Futter oder Eintrag? Honigraum aufgesetzt

  • Hallo! Als Jungimker hätte ich gern eure Einschätzung:
    Volk zweizargig in 10er DNM überwintert.
    Heute konnte ich es mir nicht nehmen lassen ins Volk zu sehen. Es war unfassbarer Betrieb und am Stand gefühlte 25°C da Windstill.
    Brut verdeckelt und offen sowie eier in der Mitte der unteren Zarge. In der oberen war auf einem mittleren Rähmchen die Königin und hatte schon ein frisches Brutnest über 2/3 der Wabe angelegt. Unten und oben Pollen wild verteilt. Besonderheit aber ist: kaum verdeckeltes Futter. Dafür aber besonders in der oberen Zarge bis auf ein Rähmche(das mit den Eiern) offenes Futter. Sah aus als wäre das frischer Eintrag...aber das kann doch nicht sein oder? Meine Frage ist: Warum ist alles Futter offen? kann so ja nicht mal Futter entnehmen!! Das Volk ist mit Abstand das stärkste und sitzt fast in beiden Zargen auf in allen Gassen wenn auch aussen recht locker. Ich hab mich jetzt gefragt ob die nicht bauen wollen und habe schon jetzt einen Drohnenrahmen gegeben auf vorletzter Position in der oberen Zarge. Dazu dann auch Absparrgitter und Honigraum mit zwei Leerwaben und den Rest mkt Mittelwänden.
    So haben Sie zumindest was zu bauen war mein Gedanke. Im Nachgang denke ich das es vorerst nicht zu eng wird weil ja die Sterberate und Geburten sich vorerst noch die Waage halten.
    Grätchenfrage: Kann es passieren, dass Futter in den Honigraum getragen wird??? Hab ich grossen Mist gebaut?


    viele Grüße!

  • Hallo Waidmann,


    ich beobachte hier im Rheinland das selbe. Meine Vermutung ist, dass es sich tatsächlich um frisch eingetragenen Nektar handelt. Das Angebot hat ja schon gestartet.
    Was sagen denn die erfahreneren Imker?
    Ich frage mich auch, welche Waben ich beim Aufsetzen des Honigraums entfernen soll, damit ich kein Winterfutter (Sirup) später im Honigraum habe.


    Grüße
    Christoph

  • Moin Rheinländer,


    ich sehe in den starken Völkern auch schon größere Mengen frischen Nektar glänzen. Wahrscheinlich ist es die Weide, obwohl es bei uns in Brandenburg bisher nur wenige gute Flugtage gab (kalt, windig).


    Ich setzte am WE die ersten Honigräume auf.


    Gruß Jörg

  • Hallo


    wenn es tatsächlich so ist das die Weide schon honigt, dann würde ich bei entsprechend starken Völkern den Honigraum aufsetzten. Aber den Brutraum würde ich unangetastet lassen, da der Futterverbrauch in den nächsten Wochen rasant ansteigen wird.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Zusammen,


    ich werde am kommenden Samstag die erste große Durchsicht machen. Habe schon einen Kandidaten ausgemacht, den es von 2 auf eine Zarge runterzusetzen gilt, da er sehr schwach daherkommt.
    Alle anderen Zweizarger werde ich ankippen und je nach Zustand so belassen oder wenn nur die obere Zarge besetzt ist, die untere entfernen und allen Völkern dann über Absperrgitter den Honigraum aufsetzen.
     
    Auf der Streuobstwiese beginnen die ersten Pfirsiche zu blühen und ich denke, dass die Kirsche in 14 Tagen auch soweit sein wird.
    Nach dem Motto: " Es gibt kein zu früh, sondern nur ein zu spät", sollen die Völker schon mal wissen können, was über ihren Köpfen ist. Nämlich Platz und frische Mittelwände zum ausbauen.


    Ich bestücke die Honigräume in der Mitte mit 2 ausgebauten Waben, ganz links und rechts je eine Wabe mit Anfangsstreifen und den Rest mit Mittelwänden.
    Und bevor die Massentracht der Kirsche etc. beginnt, sollten die Damen schon mal vorsichtig mit dem Ausbau angefangen haben.
    Ansonsten besteht die Gefahr, dass so viel Nektar rein kommt, dass dieser im Brutraum gelagert wird, weil die Mädels mit dem Ausbau nicht hinterherkommen.


