Wandergitter ab welcher Entfernung ratsam?

  • Hallo,


    ich habe noch keinerlei Erfahrung mit Wandern oder längeren Transporten von besetzten Beuten.
    Ab welcher Entfernung mit dem Auto bzw. welcher Transportdauer bei Frühlings- und Sommerwetter ist es ratsam, die Beuten nicht nur mit offenem Gitterboden, sondern auch oben mit Wandergitter zu transportieren?


    Verstehe ich das überhaupt richtig, das Wandergitter ersetzt den Innendeckel während der Fahrt (12er Dadant)?


    Konkret steht bei mir ein Transport von etwa 15 km an, aber auf kleinen, "langsamen" Straßen und holprigen Feldwegen.
    Ich würde meinen, ein Wandergitter ist hier noch nicht notwendig, aber sicherheitshalber frage ich lieber mal.


    Gruß
    hornet

  • Guten Abend!
    hornet : Wer sich eine Vorstellung von der Schweinerei eines verbrausten Bienenvolkes machen kann, der benutzt immer ein Wandergitter und die Umstände bestimmen wieweit ich die Folie unter dem Gitter zurückschlage.
    Wir haben einmal auf einem Pfingstsonntag um 03:00 MESZ Bienen in die Linde verbracht. Nach gut 20km Fahrt waren wir froh, daß wir die Deckel runterreißen konnten. Die Bienen quollen aus den Beuten wie Schaum...
    Letztes Jahr hatten wir keine Bedenken mit den Bienen unter Wandergitter bei warmem Sonnenwetter 250km über die Autobahn nach Hause zu tuckern - Stau auf der Autobahn incl. - .
    Die Dinger sind doch auch ganz schnell und mit wenig Geld aus Sparschalung und Gitter in der Not Fliegengitter zu basteln.
    Mit Imkergruß...Ralf

  • Und die Wandergitter werden anstelle des Innendeckels aufgelegt und da drüber dann noch der Blechdeckel, damit es von oben nicht zu hell ist/nicht reinregnet bei offenem Transport, verstehe ich das richtig?


    Besitzen tue ich schon einige, aber bisher habe ich sie nur dazu benützt, damit Zargentürme mit Wabenmaterial im Lager von oben und unten Luft haben und gleichzeitig mottendicht sind.

  • hornet : Mit dieser Innendeckelgeschichte kenn ich mich nicht aus, weil wir mit Segebergern wandern. Aber für den Luftaustausch ist oberhalb der teils zurückgeschlagenen Folie unter dem Wandergitter nichts. ´nen büschen Regenwasser müssen die Bienen abkönnen.
    Mit imkerlichem Gruß...Ralf

  • hornet,
    wenn Wandergitter, dann ohne irgend einen Deckel drüber. Auch wenns hell sein sollte.
    Aber Boden offen genügt bei Dadant für normale Wanderungen. Kein Problem.
    Und über Folie auf den Waben zu diskutieren erübrigt sich sowieso ...

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • ........ Aber für den Luftaustausch ist oberhalb der teils zurückgeschlagenen Folie unter dem Wandergitter nichts.


    Folie unter dem Wandergitter? Auch teils zurückgeschlagen finde ich das seltsam. Hört sich für mich erstmal an wie duschen im Taucheranzug.
    Wie weit schlägst Du die Folie denn zurück?


    hornet
    Ich selbst habe keine Wandergitter, bewege meine Bienen aber auch maximal um 30 km. Weil ich nur wenige Völker dabei bewege (bis jetzt nie mehr als 3) mache ich mir die Mühe die Bienen erstmal mit wasser einzusprühen, das Flugloch wird mit nassem Schaumstoff geschlossen, verladen und los gehts.
    Das Ganze läuft bei mir früh morgens oder abend ab. Keine Probleme bisher....


    Gruß
    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

  • honigdachs : Gute imkerliche Praxis ist es, die bei der Wanderung zu transportierenden Beuten auf bessere Dachlatten zu stellen, weil ein ausreichender Luftzug auch dann entstehen muß, wenn die Bordwände, speziell die vordere Klappe nicht abgenommen werden kann. Aber wer macht sowas schon?
    Wird ein Volk zur Wanderung verladen, kommt in der Kiste wohl Stress auf. Die Bienen saugen sich mit Honig voll und verstärken ihren Stoffwechsel, aber eben unter Wärmeabgabe. Habe ich ein Wandergitter aufgelegt, entsteht der Effekt eines Schlots, weil die wärmere Stockluft nach oben abziehen kann. Kann sie das nicht, erhöht sich die Temperatur in der Beute ganz leicht und das Volk kann verbrausen.
    Belasse ich die Folie auf den Rähmchen und schlage sie nur von Handbreit bis zu 2/3 der breite zurück, habe ich mir eine Arbeitserleichterung verschafft. Beim Auflegen und Abnehmen der Wandergitter haben die Bienen nicht so die Möglichkeiten mich zu necken und so weiter.
    Für mich ist das Auflegen des Gitters keine Mehrarbeit und die Deckel kriege ich auch immer noch mitgenommen.
    Was sagt eigentlich die Bienenwanderungsfachliteratur?
    Gruß ...Ralf

  • Hallo,
    ich kenn mich zwar nicht mit Segeberger Beuten aus, ich hab selbst nur Hohenheimer, aber ich würd die Pferde nicht scheu machen. Wir wandern zum Teil auch sehr weit und das bei allen erdenklichen Wettersituationen und uns ist noch nie ein Volk verbraust. Klar, offener Boden auf einem Anhänger oder Pritsche hat auch bei hohen Temperaturen immer gut funktioniert.
    Und ganz ehrlich, wenn wir angekommen sind dann reichts mir wenn die Beuten stehen wo sie sollen und alles erledigt ist:-D


    Grüße Gerd

  • .... die bei der Wanderung zu transportierenden Beuten auf bessere Dachlatten zu stellen, .... Aber wer macht sowas schon?


    Ich mache so etwas immer. Dafür habe ich noch nie bei Magazinbeuten Wandergitter benutzt. Und ich wandere doch ab & an mehr als 200 km. Verbraust ist mir ein Volk noch nie.
    Folie benutze ich allerdings überhaupt nicht. Halte ich für überflüssigen Kram, der nur stört.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"