Frage zu Deckel bei Notfütterung

  • Zur Notfütterung habe ich auf den Rat eines Imkers niedrige Honigglasdeckel verwendet, die ich auf die Rähmchen
    gestellt über der Wintertraube gestellt habe, daneben noch von einer Plastik-Haribo-Dose einen noch niedrigeren Deckel
    Ich hatte dann das Problem, dass der Holzdeckel nicht mehr so gut schloss. Oben habe ich dann auch noch den Blechdeckel darauf getan.


    Jetzt habe ich folgende Sorgen:


    1.) Es sind gleich Bienen in den Honig geflogen (ein sehr starkes Volk, das auch im Deckel herumgesessen ist).
    Wenn die Honigglasdeckel bewirken, dass der Deckel nicht mehr so gut schließt wie zuvor, kommen die Bienen dann überhaupt aus den Deckeln wieder heraus?


    2.) Kann es dann jetzt - trotz Blechdeckel über allem, mit Gurt festgezurrt - zu kalt in der Beute werden?

  • Wie muss ich mir das vorstellen? Die Schraubdeckel auf den Rähmchen, darin Honig(?) und darüber nen Innendeckel + Blechdeckel?


    Frage, wenn du Sorge hast, dass in die "Futterschalen" gefallene Bienen nicht mehr raus kommen, wie sollen dann überhaupt die an das Futter kommen, die nicht schon reingefallen sind?


    Was deine Deckelproblematik angeht: Hast du einen Innendeckel in den oben eine Dämmplatte eingelegt weden kann? Dann einfach den Innendeckel umgedreht auflegen. Grundsätzlich wäre mir das zu viel Geigelei. Mach dir lieber ein Honig/Puderzucker Notfallpaket ala Spessartimker (zu finden auf Youtube) oder eben Futterteig auf die Rähmchen. Und sollte der Deckel dann nicht schließen setz nen Honigraum als Distanz auf. Aber bloß keinen Spalt lassen wo es reinzieht!


    Oder hab ich deinen Aufbau einfach net verstanden?


    MfG Max

  • Ich denke, du hast den Aufbau richtig verstanden. Ich werde morgen nochmals hingehen und den Deckel umdrehen (Dämmplatte raus) wie von dir beschrieben. Vor Ort hatte ich keine Idee, wie ich das Problem lösen könnte. Ich hatte den Honig schon vor Abnahme des Deckels in die Glasdeckel gegeben und konnte das ja nicht einfach neben der Beute offen stehen lassen.
    Ich nehme dann das Honig-Puderzucker-Notfallpaket mit und mache es damit.


    Ich vermute, dass die anderen Bienen auch nicht an das Futter ran kommen.


    Danke jedenfalls für deine Antwort.

  • Die Dämmplatte aber dann auf der anderen Seite wieder auflegen, sonst wird das im Moment ziemlich kalt von oben. Dabei aufpassen, dass eine etwas Distanz zwischen Außendeckel und Dämmung bleibt.
    Nachdem der umgedrehte Deckel bei mir trotzdem nicht genug Platz für die Futterteigpackung war und ich keinen großen zusätzlichen Raum des Honigraum haben wollte, habe ich einen umgedrehten Fütterer drüber gestülpt und den dann oben mit Deckel gedämmt.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Amape () aus folgendem Grund: Missverständliche Formulierung

  • Danke, Amape. Ich denke darüber nach, ob ich nicht eine leere Dadant-Honigraumzarge aufsetze. Dann wäre das Deckelproblem gelöst.
    Es muss dann aber zusätzlicher Raum geheizt werden. Die Dadant-Honigraumzargen sind ja allerdings nur halb so hoch wie die Brutraumzargen.
    Einen Fütterer habe ich noch nicht, die Einfütterung habe ich mit Futtertaschen gemacht.

  • Man könnte auch in den nächsten Baumarkt gehen und sich da ne Leiste 24*48*2000 mm (oder so ähnlich) kaufen und daraus schnell ne Mini-Zarge zusammenschrauben. Kostet dann 1,19 € + 4 Schrauben (vorbohren nicht vergessen)

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

  • Kuden-Imker :
    Prinzipiell eine gute Idee - eventuell für die Zukunft. Da es aber schnell gehen sollte, habe ich heute eine Honigraumzarge aufgesetzt und
    einen Notfallpack Honig mit Puderzucker à la Spessartimker gegeben. Wahrscheinlich besorge ich mir aber auch noch eine Futterzarge.
    Bei meinem praktischen Geschick passt dann eventuell die selbst gebaute Zarge nicht richtig auf den Brutraum :oops:


    Der große Haribodeckel war komplett ausgeschleckt, das hat sogar funktioniert. In zwei niedrigen Honigglasdeckeln waren leider
    tote Bienen.


    Heute sind - laut Internetwetter - 4 Grad +. Ich wundere mich, dass viele Bienen da innen am Deckel herumhängen anstatt in der Wintertraube zu sein. Oder reicht diese auch an den Deckel heran?

