Kleines Volk auf anderes aufsetzen - was ist ein kleines Volk?

  • Moinsen zusammen!


    Ich habe erstmalig nach dem Auswintern ein Volk, welches mir recht klein erscheint. Aber noch nicht so klein, dass ich klar sagen würde, ich löse auf bzw. ich setze auf. Ich frage mich aktuell, ob es so ein Volk alleine schafft, oder ich besser aufsetzen sollte.


    Also ich habe gestern bei Sonne und 6 Grad Außentemperatur den Deckel gelupft und auf die Rähmchenoberträger geschaut (habe keine Folie). Ende der Woche sollen es ja "Frühlingshafte" 10 Grad werden. Die wollte ich nutzen um die Schiede zu setzen. Bis dahin ist es mehr oder weniger Blindflug, was die Brut anbelangt. Also das Volk besetzt 5 Wabengassen von vorne bis hinten. Ich denke, dass die Brut auf 3 Rähmchen haben. Ist das nun so ein Aufsetzkandidat oder schafft der es wohl noch selber?


    Je nachdem wie die Durchsicht ausfällt, wollte ich spontan aufsetzen - oder auch nicht.


    Ach ja, Grund für die größe ist die späte Bildung des Volkes. Ich musste die Königinnen der zweiten Serie parken und hab die im Standardmaß geparkt. Die hatte sich dann recht gut entwickelt und ich habe die dann doch eingewintert und nach dem Abschleudern noch mit ein paar HR Bienen verstärkt. Waren wohl doch nicht genug.


    Gruß
    Frank

  • Also das Volk besetzt 5 Wabengassen von vorne bis hinten. Ich denke, dass die Brut auf 3 Rähmchen haben. Ist das nun so ein Aufsetzkandidat oder schafft der es wohl noch selber?



    Gruß
    Frank


    Hört sich doch prima an, belasse es dabei, das Volk schafft das!

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Die Frage ist, mit welcher Motivation man schwache Völker aufsetzt.
    Ums Überleben geht es bei einem Volk, das um diese Jahreszeit 5 Dadant-Wabengassen besetzt, sicher nicht.
    Wenn man Völker mit möglichst einheitlicher Stärke haben will, sieht das anders aus.
    Wenn der Grund dafür, dass das Volk nicht so stark ist, die späte Bildung ist, sehe ich aber auch da keinen Grund, weil solche Völker im Frühjahr meist ganz schön abgehen.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Na ich wollte von dem Stand eigentlich vier Völker nehmen und in den Raps stellen. Und da in diesem Volk nur eine Wirtschaftskönigin und keine Zuchtkönigin ist, bietet sich das halt besser an. Aber Schwächlinge nehme ich nicht mehr mit in den Raps. Da steht der Aufwand ganz klar gegen dem Ertrag. habe ich letztes Jahr mal gemacht. Gab nur knapp nen Raum Raps aber der Aufwand wie für 3 Räume...


    Gruß
    Frank

  • Viel zu verwöhnt würde ich nun sagen. Früher hatte man kleinere Völker und sich keine Sorgen gemacht, heute hat man bei 5 Wabengassen Angst :wink:


    Bedingt durch meine Waldtrachtausrichtung würde ich die selbst auf 3-4 Wabengassen so lassen und hätte dann ab Juni/juli die schönsten Waldtrachtvölker.
    Bei 5 Wabengassen bringen die dir ja bereits Frühtracht rein...
    Wenn du nun eins mit 3 hast und willst es für die Frühtracht nutzen, dann kannst es aufsetzen auf ein richtig starkes was eh übervoll erscheint.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Also ist das so ein Volk, was von vielen Imkerkollegen als "Ableger" nach der Überwinterung bezeichnet wird? Bei mir sind meine korrekt gebildeten Ableger nie von den Wirtschaftsvölkern zu unterscheiden. Sehen dieses Jahr sogar oft besser aus als die alten Wirtschaftsvölker. Hier fehlt mir halt die Erfahrung / Vergleichswerte...

  • Also Ableger ist da untertrieben. Dazu zählen eher 5/6 Wabenkisten die dann jetzt nur noch auf 3-4 Sitzen.
    Es wird die Zeit kommen, da merkst du dann, dass es auch Jahre gibt in denen man 10 Waben voll einwintert und 5 im Frühjahr übrig bleiben...

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hallo Markus,


    das hoffe ich nicht, wird aber bestimmt kommen. Ist halt am Anfang alles einfach. Neue Kisten, keine alten Waben, alles sauber, alles frisch.


    Gruß
    Frank

  • Hallo


    Die Frage, was ist ein kleines Volk würde ich so beantworten; Ein kleines Volk hat etwa die Hälfte der Stärke, der Durchschnittsvölker.


    Das Aufsetzten eines Volkes hat ja eigentlich den Sinn, das es sich durch die Wärme des unteren Volkes besser entwickelt und man es später wieder runter nimmt. Also ich würde das nicht machen, es sei denn man will es vereinigen und dann würde ich es wie folgt machen.
    Will man ein Volk zum Verstärken benutzen, dann würde ich die vorhandenen Brutwaben ans Brutnest des zu verstärkenden Volkes hängen, oder mehrer Völker. Den Rest der Waben in die Beute abkehren. Das Aufsetzten im Frühjahr ist meiner Meinung nach keine optimale Idee.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Ulrich


    ich habe bis jetzt das Volk immer nur einmal geöffnet und die Königin sofort, wenn ich sie gesehen habe entfernt. Die königin zu entfernen, damit siech die Bienen weiselos fühlen ist im zeitigen Frühjahr(bis Mitte April) nicht nötig, da geht das ganz unkompliziert. Wenn ich die königin nicht gefunden habe, was auch vorgekommen ist, dann haben sich die Bienen gekümmert. Besser ist aber die Königin ist raus. Je eher man das macht um so besser klappt das, also wenn noch kein richtiges Flugwetter ist.


    Hallo Max


    der Futterausgleich durch Futterwaben ist die beste Lösung, besser als jede Reiz-oder Notfütterung. Deshalb kann ich das nur empfehlen und wenn man die Waben noch ein wenig aufritzt wirkt das Wunder, vorrausgesetzt die Futterwaben kommen aus gesunden Völkern. Nur noch ein kleiner Hinweis, das Brutnest wird nicht angerührt.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Ich habe gestern ebenfalls, nach kurzem "Deckellupfen" meiner Dadant das einzigste schwache (ca. 3 Waben = für mich schwach) einem starken (ca. 8 Waben) aufgesetzt.
    Bisher hatte ich dies aus vielerlei, auch hier diskutierten Gründen, nicht praktiziert.


    Da es sich lediglich um ein schwaches Volk handelte habe ich dies versuchsweise (zum Teil auch aus Neugier und Langeweile) dies praktziert, v.a. weil es so auch von Rainer Schwarz empfohlen wird.


    Da dies "am Stand" also in ca. 5 m Abstand erfolgte ist gerade die ungeklärte Frage an die Praktiker des Verfahrens, ob ich das Volk nach Trennung wieder zurückstelle, oder ob es ein paar Tage an einen anderen Stand gehen sollte zum "einfliegen"?


    Was meint ihr hierzu?

  • Hallo Nordbadenser,


    wenn du die beiden Völker wieder trennst, dann bleibt der Schwächlich auf dem aktuellen Stand stehen (quasi auf dem Boden des starken Volkes) und das starke Volk wird irgendwo beiseite (z.B. auf den ehemaligen Platz des Schwächlings) gestellt.
    Dadurch fliegen alle Flugbienen zum Schwächling und das 8W-Volk rekrutiert neue.


    Gruß Jörg