Gerät zum Bienenflucht-Einlegen

  • Hallo,


    ich finde das Bienenflucht-Einlegen im Sommer immer extrem nervig, weil ich da pro Volk zwei/drei schwere Honigzargen auf den Boden stellen und dann wieder aufsetzen muss. Viel einfacher wäre es, wenn ich mit einem Gerät die oberen Honigzargen hochhebeln oder -kurbeln könnte und dann wieder runterlassen könnte. Jetzt hab ich mal nach so einem Gerät gesucht, aber ich hab nur teure und große Geräte gefunden, die eher für den Transport der Zargen gemacht sind.
    Gibt es nicht ein preisgünstigeres Gerät, das für das Bienenflucht-Einlegen geeignet ist?
    Eigentlich müssten doch viele das Problem haben, deswegen hat es mich auch gewundert, dass ich da nichts gefunden hab.


    Habt ihr auch das Problem mit dem Bienenflucht-Einlegen oder wie macht ihr das?

  • ich habe die meisten Magazine(Warmbau) in kleinen Reihen von 3-5 zu stehen, z.T. mit leeren Plätzen für künftige Ableger. Daneben steht meist ein Stapel von 3-4 alten Getränkekästen.
    Die werden bei Bedarf- mit dem Boden nach oben-neben das Magazin gestellt und die Honigräume rübergeschoben oder nur minimal angehoben. Die dazwischengestellten Ableger können auch als Ablage dienen, selbst ein kleiner Hocker in Kniehöhe oder die Beutenbank ist besser als die vollen Zargen auf den Boden abzustellen und wieder hochzuwuchten. Die Bandscheiben danken.
    Fürs extra Einlegen von Bienenfluchten habe ich keine Zeit. Ich fege die Waben ab und transportiere die idR nur in 9er Holzzargen zum Schleuderraum.


    Gruß Fred

  • Dann mach dir doch was vergleichbares aus Holz... Zumindest bei ebenem Boden und immer gleicher Höhe ist es ganz einfach umzusetzen!

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit


  • 563 Euro und bei Warmbau nicht wirklich empfehlenswert, da die Waben evtl. zusammengedrückt werden. Hol lieber die Honigwaben einzeln raus und feg sie ab, ist leichter und geht schneller bei wenigen Völkern. Transport dann auch mit weniger Waben in einer Box und/oder mit einer einfachen Sackkarre.
    Ich nehme leichte Kunststoffboxen mit einem Tragegestell für die Waben aus Holz für 8 Waben DNM.
    (zu sehen fast ganz unten auf dieser Seite:http://biohonig.npage.de/selbs…/dampfwachsschmelzer.html)

  • Ich hab heute im Baumarkt das hier gesehen:
    http://www.amazon.de/Einhell-Seilhebezug-BT-EH-Hubh%C3%B6he-Drahtseil/dp/B0012MBQHG/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1457047123&sr=8-3&keywords=seilwinde


    Wenn man die Beuten in einer Reihe hat, könnte man eine Trageschiene darüber bauen und mit dem Seilhebezug, der sich darauf verschieben lässt, sehr komfortabel per Knopfdruck anheben und absenken. Nicht nur um Bienenfluchten einzulegen, auch zur Brutraumkontrolle oder zum Wiegen!


    Eine günstige, sowie Strom unabhängige Alternative wäre auch so etwas:
    http://www.amazon.de/Berlan-Handseilwinde-BHSW900A/dp/B003RI3KO0/ref=sr_1_4?ie=UTF8&qid=1457047123&sr=8-4&keywords=seilwinde
    Da müsste man nur über jeder Beute eine Rolle anbringen, über die dann das Seil der Winde (10m sollten ja reichen) gelegt wird.
    Die Zargen selbst müsste man mit einem Holzrahmen, der sich irgendwie in zwei Griffmulden einhakt oder mit Spanngurt befestigen.
    Ein neues Projekt, yeah!!!

  • Hallo Grischa!


    Diesbezüglich habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Momentan bin ich am Bau eines solchen Gerätes. Leider ist es noch nicht fertig und auch noch nicht erprobt. Mein Gedanke ist, dass ein U-förmiges, handliches Gestell von vorne eingeschoben und die oberen Zargen angehoben werden. Für deinen Fall würde das schon genügen. Ich möchte das Gerät aber auch zum Erstellen eines Zwischenablegers nutzen. Daher muss wesentlich weiter anheben können, sodass eine Zarge eingeschoben werden kann. Sobald mein Gerät funktioniert und erprobt ist, werde ich darüber berichten.


