Ameisensäure verdampfen (hitze) oder eher Vernebeln (ohne hitze) ?

  • Hallo Kollegen,


    ich bin kein Imker jedoch beschäftige ich mich mit der Bekämpfung der Varroa.


    Ich baue gerade ein System auf wobei Ameisensäure konstant verabreicht wird.


    Nun zur Frage :


    Kann ich die Ameisensäure vernebeln (sehr fein das es in der Luft auflösst) oder sollte ich zusätzlich den erzeugten Nebel noch erhitzen so dass eine Verdampfung stattfindet ?


    Danke vorab für eure Infos.

  • Also rein von der Chemie her betrachtet würde ich sie kontrolliert verdunsten. Bei Verdampfen hätte ich Bedenken im Handling der Apparatur und der heißen Säure und beim Vernebeln sehe ich Probleme in Ablagerung der Tröpfchen an den Oberflächen von Wabe und Beute.
    Die andere Frage ist dann immer noch, ob Bienen auch heiße Säuredämpfe vertragen oder die Stocktemperatur für die mögliche Säuredampfkonzetration in der Luft nicht eine größere Rolle spielt als die Temperatur an der Stelle, wo man den Dampf in die Luft bringt.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Ameisensäure verdunstet bei sommerlichen Temperaturen ausreichend schnell, auch wenn sie nicht vernebelt ist. Das Erhitzen ist deswegen sicher überflüssig.
    Was ich mich bei dem genannten Verfahren aber frage ist, ob es denn Bienen bekommt. Die Varroaen zu töten ist ein Leichtes. Ein Verfahren, das dabei den Bienen nicht schadet, deutlich schwieriger. Da habe ich große Bedenken. Insofern hat der Hinweis, dass Du kein Imker bist, eine gewisse Pikanterie.
    Außerdem: Warum vernebeln? Wenn es nur um die optimale Verteilung im Stock ginge, könnte man auch Milchsäure anwenden. Für die entscheidende Dauerwirkung (auf die in der Brut verdeckelten Varroen) wird das Vernebeln ohne Bedeutung sein. Die Belastung für die Bienen wird durch das Verfahren dagegen erheblich steigen. Aus guten Grund wird bei der Schwammtuchmethode empfohlen, die AS zu kühlen.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo!


    Die Frage, vernebeln oder verdampfen stellt sich nicht so richtig, denn die Verdampfungsmengen sind sehr gering, z.B. bei zweizargigen Zanderbeuten etwa 30 ml/24 Stunden. Da gelangt kein heißer Dampf zu den Bienen, auch wenn mit Wärme unterstützt die Verdunstung gefördert wird.


    Aus bisheriger Erfahrung kann gesagt werden, dass bei mittleren Außentemperaturen die AS am besten wirkt.


    Es stellt sich daher die Grundsatzfrage, ist es ausreichend, dass bei zu hohen oder zu niedrigen Außentemperatruen die Verdunstungsmenge konstant gehalten wird, oder sind noch andere Parameter, wie z.B. Luftfeuchtigkeit zu berücksichtigen.


    MfG
    Honigmaul

  • Lieber Digitalbeecare,


    besser Du informierst Dich erst einmal über die Grundlagen der AS-Behandlung, bevor Du über Gerätschaften nachdenkst. Es gibt nur einen sehr engen Temperatur- und Luftfeuchtebereich, in dem AS ausreichend schädigend auf Milben und hinreichend schonend auf Bienen wirken kann. Manche haben gute Gründe anzunehmen, daß es dieses Gleichgewicht gar nicht gibt und immer Schäden an den Bienen bzw. sogar eine Reinvasion von Innen (-> suche im Forum!) in Bezug auf die Milben bewirkt wird.
    Auch ändern sich periodisch die Auffassungen dazu, ob es besser sei, die AS-Konzentration im Stock sanft ansteigen zu lassen (DAS Argument für Nassenheider bzw. Liebig-Dispenser) oder handgranatenmäßig mit einem schnell erreichten hohen Anfangspeak die AS verdunsten soll. Obwohl ich die Studie für tendenziös halte - nur als Beispiel:
    http://www.vbio.ruhr-uni-bochum.de/downloads/beinert.pdf
    und die Diskussion dazu bspw. hier:
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=39243
    Da Du aber schon über technische Lösungen nachgedacht hast: Imker sind in überwiegender Mehrheit tendenziell unterfinanziert. Einfache, schnell handhabbare, platzsparende und zuverlässige Lösungen sind da begehrt.


