Schwarmjahr....


  • Vor allem habe ich die Völker bei Dn1,5 dieses Jahr enger geführt (5BW + 1DR) und erst jetzt, wo sie angefangen haben, vermehrt Spielnäpfchen auszubilden, nochmal gezielt die Pollenbretter rausgenommen und MW mitten ins Brutnest gegeben, bzw. auf 6 BW erweitert. (5 scheinen mir bei meinen Völkern doch zu knapp zu sein, werde sie nächstes Jahr wieder mit 6 BW führen).


    Also sind bei DN 1,5 maximal 6 Brutaben optimal? Das bedeutet für DN 1,0 dann also 9 Brutwaben + 1 Baurahmen... irgendwie wird mir DNM mit einem Brutraum und einer Rähmchengröße immer sympatischer.
    Schwärmen wollen sie auch nicht und sammeln seit gestern laut Stockwage endlich den Robinienhonig. Es duftet auch überall wo Robinien stehen soooo süß!

  • Kruppi : So hab ich das noch gar nicht gesehen. Aber rechnerisch hast du recht
    Allerdings füttere ich im Herbst auf etwa 9 Rähmchen auf. Läßt du dann noch einen Honigraum drauf (oder einen halben) oder reicht dir da auch ein BR?

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Nun ist es bei mir auch passiert. Pünktlich zur Mittagszeit, ca. 1215 ging es los. Der Comedyfaktor dabei ist, dass ich das erste gute Wetter seit Tagen zur Kontrolle in diesem Volk nutzen wollte, weil es letzte Woche nicht reibungslos ablief. Nun weiß ich, warum. Ich bin letzte Woche nach dem Abnehmen des HR direkt attackiert worden...
    Ich habe die Honigzarge runter genommen, mache das ASG los, und schon gehts los mit dem Lärm. Diesmal haben sie sich einen noch höheren, dünneren Ast im Nachbarbaum neben dem vom Vorjahr zum Sammeln ausgesucht, ca. 3m weiter, noch einen Meter höher... :confused:


    Was mich dabei verwirrt, ist die Tatsache, dass ich sehr früh Raum gegeben hatte, offenbar wurde das ausschließlich zur übermäßigen Brutanlage genutzt. Die entnommenen Honigwaben habe ich durch Dummies ersetzt, was die meisten hier wohl als Trennschied beteichnen, bei mir sind es Hartschumplatten in alen Rähmchen. Hat bislang aber auch keine zusätzlichen Bienen nach oben motiviert. Der bisher gesammelte Honig wurde massiv im Brutraum eingelagert, während die Leerrahmen mit Anfangstreifen trotz offenbar ausreichender Volksstärke immer noch nicht angenommen worden sind. ASG sind teils aus gespritztem Kunststoff, teils aus Metall. In beiden Fällen wird im HR nicht ausgebaut. Ich wollte eigentlich mal Wabenhonig auf Naturbau versuchen, weil mir ein Nachbarimker überzeugend erklärte, dass Leerrahmen sehr schnell ausgebaut würden, war wohl nix. Auch zur Ablenkung vom Schwarmgedanken hilft es wohl nichts. Die frischen Honigwaben aus dem Brutraum habe ich alle hochgehängt, sind die einzigen Honigwaben dieses Jahr, während im BR fleißigst verdeckelt wird...


    Schwarmkontrollen bis letzten Samstag ergaben keine Auffälligkeiten, das mäßige Wetter der letzten Tage muss wohl einen enormen Stimmungsumschwung bewirkt haben. Die jetzt abgeschwärmte Königin ist frisch vom letzten Jahr. Aus dem Vor-Volk hatte ich drei Ableger und zweitere Startvölker für meinen Kollegen aufgebaut. Dem Schwarm werde ich aber nicht hinterherklettern, ist mir zu gefährlich seit dem letztjährigen Erlebnis. Ich habe stattdessen eine leere Beute in ca. 10-12m Sichtlinie zur Traube auf einer Arbeitsplattform bei mir im Garten aufgestellt. Mal sehen, ob das funktioniert. Auf eine Stuntshow habe ich echt keinen Bock.


    Gruß Andreas

  • Kruppi : So hab ich das noch gar nicht gesehen. Aber rechnerisch hast du recht
    Allerdings füttere ich im Herbst auf etwa 9 Rähmchen auf. Läßt du dann noch einen Honigraum drauf (oder einen halben) oder reicht dir da auch ein BR?


    Ende August wird abgeschleudert (der Spätsommerhonig ist immer der leckerste...) und dann kommt das Absperrgitter raus und ein leer geschleuderter 1,0 DN Honigraum drauf zum einfüttern und überwintern. Kleinere Ableger können auch auf einem Brutraum überwintern, wenn genug Futter eingelagert wurde.


