Fragen kreuz und quer vom Jungimker

  • Hallo,
    mir sind da im Laufe der Zeit ein paar Fragen gekommen, ich würde mich freuen wenn ihr mir die beantworten könnt. Ich bin noch ein recht junger Imker.


    1. Ich baue alles selbst und möchte bald meine Böden austauschen. Meine alten die noch unter den Völkern sind waren eine Art Hochboden, aber ohne Bausperre. Also ist da im Moment viel Wildbau, welchen ich im Herbst einfach drin gelassen habe. Die neuen Flachböden sehen nun aber von vorn ganz anders aus. Die alten haben ein kleines Vordach usw.. Kann ich die einfach bei Gelegenheit austauschen oder gibt das Probleme, weil sie auf die alten eingeflogen sind?


    2. Ich möchte dieses Jahr ein paar Ableger im Warmbau halten. Da ich für beide Betriebsweißen Vor- und Nachteile gefunden habe möchte ich für mich herausfinden was besser zu mir passt. Nun habe ich für Zander keine Böden in Warmbau in Online-Shops gefunden. Da ich selber baue kein Problem, aber es scheint ja in dem Maß unüblich zu sein. Spricht da etwas Grundlegendes für dieses Maß dagegen, hat da jemand Erfahrung mit Warmbau im Zander? Oder ist es am Ende nichts anderes wie jedes andere Maß im Warmbau (was ich zurzeit denke)?


    3. Es heißt immer wenn die Tracht beginnt das Winterfutter entnehmen, was macht man aber wenn überall eine Ecke Brut mit drauf sein sollte?


    4. Kann man Leerwaben, die im Winter im Volk mit Oxalsäure bedampft wurden hoch in den Honigraum hängen? Wohl eher nicht oder? Ansonsten könnte ich nur Mittelwände verwenden, da ich letztes Jahr erst begonnen habe und mir sonst nichts anderes übrig bleibt.
    Ich habe etwas sorge, dass der Honigraum so vielleicht nicht richtig angenommen wird.


    5. Ich möchte dieses Jahr mit dem Mini-Plus System beginnen. Dafür habe ich mir 4 Zargen gebaut in die je 12 Rähmchen passen. Das möchte ich im Laufe des Jahres mit einem (Kunst-)Schwarm besiedeln um nächstes Jahr daraus kleine Pflegevölkchen bilden zu können.
    (Bitte nicht über den Sinn diskutieren, den gibt es bei mir nicht, ich möchte nur Dinge ausprobieren und lernen). Jedenfalls habe ich die Falschen Wachsplatten zugeschickt bekommen. Gibt es Probleme, wenn die Mittelwand ca. 4cm oberhalb des Rähmchenunterträgers schon zu Ende ist?
     
    Ich freu mich auf eure Antworten
    LG Marcel

  • 1. ....Kann ich die einfach bei Gelegenheit austauschen ...


    Genau so.

    Zitat

    ..Spricht da etwas Grundlegendes für dieses Maß dagegen, hat da jemand Erfahrung mit Warmbau im Zander? Oder ist es am Ende nichts anderes wie jedes andere Maß im Warmbau (was ich zurzeit denke)?


    Genau das würde ich auch vermuten. Du hast aber dann 12 Waben und könntest mit einzargigem Brutraum arbeiten - sehr zu empfehlen.

    Zitat

    Es heißt immer wenn die Tracht beginnt das Winterfutter entnehmen, was macht man aber wenn überall eine Ecke Brut mit drauf sein sollte?


    Keine Ahnung, hatte ich noch nicht. Arbeite mit Schied.

    Zitat

    Kann man Leerwaben, die im Winter im Volk mit Oxalsäure bedampft wurden hoch in den Honigraum hängen? Wohl eher nicht oder?


    Würde ich nicht machen.

    Zitat

    Ansonsten könnte ich nur Mittelwände verwenden, da ich letztes Jahr erst begonnen habe und mir sonst nichts anderes übrig bleibt.
    Ich habe etwas sorge, dass der Honigraum so vielleicht nicht richtig angenommen wird.


    Vor der zweiten Brutzarge geben, auf jeden Fall deutlich vor der Kirschblüte.

    Zitat

    Gibt es Probleme, wenn die Mittelwand ca. 4cm oberhalb des Rähmchenunterträgers schon zu Ende ist?


    Ich habe keine Erfahrung mit Miniplus.


