Deckeldiskussionen

  • Wenn Du die Gläser nicht sicher zurück bekommst (z. B. bei Verkauf über Einzelhandel und der Händler keine Lust auf Schmuddelgläserrücknahme hat) mußt Du theoretisch für die Entsorgung bezahlen. Das wird wohl auch Stichprobenartig kontrolliert (seitens der Behörden und Deiner Mitbewerber), kostet nicht die Welt ist aber auch nicht umsonst, solltest Du vielleicht auch von Deiner Vermarktung und der Menge abhängig machen. Ich bin bei Landbel das passt bei mir am ehesten. Manche Edeka wollen auch einen Nachweis sehen....

  • Wenn ich die Gläser mit Deckel zurücknehme ist das nach gesundem Menschenverstand (der sich leider nicht immer mit den gesetzlichen Regeln deckt) doch insgesamt eine Mehrwegverpackung, die ich vollständig zurückbekomme. Ich darf nur beim Spülen die Einweg-Deckel dann nicht über den gelben Sack entsorgen, weil ich ja keine Lizenzgebühren dafür bezahle.

    Andererseits verdienen sie beim Wiederverwerten des Metalls mit dem Blechdeckel und beim Glasrecycling vermultlich auch etwas, sodass sie keinen großen Schaden nachweisen könnten, wenn sie dich zum Schadenersatz verpflichten wollen.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Du wirfts Mehrweg und eigenes Rücknahmesystem durcheinander.

    Letzteres darfst Du nicht.


    Aber wer das Chaos bei den Dualen Systemen kennt, ist bei der ganzen Sache eher entspannt...

    Du verwendest die Deckel wieder und gut! Dass da öfter mal einer ausgemustert wird ist ein anderes Thema...8o

  • Verpackungen werden hergestellt, gebraucht und wieder aus dem Verkehr genommen (entsorgt). Ist es da nicht vollkommen egal, wieviel Mehrwegrunden sie dazwischen gemacht haben?

    Ich bezahle für meine Müllgefäße Gebühren. Da sollte doch die Entsorgung der Verpackungen auch mit abgegolten sein, oder?

    Bei Papiertüten hatte ich schon die Version, dass diese Kosten machmal im Kaufpreis enthalten sind und manchmal nicht. Da nicht ausdrücklich darauf hingewiesen wird, gehe ich davon aus, das diese Kosten bei den Deckeln schon im Kaufpreis enthalten sind.

    Der Neid hängt am Stacheldraht in des Imkers Hosentasche!

  • Danke für den ausführlichen Bericht zur Klärung der Sachlage.


    Wenn ich zurückgenommene Gläser und Deckel in entsprechende Gefäße gebe, die teilweise für mich gebührenpflichtig sind, mache ich das gleiche wie große Firmen mit ihren Verpackungen:

    Ich beauftrage jemand anderen mit der Wiederverwertung oder Entsorgung der von mir in Umlauf gebrachten Verpackungen und trage dafür die Kosten. Auch die Kosten und den weiteren Aufwand für die Rücknahme.


    Ansonsten ist entweder das System

    komplett falsch

    oder ich bin zu doof den Unterschied zu erkennen.

    Der Neid hängt am Stacheldraht in des Imkers Hosentasche!

  • Aber wer das Chaos bei den Dualen Systemen kennt, ist bei der ganzen Sache eher entspannt...

    Du verwendest die Deckel wieder und gut! Dass da öfter mal einer ausgemustert wird ist ein anderes Thema...8o

    So sehe ich das auch; bin aber kein Jurist. Ausgemusterte TO-Deckel aus dem Hobby Imkerei gehören dann vermutlich in die Restmülltonne, was wohl nicht ausschließt, dass der Entsorger sie mit Magnet wieder als verwertbaren Schrott herausholt.

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Für die gelbe Tonne bzw. den gelben Sack zahlt man aber keine Gebühren für das Abholen, sondern (Lizenz-)Gebühren an den Betreiber des Systems und darf dafür als "Nachweis" dann den grünen Punkt auf die Verpackung drucken. Die lokalen Entsorger machen das meist nur im Auftrag, dass sie die Abholung usw. organisieren.

    Die Müllgebühren sind bei uns z.B. nur für die Restmülltonne und Biotonne. Gelbe Säcke und Papier ist "gratis", weil schon beim Kauf die Entsorgung mitbezahlt wurde und/oder über den Verkauf der gesammelten Wertstoffe finanziert. Deshalb darf eigentlich nur eine Verpackung, für die bezahlt wurde in dieses System. Selbst ein Becher aus Gold ohne grünen Punkt mit entsprechender Lizenz-Gebühr müsste anderweitig entsorgt werden - auch wenn die Erlöse aus dem Materialverkauf hier sicher die anteiligen Abhol- und Sortierkosten überschreiten.