    Natürlich ist auf eine genügende Futterversorgung zu achten, denn es kann bis zur Kirschblüte ja auch noch mal kalt werden bzw. kalte Nächte geben. Daher belasse ich den Damen mindestens 3 volle Futterwaben.
    In der Regel sind sie aber so gut eingefüttert, dass sich die Brut noch unter einem dicken Futterkranz befindet. Dann reicht es aus wenn lediglich die beiden Randwaben mit Futter komplett gefüllt sind.
    An die 2. bzw. 9. Position kommt ein Baurahmen und an das Brutnest werden entsprechend der entnommenen Futterwaben noch Mittelwände hinzugehängt.


    So mache ichs. Manche haben mich im vergangenen Jahr wegen "zu frühen Erweiterns" in anderen Kanälen "verprügelt", dann allerdings eine Woche später selber die Honigräume aufgesetzt :lol:


    Viele Grüße und euch allen einen tollen Saisonstart mit den fleißigen Mädels.
    Ich bin sowas von hibbelig :cool:

  • Ich hab zwei Tage später von oben zwischen die Rähmchen geguckt und siehe da: Bautrupp aktiv! In wie weit der Drohnenrahmen angenommen ist hab ich nicht geschaut, wird am Wochenende aber passieren. Ich will wissen was los ist auch wenn es nicht nötig ist nachzuschauen.
    Jedenfalls scheint es nicht ganz falsch gewesen zu sein so früh den Honigraum aufzusetzen bzw. MW zum Ausbau zur Verfügung zu stellen.
    Nach wie vor unsicher bin ich wegen dem unverdeckelten Futter/Eintrag im oberen Brutraum. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Damen fast einen kompletten Brutraum mit Nektar füllen in so kurzer Zeit bei so wenig Tracht - das muss eigentlich Futter sein. Dann bleibt aber die Frage wieso das komplett offen ist. Keine einzige verdeckelte Zelle...
    Ich behalte alles im Auge und dann werde ich es schon sehen.
    BTW: Einengen bzw. runter auf eine Zarge halte ich nicht viel von. Schwache Völker fallen für die erste Honigernte einfach raus und dürfen selber gucken wie weit sie kommen. Ziel ist es am Ende ein starkes Volk zu bekommen. Außerdem Rähmchen vom schröpfen in solche Völker gehangen sofern ich keine Ableger bilde. Ich habe aktuell ein Volk das gerade so auf 3 Gassen sitzt. Spätestens zur letzten Tracht bekomme ich noch Honig von denen und die sind dann super Stark auf zwei Zargen für den Winter bereit.

  • Hallo


    wenn es tatsächlich so ist das die Weide schon honigt, dann würde ich bei entsprechend starken Völkern den Honigraum aufsetzten. Aber den Brutraum würde ich unangetastet lassen, da der Futterverbrauch in den nächsten Wochen rasant ansteigen wird.


    So ist auch mein Plan. Es dauert bei eh noch mindestens 2 Wochen bis die Süßkrische blüht. Und dann werde ich erst das Restfutter rausnehmen. Im Moment sehen die Prognosen ja sehr freundlich aus, aber es kann auch noch einmal kalt werden, dann brauchen sie sicher noch einen Teil Winterfutter.


    Gruß Jörg

  • Hier im Raum München haben wir seit gut einer Woche die ersten zaghaften Zunahmen von 100-300g pro Tag.
    Natürlich ist da auch der Pollen dabei, aber umgekehrt gehen auch viele Winterbienen ab.


    Eingetragen werden letzte Salweiden, einige andere Weiden (Salix viminalis) und jetzt massiv zunehmend diverse Prunus-Arten.
    Da jetzt eine Woche sehr mildes bis warmes Wetter ansteht, dürfte sich das jetzt noch steigern!


    Gruß
    hornet

  • Hier blühen Weide und alle frühen Pflaumenarten. An den Ständen ist Hochbetrieb und in den reichlich vorhandenen Mirabellen zerstreut sich die Bienenschar trotzdem so stark, dass man nur wenige Bienen sieht. Ich gehe daher von Nektareintrag aus.
    Deshalb werde ich an diesem Wochenende alle Futterwaben bis auf eine entnehmen und eine Honigzarge aufsetzen.


    Gruß Ralph