    Gruß Ralph

  • Den Bienen muß es passen, nicht dem Imker!


    zu 2.
    Ableger - verwende selbst DNM- 4-6er Kisten, oder 9er mit Trennschied für 1oder 2 Ableger
    - 3-6 Waben sind im Kaltbau besser zu nutzen, bei Warmbau wird die 1.Wabe außen idR nur für Pollen verwendet.
    - die Bienen haben kürzeren Weg zum Flugloch zum Verteidigen
    - Flugloch mittig der Waben, am besten in halber Wabenhöhe 1-2cm Loch- bei Ablegerkästen
    bei der Notfütterung (Ende Januar) eines 4 Wabenablegers war bei Aufsetzen vom Futterglas aus der 3-5cm entfernten Traube das Flugloch sofort besetzt ;)


    Wenn die Bienen den Platz brauchen werden sie bis auf Beespace zur Unterkante des Rähmchens weiterbauen, bei Kielern bekommen sie nur Anfangsstreifen.


    Ableger möglichst im Standmaß bilden- das macht vieles einfacher. (bei der Schwarmverhinderung, Verstärkung mit Brutwaben, 1xFutterwaben, 1x MW-Grösse, ohne Bastelei in die Magazine)
    Die kleinen Einheiten sind mehr zur Aufbewahrung von Königinnen gedacht.
    Gruß Fred

  • Hallo Marcel,


    hier meine Meinung:
    - Die Bienen orientieren sich mehr an der Lage des alten Fluglochs. Du kannst die neuen Böden einfach druntersetzen - feddich. Ich baue mir gern Flachböden nach dieser tollen Anleitung. Das sollte auch für 10er Zander passen.
    - Warmbau ist für die Bienen ok., du solltest nur über das Handling der Waben nachdenken. Du arbeitest dann quasi hinter der Beute, vornüber gebeugt oder "verdreht". (Sicher alles kein Problem, nur ein Gedankenanstoß.)
    - Das mit dem Winterfutter ist mehr so eine Prinzipienfrage. Letzens habe ich von einer Untersuchung gehört, die mit eingefärbtem Winterfutter nachgewiesen hat, daß kein Winterfutter umgetragen, sondern nur direkt verbraucht wird. Ich würde die vollen Futterwaben entnehmen und die Restecken als Reserve drinlassen.
    - Prinzipiell halte ich die Angst vor verschleppter Oxalsäure aus der Winterbehandlung für absolut unbegründet! Allerdings würde ich prinzipiell vermeiden Brutwaben oder alte Waben, die im Winter schon im Volk waren, in den Honigraum zu hängen. Häng doch eine Wabe hoch und schleuse sie dann später zur Ablegerfütterung wieder aus.
    - Die MW werden im Mini+, genau wie in allen anderen kleinen Einheiten, sehr gut ausgebaut. Und auch die Lücken werden ausschließlich mit Arbeiterinnenzellen gebaut, weil das Völkchen quasi noch nicht "geschlechtsreif" ist. Steck doch einfach mal ein Leerrähmchen ohne alles rein - geht super... Mein Tipp: Verzettel dich nicht! Mach die Minis erst im nächsten Jahr voll.


    Gruß Jörg


  • 1.Die neuen Flachböden sehen nun aber von vorn ganz anders aus. Die alten haben ein kleines Vordach usw.. Kann ich die einfach bei Gelegenheit austauschen oder gibt das Probleme, weil sie auf die alten eingeflogen sind?


    Ich habe heute ein Volk von Selbstbaubeute auf eine neue gekaufte umgesetzt. Einfach die neue an den alten Platz stellen, umhängen, fertig, überhaupt kein Problem. Die Bienen sind auf den Ort vom Flugloch fixiert, nicht auf die Bauart der Beute.


    zu 2. wie Berggeist schon geschrieben hat, probier das Flugloch seitlich, hat fast den gleichen Effekt. Zander quer zu stellen ist Platzverschwendung. Außerdem kannst du so nicht die viel gepriesene Kippkontrolle von hinten machen, weil die Waben gegeneinander schlagen und Bienen gequetscht werden würden. Von der Seite ginge es nur, wenn daneben keine Beute steht.


    zu 3. Die Brut sitzt nicht auf den Ecken sondern das Futter als Futterkranz, und das kannst du drin lassen.


    zu 4. und 5. Wer keine Probleme hat macht sich welche... tue es nicht. Nimm neue Mittelwände für den Honigraum und Mini Plus ist nur sinnvoll für die Königinnenzucht. Zu kurze Wachplatten würde ich ansonsten aber immer unten am Unterträger aufsetzen und oben die Lücke aubauen lassen, sonst werden unten gerne Weiselzellen angebaut.

  • Danke für eure Antworten. Hier noch ein paar Ergänzungen von mir:


    Vor der zweiten Brutzarge geben, auf jeden Fall deutlich vor der Kirschblüte.


    Die Völker sitzen schon in zwei Zargen, sie wurden so eingewintert.


    Den Bienen muß es passen, nicht dem Imker!