  • Danke, Amape.
    Es muss dann aber zusätzlicher Raum geheizt werden. Die Dadant-Honigraumzargen sind ja allerdings nur halb so hoch wie die Brutraumzargen.


    Hallo Hobbiene, hat dir noch keiner erzählt das die Bienen nicht den Raum heizen, sondern nur die die Brut ?


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Derbocholter,


    nein, nicht so direkt. Ich bin automatisch davon ausgegangen, dass um so mehr Wärme verloren geht (in den Raum hinein), je größer der Raum ist.
    Da prägt wohl die eigene Erfahrung als Mensch die Vorstellung.


    Aber gut zu wissen, wenn die Raumgröße keine oder eine geringe Rolle spielt. Ich danke dir für den Hinweis und habe wieder etwas gelernt. Dann spricht ja nichts gegen
    meine Lösung des Problems mittels Aufsetzen des Honigraums.

  • Hallo Hobbiene, hat dir noch keiner erzählt das die Bienen nicht den Raum heizen, sondern nur die die Brut ?


    Gruß Josef


    Muss man das nicht etwas differenzierter betrachten?


    Wenn die Bienen in der Wintertraube sitzen, heizen sie die Traube und nicht den Raum. Dann ist ja das Äußere der Traube eine Isolierschicht.
    Wenn die Wintertraube sich jedoch aufgelöst hat und das Brutgeschäft an Fahrt aufnimmt und die Bienen mit Umtragen und ähnlichem beschäftigt sind, fehlt die isolierende Wikrung der Traube und es heizt sich dann doch der Raum auf. Deswegen sollte man schwachen Völkern im Frühjahr doch auch nicht zu früh zu viel Raum geben (2. BR, oder HR), oder?

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

  • Hallo Hobbiene, hat dir noch keiner erzählt das die Bienen nicht den Raum heizen, sondern nur die die Brut ?


    Gruß Josef


    Das erzählt sogar jedes gute Buch und jeder gute Kursleiter.
    Trotzdem erzählt dir auch jeder, dass die Deckel gut gedämmt sein sollen.


    Es steckt am Ende doch die gleiche Argumentation dahinter wie beim Haus oder Menschen. Natürlich bekomme ich es mit einem Heizstrahler sogar hin, dass es in einem großen Zelt warm genug wird - in der unmittelbaren Nähe des Heizstrahlers. Wenn der Raum aber kleiner ist, wird mit der gleichen Stahlerleistung auch der Bereich größer, in man sich durch die gestaute Wärme, die abgestrahlt wurde und sich dann nicht so weit verteilen kann noch einigermaßen aufhalten kann.
    Nachdem Wärme nach oben steigt, ist die Deckelisolation und das Verkitten der Ritzen ja so wichtig. Wie viel Wärme da sonst entweicht, spürt man auch bei jedem Öffnen, wenn man das einmal machen muss, obwohl es eigentlich nicht optimales Wetter dafür ist.
    Sie heizen in jedem Fall also die Beute unabsichtlich mit, aber verringern damit auch die Temperaturdifferenz und damit den Wärmeverlust durch Abstrahlung aus dem aktiv beheizten Bereich. Mit viel leerem Raum über Kopf ist die dort angestaute Wärme leider außerhalb des Nutzbereiches der (Bienen-)Wohnung. Genau aus diesem Grund hat man in hohen Räumen der Menschenwohnungen auch Decken abgehängt. Man hätte die Wärme eben gerne schon dort wo man sich auch aufhält gestaut.


    Wenn ich also möchte, dass meine Bienen das Futter auch erfolgreich holen können, sollte die Strecke möglichst kurz und die Temperatur auf dem Weg nicht zu kalt sein. Vielleicht entscheiden in Kältephasen 2 - 3°C mehr bei der Temperatur im Futterbereich hier zwischen erreichbar und nicht mehr erreichbar, wenn man Futter in Richtung Brut bringen muss, wo die "heißen" Kolleginnen auf der beheizten Brut sitzen. Die neue Wärme muss aber aus den Kalorien des Futters gemacht werden. Müssen die Bienen jetzt wegen viel Luftraum oberhalb eine kompakte Traube zum Isolieren bilden, können sie kein Futter holen. Holen sie trotzdem Futter, brauchen sie nun mehr davon, weil sie mehr Wärme verlieren, müssten also noch mehr Wärmeverlust akzeptieren. Leider zeigt die Erfahrung auch, dass sie dann oft lieber auf der Brut verhungern als diese zum Futter holen zu verlassen. Mit weniger Raum oberhalb liegt das Futter und der Rand der Bienentraube im leicht erwärmen Bereich. So beobachte ich das auch im Schaubienenfenster. Oben am Rand der Traube sitzen sie lockerer als unten oder direkt auf den richtig warmen Brutbereichen, wo die Kälte durch lebende Isolation abgeschirmt wird.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)