliedern des Bundestags-Gesundheitsausschusses unterstützt."


    Es könnte daher schon sein, daß eine Zuckersteuer wieder kommt, vielleicht auch nur auf "elaborierte" Produkte wie Softdrinks, womöglich aber auch ganz vorne, bei der Zuckerproduktion. Passiert letzteres, werden wir womöglich auf steuerfreien roten Sirup zurückgreifen können 8). Dann könnte die Frage, ob denn Winterfutter in den Frühtrachthonig gelangt, auf einer breiten empirischen Basis beantwortet werden ;).


    Cheers,

    Baudus

    Und wieder ist Frühling / auf alte Torheiten / folgen neue Torheiten (Issa)


  • Soso, Du entfernst alle Futterwaben und dann legst Du Futterteig auf - so ein quatsch...

    Oder habe ich jetzt schon wieder etwas falsch verstanden?

    Bitte lies ein wenig sorgfältiger, bevor du so in die Vollen gehst. Ich wäre dir dankbar, wenn du mir zeigst, wo ich das geschrieben haben soll.

    Gruß Ralph

  • ...bin ich sehr vorsichtig mit dem Entfernen aller Futterwaben. Mit dem Gabe des Honigraumes würde ich eine Futterwabe am Schied als letzte Reserve belassen...

    Ich behaupte, dass die Bienen dann den ersten Honig mit ziemlicher Sicherheit in die halbvollen Futterwaben einlagern werden und sich von dem Schema dann nicht mehr abbringen lassen.


    Gruß Jörg

    Das die Bienen in solche Futterwaben eintragen, ist wahr. Deshalb sollte auch nur eine Futterwabe dort belassen werden und die sollte möglichst voll und verdeckelt sein. Dann wird dort auch kein Honig eingelagert.

    Gruß Ralph

  • Wirklich:

    Niemals Bienen hungern lassen!

    In der Not essen die auch puren Zucker, und zwar genau nur so viel wie die nötig haben.

    Schwächlinge nich, aber die bringen ja auch nix.

    Ich kenne das nur so, dass die Bienen die Zuckerkristalle aus dem Stock schaffen, weil für sie das Dreck ist. Wenn man aber den Zucker mit etwas flüssigem Honig vermischt (=Maische), dann akzeptieren sie ihn.

    Gruß Ralph

  • Nach meinen Erfahrungen, vor allem im letzten Jahr (Honigraum drauf - Futterwaben raus - 1. Honigraum fast voll - Kälteperiode - Verlängerung der Kälteperiode - Honigraum wieder leer - Futterwaben rein - endgültiger Winterabschied - Futterwaben wieder raus) bin ich sehr vorsichtig mit dem Entfernen aller Futterwaben. Mit dem Gabe des Honigraumes würde ich eine Futterwabe am Schied als letzte Reserve belassen.


    Grüße vom Apidät

    Dito

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...

  • Hallo,

    Ich bin ja nicht der Imkerprofi, aber brauch man nicht den Honigraum auch für die wachsenden Völker?

    Eine 12er Dadantkiste ist groß genug, auch für ein sehr stark wachsendes Volk, bis die HRs wirklich benötigt werden - bei viel kleineren Beuten kannst Du aber durchaus Recht haben.

    Und mir wäre lieber, dass der überflüssige Nektar nicht im Brutnestbereich zwischengeparkt wird, sondern weiter oben.

    Na, der wird nicht wirklich zwischengeparkt sondern eingelagert bis er verbrütet wird. Ein paar KG Reserve im BR schadet nicht.

    Und wieviel davon die nächste Zeit kommt, kann man sicher nicht vorraussagen.

    Warum nicht, man kann die Natur ja auch beobachten. Irgendwann kennt man die Abfolge der Trachten im Jahr und kann entsprechend reagieren oder sogar planen - dann muss man nur noch erkennen wann was losgeht oder ausfällt... Aber richtig, man kann es vielleicht nicht genau voraussagen, aber abschätzen...

    Wie sagte doch mal jemand: Es gibt kein zu früh .....

    Wo hast Du denn das gelesen? Speziell in der Imkerei habe ich das "zu früh..." schon öfters, vor allem in meinen Anfangsjahren, erfahren müssen... :-) ;-)


    Gruß

    Franz