Richtiges Erweitern mit Honigraum und oder Brutraum

  • Hallo zusammen,
    Wie ich letztes Jahr schonmal geschrieben habe ist leider mein Imkerpate noch immer gesundheitlich nicht soweit fit dass ich Ihn fragen kann weshalb ich hier nochmal nachfrage auch wenn es vielleicht schonmal diskutiert wurde.
    2 zargige Völker: ich würde aus dem 1. Brutraum die Waben entfernen welche alt sind und durch Mittelwände ersetzen..sind nur 2 Waben( waren die Waben vom Ableger und sind deshalb schon älter). Dann setze ich eine Zarge mit Mittelwände als Honigraum auf und lasse das Absperrgitter 1 Woche weg bis der Honigraum angenommen wird..dannach Absperrgitter rein.
    1zargige Völker: Wabendurchsicht und alte Waben raus wenn möglich. Wenn Bienen durchhängen erweitern um Brutraum mit Mittelwände. Warten bis dieser angenommen wird und dann den Honigraum drauf. Da bin ich mir nur unschlüssig ob gleich mit Absperrgitter oder warten bis Honigraum ohne Absperrgitter angenommen wird?
    Wenn noch keine Bienen in unterer Zarge durchhängen dann Honigraum nur wieder mit Mittelwände aufsetzten, wieder warten bis die ersten Bienen im Honigraum annehmen und dann Absperrgitter rein. Wenn nötig in ein paar Wochen eine weitere Zarge als Brutraum unter die jetzige Brutraumzarge setzen und für ein paar Tage das Flugloch einengen damit keine Räuberei stattfindet bis die Wächterbienen das Flugloch kontrollieren.
    Würdet Ihr auch so Vorgehen?? Wollte den Eingriff morgen vornehmen da es die nächsten Tage warm werden soll.wie schon geschrieben habe ich nur Mittelwände und keine Leerwaben.
    Gruss Markus

  • Hallo Markus,


    die Gefahr der Räuberei sollte jetzt erst einmal vorbei sein, weil es wieder Nektar gibt.


    Wenn du MW in den Brutraum hängst, dann animierst du sie zum Bauen und Honig einlagern im Brutraum.


    Mein Tipp:
    -überschüssige Futterwaben entnehmen und vielleicht durch leere Waben ersetzen oder gleich drin lassen.
    -HR draufsetzen, ASG-später kann man machen


    Gruß Jörg

  • Hallo Jörg
    Danke für deine Antwort. Futterwaben bei den 2 zargern evtl 1 raus und in die 1zargigen Völkern gesteckt anstatt den alten Waben von der Ablegerbildung. Du meinst ich soll die alten Schinken ( sehen halt nicht mehr so ganz frisch aus :))e Volk sind das 2 Stück 1× Brut und 1x Futterwabe da als Einwabenableger begonnen wurde noch bis Herbst drinnen lassen und da hatte ich ja vor die Honigwaben als Wabenhygiene herzunehmen als Brutraum und den Rest durch TBE.


    Gruss Markus

  • Die Sache mit den schwarzen Schwarten wird von vielen Anfängern zu kritisch gesehen. Man sollte generell (systematisch) einen Plan zur Wabenhygiene haben. Aber nach einer Saison sieht jede zentrale Brutraumwabe pechschwarz aus. Ob da noch 2 schwarze Randwaben bis zur TBE im Juli drin sind ist m.E. nicht so dramatisch. Bienen mögen die schwarzen Schinken besonders...


    Gruß Jörg

  • Alternative zu ASG eine Woche später: Du hängst die 1 alte Brutwabe in den HR bis die Brut ausgelaufen ist - zieht Bienen nach oben in den HR.


    ... bis zur TBE im Juli ...


    Zwischenfrage: machst Du die TBE wirklich erst im Juli? Alle reden doch immer von 2 Wochen vor Trachtende, also ca. Mitte Juni??


    Grüße, (auch) Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Alternative zu ASG eine Woche später: Du hängst die 1 alte Brutwabe in den HR bis die Brut ausgelaufen ist - zieht Bienen nach oben in den HR.