    Bitte - Gottfried

  • Vernebeln in sehr kleinen Dosen könnte funktionieren, so eine Art Pari-Boy, der 24x am Tag für 30 Sekunden in eine leere Zarge sprüht (auf ein Bienendichtes Gitter aufgesetzt, die Dosis so berechnet, daß nach 2 Wochen ca. 200ml versprüht wurden). Erhitzen wäre unnötig. Der Vorteil wäre die Wetterunabhängigkeit. Der Nachteil wären die Kosten für so ein Gerät: http://www.amazon.de/Pari-Boy-…sger%C3%A4t/dp/B000KGHMPU und die Strom- Abhängigkeit. Wenn es eine gute Idee wäre, würden einige schon den Pari-Boy und eine Zeitschaltuhr einsetzen, du erfindest also eigentlich nichts neues, nur dessen Vermarktung.
    Aber es gibt ja auch Hobby- Imker, die für ihre 10 Völker eine Motorschleuder, eine Wabenpresswalze, einen 1500,- Rührkübel und dann noch eine Abfüllanlage mit Drehtisch anschaffen, genauso wie es Hobby- Fotografen gibt, die ähnliche Summen in ihre Fotoausrüstung stecken...
    Von daher, viel Erfolg!

  • Ich tüftle ja selbst auch gern. Ich habe verständnis für solche Projekte. Aber ich tüftle an Dingen, die so oder so zu meinen Interessengebieten gehören. Ich sehe es in diesem Fall aber genau wie der BaarImker.
    Denn:
    Wenn man für einen Fachbereich, mit dem man sich selbst vorzugsweise gar nicht befasst, etwas entwickeln will, sollte man sich vorher entweder mit der Gesamtthematik praktisch befassen oder sich Leute aus eben diesem Fachbereich dazu holen, die etwas mehr als nur einen Mindesterfahrungsschatz auf dem Gebiet haben. Es ist noch gar nicht so lang her, da hat hier auch jemand ein "revolutionäres" Gerät vorgestellt, was zwar prinzipiell gut gemeint war, aber auch nach mehr als einem Jahr seine praktische Existenzberechtigung noch nicht dauerhaft hat nachweisen können.


    Auch nicht anlässlich extra dazu organisierter Vorführungen mit Imkern, die ernsthaftes Interesse hatten. man nur spärliche Resonanz von den Teilnehmern erhalten. Vllt. hat man sie auch zur Verschwiegenheit verpflichtet, wer weis... Jetzt muss der Entwickler scheinbar Klinken putzen gehen, um dieses Gerät doch noch irgendwo unterbringen (verkaufen) zu können...


    Gruß Andreas

  • Es wäre schon schön eine Apparatur zu haben, welche eine genaue und ordentliche Verdampfung von Ameisensäure zulässt.
    Vielleicht anhand von Wetterbedingung und Stocktemperatur...am besten günstig :cool:


    PC Lüfter in kleiner Box, welche sich automatisch schliessen kann, Wetterstation zum messen und Taschencomputer der programmiert wird...viel Spass beim testen


    Zusätzlich oder alternativ die Konzentration der Ameisensäure in der Stockluft messen, speziell im Wabenbereich, wobei ich mir das aufwendiger bzw kostenintensiver Vorstelle.



    Thema ist nur die minimal notwendige Ameisensäure freisetzten lassen welche wirksam ist und das konstant über den Behandlungszeitraum...



    Die Ameisensäure verdampft bei gewissen Temparaturen diese muss reguliert werden und die Verteilung im Stockraum variert je nach Außenbedingungen.

  • Gibt's doch schon.
    Nennt sich "Nassenheider professional".


    Was du da beschreibst ist doch viel zu aufwändig und damit teuer. Ausserdem anfällig für Fehler technischer Art und noch mehr benutzerverursachte.

    Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel.

  • ... und entspräche auch nicht der Standardzulassung für AS.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)


  • und noch was, dass die Bienen nicht fächeln läßt, damit ja die Dämpfe nicht aus dem Stock gefächelt werden:roll:


    Viele Grüße aus der Westlausitz

  • Der Nassenheider professional ist einfach und wirksam...wenn die äußeren Temeparaturen stimmen und die notwendige Menge Ameisensäure im Bezug zum Bienenbesatz und der Größe der Bienenkiste proportional verwendet wird, alles im Rahmen und gut.


    Eine Wissenschaft für sich und "ich" bin kein Freund von Ameisensäure...wenn eine kostengünstige und nutzbringende Inovation entdeckt/erfunden wird, immer gerne.



    Als gelernter IT lehne ich nicht grundsätzlich die Technik ab, nur deren Missbrauch...gute Ideen werden aus der Not entwickelt und es ist höchste Zeit:daumen:

  • Hallo Kollegen,


    ich bin kein Imker jedoch beschäftige ich mich mit der Bekämpfung der Varroa.
    ...


    Hallo,
    es ist sicher gut gemeint. Aber lass es , wer die Biene nicht versteht wird auch keinen Erfolg gegen die Varroa verbuchen können.
    Gruß Finvara


    Ps.: Ein konstantes verabreichen der AS würde zB. eine Honigernte ausschließen.
    Ansonsten giebt es das bereits , ... den Nasseheider Verdunster. ( Einfach, praktisch, gut.)

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.