durchwachsene silphie - Zustand Aktuell

  • bei allem Verständnis, das sieht schon kurios aus, müssten die Samen nicht ein wenig unter die Erde?


    Klares Ja! Dann klappt es auch mit der Feuchtigkeit besser. Streu einfach noch einen Finger dick Anzuchterde drüber. Die keimen auch ohne Kälte, aber wenn Du sie jetzt noch nach draußen stellst (gegen Vögel sichern!) ist es auch gut. Das sind ziemlich robuste Pflanzen.


    Viel Erfolg!
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Mensch, hier wird einem ja wirklich geholfen... :daumen:


    Ich war mir nicht sicher, ob die Silphie ein Lichtkeimer ist. Daher habe ich die Samen auf die noch lockere Erde gestreut und lediglich ein wenig eingeschüttelt. Selbstverständlich nehme ich euren Tipp gern an und werde morgen noch ein wenig Erde drüber streuen!


    Frost bekommen haben die auf jeden Fall: Ich habe sie (genau wie Bienenbaum-Samen) den kompletten Januar und Februar in meiner unbeheizten Werkstatt gelagert. Dort hatte der Leimwassereimer für fast zwei Wochen eine dicke Eisschicht.


    Liebe Grüße und schönen Feierabend
    DOMMY

  • Hallo,
    und bei jungen Silphiepflanzen sollte man ein Auge auf die Schnecken halten (bei wärmerem Wetter), meine wurden letztes Jahr arg zerfressen. Manchmal treibt auch mal eine Pflanze nach dem Winter einfach nicht wieder aus.


    Grüße
    Quirin

  • Hallo,
    und bei jungen Silphiepflanzen sollte man ein Auge auf die Schnecken halten (bei wärmerem Wetter)


    Hallo,
    warum wärmerem Wetter? Weißt du bei welchen Temperaturen die Schnecken schon unterwegs sind? Deine Augen werden Augen machen


    LG Salsero, der Schneckenschneidenrückenschmerzen hat, obwohl im Schatten noch Schnee liegt!

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Marcus Göbel : Wohlbemerkt, Du zeigst 1-jährige Pflanzen aus dem letzten Frühjahr, die ihren ersten Winter im Wintergarten verbracht haben, demnächst ausgepflanzt werden, und dann im Herbst bei ungefähr 1m Höhe erstmal mit zwei oder drei Stengeln in Blüte gehen, wenn sie bis dahin vor Unkräutern geschützt bleiben.
    Oder täusche ich mich?
    Mit Imkergruß Ralf, der jetzt auch erstmal Silphie aussähen geht....

  • Hat von euch jemand Erfahrung mit der Anzucht im Freiland? Wie eng können die im ersten Jahr stehen?


    Kannst Du so eng pflanzen wie Feldsalat, ich würde ihnen aber etwas mehr Platz gönnen, damit die Wurzeln sich noch trennen lassen, aber nicht mehr, das Boden frei bleibt (wegen des Unkrauts). Oder noch besser in Multitopfplatten pikieren, dann gibt es überhaupt keine Probleme und die nötige Fläche bleibt auch überschaubar. In die 50x30x5'er gehen 51 stück je Platte mit 5cm Durchmesser. Vielleicht nimmst Du besser die 6cm, dann hast Du etwas größere Ballen und die Pflanzen tun sich leichter mit dem Anwachsen.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich würde sie auch nicht in ein Beet pflanzen. Sie wurzeln schnell ziemlich tief und dann musst du sie tief ausgraben oder die schöne Wurzel abstechen. Besser sind die von Ralf empfohlenen Multitopfplatten.
    Wegen der Größe kommt es darauf an, welche Zeit und Zuchtbedingungen du vorgesehen hast. Wichtig ist, dass die Teile beim Pikieren tief genug sind, um die lange Hauptwurzel ordentlich reinzubekommen. Sie versuchen allerdings in jedem Topf irgendwann nach unten rauszuwachsen und dann kriegst du sie da nicht mehr raus, wenn es dort Löcher zum Durchwurzeln gibt.
    Wenn du einen schönen Tisch in der Gärtnerei hast, den du regelmäßig mit Wasser und Dünger fluten kannst, reicht auch 1,5cm Durchmesser. Wenn du die Pflanzen länger drin haben willst oder nur ein bis zweimal täglich gießen willst, ist 5-6cm Durchmesser empfehlenswert. Meine Erfahrung ist auch, dass die Pflanzen aus den größeren Gefäßen beim Auspflanzen ins Feld weniger empfindlich waren, was die Wasserversorgung in den ersten Tagen angeht.
    Falls du vorhast (halb)maschinell zu pflanzen, solltest du die Ballengröße der Pflanzgefäße darauf abstimmen. Falls du sie verschicken willst, solltest du das mit einplanen.