    Und dann wenn sie ausgelaufen ist die Wabe entfernen und mit Mittelwand auffüllen? Laufe ich im Moment nicht Gefahr dass die Brut verkühlt weil es z.b. heute Nacht nur 4 Grad werden sollen?

  • Ja. Brutwaben in den Honigraum hängen ist Unfug. Heißt doch Honigraum, nicht Brutraum. Wie sollen die Damen denn um diese Jahreszeit (nein überhaupt) ein zerfleddertes Brutnest über drei Zargen warm halten?

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)

  • hi,


    ich habe ein 1zargig überwinterten, m.E. etwas schwächeren Jungbeen, der knapp acht Rähmchen in Betrieb hat - zwei auf einer Seite sind unberührt. Dazu hat er noch drei handflächengrosse Verbauungen in der Hochbodenzarge, die aber leer aussehen und vielleicht nur der Isolierung dienen?


    Dem habe ich jetzt ein, mit Absperrgitter (ASG) abgetrennten Honigraum mit Mittelwänden aufgesetzt und ein viertelausgebautes Honigrähmchen (Zucker-) aus der unteren Zarge dazwischen gesteckt. Die entstandene Lücke unten habe ich durch ein Leerrähmchen / Baurahmen ersetzt.
    Das ASG könnte ich ja noch kurzfristig rausnehmen, falls ichs Konzept ändere.


    Den Brutraum plane ich dann (nach Liebig) nach unten zu erweitern, also in ca. 1 Monat eine Zarge unterschieben. Dazu müsste ich mich aber diesen Boden-Verbauungen widmen: "wegschmeißen" wenn leer oder irgendwie in ein Leerrähmchen mit reinhängen.


    juli

  • Hallo,
    Werner Gerdes:"

    Zitat

    Das eigentliche Problem beim zweigeteilten Brutraum ist aber die Erweiterung der einräumig überwinterten Völker. Zu einem Zeitpunkt, wo Dadantvölker bereits Überschüsse im Honigraum sammeln wird der Brutraum verdoppelt und das Brutnest ausgedehnt, was eindeutig auf Kosten der Erträge geht. Durch „Untersetzen“ versucht man neuerdings diesen Nachteil zu kompensieren. Dabei wird ignoriert, dass das „Untersetzen“ bereits 1970 durch wissenschaftliche Untersuchungen von Alborzi in Hohenheim als „nicht sinnvoll“ bewertet wurde. Deshalb wurde in Hohenheim das „Aufsetzen“ zur Maxime erhoben. Wenn man jetzt, 40 Jahre später, zu den alten Zöpfen zurückkehrt ist das nur ein weiterer Beleg für die betriebstechnischen Nachteile und die Kompromisse bei zweigeteiltem Brutraum in Verbindung mit einräumiger Überwinterung. Ein Dadant- Brutraum ist von solchen betriebstechnischen Überlegungen frei, ein dem Volk angepasster Brutraum wird zur Verfügung gestellt, Honigräume nach Bedarf, das war´s!

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Erweiterung "nach unten": immelieb (ganz unten geschrieben: Zeitpunkt und die Volksstärke ist entscheidend: für schwächer Völker. Bzw. nach bienen.tv: "wer die Erweiterung nach oben verpasst". Und da Einzarger viel Honig eintragen und damit das Brutnest im aufgesetzten Raum blockieren(?). Und vielleicht ist das zur Sortenhoniggewinnung gut),
    Erweiterung "nach oben": immelieb-youtube.


    die Quelle weiß ich nicht mehr und müsste ich noch recherchieren, aber ich las, das ein "Wachsen" nach unten auch natürlich ist. Das machen auch Naturvölker. Es soll "bloß" langsamer gehen.


    Vielleicht ziehe ich das Absperrgitter aber doch noch (nach 2-3 Tagen Ruhe) raus, denn ich hätte dann weniger Ärger mit dem momentanen Wildbau in der Bodenzarge. Der könnte einfach hängen bleiben, bis er definitiv nicht mehr genutzt wird.
    Dann kommt, wie im Clip immelieb-youtube, Anfang Mai eine HZ rauf.


    juli