Frage: zu erledigende Arbeiten trotz der aktuell kühlen Witterung ??

  • Guten Abend zusammen,


    Wir haben unsere Völker glücklicherweise gut über den Winter gebracht und alle, bis auf eine Ausnahme, sind enorm stark. Nun habe ich drei dringende Fragen, die das weitere Vorgehen aufgrund des kalten Wetters betreffen.



    1. Sämtliche “Ableger”, die wir 2015 gebildet hatten, sind wie gesagt sehr stark. Sie platzen schon jetzt fast aus allen Nähten. Wir würden ihnen dringend eine Erweiterungszarge geben wollen. Kann man dies jetzt trotz der aktuellen Kälte machen oder sollte man warten, bis die Temperaturen um einige Grad ansteigen?


    2. Eines der Völker ist leider relativ schwach. Wir möchten dieses zur Verstärkung für 3 Wochen über Absperrgitter einem starken Volk aufsetzen. Auch hier die gleiche Frage: jetzt schon oder erst wenn es etwas wärmer wird?

    3. Wir mussten einige Völker über den Winter von unserem Außenstand zu uns nach Hause holen, da dort einige Bäume beschnitten werden mussten und die Beuten im Weg gestanden hätten. Wir möchten diese Völker nun so bald wie möglich wieder dorthin zurückbringen, u.a. da in der Umgebung sehr viele große Weiden stehen. Der Außenstand ist ca. 3 bis 4 km entfernt, die Strecke allerdings reichlich holprig. Wieder die gleiche Frage: Geht dies jetzt bei diesem Wetter schon. Aufgrund unserer Berufstätigkeit können wir diese Arbeiten nur am Wochenende erledigen. Fürs kommende WE sind bei uns für den Norden Höchsttemperaturen von 6-7 Grad angesagt. Ich mache mir Sorgen, dass uns die Bienen während des Transportes in der Beute verklammen oder ist das unbegründet?


    Bei allen drei Fragen bin ich mir total unsicher, möchte auch nichts falsch machen.


    Gruß Bienengeist

  • Hallo Bienengeist,
    schön, dass eure Völker so gut durch den Winter gekommen sind.
    Wie sehen denn die Ableger aus? besetzen sie schon alle Waben?
    Welches Beutensystem habt ihr?
    Ich denke ihr habt noch etwas Zeit, da bei euch der Frühling ja eher etwas Später beginnt.
    Wir hier im NO Brandenburg´s hatten heute gerade die ersten offenen Blüten der Salweiden gesichtet und wenn sie in voller Blüte stehen und die Temperaturen stimmen dann werden wir bei unseren einzargigen Ablegern (Segeb.Magazin) den 2. Brutraum untersetzen.


    Völker zum anderen Standort bringen würde ich erst ab Temperaturen mindestens über 10 Grad am Tag machen - also lieber noch etwas warten:)


    Über wie viele Waben sitzt denn dein schwaches Volk? Vielleicht kann man es auch erst später mit 3 Brutwaben aus den anderen Völkern verstärken - wir gleichen unsere Völker oft erst nach der Honigraumgabe mit dieser Methode aus das klappt auch sehr gut und die Schwächlinge kommen auf einmal auch in die Gänge. Oft fehlt einfach nur der erste Anstoß!

  • Hallo Jann und Doreen,
    danke für die schnelle Antwort.
    die "Ableger" sind wie bei Euch einzargig (Segeberger) und die stärksten haben 9 Wabengassen besetzt, die restlichen zwischen 7 und 8.


    Das schwache Volk ist ein eingefangener Schwarm aus dem letzten Jahr. Ich schätze mal, es ist nicht mehr als 3 bis 4 Fäuste groß. Meine Überlegung war, entweder den Versuch mit dem Verstärken zu starten oder , wenn Flugwetter ist, die KÖ rauszunehmen und die restlichen Bienen abzufegen, damit sie sich bei den anderen einbetteln.


    Mit dem Transport werden wir dann wohl doch noch etwas warten. Tagsüber gehts ja nicht, dann sind sie ja nicht alle zu Hause :((


    Grüße Bienengeist

  • Hallo Bienengeist,
    Da du auch mit Segeb.Beuten arbeitest, kannst du bei deinen Ablegern den 2. Brutraum schon etwas eher geben - ich denke so in einer Woche - wenn du den neuen Raum unterstellst, bleibt die Wärme im ersten Brutraum erhalten und der natürliche Bau eines Bienenvolkes wenn es sich vergrößert ist nach unten. Mitte bis Ende der 1.Aprilwoche kann dann auch schon der HR über Absperrgitter drauf das ist dann ca.14 Tage vor der Kirschblüte. Dann kommen die Kleinen nicht gleich auf dumme Gedanken.


