Wachs nach Schmelzen bröckelig

  • Hallo zusammen,
    bisher hat mein Wachsschmelzen recht gut geklappt. Dieses Jahr scheine ich irgendwas falsch zu machen.
    Ich musste 50 Rähmchen meiner Honigzargen einschmelzen, da Wachsmotten sich breitgemacht hatten - trotz Essigverdunster. :confused:


    Weil es schnell gehen musste, habe ich das Wachs aus den Rähmchen geschnitten, danach in einem Kochtopf mit Wasser erhitzt und durch ein Seituch in einen Eimer.
    Von dort in kleinere Gefäße umgefüllt und bei mir im Heizungskeller zum auskühlen zwischengelagert.
    Alle Wachsblöcke haben riesige Risse, was darauf hindeutet, dass das Wachs zu schnell abgekühlt ist.
    Zudem ist es total bröckelig... ???:confused:


    Das es Honigrähmchen aus 2015 waren, war relativ wenig Dreck dabei.
    Dem Wasser hab ich etwas Citronensäure beigemischt, damit es weicher wird.


    Bisher hat das immer so funktioniert. Liegt es daran, dass in dem Wachs / Wasser Gemisch kaum Dreck dabei war?
    Sonst hat dass bisher immer ganz gute Wachsblöcke ergeben.
    Oder liegt es an dem Essig, der noch im Wachs war?


    Was ich allerdings anders gemacht habe, als bisher - auf Grund von Zeitmangel - ich hab das Wachs hochgekocht bis es gesiedet ist und dann in die Siedende-Schaumige-Phase übergegangen ist,
    damit es schön heiss ist und gut und schnell durchs Sieb geht.


    Vielleicht habt ihr ja eine Idee was ich da falsch gemacht habe.
    Gruss

    :daumen: Iss Honig, mein Sohn, denn er ist gut, und Honigseim ist süß für deinen Gaumen! Die Bibel - Sprüche 24,13 -> http://THEFOUR.COM

  • Hallo Johannes


    also ich würde den Grund in der zu schnellen Abkühlung des Wachses sehen und wenn du es umarbeiten läßt kannst du es so wegschicken. Sonst bleibt dir nur die Möglichkeit es nochmal durch einen Dampfwachsschmelzer zu geben. Wie die Auswirkungen von Essig und Zitronensäure auf das Wachs wirkt kann ich nicht sagen, benutze ich nicht. Da ich auch einen Teil meiner Honigwaben einschmelzen mußte, habe ich auch einen größeren Block eingeschmolzen, der ist auch gerissen und hat den Anschein, das es krümelig ist. Vielleicht hat es auch damit was zu tun, das ein Teil Honig im Wachs ist ? Bei mir war es die schnelle Abkühlung und je größer der Temperaturunterschied zwischen Wachs und Außentemperatur ist, begünstigt es das Reißen des Wachses im Block.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • ... Vielleicht habt ihr ja eine Idee was ich da falsch gemacht habe.


    Hallo Johannes,


    falsch gemacht hast Du aus meiner Sicht nix, bestenfalls die Abkühlzeit für das Wachs war zu kurz. Die Essigsäuredämpfe und die Zitronensäure lösen sich nicht im Wachs - das halte ich nicht für die Ursache.


    Ich stelle das heiße, noch flüssige Wachs im Eimer in eine Styroporbeute mit Deckel unten und oben, damit ein gut isolierter Raum entsteht. Daraus verfestigen sich Wachsblöcke ohne Risse. Wenn Du Dir die Arbeit machen willst - das Ganze nochmals verflüssigen und gaaaanz laaaangsam abkühlen lassen.


    Viel Erfolg


    Rainer

  • Moin,


    das Probleme hatte ich auch mal und konnte es erst nicht erklären.
    Und es kam auch nur bei Honigwaben vor.


    Auch ein gaaaaannnz langsames Abkühlen mit Styroporhauben brachte keine Besserung.


    Der Grund war bei mir der teilweise kandierte Honig in den Waben.


    Nach einem zweiten Einschmelzen des Wachsblocks war alles gut...


