Durchschnittsbesteuerung § 13a EStG und Verkauf an anderem Ort

  • Hallo zusammen,


    ich habe eine Frage zum § 13a EStG und zum UStG.


    Nehmen wir an, ein Imker hat unter 30 Völkern und Verkauft nur Honig (keinen Honig mit Vanille, nichts außer Honig).
    Dann, so habe ich es verstanden, darf der Imker seinen Honig unter § 13a EStG mit 10,7% Steuer verkaufen, muss zwar das Formblatt
    in seiner Einkommenssteuererklärung ausfüllen, hat aber keine Abzüge durch das Finanzamt.


    Und nun kommt es zum Knackpunkt, an dem ich Probleme habe. Nach UStG gilt diese Regelung nur, solange ich maximal 30%
    an Firmen verkaufe und es im eigenem Hofladen passiert.


    Nun zwei Fragen:


    1. Wo ist denn mein Hoflanden doof gefragt? Für Raps am Rapsfeld und bei meinem Sommertrachthonig bei mir daheim?
    2. Was muss ich machen um meinen Honig Online zu verkaufen?


    Vielleicht hat sich mit dem Thema ja schon mal beschäftigt und mag sein Wissen teilen. Mein zuständiges Finanzamt war sehr verwirrt mit
    meinen Fragen und hatte wenig Lust für ein paar Völker, sich da Gedanken zu machen.


    lg
    Dante


  • Hallo,


    Einkommensteuer und Umsatzsteuer sind zwei paar Stiefel, besser nicht gleichzeitig anziehen.


    Interessant sind die Quellen. Wo steht das mit der Limitierung auf 30% Firmen? Was ist eine Firma? Wo steht der Bezug zum Hofladen?


    Schöne Grüße,
    Sebastian

  • Hallo,


    genau darum ja die Frage, ob sich damit mal jemand beschäftigt hat. Generell muss man natürlich sowohl Einkommens- als auch die Umsatzsteuer betrachten. Eigentlich
    müsste man sogar noch die Gewerbeordnung dazu nehmen.


    Wir können ja mal bei der Gewerbeordnung anfangen:


    -> Direktvertrieb nach GewO: "Als nach der Verkehrsauffassung in der Landwirtschaft üblich - und somit (noch) als Urproduktion anzusehen - ist auch der Verkauf der selbstgewonnenen Rohstoffe vor Ort." / Nach Gewohnheitsrecht GewO § 6 - Verkauf an Urproduktionsstätte kein Gewerbe

    -> Reisegewerbe frei nach GewO § 55a ABS 1 Nr. 2, damit auch der Marktstand

    Heisst im Grunde, wenn ich am Bienenstand verkaufe, ist es kein Gewerbe. Ebenso nicht der Marktstand oder Weihnachtsmarkt, da dafür die Reisegewerbekarte entfällt. Aber was ist mit dem Onlineverkauf?


    lg
    Dante

  • Hallo Lieber CharlyBaum,


    ich habe das Bienenjournal, die DNB und lese die Briefe des D.I.B..


    Magst du mir noch mal bitte sagen, wo ich im Bienenjournal die Information finde zum Thema Onlineverkauf?
    Ich finde leider immer nur die Informationen zum Thema Direktvertrieb / Marktstand und dafür ist mir die Rechtslage klar.


    lg
    Dante

  • Hallo Dante,


    ich finde Onlineverkauf, wenn damit ein Verkauf über einen Onlineshop gemeint ist, ist meiner Meinung nach doch auch eine Direktvermarktung.
    Hier kommt der gleiche Mehrwertsteuersatz zur Anwendung.


    Nur das Du dich noch mit Widerrufsrecht, Datenschutz usw. rumschlagen musst.

    Mit freundlichen Grüßen


    Steffen Winde

  • Hallo zusammen,
    zum Verständnis ist das Büchlein "Steuerrecht in der Imkerei 2015 ,43 Seiten von dem Imkersteuerberater Werner Burkhart"
    hilfreich. Wer nicht in Soltau war kann es z.B. auch bei Bienen Ruck kaufen.

  • Hallo Dante,


    es ist vollkommen Banane wo Du verkaufst, an der Haustür, auf dem Markt, an Wiederverkäufer, über Internet, alles egal, es gelten die gleichen Regelungen, solange Du Urprodukte verkaufst hat das mit Gewerbe nichts zu tun, UST 10,7%, kein Vorsteuerabzug und kein Zahlung UST an das FA.


    Im Bienenjournal ist es meiner Meinung nach umfassend erläutert, alle Eventualitäten sind behandelt.


    Grüße aus Werder wo es nach Frühling riecht,

  • Huhu,


    Steffen Winde : von den 10,7% überall gehe ich auch aus, aber wie schauts mit einem Gewerbeschein und ggf. damit Gewerbesteuer, IHK. etc aus?


    Thomasbienen : Danke, die habe ich gestern auch gefunden und mir bestellt, hoffe sie klärt die offenen Fragen.


    CharlyBaum : Wenn dem so wäre, wieso gibt es dann in der GewO extra eine Befreiung der Reisegewerbepflicht für Imker? (GewO § 55a Abs. 1 Nr. 2 Reisegewerbekartenfreie Tätigkeiten http://www.gesetze-im-internet.de/gewo/__55a.html)


    Hier regnet es seit 2 Tagen. Aber die Bienen haben die wenigen warmen Stunden schon für den Reinigungsflug genutzt.


    lg
    Dante


  • Steffen Winde : von den 10,7% überall gehe ich auch aus, aber wie schauts mit einem Gewerbeschein und ggf. damit Gewerbesteuer, IHK. etc aus?


    Imkerei ist keine gewerbliche Tätigkeit i. S. d. Gewerbeordnung (§ 6 GewO). Deswegen keine Gewerbesteuer, kein Gewerbeschein und keine IHK-Mitgliedschaft.



    CharlyBaum : Wenn dem so wäre, wieso gibt es dann in der GewO extra eine Befreiung der Reisegewerbepflicht für Imker? (GewO § 55a Abs. 1 Nr. 2 Reisegewerbekartenfreie Tätigkeiten http://www.gesetze-im-internet.de/gewo/__55a.html)


    Weil Gewerbe und Reisegewerbe nicht das Gleiche ist


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)