    Andreas - von alleine fliegen die bestimmt nicht in die Beute in der Nähe am Boden, da wäre das "Seifertsche Schwarmfangrohr" sicherer, um die Bienen aus dem Baum zu holen, oder ein Schwarmfangsack mit Teleskopstange, dann brauch`ste nicht klettern...

  • Das könnte tatsächlich schwierig werden, Kruppi.
    Ich habe letztes Jahr beides versucht. Mit dem Fangrohr lief es suboptimal, mit dem Teleskopstock und dem kurzfristig zusammengenähtem Fangsack hat es dann geklappt. Das Problem ist, dass das Nachbargrundstück extrem ungepflegt ist. Dort findet man kaum einen festen Stand. Ohne Leiter ist der Schwarm (ca. 1/3 bis max. 1/2 des Vorjahresschwarms) unerreichbar. Dieser Schwarm ist zwar kleiner, hängt aber noch ein Stück höher an einem dünneren Baum als der vom letzten Jahr. Ich musste mir vorher mit Machete erst den Standplatz freiarbeiten und selbst danach war es schwierig.


    Ich hätte mir letztes Jahr fast die Gräten gebrochen, weil ich auf Leiter mit Teleskopstock mehr schlecht als recht an den Schwarm herankam und im letzten Augenblick fast aus ca. 3,50m Höhe abgesegelt wäre, das war echte Akrobatik und Willensleistung... :eek:
    Das war mir eine Lehre. Mir ist meiine Gesundheit lieber. Dafür habe ich aus demselben Volk zwei Ablegerwaben mit SZ gezogen, waren plötzlich genug da...


    Gruß Andreas

  • Ja, solche gefährlichen Sachen sollte man dann lieber doch nicht machen, das ist es nicht Wert. Aber freu dich, so ein schönes verwildertes Nachbargrundstück zu haben! Wir haben hier auch so eins direkt neben uns, wo die Wiese voller Schneeglöckchen ist und im Frühling alte Apfelbäume blühen und die Nachtigallen singen...


    Es gibt übrigens noch eine alternatives Schwarmfanggerät, das ein erfahrener älterer Imker aus unserem Verein empfiehlt (und erfunden hat?). Da dieser Herr "Tonert" heißt, wird es bei uns auch der "Tonertsche Schwarmfang Ring" genannt. Ich kenne ihn nur vom erzähen, darum würde ich vorschlagen: wie der aussieht und funktioniert erklärt vielleicht am besten mal der Ralf? "Kleigartendrohn"

  • Moin zusammen!


    Bisher habe ich *toi, toi, toi* so wenig Schwarmneigung in den Völkern wie noch nie.


    Hier auch. Generell ist es hier eher ruhig. Ich habe selber keine Schwärme gefunden und es kommen auch keine Anrufe deswegen. Alles still.

  • Lustig wie unterschiedlich das ist - mir sind trotz allen Tricks etlich weggeflogen und ich bekomme fast täglich Anrufe, auch aus den Nachbardörfern, es sind also nicht bloß meine eigenen :)


    Langsam beruhigt es sich aber wieder, zumindest an meinen Ständen.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo


    habe auch einige Schwärme, trotz Gegenmaßnahmen, aber noch im normalen Rahmen. Ein Schwarm ist mir auch entflogen, der saß so ungünstig in Hecke und Zaun, das ich da nicht rankam und als ich die Lösung hatte war er weg. Sonst habe ich voll mit Schleudern zu tun und gestern endlich mal Regen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Heute kam der Nachschlag, war sehr interessant anzusehen.
    Ich kam gegen 1415 vom Einkauf wieder, hatte die Autotür noch in der Hand, als meine Frau um die Ecke kam: "Der Schwarm ist gerade nebenan über dem Parkplatz unterwegs..." Als ich dort ankam, war er schon weg. Ich habe den Nachbarn nach bestem Wissen und Gewissen die Sorgen wegen eines Schwarms auszureden versucht, von wegen "volle Bäuche, die können und wollen jetzt nicht stechen, weil sie andere Sorgen haben und einfach nur weg wollen..."
    Das kurze Gespräch war gerade zu Ende, als ich hinten ankam, als es schon wieder losheulte...
    Das war dann also der Hauptschwarm, doppelt so groß, wie der von gestern. Er hat sich nach etwa 20-30min erst in zwei Teilen am selben Baum gesammelt, später dann zu einer ca. 1m langen (hohen) Traube an einem Ast vereinigt. Wie am Bahnhof, der eine Schwarm zieht ab, der nächste übernimmt ansatzlos den Sammelplatz, nur noch mal ca. 1m höher als gestern und in die Höhe. Diesmal ging es schneller, als erwartet. Ziemlich genau 2h später zog der große Schwarm dann auch ab, in 5min war alles erledigt und Ruhe im Garten... Nochmals keine Chance etwas zu unternehmen. Die wissen offenbar, dass ich zwar Leitern besitze, die eine bestimmte Höhe aber nicht erreichen...


