MW aus pestizidfreiem Wachs aus Afrika

  • Hallo Max,


    warum antworte ich so? Als wir vor langer Zeit die Imkerei vom Schwiegerpapa übernahmen, lies ich das Wachs untersuchen. Zur Vorgeschichte: er tauschte immer sein Wachs in fertige Mittelwände. Irgendwelche Chemikalien verwendete er nicht. In seinem, jetzt unserem Wachs, fand sich ALLES was in DE in den letzten 20 Jahren an Mitteln bei den Bienen eingesetzt wurde und das in erheblichen Mengen. Soviel zu den Rückständen in konventionellen Mittelwänden. Deswegen kann ich es nicht nachvollziehen, das beim Kollegen nichts gefunden wurde, auch wenn er selbst noch so umsichtig arbeitete.


    Selber habe ich in 2000 mit rückstandsfreiem Wachs (aus Tasmanien) gestartet um die Biozertifizierung zu bekommen. Damals wurde bei der Kontrolle nach der Umstellungsphase keine Rechnung für Biowachs verlangt, sondern eine Analyse gemacht die rückstandsfrei sein mußte. Das war sie bei mir dann auch. Die zertfizierung habe ich dann nach ein paar Jahren bleiben lassen, aber im Prinzip genauso weiter gearbeitet. 2014 wieder eine Analyse, nachdem ich mein Wachs umarbeiten lies. Ich wollte auch wissen, ob nicht dabei doch etwas vermsicht, vertauscht oder sonstwie falsch gelaufen ist:


    Scan-Wachsanalyse.jpg


    So muss es meiner Ansicht nach sein. So könnte ich wieder zertifiziert werden, wenn ich nicht jetzte diese Plastikböden verwenden würde ...


    Servus
    Reiner

    Die Bevorzugung lokaler Produkte ist weder Nationalismus, noch Faschismus, noch Protektionismus, sondern ist nur ein Symptom von Intelligenz und Umweltverträglichkeit.

    Einmal editiert, zuletzt von Immenreiner ()

  • Man kann auch in den sauren Apfel beißen und einmalig pestizidarmes Wachs aus Afrika kaufen und das als Grundlage für Naturbau und eigenen Wachskreislauf nehmen. Wenn man einmalig solches Wachs kauft, dann kann man feststellen, wie es riecht und dass der Geruch verfliegt.
    Importierten Bio-Zucker finde ich viel perverser, denn da ist nichts anderes drin (oder nicht drin) als in normalem Kristallzucker, außerdem erledigt sich das auch nicht mit einer einmaligen Aktion.


    Ich bin nach zwei Jahren schon komplett bei eigenem Wachs und kaufe nicht mehr dazu.


    Kikibee (nach verbranntem Karma riechend, aber sonst ganz zufrieden)

    Auf der Suche nach der Bee-Life-Balance.

    Nächstes Imkerforumstreffen am 3-5.2.2023 im Jagdhof Kleinheiligkreuz bei Fulda. :daumen:

  • Das ist ein alte Mär, dass dieses Wachs aus Afrika nach Rauch duftet. Wer Afribio möchte muss leiden. Bietest du den Völkern gängiges Wachs und afrikanisches an, üben sie beim afrikanisierten leichte Zurückhaltung, aber ausgebaut wird es. Wenn ihr afrikanische Bienen hättet, würdet ihr auch Rauchmaschinen einsetzen. Anlässlich 95, dem Honigsuperjahr, habe ich, weil keine Rückstände im Honig hatte, den schweren Waffen entsagt. Nur noch selber gegossen. Jetzt sollte ich wieder nächste Woche gießen. Wenn ich nur nicht der einzig Aufrechte wäre, dann würde ich gießen lassen. Ein Freund von mir entnimmt durch Bohrung immer Proben zurück. Der Wabengießer ist da leicht beleidigt.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Da hier im Forum doch immer wieder in offensichtlicher Unkenntnis der europäischen Biorichtlinien und in bekannt schlichter, aber auch schlicht falscher Weise die doofen Ökos abgewatscht werden hier mal zum Grundverständnis:
    Die Basis der europäischen Biorichtlinien und der darauf beruhenden –Zertifikation ist die Prozessorientierung.
    Zertifiziert wird also nicht das fertige Produkt (wäre so bei der Produktorientierung), sondern der gesamte Produktionsprozess. Ein zufällig rückstandsfreies konventionell erzeugtes Produkt kann eben nicht bio sein, ein rückstandsbelastetes (weil die Pestizidbelastung in unserer Umwelt das z.T. ja unumgänglich macht) unter Umständen eben schon.
    Es zählt eben das redliche Bemühen und die Einhaltung formaler Kriterien.
    Deswegen ist „rückstandsarmes/rückstandsfreies“ Wachs eben auch kein Biowachs.
    Im Zuge der Umstellung muss der komplette Wabenbau auf Biomittelwände bzw. Naturbau neu aufgebaut werden.
    Zur Prozessorientierung gehört eben auch die Betrachtung der Futtererzeugung für Nutztiere: Natürlich ist im Honig nicht nachweisbar, ob mit Bio- oder mit konventionellem Zucker gefüttert wurde, aber im Sinne der Bioidee (und auch der Biokonsumenten) ist es schon entscheidend, ob für die Erzeugung des Honigs letztlich doch wieder die chemische Landwirtschaft die Keule schwingt oder nicht. Die Neonics sind in Deutschland für Zuckerrüben weiterhin zugelassen. Gegen Bayer und CO demonstrieren und konventionelles Futter kaufen wäre zumindest für mich etwas schräg.
    Bestimmt ist regionaler Biozucker das Beste, aber notfalls ist mir auch südamerikanischer recht. Die Transportenergie spielt, das kennt man ja von vielen Beispielen, in der Ökobilanz fast keine Rolle. Erst recht nicht bei einem so einfach zu transportierenden Produkt wie Zucker.