    Da sind wir uns einig! Aber wenn ich mit einem System gut zurecht komme bedeutet das für mich gleichzeitig weniger Eingriffe. Und meiner Meinung nach sollte man nur so selten wie möglich bzw. nötig ein Volk öffnen. Und da ich immer wieder lese das es den Bienen egal wäre, ob Warm- oder Kaltbau schau ich halt was mir mehr zusagt, habe weniger Arbeit und stresse die Bienen damit weniger. So zumindest mein Gedanke.


    Die Ableger möchte ich dieses Jahr gleich in der normalen Zargengröße starten. Ich hab da bisher keinen großen Sinn gesehen extra Ablegerkästen zu haben, um sie dann nach ein paar Wochen umzuhängen. Wer viele Ableger bildet hat sicherlich am Stand durch die Platzersparnis gewisse Vorteile.
    Der Hauptgrund, warum ich 2-3 Völker im Warmbau haben möchte ist, das ich das System von Dirk Unger sehr interessant finde und schauen möchte, ob das ohne Absperrgitter in Sachen Schwarmträgheit wirklich so gut funktioniert.
    Mini-Plus-Völkchen möchte ich dieses Jahr noch nicht bilden falls das so rüber gekommen ist. Ich möchte nur eins in den 12er Winterzargen um dann nächstes Jahr mich an der Königinnenzucht zu versuchen. Sicherlich nur eine Spielerei die für mich unnötig ist, aber ich denke da kann man einiges lernen und mal 2-3 Königinnen auf Reserve sind sicherlich auch nicht schlecht.


    LG Marcel


  • Der Hauptgrund, warum ich 2-3 Völker im Warmbau haben möchte ist, das ich das System von Dirk Unger sehr interessant finde und schauen möchte, ob das ohne Absperrgitter in Sachen Schwarmträgheit wirklich so gut funktioniert.


    Der Dirk hat mich auch überzeugt auf Warmbau umzustellen. Allerdings hat er auch nicht die Zanderbeute dafür empfohlen...

  • Der Dirk hat mich auch überzeugt auf Warmbau umzustellen. Allerdings hat er auch nicht die Zanderbeute dafür empfohlen...


    Ich habe zwar fast alle Videos gesehen, aber an die aussage kann ich mich leider gerade nicht erinnern. Weißt du noch die Begründung bzw. welches Video das war?

  • Ja, Dirk Unger favorisiert Warmbau: 1. wegen Einlagerung von Honig "oben hinten" (für ihn wichtig, da er ohne Absperrgitter imkert) und 2. bei geschlossenem Boden etwas eingeschränkte Zirkulation im Stock, wodurch AS-Behandlung effektiver sei.
    Video dazu gibt's bei Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=wdVgPBqyuXc&list=PLses2Oe5HuMQfz5Qb9lUAiexf2SV-nqDN.


    Grüße, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • er hat meines Wissens keine andere Beute empfohlen, sondern seine Betriebsweise mit DNM in Segebergern im Warmbau ohne ASG beschrieben.
    Bei Drehung im Kaltbau, traten im vorderen Bereich der Waben aller Zargen Brut auf, und der Honig kommt in den im hinteren Bereich.
    Grund ist die fluglochferne Honigeinlagerung.
    Bei Warmbau traten nur gelegentliche Brutflecken auf einzelnen Waben in den oberen Zargen auf.
    Dürfte mit 4 Zargen Zander im Warmbau auch funktionieren, hat ja genug Raum. Aber welche Materialschlacht.


    Ich versuche mit einem Brutraum -12-14x 1,0-DN bzw 1,15-DN und ASG und 2-3 Honigräumen 1,0-DN übers Jahr zu kommen.


    Gruß Fred

  • Hallo, ich arbeite bei meinen Völkern, auch im Warmbau, aber mit ASG. Mit der Einlagerung des Honigs in der vom Flugloch am weitesten entfernten Wabe bin ich skeptisch. Meine Erfahrung ist das die Bienen den Honig direkt über dem Brutnest lagern.
    Ich habe auch schon in Holzbeuten, 4 Zargen DNM ohne ASG gearbeitet und festgestellt, das die Königin in allen 4 Zargen Brut hatte, aber nur in den mittleren Waben.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Mit der Einlagerung des Honigs in der vom Flugloch am weitesten entfernten Wabe bin ich skeptisch. Meine Erfahrung ist das die Bienen den Honig direkt über dem Brutnest lagern.


    :daumen: Genau so machen sie es; denn dort konzentriert sich die Wärme und der Weg für die Fütterung ist nicht so weit. Ich beobachte das bei Völkern im DNM1,5 Brutraum mit Schied (Kaltbau) immer wieder, dass der HR über ASG asymmetrisch befüllt wird. Wie ist das im entsprechenden Warmbau und BN direkt am Flugloch mit Schied ? Wie wird der HR dort befüllt ?


    Danke für eine erhellende Antwort


    Rainer