Deckeldiskussionen

  • Ja, das sehe ich auch so. Die Plastikdeckel sehen immer sehr billig aus und stören den gerade durch die Einfachheit recht edlen Charakter des Designs. Außerdem werten Twist-off-Deckel das Glas auf. Anders als mit Plastikdeckel kann man es für mehr Zwecke weiterverwenden (wenn man die Gläser nicht zurücknimmt).


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Bei Twist off Deckeln hast du Fremdgerüche ... im Honig!


    Woher sollen die kommen?
    Klar ist, diese Deckel sind oft darauf ausgelegt, nur dann luftdicht zu sein, wenn sie maschinell aufgeschraubt werden und dabei im Glasinnern ein Teilvakkum entsteht, so dass der Deckel sich von selbst richtig fest zuzieht und so auch bleibt bis zur 1. Öffnung.
    Bei Handverschraubung sind die Deckel also nicht 100% dicht. Also undenkbar sind nach längerer Einwirkzeit Fremdgerüche wohl wirklich nicht.


    Aber nach meiner Erfahrung sind TO-Deckel von denen, die per Hand aufgeschraubt werden, die mit Abstand dichtesten Deckel und es braucht sicher viel und länger Gestank, damit bei einem normal, also recht gut sitzenden TO-Deckel so viel Luftaustausch stattgefunden hat, dass das auch auf den Honig über geht!


    Und gerade die Plastikdeckel sind schon konstruktionsbedingt viel undichter, haben keine Dichtmasse die sich an die unterschiedlichen Glasgewinde anpassen könnte und noch schlimmer, sie verformen sich sehr leicht schon beim Aufschrauben und sind dann nicht mehr richtig rund, sprich noch undichter also sowieso schon.


    Ob das mit den Rückständen in der Masse relevant ist, oder ob da irgendwelche Sondereffekte mitgespielt haben, würde mich aber auch interessieren.


    Gruß
    hornet

    Ja, spinn' i oder bien i?

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  • Hallo Hornet,


    hast du den von Kruppi verlinkten Text gelesen? Dort steht:


    2.3.11 Honig: [...] In einer weiteren Probe wurde der Rückstand Semicarbazit mit einem Gehalt von 0,73µg/kg gefunden. Die Ermittlungen ergaben, dass die Kontaminante voraussichtlich über den Verschlussdeckel in den Honig gelangt ist. Semicarbazid kann bei der Herstellung von Deckeldichtungen (so genannte Twist-off-Deckel) für vakuumdicht verschlossene glasverpackte Lebensmittel entstehen.

    Also geht es um Stoffe, die aus der Deckel-Dichtung in den Honig gelange, nicht um Stoffe, die von außen in das Glas eindringen.


    Aber "Fremdgeruch" würde ich das widerum auch nicht nennen.


    Gruß
    Ludger

  • Hallo Hornet,
    hast du den von Kruppi verlinkten Text gelesen? Dort steht:


    ja, und gerade WEIL dort NUR steht

    Zitat

    "...In einer weiteren Probe wurde der Rückstand Semicarbazit ... gefunden...."


    habe ich geschrieben


    Zitat

    "Ob das mit den Rückständen in der Masse relevant ist, oder ob da irgendwelche Sondereffekte mitgespielt haben, würde mich aber auch interessieren."


    Dass hier zwei Dinge, Gerüche von außen und Gift vom Deckel selbst angesprochen wurden, habe ich also durchaus nicht überlesen!

  • Ich hab es neulich schon mal geschrieben, auf dem Honigkurs vom DIB (vor 2 Monaten) hat unser Referent behauptet, er würde das riechen, wenn er ein Twist off Glas aufschraubt, den Weichmacher aus dem Dichtungsring, nicht irgendwas von außen.
    Bei der Stiftung Warentest wurden auch Rückstände in Honigen mit/durch Twist off Deckel festgestellt, hab ich neulich irgendwo gelesen, hab jetzt leider nicht den Link dazu, sondern den erst besten gegoogelt und hier eigestellt, um vor den Nachteilen solcher zweifellos schicken Gläser zu warnen.

  • Hallo Hornet,

    ja, und gerade WEIL dort NUR steht
    habe ich geschrieben
    Dass hier zwei Dinge, Gerüche von außen und Gift vom Deckel selbst angesprochen wurden, habe ich also durchaus nicht überlesen!


    Sorry, den von dir intendierten Bezug habe ich so nicht hergestellt. Am einfachsten für andere wäre es, wenn du zitierst worauf du dich genau beziehst.


    Auf der inhaltlichen Seite, habe ich die Sorge, dass wenn schon bei wenigen Proben dieses Problem auftritt, wird es sich nicht um einen Einzelfall handeln. Schade, dass dem nicht näher nachgegangen wurde.