    Mit den wegbringen der Völker kannst du ja wenn ein wärmerer Tag angesagt ist frühs vor Flugbeginn die Fluglöcher verschliessen und dann gegen 10-11 Uhr mit den Bienen auf Wanderschaft gehen dann sind keine Flugbienen verloren gegangen und sie können bei mittaglichen Temperaturen auch ohne Probleme den neuen Standort erkunden.

  • Hallo Bienengeist


    zu 1. Ich würde noch warten, wenigstens 14 Tage.


    zu 2. Würde ich auflösen. Königin rausfangen und die besetzten Waben einfach in ein Volk hängen welches zu verstärken ist. Die restlichen Bienen direkt auf das Flugbrett oder Einlaufhilfe fegen.


    zu 3. Völker würde ich am Wochenende umsetzten.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Bienengeist!


    Ich kenne zwar euer Klima nicht und weiß auch nicht wie bei euch die Völkerentwicklung verläuft. Zumindest was unsere Region betrifft, würde ich die Ableger noch nicht aufsetzen. Bei uns werden die Völker etwa bis Mitte April durch den Abgang der Winterbienen schwächer, erst dann geht's in die andere Richtung. Wichtig ist nur, dass das Futter reicht. Das ist bei den einzargig überwinterten Völkern öfters das Problem.


    Die Maßnahme von Punkt 2 kannst du jederzeit machen. Der Zeitpunkt ist ideal. Das empfohlene Auflösen des Volkes halte ich für die schlechteste Variante, da ist keinem Volk gedient, weder dem verstärktem, das braucht die fremden Bienen nicht, noch dem aufgelösten.


    Der Transport der Bienenvölker ist jederzeit möglich. Du wirst ja nicht mit 100 km/h über die Schotterpiste rasen. Die Bienen im Stock erhöhen bei der ersten Aufregung ihre Temperatur und nehmen Futter auf. Die sind dann schnell mobil, vermutlich mehr als einem lieb ist.


    MfG


    Honigmaul

  • Danke Euch allen für die Antworten, vor allem habt Ihr es gut erklärt, so dass man es gut nachvollziehen kann. Was mir aber noch nicht so ganz einleuchtet: Ich habe bisher häufig gelesen, daß man die Erweiterung nach oben machen soll. Die antwort von Beaglebiene "bleibt die Wärme im ersten Brutraum erhalten und der natürliche Bau eines Bienenvolkes wenn es sich vergrößert ist nach unten" leuchtet mir völlig ein. Bisher haben wir im Spätsommer/Herbst zur Wabenhygiene die unteren Zargen, wenn keine Brut mehr drin war, entfernt und dafür eine neue Zarge mit frischen Waben obenauf gesetzt. Das würde dann aber in diesem Fall ja nicht gehen, denn unten wären ja die jüngeren Waben. Wie handhabt Ihr dies dann?

  • Jetzt noch nicht erweitern, sondern eng halten, die Bienen mögen das so, auch wenn es aussieht, als ob es bald überquillt... gut so! Erweitern dann am besten erst bei dauerhaft gutem Flugwetter mit einem Honigraum gleich über einem Absperrgitter und später einem zweiten, der dann geerntet werden kann. Weiterführen in einem Brutraum und den ersten Honigraum bis zur letzten Ernte drauf lassen. Wenn die Bruträume voll sind immer je eine Brutwabe entnehmen (und mit einer Mittelwand am Rand ersetzen) um das schwache Volk damit zu verstärken oder Brutableger zu bilden. Jetzt würde ich das schwache Volk erst mal mit einem Schied einengen und Futterwaben dahinter hängen, die können durchaus noch wachsen und im Sommer vielleicht sogar mehr Honig einbringen als die jetzt schon starken Völker.