    Es standen hier über 2500 auf einem Pflasterboden in Multitopfplatten im Freiland. Aus praktischen Gründen mussten dabei Durchgänge frei bleiben und so standen da immer Inseln mit 8-16 Paletten in Zweierreihen zusammen, um von einer Seite gut zum Gießen hinzukommen.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Zitat

    Ich würde sie auch nicht in ein Beet pflanzen.


    Ich würde sie überhaupt nimmer wieder pflanzen und verstehe den ganzen "Hype" um diese Pflanze nicht. Zumindest nicht aus imkerlicher Sicht.
    Da gibt es wesentlich bessere Trachtpflanzen. Z.B. habe ich die Silphie neben einer Hecke von Schneebeeren.
    In den Schneebeeren wuseln die Bienen immer herum, sogar bei leichtem Regen.
    Bei der Silphie bin ich am überlegen wie ich die wieder los werde. Da wo sie steht ist alles knochenhart vor Wurzelwerk. Die zu roden macht keinen Spaß...
    Allerdings sind die Blattachseln eine gute Tränke für die Bienen. Da steht fast immer Wasser drinnen....
    Wenigstens etwas :-)


    Beste Grüße
    Hartmut

  • Die Einwände sind natürlich berechtigt. Zum einen gibt es sicher attraktivere Trachtpflanzen (die einzelnen Studien sind allerdings sehr unterschiedlich in den Ergebnissen) und zum anderen angenehmere Pflanzen für den Hausgarten.
    Während der extremen Trockenperiode in unserer Gegend erschien es mir zeitweilig die einzige nennenswerte Blüte auf nicht bewässerten Flächen zu sein, was als Zubrot und Pollenquelle vielleicht was gebracht hat. Zumindest waren bei meinen beobachteten Versuchsfeldern immer Bienen drin.


    Ich sehe es -wenn überhaupt- am ehesten als halbwegs pflegeleichte Ackerpflanze (nach der Etablierung) zur Gewinnung von Biomasse. Die Alternativen dazu sind sonst einjährig, invasiv, bedürfen mehr Pflege, haben weniger Ertrag je Fläche..., aber immer Vorzüge in manchen Punkten aber eben auch immer irgendwelche anderen Nachteile. Es fehlt mir aber die Erfahrung in der Landwirtschaft, um das beurteilen zu können.


    Die Pflanzungen, an denen ich beteiligt war, sind deshalb vor allem Versuchsfelder in Kooperation mit Landwirten, die damit Biomasse gewinnen wollen und dazu auf einem kleineren Feld verschiedene Alternativen zum Mais probieren. Ich habe mir dann als neugieriger Naturwissenschaftler eben auch noch welche angepflanzt, die ich zu Fuß beobachten kann.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Danke euch allen für die Informationen, ihr seit echt super. An das tiefe Wurzeln hatte ich nicht im geringsten gedacht. Da nehme ich dann doch lieber die Multitopfplatten, macht mehr Sinn. Soll auf landwirtschaftliche Fläche. Der Beflug war letztes Jahr doch recht gut bei den wenigen die ich stehen habe.


    MfG Frank