    Gruß
    Ludger

  • Tachchen


    Also im Schweizer Imkerfachhandel habe ich noch nie diese Plastikdeckel ala DIB bzw. die Kopien davon gesehen. Hier gibts eigentlich nur Twist-Off-Deckel. Auch im Einzelhandel sieht man die Plastikdeckel nicht, zumindest fällt mir grad nix ein. Einige frz. Honige werden in Plastikdosen inkl. entsprechendem DEckel verkauft, aber die restlichen ca. 98% im TO-Glas.


    Grüsse, Robert

  • Ich hab es neulich schon mal geschrieben, auf dem Honigkurs vom DIB (vor 2 Monaten) hat unser Referent behauptet, er würde das riechen, wenn er ein Twist off Glas aufschraubt, den Weichmacher aus dem Dichtungsring....


    das halte ich persönlich für einen ausgemachten Blödsinn, so etwas zu behaupten.
    Im übrigen kommt der Honig - egal wie das Glas oben verschlossen wird - IMMER mit einem Kunststoff in Verbindung. Entweder mit dem TO-Deckel innen, der Einlege-Papp-Folie beim DIB-Glas oder den Deckeln aus Voll-Kunststoff. Es stimmt allerdings auch, dass diese Kunststoffes sich unterscheiden. Ich kenne aber keine, der neutral ist bzw. keine 'Stoffe' abgibt. Im übrigen haben alle Deckel das Lebensmittelzeichen.




    Bei der Stiftung Warentest wurden auch Rückstände in Honigen mit/durch Twist off Deckel festgestellt, hab ich neulich irgendwo gelesen, hab jetzt leider nicht den Link dazu, sondern den erst besten gegoogelt und hier eigestellt, um vor den Nachteilen solcher zweifellos schicken Gläser zu warnen.


    diese Problematik gibt es schon seit der Einführung der TO-Deckel und deren aufgeschäumten Dichtungen.
    Die Höhe der Weichmacher, denn um diese geht es, wurden nach und nach reduziert.
    Nach meinem Wissenstand, gibt es bereits Deckel die ohne diese Weichmacher auskommen.
    Ich meine, kann diese aber nicht schriftlich belegen, dass z.B. die Bio-Molkerei Scheitz, Deckel ohne Weichmacher teilweise bei ihren Produkten einsetzt. Dort sind die Dichtungen dann blau.
    Der Einsatz von Weichmachern in den Dichtungen hängt produktionstechnisch mit dem Füllgut zusammen und wie es abgefüllt wird. z.B. kalt/warm/heiß oder fest bis flüssig. I.d.R. werden alle TO-Deckel mit Vakuum verschlossen - außer jenen die per Hand ihre Deckel verschließen. Das sind i.d.R. alle Imker die derartige Deckel einsetzten. In diesem Fall muß der Dichtungsenblage weich sein (Weichmacher) damit der Deckel sich in den Glasrand eindrücken kann und dort auch die 'Stellung' hält.


    Kruppi@, es wäre gut wenn Du hier noch etwas an konkreten Infos nachschieben könntest, damit wir hier im altuellen Sachstand weiterkommen.


    Jonas


  • Im übrigen kommt der Honig - egal wie das Glas oben verschlossen wird - IMMER mit einem Kunststoff in Verbindung.


    Aber meist nicht direkt. Wegen der Füllhöhe fehlt ein direkter Kontakt, zumindest wenn der Honig nicht flüssig ist.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Die Deckel mit der blauen Dichtung heißen Blue-Seal TO Deckel, es gibt sie zB bei CapCro.
    Dort steht, dass diese Deckel beim Aufsetzen warm sein müssen (60-80°C), damit die Dichtung beim Zuschrauben genug nachgibt. Es wird erklärt, dass diese Deckeldichtungen keine Weichmacher enthalten, was vor allem bei ölhaltigen Inhalten zum Tragen kommt. Daraus schließe ich im Umkehrschluss, dass fettfreier Honig, der nicht mit den Dichtungen in Kontakt kommt, nicht wirklich von der Problematik betroffen ist.


    Vielleicht fehlt bei Beschnupperungen von Honig in TO-Gläsern die leichte Pappe-Note? :cool:


    Benutzte TO-Deckel halten allerdings wirklich den Duft des letzten Inhalts besonders lang. Daher lagere ich alte, aber auch neue TO-Deckel immer luftig vom Glas abgeschraubt, so dass rechtzeitig ausduften kann, was davondiffundieren möchte.


    Viele Grüße
    Kikibee

    With lots of room for improvement.

  • Die Gerüche der Twistoff Deckel kann ich auch bestätigen. Mehrmals habe ich von gleichen Chargen teilweise in Neutral und teilweise in TO abgefüllt. Im Neutralglas mit Plastedeckel war gerüchetechnisch alles i.o. und bei den TO teilweise unangenehme Duftnoten. In letzter Zeit wurden diese weniger. Ob dies an verbesserten Deckeln liegt oder am geringeren Neuzukauf (verwende TO auch mehrmals) sei mal dahin gestellt.