Erfahrungen mit dem Wachsklärbehälter

  • Hallo, ich werde mir einen Wachsklärbehälter anschaffen.
    Es gibt ja mittlerweile einige Modelle. Am meisten findet man die Geräte von Fritz mit 35 oder 75 Litern Inhalt.
    Beim Bienen Ruck gibt es auch noch zwei etwas teurere Geräte eines mir unbekannten Herstellers. Die Geräte scheinen schwerer zu sein und sind wohl zusätzlich isoliert. (Genau weiss ich das nicht.)
    Die Beschreibungen finde ich zu beiden Gerätetypen leider relativ schmal für den doch recht hohen Verkaufspreis.


    Die Anschaffungskosten zwischen den beiden Größenunterschiedlichen Typen, also 35 oder 75 Liter sind nun nicht so hoch. Ich erwirtschafte ungefähr 100 kg Wachs im Jahr. Demnach wäre die Anschaffung des großen Geräts mit 75L angebracht. Allerdings trenne ich mein Wachs in 3 unterschiedliche Klassen auf. Brutraumwachs, Wachs aus dem Honigraum und Jungfernwachs.
    Es stellt sich mir die Frage in wieweit man auch kleine Mengen von vielleicht 5kg in so einem Gerät klären kann?


    Gibt es zu den Geräten vielleicht Erfahrungen?
    Grüße

  • Auch ich finde den Wachsklärbehälter interessant. Die 35l Variante wäre für mich ausreichend.

    Aber die genauer Funktionsweise ist nirgends beschrieben. Ok, er hat zwar Hähne, einen oben für das saubere Wachs und einen ganz unten für den Schmodder. Sauberes Wachs schwimmt oben und kann abgelassen werden, sonst ist nichts dabei, oder wie? In dem Fall müsste es aber eine Mindestbefüllung geben, denke ich.


    Trennt sich das Wachs bei den für die Entseuchung empfohlenen 130°C wohl besser vom Dreck, da dünnflüssiger, oder?

  • Wenn nicht Wachs für andere verarbeitet wird, und ich keine AFB-Sporen seit Jahren habe, muß ich das Wachs auch nicht bei 130°C desinfizieren. Brauche also auch keine Thermo-Ölkessel.

    Wachs schmilz bereits 65°C, bei den 95-100°C bei Erwärmung mit Wasser wird schon alles außer Faulbrutsporen erledigt.

    Ein Behälter mit zusätzlichem Hahn bei 1/4 Höhe im Wasserbad erfüllt die gleiche Funktion.


    Beachte das Gewicht inklusive der notwendigen Thermoölfüllung!

    Deshalb sind die Teile idR schlecht transportierbar und für Leihe ungeeignet, wenn man keine Paletten-fähige Technik hat.

  • Sauberes Wachs schwimmt oben und kann abgelassen werden, sonst ist nichts dabei, oder wie?

    Genau, wenn das Wachs wieder auf ca. 90 Grad runter gekühlt ist, füllst Du Wasser bis an die Unterkante vom oberen Hahn, rührst gründlich durch, lässt es nachdem das Wasser sich wieder vom Wachs getrennt hat ab. Kannst auch dem Wasser Oxalsäure oder Zitronensäure zugeben, dann wird das Wachs noch etwas heller.

    Trennt sich das Wachs bei den für die Entseuchung empfohlenen 130°C wohl besser vom Dreck, da dünnflüssiger, oder?

    Nein, flüssiger wird das Wachs bei 130 Grad nicht, aber die Bestandteile trennen sich besser, weil die diese hohen Temperatuern nicht vertragen und "verschmurgeln"

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...

  • Hallo,

    ich habe so einen doppelwandigen Wachsklärbehälter.

    Mit dem Wachsablasshahn habe ich so meine Probleme. Dieser Hahn - und der andere auch - sind Kugelhähne. Bei mir verstopft der Wachsablasshahn, weil das das in der Kugel befindliche Wachs fest wird, wenn der Hahn geschlossen ist.

    Ich habe dann den Bogen abgeschraubt und mit einem Draht in dem Wachs gestochert, bis es langsam fließt. Wenn eine bestimmte Menge durchgeflossen ist, ist der Hahn frei.

    Aber das kann es doch nicht sein, oder?

    Fall hier jemand so einen Klärbehälter verwendet:

    Wie macht ihr das? Erhitzen des Kugelhahns mit einer Lötlampe, Einbau eines Klappenventils, oder...?

    Über Vorschläge freue ich mich sehr!