    Gruß,
    Helge

  • Guten Abend!
    Finstermoor : Es ist wirklich der Zucker im zu reinigenden Wachs.
    Beim Umschmelzen von Wachs aus Futterwaben - aus dem Sonnenwachsschmelzer - und von Wachs aus Wabenpresstrester ist das Wachs bei mir häufig bröckelig. Gelegentlich bröselt der "Klotz" sofort auseinander oder das Wachs besteht nur aus kleinen Kügelchen. Um das Wachs zu erhalten, habe ich einen Holzrahmen, der mit Fliegengitter bespannt ist, der als Sieb dient und von dem kann ich das Wachs mit einen Kehrblech zum nächsten Schmelzdurchgang runterfegen und das Sieb mit der Gießkanne reinigen. Auch wenn es nicht unbedingt wirtschaftlich ist, kommen leicht 4-5 Schmelzdurchgänge zustande bis das Wachs meinen Qualitätsansprüchen genügt.
    Mit imkerlichem Gruß ...Ralf

  • In meinem Sonnenwachsschmelzer fülle ich Wasser in die Sammelwanne, so dass das abtropfende Wachs aufschwimmen kann und evtl. Honigreste, anderer Dreck oder sonstige Futterreste im Wasser in der Schwebe gehalten werden oder absinken. Groben Dreck und Zellreste fange ich über dem Blech mit Fliegengitter ab. Restlicher Honig oder sonstige Kristallisationskerne werden durch das Wasser fast komplett vom Wachs getrennt. Das sollte auch in einem Dampfschmelzer helfen, so kann man wenigstens einen Reinigungsdurchgang einsparen. Was durch schichtweises Aushärten im Wachs eingekapselt wird, kann ich hinterher leicht aufbrechen und vom Wachs abspülen.


    Da muss ich mir jetzt aber was anderes einfallen lassen, ich komme mit meinem jetzigen Schmelzer dieses Jahr nicht mehr hin...


    Gruß Andreas

  • Hallo,


    Finstermoor : Es ist wirklich der Zucker im zu reinigenden Wachs.


    Wenn dem so ist, lässt sich das Problem sehr einfach dadurch lösen, dass man das Wachs in einem Eimer mit viel Wasser komplett einschmilzt. Sobald das Wachs komplett flüssig auf dem Wasser schwimmt, gut durchrühren. Der Zucker löst sich im Wasser und wird aus dem Wachs ausgewaschen. (Zucker ist gut wasserlöslich und praktisch unlöslich in Wachs) Anschließend lässt man das Wachs wieder aufschwimmen und langsam abkühlen. Das so gewonnene Eimerstück, sollte nicht mehr bröckelig sein. Das Wasser hingegen sollte süss schmecken - falls jemand probieren mag.


    Gruß
    Ludger


  • Weil es schnell gehen musste, habe ich das Wachs aus den Rähmchen geschnitten, danach in einem Kochtopf mit Wasser erhitzt und durch ein Seituch in einen Eimer.


    Dann war es wohl zu wenig Wasser ? Im Dampfwachschmelzer wird es immer perfekt! Das Verhältnis Wasser zu Wach ist in der Auffangschale etwa 1:1, da ist auch jeder Rest Zucker gelöst.

  • beim Dampfwachsschmelzen am besten den Auffangeimer halb mit heissem Wasser füllen, dann bleibt das Wachs länger flüssig und das Futter kann sich besser unten sammeln und auch die Zuckerwachsbrösel trennen sich gut.
    Wenn man Zeit hat, kann man die Waben 1Tag im Mörtelkasten in Wasser einweichen, das zT das Futter aufgelöst wird bzw sich die Häutchen vollsaugen können, erhöht die Wachsausbeute und man hat weniger Zuckerlösung mit zu erhitzen- gilt bei Nass und Dampfschmelze.
    Ich werde morgen den 100l Kochkessel anheizen und 2 h später die rausgenommenen Waben durchziehen, dann kann die gleich wieder mit MW einlöten und in die HR zum Ausbauen geben.


  • Wenn man Zeit hat, kann man die Waben 1Tag im Mörtelkasten in Wasser einweichen, das zT das Futter aufgelöst wird bzw sich die Häutchen vollsaugen können, erhöht die Wachsausbeute und man hat weniger Zuckerlösung mit zu erhitzen- gilt bei Nass und Dampfschmelze.


    :daumen:Das ist eine gute Idee - dann sollte es im Dampfwachsschmelzer noch besser gehen.


    Besten Dank !


    Rainer