Etiketten ablösen mit Chemie ?

  • Update:
    Gestern habe ich nun das empfohlene "Reinigungs Benzin" gekauft und über Nacht ein Glas eingeweicht. Gleichzeitig noch ein zweites Glas auf dem sogar 2 festgebackene Etiketten waren (1x Original und 1x meins) in etwas Sonnenblumenöl gelegt und nur darin ein paar Runden gedreht.
    Ergebnis:
    Das Etikett im Waschbenzin hat sich nicht alleine abgelöst, konnte aber leichter als bei allen anderen Mitteln einfach vom Glas gekratzt werden. Kleberreste konnten mit der Hand unter fließendem Wasser restlos abgerubbelt werden. Der Rest Benzin war klar und konnte in die Flasche zurück. Die Küche roch allerdings leicht nach Tankstelle ...


    Die Etiketten im Sonnenblumenöl (beide, auch die Seite, die nur benetzt wurde) haben sich recht gut abkratzen lassen, ähnlich gut wie bei Spiritus und bei Isopropanol. Was mir beim Öl aber am besten gefällt ist:
    - es ist auf jeden Fall Lebensmittelecht
    - es riecht nicht unangenehm
    - es ist Hautverträglich, Einmalhandschuhe überflüssig
    - man bekommt mit einen Papiertuch auch Kleberreste abgerubbelt und braucht nicht noch mit anderen Mitteln nacharbeiten
    - es ist sogar preislich günstiger als jedes andere Mittel (außer Spülwasser natürlich, aber ich rede hier nicht von Etiketten, die durch einweichen in solches abgehen würden, nicht mal wenn man sie darin 3 Tage lassen würde - auch schon probiert...)


    Also erst mal herzlichen Dank an Amape für den Vorschlag Salatöl zu nehmen!
    Wie es scheint reicht es damit vorzubehandeln, also aufpinseln, einen Tag warten, dann abkratzen und Kleber nochmal mit Öl wegrubbeln und dann nur noch ein Waschgang per Hand oder Maschine.


    Hallo Remstalimker, hallo Clemens,
    es geht mir zum einen darum grundsätzlich eine gute Lösung zu finden (für uns Imker), für mich dabei natürlich auch um die 3600 (3x 1200 - hab nochmal nachgerechnet...) eigenen Etiketten und zum anderen aber auch um die industriellen Gläser meiner Kunden aus dem Rücklauf. Da gibt es einige, die der Umwelt zu liebe alle Honiggläser sammeln und bei mir abgeben. Die waren dann größtenteils leider auch schon im Geschirrspüler. Ich erkläre jedem, das ich zwar auch schon gaaanz viele neue Gläser für die kommende Saison gekauft habe, mich aber selbstverständlich trotzdem immer über alte Honiggläser freue und nach Möglichkeit wieder verwende, und das tue ich dann auch.

  • Nachdem ich auch wiederverwendbare Honiggläser annehme, die nicht von mir beklebt wurden oder bereits gespült sind, habe ich auf Kleber und Spülvorgang nicht immer Einfluss. Gerade die Reste von extra Gewährverschlüssen sind dabei manchmal schlecht ablösbar.


    Danke für die Veröffentlichung deiner Versuchsergebnisse. Ich mache das immer so:
    Wenn die Gläser geruchsneutral sind (öffnen und riechen), das Etikett mit halbwegs vertretbarem Aufwand (Trocken, Einweichen in Wasser mit Spüli, einfaches "Abkratzen" mit einem Schaber/Spülschwamm) spurlos entfernbar ist, werden eventuell kleine Bereiche mit nicht wasserlöslichem Kleberrest außen mit einem Küchenkrepp und einem Topfen Öl oder Waschbenzin drauf abgeputzt, ehe das Glas noch eine Runde in meiner Spülmaschine mitfahren darf. Alles andere kommt in den Container. Bei weniger als 40ct je Glas mit Deckel will ich da nicht ewig rumtun und in Lösungsmittel einlegen oder innen damit Putzen widerspricht meiner Vorstellung von Lebensmittel geeignet. Eine extra Schüssel mit Öl zum Einlegen dafür aufheben und immer wieder nehmen, will ich auch nicht.
    Da man ja auch neue Gläser spülen muss, ist der Mehraufwand überschaubar. Selbst ein Tropfen Benzin, der dann schnell verdunstet für mehrere Gläser mit kleinen Kleberresten, die sonst in den Glascontainer kommen würden, ist sicher auch in der Ökobilanz besser und wird so auch kaum den Honig später belasten. Meist nehme ich aber sowieso Salat-Öl, weil das in der Küche steht.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

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  • Ehrlich, ich kann gar nicht glauben, dass das alles hier wirklich geschrieben und sogar gemacht wird!
    Hoffentlich lesen hier keine Kunden mit!


    Benzin? Im gleichen Satz mit Honig?!?
    Und dann sogar am gleichen Glas?


    Was bitte hat Benzin auch nur ansatzweise in der Nähe von Honig oder Honigbehältnissen zu schaffen?