  • Was heißt denn relativ schwach? Auf wie vielen Waben sitzen denn die Bienen? weniger als 3?
    Ich habe die letzten Jahre auch eher schwache Völker aus dem Winter gebracht, die sich dann doch gut entwickelt haben.
    War bei mir halt: Ein Volk, dass ich durch den Winter bringe, auch wenn es eher schwächer ist, habe ich erst mal! Da kann noch viel passieren.
    Wie Kruppi schon geschrieben hat, jetzt gerne eng halten, z.B. durch ein Schied (einfach Sperrholzplatte in Rähmchengröße mit Stirnseitig je einem Nagel, der die Ohren darstellt).
    Sollten sie nicht aus dem Knick kommen, das Volk mit verdeckelter Brut verstärken. Verdeckelte Brut, damit zeitnah Bienen schlüpfen, die dann wiederum Brut wärmen können.
    Wenn die Kö auch im Sommer nicht aus dem Knick kommt --> umweiseln!
    Allerdings: Ein "Berufsimker" mit ÜXX Völkern fegt so ein Volk ab, wie es Drobi geschrieben hat, der schwächt seine anderen Völker nicht wegen einem Kümmerling jetzt im zeitigen Frühling;-)
    Ist mir immer zu Schade, könnte aber halt an der Kö liegen, dass die schwächelt.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Hallo Bienengeist,
    das mit der Wabenhygiene kannst Du doch weiter so machen einfach über die Saison die Waben, die im Herbst raus sollen nach unten umhängen oder bei Bedarf mal die Bruträume tauschen.
    Ich weiß nicht mit welcher Biene du imkerst wir haben die Buckis und die brauchen einfach viel Platz.
    In den Segebergern brauchst Du auch nicht schieden - der Wärmehaushalt ist da ganz anders als in Holzbeuten ich habe immer den Vergleich durch einen guten Imkerfreund der arbeitet mit Dadant Holzbeuten - dort geht das Brutgeschäft immer etwas später los. Deshalb ist es gerade bei der Segeb.Beute wichtig den HR etwas zeitiger zu geben sonst gehen sie schon früh in Schwarmstimmung.

  • Moin zusammen,


    ich will nur kurz ein Echo geben: Da die Aussagen zum Transport 50:50 standen, haben wir am WE mal 1 Volk zum Außenstand transportiert und dort ca 3/4 Std. das Flugloch noch geschlossen gelassen. Hat optimal geklappt. Nun werden die anderen Ostern folgen.


    Bei dem Schwächling (nur noch 3 bis 4 Fäuste groß) werden wir, wenn es hoffentlich in den nächsten Tagen wärmer ist, erstmal auf Weiselrichtigkeit prüfen. Ich bin da grad ein wenig mißtrauisch. Wenn die KÖ da ist, werden wir das Volk zum Stärken auf ein anderes aufsetzen. Wenn das nicht klappt, kann ich ja immer noch Brutwaben von den anderen dazutun. Hamburger Jung: Wir denken ja eigentlich genauso und hängen an jedem einzelnen Volk. Wir haben im letzten oder vorletzten Jahr ein Volk ganz enorm betüddelt (für die Nicht-Norddeutschen = umsorgt, gehätschelt :wink:). Aber das machen wir nicht noch mal. Das hat gar nichts gebracht und im Ergebnis haben wir das Volk dann doch vereinigen müssen.


    Beaglebiene: Ich hatte versäumt zu erwähnen, daß wir zwar mit Segeberger imkern, allerdings in Segeberger Holz. Wenn Du sagst, daß der Wärmehaushalt unterschiedlich ist, müssen wir wohl doch noch ein wenig warten? Wir haben übrigens Carnicas.
    Bloß mit dem Untersetzen stehe ich gedanklich noch etwas auf dem Kriegsfuß. Die Wabenhygiene war beim Aufsetzen ohne viel zu Ändern ziemlich praktisch. Allerdings hatten wir im letzten Jahr bei einem starken Volk zur Salweidenblüte einen Brutraum aufgesetzt und es hat ewig gedauert, bis sie den angenommen hatten. Beim Honigraum war es dann ähnlich. Also habe ich mir wahrscheinlich gerade schon selbst die Antwort gegeben ? :confused:

  • ...Allerdings hatten wir im letzten Jahr bei einem starken Volk zur Salweidenblüte einen Brutraum aufgesetzt und es hat ewig gedauert, bis sie den angenommen hatten. Beim Honigraum war es dann ähnlich.


    ... und der zweite "Brutraum" war sicherlich halb voll Honig, während der untere voll Pollenwaben und verlassenen Brutwaben war, stimmts? Das liegt daran, daß eine Königin nicht 22 DNM Brutwaben braucht, sondern höchstens die Hälfte, besonders wenn es keine Hochleistungs- Königin ist. Dann noch eine dritte Zarge drauf über Absperrgitter bremst nochmal das Wachstum vom Volk wegen des schlechteren Wärmehaushalts. Versuch es mal anders, mit einem Brutraum...

  • ja, genauso war es !! Wir haben dann mehrfach Waben aus dem BR, die ausschl. voller Honig waren, nach oben umgehängt, aber das hatte auch nichts gebracht.