    Und ja, das System ist krank, wurde mit dem Verwenden großer Gewinne aus der Stromwirtschaft, die dort investiert wurden immer komischer. Das böte hier wieder große Chancen für neue Verschwörungstheorien, mit denen man die Diskussion hier wieder ganz sprengen kann.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Für die gelbe Tonne bzw. den gelben Sack zahlt man aber keine Gebühren für das Abholen, sondern (Lizenz-)Gebühren an den Betreiber des Systems und darf dafür als "Nachweis" dann den grünen Punkt auf die Verpackung drucken. Die lokalen Entsorger machen das meist nur im Auftrag, dass sie die Abholung usw. organisieren.

    Die Müllgebühren sind bei uns z.B. nur für die Restmülltonne und Biotonne. Gelbe Säcke und Papier ist "gratis", weil schon beim Kauf die Entsorgung mitbezahlt wurde und/oder über den Verkauf der gesammelten Wertstoffe finanziert. Deshalb darf eigentlich nur eine Verpackung, für die bezahlt wurde in dieses System. Selbst ein Becher aus Gold ohne grünen Punkt mit entsprechender Lizenz-Gebühr müsste anderweitig entsorgt werden - auch wenn die Erlöse aus dem Materialverkauf hier sicher die anteiligen Abhol- und Sortierkosten überschreiten.

    Und ja, das System ist krank, wurde mit dem Verwenden großer Gewinne aus der Stromwirtschaft, die dort investiert wurden immer komischer. Das böte hier wieder große Chancen für neue Verschwörungstheorien, mit denen man die Diskussion hier wieder ganz sprengen kann.

    Teilweise richtig.

    Für das Papier in der Tonne gibts neuen Schlüssel. Ein Teil, die Nichtverpackungen, geht über die Gebühren. Die Lizensierten Verpackungen werden auf die Dualen Systeme aufgeschlüsselt.

    Und natürlich müsste Dein goldener Becher, wenn er eine lizensierte Verkaufsverpackung ist, auch in den Gelben Sack/Tonne. Ob der Grünne Punkt drauf ist ist Nebensache...


    Jetzt könnnte man das ganze noch viel komplizierter machen und noch weiter ins Detail gehen und jemanden erklären dass er doch doof ist, oder sich einfach nicht zu viel nen Kopp drum machen, Mehrweg draufdrucken, und gut!

  • Solche "Werbeflyer" für DIB-Gläser würde ich nicht gerade als Informationsgrundlage für die Inverkehrbringung von Neutralgläsern hernehmen...

    scheint mir da eine Menge Halbwissen mit drinzustecken...

    Die aktuelle Verpackungsverordnung findet man im www.

    Besonders in § 6 Absatz 10 (aktuelle Fassung) VerpackV findet sich die Auffassung des DIB begründet:

    http://www.gesetze-im-internet.de/verpackv_1998/__6.html


    Man muß also genau unterscheiden zwischen Mehrweg- und Einwegverpackungen. Das gilt übrigens auch für die Umverpackungen, die einzelne Gebinde zusammenfassen, also Tragetaschen, Geschenkeboxen etc. Nur für Einwegverpackungen ist das Duale System/entsprechende Lizenzen bzw. ein gleichwertiges Ersatzrücknahmesystem mit deutlichem Hinweis am Übergabeort des Letztvertreibers verpflichtend.

    Wer dem DIB "Halbwissen" unterstellt, aber der LWG Bayern ggf. mehr vertraut, mag hier nachlesen:

    https://www.lwg.bayern.de/mam/…smuell_in_der_imkerei.pdf


    Es gibt übrigens noch ein ganz anderes Argument gegen die Abgabepflicht: Der geizige Kleinimker füllt nur allzugern in Gläser ab, für die zuvor schon andere Erst-InVerkehrBringer Lizenzen gezahlt haben - vom Wurst- oder Marmeladenkonservenhersteller bis zum industriellen Honigabfüller. Man muß sich nur einmal die Disqualifizierungen bei den Honigprämierungen mancher Landesverbände ansehen, um die Spitze dieses Eisberges zu erahnen oder einfach mit offenen Augen an hobbyimkerlichen Verkaufsständen vorbei gehen oder aber die Verkaufszahlen von Neugläsern mit der Jahresproduktionsmenge von Honig hochrechnend vergleichen.


    Und schließlich für ganz Ängstliche: Wer eine zuverlässige Buchführung vorzuweisen hat, kann ggf. damit die Funktion seines Mehrwegsystems belegen bspw. mit einem Abgleich der produzierten (bzw hochzurechnenden) Honigmenge und dem Einkauf neuer Honiggläser.