    Fehler sind vermutlich im zweizargigen Betrieb mit Segebergern (was der Kollege ebenfalls hat und bestätigt bekam) und dann ein blödes Versäumnis: ich hatte die Schieber nicht gezogen, was den Schwarmeffekt möglicherweise in den vergangenen Tagen noch verstärkt und beschleunigt hat (Temperaturentwicklung - ist aber nur spekuliert...). Es waren Stifte, offene Brut und weitere Schwarmzellen (unten und in den unteren Ecken) vorhanden. Ich hoffe, dass es das für dieses Jahr war...


    Gruß Andreas

  • Heute kam der Nachschlag, war sehr interessant anzusehen. (...) Nochmals keine Chance etwas zu unternehmen. Die wissen offenbar, dass ich zwar Leitern besitze, die eine bestimmte Höhe aber nicht erreichen...(...) Fehler sind vermutlich (...) Ich hoffe, dass es das für dieses Jahr war...


    Ich war heute auf dem Dachfirst eines Einfamilienhauses und versuche jetzt, mittels Brutwaben und Kiste einen Schwarm aus einem stillgelegten Kamin zu locken. Das ist da, wo die sonst elendig aber natürlich verrecken werden, weil der alte Imker vor Ort schlecht heben kann aber ohne Bienen auch sterben würde, hat er mir zumindest so gesagt. Gestern der Schwarm saß eine Straße weiter in einer großen Tuja. Heute Abend ein mittlerer Schwarm bei einer ziemlich aufgelösten Dame in einer Hecke, die Feuerwehr hat sie an einen Schädlingsbekämpfer verwiesen. Meine Nummer haben die auch, wollen aber keinen Imker anrufen, weil das wär ja unfair den anderen Imkern gegenüber - also verweist man an die Schwarmbörse. Oder eben an den Schädlingsbekämpfer. Und dann sitzen sie im Kamin und dann blinkt mein AB und dann les ich solche Beiträge wie den zitierten und bin plötzlich schlagartig sehr sehr müde. Aber im Keller warten noch ein paar hundert Kilo Honig zum schleudern.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife


  • Fehler sind vermutlich im zweizargigen Betrieb mit Segebergern (was der Kollege ebenfalls hat und bestätigt bekam) und dann ein blödes Versäumnis: ich hatte die Schieber nicht gezogen, was den Schwarmeffekt möglicherweise in den vergangenen Tagen noch verstärkt und beschleunigt hat (Temperaturentwicklung - ist aber nur spekuliert...). Es waren Stifte, offene Brut und weitere Schwarmzellen (unten und in den unteren Ecken) vorhanden. Ich hoffe, dass es das für dieses Jahr war...


    Bei mir wars das dann wohl auch dieses Jahr. Alles geschwärmt, was schwärmen konnte. Heute die letzten gleich zweimal aus der Thuja gepopelt. Beim ersten mal war die Kö mal wieder nicht dabei und sie sind alle wieder raus aus der Kiste. Allerdings mit Stil in bester Schwarmmanier mit entsprechender Geräuschkulisse. Jetzt sind die erstmal im Eimer im Keller und haben gleich noch 4 Zellen zum Wärmen an die Innenseite des Deckels geschraubt bekommen :cool:.


    Dachte nämlich, das wäre ein Vorschwarm. Erst die Nachschau hat zutage gefördert, dass es ein Nachschwarm war. Möglicherweise sogar bereits der Zweite, weil die Resttruppe momentan ziemlich nervös ist so ganz ohne Zellen. Allerdings waren 2 geschlüpfte SZ zu sehen.


    Mir fällt dieses Jahr in extremer Art und Weise auf, dass alles komplett mit Nektar zugeklatscht wird. So schnell, wie die den Nektar eintragen, trocknet er nicht. Und beim Ausbau von MW-HR sind irgendwo auch Grenzen gesetzt, spätestens nach dem Zweiten HR wollen die meisten Völker nicht mehr.


    Man kann aber doch den unverdeckelten Honig noch nicht schleudern, das wäre die einzige Möglichkeit, die mir dazu einfiele, den Arbeitswille der Bienen aufrecht zu erhalten. Oder aber doch ein paar Flow-Hive-Waben in jede Kiste :lol:, sodass immer Platz ist....


    Grüße Sven

  • Ich war heute auf dem Dachfirst eines Einfamilienhauses und versuche jetzt, mittels Brutwaben und Kiste einen Schwarm aus einem stillgelegten Kamin zu locken.


    Hallo Ralf,
    Trap Out wäre hier vielleicht die bessere Lösung? Vielleicht kommt Melanie dann etwas schneller zu Erfahrungsberichten, da sie in diesem Jahr Apfelbäume bevorzugt ;).


    LG
    Andreas