Brutzelldeckel

  • @ Robert,


    beim Zellenbau wird das Wachskunstwerk, das aus runden Zellen besteht erwärmt, so warm, daß es die 6-eckige Struktur bildet. ich vermute, daß die Wachsblättchen dabei auch verschmelzen. Temperatur 40 Grad oder höher, hab ich aber vergessen. Steht, glaube ich, auch im Tautz.


    Entschuldige das - glaube - vermute - das liegt bei mir bestimmt schon am Alter.


    Gruß
    Ulrich

  • Wer sagt das und warum? Ich bin mir da gar nicht mehr so sicher. Mglw. wirkt AS erst, wenn die Imago schlüpft oder tote Larven entfernt werden - dann trifft es auch die Varroen aus den Zellen, wenn der Deckel geöffnet wurde.
    Die Dämpfe wirken. Temperatursenkend -> Verdeckelungszeitverlängernd...


    Ich behandle nur AS60% mit Schwammtuch, das idR nach einem Tag furz trocken ist und entfernt wurde, trotzdem fallen auch nach den ersten 24/48h noch wesentlich mehr Milben als vor der Behandlung und am nächsten Wochenende kommt das nächste Schwammtuch, wenn mehr als 5 Milben zu sehen sind ..., das haben auch die ungezählten mit den geschlossenen Boden ohne Prüfung bekommen.

  • am nächsten Wochenende kommt das nächste Schwammtuch, wenn mehr als 5 Milben zu sehen sind


    Wozu das, wenn doch AS durch die Deckel die Milben in der Brutzelle längst erwischt haben sollte? Wozu AS-Langzeit über einen ganzen Verdeckelungszyklus?


  • Mir wirfst du vor mein Vergleich mit dem Schmetterling hinkt, aber selbst vergleichst du mit Hornissen?


    Welche Eigenschaften hat denn Bienenwachs?


    Ich staune, mit welcher Beharrlichkeit einige daruf bestehen, daß Bienenwachs eine atmungsaktive Memrane ist.
    Vorhin wurde mir ein Video von schlüpfender Brut zugeschickt.
    Darauf ist zu sehen, wie eine schlüpfende Jungbiene ihren Zelldeckel zernagt und verspeist.
    Wenn das wahr ist, müsste die Deckelsubstanz Pollen beinhalten.
    Elk


    Schlechte Beobachtungsgabe! Jetzt erkunde erstmal die unterschiedlichen Arten des Zelldeckelöffnens und stell dazu mal Vermutungen an warum es diese Unterschiede gibt und was dies mit dem Zelldeckel an sich zu tun haben könnte/in welchem Zusammenhang dies steht.



    Nochmal mein Hinweis, man sollte sich das Grundwissen erstmal in Erinnerung rufen. Irgendwas muss einem doch in den Anfängerkursen beigebracht worden sein.
    Solange hier Aussagen als unzutreffend hingestellt werden und weiter gemutmaßt wird, bring hier keine Diskussion etwas.
    Ob luftdurchlässig, Wachs oder Fasern oder was auch immer... Dies sind Punkte die alle außer Frage stehen und vermutlich auch durch Google ohne weiteres beantwortet werden können.
    Wenn wir uns nun vom bekannten ins Detail bewegen würden, dann würde es spannend.


    Wie hier z.B.:



    Schau es Dir doch an! Weißes Wachs, gelbes Wachs, braunes Wachs. Dickes Wachs, dünnes Wachs. Wachs mit und ohne Propolisbeschichtung. Da brauchst Du nichtmal 'nen Laborbefund, da reichen 'ne Lupe, Bienen und der Wille, es zu tun.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Moin
    Hier mal ein Auszug zu diesem Thema aus "Wesen der Bienen" 1915
    Autor: Hugo Berthold von Büttel-Reepen


    Während das Gespinst unten in der Zelle gar nicht als solches erkannt werden kann, da es sich - übrigens auch mikroskopisch-
    als fast strukturlose Haut (Butt-Reep. 1907b) als ein dünner durchsichtiger lackartiger Überzug erweist, geht der Kokon mehr und mehr der Zellenmündung zu
    in ein regelrechtes Gespinst über, dessen einzelne aneinanderhaftende Fäden deutlich unterschieden werden können.
    Ganz locker wird das Gewebe über der Mündung, da hier die notwendige Atemluft eindringen muß.
    Die Zusammensetzung der Brutdeckel ist aus demselben Grunde eine ganz eigenartige, wie v. Planta (1884) nachwies.
    Die von Arbeiterinnen über die Brutzellen gebauten Wachsdeckel sind nämlich durchaus anders als die über die Honigzellen gefertigten.
    Während Letztere aus reinem Wachs bestehen und die Zelle luftdicht abschließen, sind erstere mit Pollenkörnern durchsetzt, aus lockerem Wachsgefüge und dadurch porös.


    Freundliche Grüsse, Elk

  • Interessant ist auf jeden Fall das Gespinst, das nach der Verdeckelung nach oben hinaus wächst und dessen Fäden den bestehenden Deckel durchwirken, was ja auch mit bloßen Auge sichtbar ist.
    Und wenn der Deckel mit Pollenkörnern durchsetzt ist, würde es auch Sinn machen, daß die schlüpfende Biene solch einen Deckel verspeist.
    Der Honigzellendeckel aus reinem Wachs wiederum muß ja dicht sein, sonst würde das kostbare Naß, der Honig, ja Wasser ziehen.
    Letzte Sicherheit wird meiner Theorie aber nur eine mikroskopische Untersuchung geben können.
    Was Herrn Tautz betrifft, hat er vermutlich nur abgeschrieben; schließlich hatte er auch einen anderen Schwerpunkt.
    Elk

  • Letzte Sicherheit wird meiner Theorie aber nur eine mikroskopische Untersuchung geben können.
    Was Herrn Tautz betrifft, hat er vermutlich nur abgeschrieben; schließlich hatte er auch einen anderen Schwerpunkt.


    'Deine Theorie' ist jedenfalls orgineller als alles 'Abgeschriebene' vom Tautz. Du bist auf jeden Fall sehr unterhaltsam. Eine Frage am Rande: Hast Du selber Bienen?


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife


  • Letzte Sicherheit wird meiner Theorie aber nur eine mikroskopische Untersuchung geben können


    Hallo Elk
    glaubst du etwa etwas Neues entdeckt zu haben? Wie du selbst schreibst, wußten das schon vor 110 und 130 Jahren Bienenforscher. Ich denke, daß das auch Tautz weis, aber auch seine Forschung bringt wieder mehr Licht in das Wunder Bien.
    Aber was du da ausgegraben hast ist wirklich sehr interessant, danke. Ich lese da mal bei Gelegenheit selber nach.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Ja, ich habe eine kleine Imkerei mit circa 50 Völkern und
    ja, ich bin ein Freund von Herrn Tautz. Er macht eine gute Arbeit.
    Ehrlich gesagt stolpere ich öfters über Vorgänge bei den Bienen, die ich nicht sofort verstehe.
    Wenn der Winter mir etwas Zeit schenkt, versuche ich diese Rätsel für mich zu lösen.
    Manchmal grabe ich dafür auch und gerne in älteren Büchern.
    Nun zu dir, mein lieber Drobi
    Nein, wenn es denn stimmt, ist es nichts Neues, eher was Ausgegrabenes.
    Ich maße mir auch nicht an, jemals das Wunder des Bien komplett zu verstehen.
    Mühe gebe ich mir trotzdem und zur Zeit liegt mein Schwerpunkt bei der Biologie des Bien.
    Grundlagen halt, Elk