    Ganz abgesehen davon, wie giftig das Zeug auch für den ist, der sich damit zu schaffen macht, weil er zwangsläufig beim Hantieren damit die Dämpfe einatmet und womöglich auch mit der Haut damit in Berührung kommt?


    Und dann wäre ja noch die "Umweltfreundlichkeit" solcher Stoffe...aber wie einer schon schrieb, offenbar gilt wirklich BIO != Umweltfreundlich... :-(


    Hoffentlich bekomme ich niemals solche Gläser zurück, ich glaube, ab heute werde ich alle Rückläufer, die nicht von mir sind, nur noch zum Weiterverkauf sammeln oder gleich im Glascontainer entsorgen.


    Hier mal die Eigenschaften von Testbenzin = Waschbenzin

  • Ich finde das auch ganz grausig, hier zu lesen, was so alles mit den Gläsern veranstaltet wird. Dabei habe ich mich die ganze Zeit zurückgehalten!


    In irgendwelche Chemikalien die Gläser einlegen, bzw. die Etiketten abzulösen würde mir nicht in den Sinn kommen. Einmal wegen der angesprochenen "Umweltfreundlichkeit" bei der Bearbeitung. Außerdem will ich dann ja wieder Honig in Gläser füllen.


    Im Forum wird über Ausdünstungen von Deckeln diskutiert, über Bio-Verträglichkeit von Beutenanstrichen, Lebensmittelechtheit von Honigeimern, Einsatz von PSM usw. Und dann behandeln wir die Honiggläser mit Benzin, Spiritus, Öl und was nicht alles? :roll: Da läuft doch was schief! Der Einsatz von Chemikalien steht hier auch in keinem Verhältnis zum Nutzen.


    Ich weiche die Gläser in warmem Wasser ein. Damit gehen die meisten Etiketten ab, manchmal ist etwas kratzen nötig, o.k. Wo das nicht hilft, geht's in den Glascontainer.


    Viele Grüße
    Michael

  • Hallo Imkers,


    ich gebe meinen Kunden einen Zettel zum Honig mit:


    Lieber Honigkunde,


    bitte geben Sie die leeren Honiggläser nicht mit dem Etikett in die Spülmaschine.
    Das Etikett wird in der Maschine nicht vollständig entfernt und die Reste lassen sich
    dann nur sehr mühsam entfernen. Kurz in warmes Wasser eingeweicht lassen sie
    sich ganz leicht entfernen und danach in die Spülmaschine.
    Gerne können Sie die Gläser auch ungespült zurückgeben.
    Besten Dank


    Gruß Bino

  • Und dann behandeln wir die Honiggläser mit Benzin, Spiritus, Öl und was nicht alles?


    Genau darum ist es doch gut hier einmal darüber zu schreiben! Eben weil das Reinigen der Gläser von außen mit Spiritus oder sogar Benzin zwar möglich ist, aber wie sich heraus gestellt hat gar nicht nötig! Ich habe bis jetzt immer ein Becken voll Gläser und Deckel lange in Spülwasser weichen lassen, dann geschrubbt, trocknen lassen, danach wo nötig Kleberreste mit Küchenrolle und Brennspiritus mühselig abgeputzt und dann nochmal abgewaschen... Jetzt weiß ich, und jeder der hier liest und es mal ausprobiert:
    Mit Speiseöl vorbehandeln und auch putzen macht alles viel leichter und andere Lösungsmittel überflüssig! Danach in den Spüli und alles ist perfekt.

  • Mit Speiseöl vorbehandeln und auch putzen macht alles viel leichter und andere Lösungsmittel überflüssig! Danach in den Spüli und alles ist perfekt.


    Hab ich vorhin mal ausprobiert: Auf dem Metalldeckel geht es super mit wenig Öl und nem Küchenpapier. Auf dem Glas ging die Kombi Öl mit Ceranfeldschaber und Kleinstreste mit Küchenpapier super.
    Danach kurz abgewaschen mit Spüli und gut.
    Später laufen die eh alle noch kurz vorm Befüllen durch den Geschirrspüler.
    Will die nur schon soweit schier haben, dass dann keine große Arbeit mehr anfällt. Deswegen werden die Rückläufer immer gleich fertig gemacht. Ist bei ein paar Gläsern ja nicht der große Aufwand. Hat man alle auf Mal zu reinigen, vergeht einem bestimmt schnell die Lust :cool:

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • :eek: Leute, ich krieg die Krise, wenn ich das hier lese!


    Ich habe inzwischen meinen Kunden angeboten, mir die Gläser ungespült zurück zugeben, was nach anfänglichem Zögern (Hausfrauenehre! ) zunehmend angenommen wird. Und das hat noch den Vorteil, dass ich sehe, dass tatsächlich nicht Marmelade oder sonstwas darinnen war...


