• An die Magazinimker:
    Wer macht (noch) regelmäßige Zargenwechsel bei seinen Brutzargen?
    Ich habe gerade die neue Auflage von „Das Langstroth-Magazin und seine Betriebsweise“ von Lorenz/Löffler erhalten (insgesamt lesenswert!) und bin erstaunt, wie wenig zur letzten Ausgabe geändert wurde in Bezug auf das Thema Zargenwechsel.
    Das gibt’s es immer noch das rotierende Brutnest, das durch einen regelmäßigen Zargentausch alle 3 Wochen hergestellt wird.
    In den Achtzigern und Neunzigern wars ja schwer in Mode, aus heutiger Sicht riesige Bruträume (3 Langstrothflachzargen z.B. bei Bretschko) wurden da gewälzt. Die „unbeschränkten Bruträume“ konnten nicht groß genug sein, alles das Gegenteil vom heute so modernen angepassten Brutraum. Durch die oft damit verbunden absperrgitterfreie Völkerführung war die Trennung von Brut- zu Honigraum natürlich auch unschärfer.
    Mich würde aber interessieren ob es Imker gibt, die das nach wie vor praktizieren oder zumindest länger gemacht haben, und natürlich auch warum genau.
    Ich selbst habs nie gemacht, mir fallen auch viele Argumente dagegen ein, aber ich bin mir sicher, dass gerade Bretschko ein sehr guter und genauer Beobachter war und sich viel bei seiner Betriebsweise gedacht hat.


    Neugierige Grüße,
    Thomas

  • Hallo Thomas,
    bei der Flachzarge ist der Zargenwechsel das Werkzeug für die Betriebsweise. Genau so wie
    bei der Großraumbeute das Schied.
    Wenn man in der Flachzarge keinen Zargenwechsel vornimmt, kann man die Flachzarge im Brutraum auch gleich lassen.
    Da lohnt sich meiner Meinung nach der Aufwand der vielen Rähmchen nicht. Genau so sehe ich das auch bei der Großraumbeute
    ohne Schied wird da nix gescheites.


    Um Deine Frage zu beantworten. Ja ich mach den Zargenwechsel. Habe aber alle Völker nur auf 2 Zargen FZ. Für mich stellt der Zargenwechsel und
    das geteilte Brutnest der Vorteil der FZ dar.


    Gegenfrage. Welche Gründe gibt es gegen den Zargenwechsel ?


    VG
    Hendrik

  • Hallo Hendrik,
    danke für die konkrete Antwort.
    Gegen den Zargenwechsel spricht für mich vor allem, dass ich nicht wirklich an die Standarderklärung glaube, dass durch die sanduhrartige Form des Brutnestes nach dem Zargenwechsel die Königin verstärkt in Eilage geht, um die runde Form wieder herzustellen. Ich denke da eher an massiven Stress, und der ist selten förderlich. Außerdem glaube ich nicht, dass man die Legeleistung der Königin überhaupt so plumt so massiv steigern kann.
    Aber: ich habe eben auch keine eigenen Erfahrungen. Vielleicht sollte ich das mal mit einem Teil der Völker probieren.
    Meine Gründe für die Flachzarge sind eigentlich andere: Ich arbeite mit dem Oberurseler Drohnenbrutfangwabenverfahren und der Volksteilung am Ende der Frühtracht, das geht technisch mit dem geteilten Brutraum besser. Außerdem kommt bei mir im Sommer zun Auffüttern eine dritte Zarge mit geschleuderten Honigwaben aufs alte Brutnest und im Frühjahr wird die unterste Zarge mit alten Waben entnommen. Klassische Bauerneuerung in der Magazinimkerei also.
    Ich bin aber weiter gespannt auf Meinungen zum Zargenwechsel,


    Gruß,
    Thomas

  • Hallo, Freunde der Flachzarge!


    Es freut mich, andere Imker zu treffen, die auch damit arbeiten!


    Ich habe gerade gestern Zargentausch gemacht bei allen Voelkern, die nur in der oberen Zarge Brut hatten.


    Ist die erste Saison, in der ich das mache. Bin deshalb am Ueberlegen, wann ich wieder zuruecktausche, damit die systematische Wabenerneuerung funktioniert. Wie machst Du das, Hendrik?


    Der Zargentausch ist unter amerikanischen Imkern althergebrachte Praxis. Gibt viele englischsprachige Infos dazu.


    Letzte Saison hab ich ohne ASG geimkert. Hatte bei der Ernte kaum Waben, auf denen sowohl Brut als auch Honig war. Das Brutnest erstreckte sich ueber drei Zargen, war aber weniger kompakt als mit ASG. Mit ASG reichen auch zwei Brutraeume, denk ich.


    Diese Saison werde ich voraussichtlich mit zwei Brutzargen und ASG imkern, da ich Bienenfluchten einsetzen moechte.


    Ich hoffe und freue mich auf regen Austausch!