  • ohne praktische Erfahrung:

    man kann die Temperatur am Rohr und Hahn messen- Wärmeleitung in Wachs und Edelstahl braucht Zeit. Wenn es ein Problem wäre, wäre dort auch eine Heizung. Ansonsten kochendes Wasser auf einen umwickelten Lappen/Schwamm kippen, da braucht es keine Flammtemperatur.

  • tribalsun


    das ist leider konstruktionsbedingt bei allen mir bekannten Geräten so. Passiert mir aber nur, wenn das Gerät länger, z.B. über Nacht steht und ich die Temperatur aus Energiespargründen etwas runterfahre. Wenn ich dagegen permanent in kurzen Abständen Wachs ablasse, z.B. beim Mittelwandgießen, bleibt der Hahn durchgängig, das Problem ist also lästig, aber nicht garvierend.


    Rumstochern ist beschwerlich, unbefriedigend und kann in Sauerei ausarten, wenn man nicht schnell genug ist.


    Hilfreich ist:

    Den Ablasshahn einpacken/isolieren, z.B. Handtuch, Alufolie, Mineralwolle, was gerade da ist.

    Wenn man eh schon das Ablassen plant, das Wachs zuvor möglichst gar nicht erst abkühlen lassen, sondern warm halten (80°C+X).


    Vor dem Ablassen kurz testen: kommt nix, kurz und ohne Aufwand stochern. Kommt dann immer noch nix, aufhören und erst mal ein bis zwei Stunden die Temperatur hoch heizen (80-95°C), bis sich der Pfropfen im Hahn auch aufgelöst hat.

    Dann erneut probieren wie oben. In der Regel flutscht es dann.


    Was auch geht, aber umständlich ist, ist das Erwärmen mit einem Heißluftföhn. Könnte wegen der dann punktuell sehr starken Temperaturunterschiede aber belastend für das Material im Umfeld des Ablasshahns sein.

  • Ja, ist genau so.

    Klingt komisch...., ist es aber nicht, wenn es pressiert.

    Wie Hornet schreibt, einen Lappen zur Isolation um den Hahn wickeln und ein bisschen Geduld haben. Wenn es eilt, dann helfen wir auch mit einem (Edelstahl) Draht nach. Hahn abschrauben ist mir zu blöd dafür, dass er früher oder (meistens) später auch von alleine aufgeht.

    Nur nicht so machen wie mein Schatz, die hatte den Hahn offen gelassen, damit sie sieht wann das Wachs flüssig genug ist. Was soll ich sagen, es klingelte an der Tür, das Wachs war vergessen...

    80 Liter Wachs in den 10 Liter Eimer heißt, das Wachs schafft noch weitere drei Meter im Zimmer ohne Eimer. Also lieber warten und ab und an den Hahn mal auf und zu machen.


    Grüße

    Peter

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • was soll das bringen, wenn er 30 Kilo Wachs ablassen will und der Hahn verstopft ist (so verstehe ich seine Frage jedenfalls)?

    Wie sagt man so trefflich "...nach dem Ablassen ist vor dem Ablassen..." - sprich wenn im Kungelhahn nach dem Ablassen Wasserreste drin sind, statt Wachsreste, dann wird der auch nicht fest.


    Wenn Jelle diesen Rat gibt würde ich darauf hören und ausprobieren, die kennt diese Geräte besser als die meisten hier im Forum...

  • Ich würde hier mit einem Heißluftgebläse etwas nachhelfen. Gibt's im Baumarkt ab ca. € 25.-. Man sollte es mit der Hitze aber nicht übertreiben.

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)

  • Hallo zusammen,

    vielen Dank für die vielen Anregungen und Vorschläge.

    Bei der Fa. Fritz habe ich auch angefragt. Eine Lösung hatten die nicht. Ich hatte eigentlich an ein Scheibenventil gedacht. Aber die haben jedoch andere Anschlüsse. Das Wachs ruht bei momentan 85°C. Der erste Schritt war eine Erwärmung des Wachses von 80 auf diese 85°C. Das hat aber nicht gereicht.


    Ein heißer Wasserlappen scheidet auch aus. Es wird mehr Energie benötigt als gedacht. Ich habe den Hahn mal vorsichtig mit einer Lötlampe erwärmt. Das werde ich evtl. bei einem nächsten Mal intensiver durchführen. Alternativ kommt eine Isolierung in Frage. Dann scheidet aber die Lötlampen-/Heißluftföhnvariante aus. Die Isolierung wird übermorgen gebastelt und dann schauen wir mal :-)).

    Das Klären mache ich momentan im Durchlaufverfahren. Also unten Wachs ablassen und oben ungeklärte Blöcke nachlegen.

    Vielen Dank Dirk