    Entschuldigt, wenn das jetzt am Rande des Themas war, aber es ist schon etwas lästig, wenn immer wieder die gleichen Missverständnisse weitergetragen werden.


    Grüße,
    Thomas

  • Häh? Wofür braucht man bei Naturbau einen eigenen Wachskreislauf? Klär mich auf.


    Häh? Für Anfangsstreifen? Die gieße ich selber, aus eigenem Wachs. Nein, nicht dem Wachs aus dem BR.
    Und manchmal ist es hilfreich im HR eine MW zu haben, statt Naturbau. Kommt aber selten vor.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Ich beziehe auch dieses afrikanische Wachs bis dann endlich der eigene Wachskreislauf steht und da ist mir dieser Tabakgeruch auch aufgefallen. Hatte dazu mit Wallner korrespondiert und der meinte er habe das auch schon mal untersucht. Er führt es auf natürliche Substanzen aus der Umgebung (ätherische Öle aus Pflanzen o.ä.) zurück. Es sei kein Tabakrauch.


    Toll ist das aber alles nicht wenn man Raubbau-Wachs aus Afrika holen muss weil hier nun das Paraffin rumgeistert....


    Melanie

  • Hallo


    zu dem Thema kann ich nur sagen, ist die Menscheit denn verrückt geworden, was soll Wachs aus Afrika in Deutschland. Das geht wieder so lange, bis man wieder eine Krankheit eingeschleppt hat und keiner weis wo sie her kommt. :roll: Aber wichtig ist ja Bio.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Ich beziehe auch dieses afrikanische Wachs bis dann endlich der eigene Wachskreislauf steht und da ist mir dieser Tabakgeruch auch aufgefallen. Hatte dazu mit Wallner korrespondiert und der meinte er habe das auch schon mal untersucht. Er führt es auf natürliche Substanzen aus der Umgebung (ätherische Öle aus Pflanzen o.ä.) zurück. Es sei kein Tabakrauch.


    Toll ist das aber alles nicht wenn man Raubbau-Wachs aus Afrika holen muss weil hier nun das Paraffin rumgeistert....


    Melanie


    warum kann man eigentlich im bezogenen Bienenwachs/Mittelwände Paraffin nachweisen, wo kommt das Zeug denn her???



    grüße Stefan

  • Toll ist das aber alles nicht wenn man Raubbau-Wachs aus Afrika holen muss weil hier nun das Paraffin rumgeistert....


    Wobei genaugenommen das eine nix mit dem anderen zu tun hat. Weil da das afrikanische Wachs teurer ist als das konventionelle und das Lohngefälle Richtung Afrika auch nicht so unwesentlich, wär der Anreiz dieses Wachs zu panschen ja noch größer, oder? Da könnte ich mir jetzt eine gewisse Schadenfreude kaum verkneifen. Wir sitzen eben doch alle im selben Boot. Fänd ich irgendwie auch ok, wenn man sich da nicht so einfach rauskaufen könnte.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Mal nur so am Rande bemerkt,


    das Wachs über das wir hier sprechen ist kein Bio Wachs.....


    was ihr nur alle gegen Bio habt :lol:


    Und mir geht es da genau so wie Melanie - aber das muss jeder tief im inneren für sich selbst entscheiden.


    Mir sind die Bio Mittelwände einfach viel zu teuer sind und ich glaube auch nicht daran, dass überall wo Bio draufsteht auch Bio drin ist.


    Also hast du einfach die Wahl zwischen Pest oder Cholera ......


    Aber immerhin habe ich wenigstens die Sicherheit, dass in dem untersuchten Wachs keine Rückstände von Behandlungsmitteln etc. sind.


    Gruß Jürgen

    Nicht jeder, der mir Honig ums Maul schmiert, meint es auch wirklich gut mir mir. :wink:

  • Ich beziehe auch dieses afrikanische Wachs bis dann endlich der eigene Wachskreislauf steht...


    Woran scheitert das? Ich denke, daß man sehr gut mit einen eigenen Wachskreislauf oder noch besser eine Wachsstrecke arbeiten kann und das auch schon vom ersten Volk an. Man muss nur die eigene Bequemlichkeit überwinden.


    Gruß Jörg