    Beste Grüße
    Jule


    Hallo Jule, genau dies der Weg! - Auf meinem eigenen Etikett steht: (geklaute Text) "Imker nimmt Glas mit Etikett ungespült kostenlos zurück". So weiß ich 1. Es ist mein Glas und 2. Es war zwischenzeitlich keine Chmie im Glas und 3. kann ich meine Avery-Zweckform-Etiketten wieder abziehen. Leider packen die Leute die Gläser trotzdem in die Spülmaschine und ich kann mich dann mit gut haftenden Etiketten abmühen und trotzdem werden sie natürlich alle nochmal gepült und luftgertocknet, kein Staub, keine Fusseln, aber unnötige Arbeit, die bei einem Rentner ja nichts kostet. Jedoch ein ruhiges Gewissen sparsamer Umgang mit Rohstoffen.
    Wolfgang

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Hallo Wolfgang,


    danke für luftgetrocknet.


    Und sogar Salatöl am Honigglas, auch wenn es nur außen angewandt wird, ruft bei mir Gänsehaut hervor. Beim Spülvorgang kommt das zwangsweise nach innen. Ihr seit sicher, daß die Spülmaschine das alles schafft? Bei meinem Gewerbespüler hätte ich keine Bedenken, aber ein Haushaltsspüler?


    Ich wasche per Hand, unter fließend Wasser ausspülen und wie Wolfgang schrieb: Luftgetrocknet.


    Wer betreibt seine Spülmaschine ohne Klarspüler? Ich will den Mist nicht im Honigglas haben.



    Gruß
    Ulrich


  • Machst du das auch mit deinen Trinkgläsern, Tellern und Besteck?
    Werden die im Geschirrspüler nicht sauber?
    Solltest du mal mit Klarspüler probieren!:u_idea_bulb02:

  • Könnte man diesen Tread, dieses Gruselkabinett, nicht löschen.


    Remstalimker


    In meiner Lehrfirma hat ein lieber Mitarbeiter, Testbenzin für seinen Topolino abgezwackt. Der Topolino hat es, weil damals Kunststoffe noch nicht üblich waren, weggesteckt. Die Betriebsleitung hat es nicht lustig gefunden und hat frische Luft verordnet. In Imkereien sollte man gleich reagieren.

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • @ Kruppi,


    genau um die Rückstände des Klarspülers, Öl, Benzin geht es mir. Es ist ein Unterschied, ob es lediglich Geschirr ist, das ich für mich verwende, oder ob ich Ware mit Rückständen von Reinigungsmitteln in Verkehr bringe. Es erstaunt mich nicht, was die Untersuchungsämter so alles in Lebensmitteln finden.
    Hier wird über sterile Gläser geschrieben, was absoluter Quatsch ist, aber Reinigungsrückstände und auch die Fusseln und Keime eines Handtuches scheinen keine Rolle zu spielen.


    Gruß
    Ulrich

  • @ Kruppi,


    genau um die Rückstände des Klarspülers, Öl, Benzin geht es mir. Es ist ein Unterschied, ob es lediglich Geschirr ist, das ich für mich verwende, oder ob ich Ware mit Rückständen von Reinigungsmitteln in Verkehr bringe. Es erstaunt mich nicht, was die Untersuchungsämter so alles in Lebensmitteln finden.
    Hier wird über sterile Gläser geschrieben, was absoluter Quatsch ist, aber Reinigungsrückstände und auch die Fusseln und Keime eines Handtuches scheinen keine Rolle zu spielen. +)


    Gruß
    Ulrich


    +) hallo Ulrich, hast du meinen Beitrag nicht gelesen: "luftgetrocknet". Und dabei natürlich mit der Öffnung nach unten und aschräg stehend zum besseren Ablüften. Siehe Hygienefibel aus NRW. (für nur 3,00€, Münster)
    Wolfgang

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Jetzt weiß ich, und jeder der hier liest und es mal ausprobiert:
    Mit Speiseöl vorbehandeln und auch putzen macht alles viel leichter und andere Lösungsmittel überflüssig! Danach in den Spüli und alles ist perfekt.


    Hallo Ulrich,
    Entschuldigung, du hast vollkommen Recht, nach dem Spüli ist das Glas noch nicht "perfekt" wegen evtl. ablagerungen von Klarspüler. Da habe ich mir tatsächlich noch nie Gedanken drum gemacht, und ich könnte wetten, das es vielen Imkern genauso geht, also gut, das du das hier angesprochen hast!


    Dann lautet also die verbesserte Lösung des Problems mit festgebackenen Etiketten:


    1. Etiketten mit Speiseöl einpinseln und für mehrere Stunden oder Tage einwirken lassen
    2. Etikett mit Messer oder Ceranfeldschaber abkratzen
    3. ein Küchentuch mit etwas Speiseöl reicht, um den restlichen Kleber abzuputzen
    (Liebe Imker, bitte kein Waschbenzin verwenden, das ist überhaupt nicht nötig!)
    4. Danach entweder in die Spülmaschine oder in den Handabwasch mit viel Spülmittel, um das Speiseöl abzuwaschen
    5. Zum Schluß auf jeden Fall nochmal in klarem Wasser abspülen und dann schräg aufstellen um die Gläser an der Luft trocknen zu lassen