    Meiner Meinung nach sind die im Handel befindlichen Geräte alle nicht brauchbar, entweder viel zu aufwändig, zu teuer, oder nur stationär, schwierig zu handhaben usw. Ich habe auch noch nichts passendes gefunden.




    MfG


    Honigmaul

  • Hey Honigmaul,


    ja, genau so ein Gerät hab ich mir vorgestellt. Jeweils zwei Greifarme an der oberen und unteren Zarge und dann irgendwie hochkurbeln (wie mit einem Wagenheber). Inzwischen hab ich mir auch überlegt, so ein Gerät zu bauen, aber nicht für mich -also, nicht nur für mich, sondern in Serie und auf den Markt bringen. Hab mir da jetzt schon viele Gedanken gemacht.
    Mich interessiert natürlich, wie ihr das Marktpotenzial einschätzt! Mal angenommen, so ein Gerät würde für 100€ angeboten werden, würde sich das jemand kaufen?


    MfG
    Michael

  • Dein Problem hierbei sind die 100 unterschiedlichen Beutentypen. Die einen mit Griffleisten, die anderen mit Griffmulden usw.
    Da müsstest dann eher so ein Spannbackengreifer wie bei den Lifts machen.
    Preislich wirst du dann, mit einer selbstbremsenden Kurbel nicht mehr ran kommen. Zudem hast du Garantie und Haftung im Genick. Da kannst für 100 Euro nichts mehr stemmen.


    Im Grunde braucht man nur ein Dreibein, die Beine ausziehbar/einschiebbar, an der Seite der vorderen 2 Ständer kommt eine Querstrebe und die greift direkt unter die Griffleiste oder hat eine "Nase" für die Griffmulden. Bügel rüber und beim Kippen greift er in die andere Griffleiste/mulde und man kann schon weiterarbeiten. Auf meinem Anhänger hab ich einen ebenen Boden und daher reicht eine einfache Holzkonstruktion die mich keine 30 Euro gekostet hat. Da waren die Schrauben das teuerste daran.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • hallo Markus,


    ich will die Greifer/Arme so verbinden, dass sie durch die Gewichtskraft der oberen Zargen an die Zargenwände gepresst werden. Es kommt dann also nur auf die Breite der Beute an. Mit drei verschiedenen Größen kommt man schon weit. Man kann das auch so machen, dass die Greifarme verschieden weit auseinander festgeschraubt werden können. Dann kann man mit einem Gerät verschiedene Beuten heben.
    Eine selbstbremsende Kurbel braucht man nicht, wenn das Gewinde horizontal verläuft. Wegen der Haftung, da schreib ich halt ne Bedienungsanleitung, in der ich auf die Gefahren hinweise, dann bin ich ziemlich aus dem Schneider. Und Garantie sollte auch kein Problem sein, die Teile sollen ja auch ordentlich gebaut werden.


    Mit einem Dreibein hast du ja viel höhere Materialkosten, höheres Gerätegewicht und so wie du es beschrieben hast, ist das nicht zum Bienenflucht einlegen, weil da kein Hubmechanismus ist.


    MfG
    Michael

  • Der Hubmechanismus ist doch in dem Gestellt integriert... hast einen Hebelarm der Über die Zargen hinausreicht und daran ziehst ganz easy nach hinten weg.


    Deine Greifer kann ich mir noch nicht so richtig vorstellen.


    Weshalb sollte man keine selbstbremsende Kurbel benötigen? Da kann ich noch nicht folgen. lass ich sie los und es ist ein höheres Gewicht wie der gegebene Reibungswiderstand vorhanden, dann rauscht die Ladung meist nach unten :wink: Man könnte natürlich eine Arretierung anbringen, aber denk mal dabei an die älteren Damen und Herren, 40-50 Kg sind es schnell die dann von Hand gebremst werden müssen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
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  • Zitat

    wie ihr das Marktpotenzial einschätzt! Mal angenommen, so ein Gerät würde für 100€ angeboten werden, würde sich das jemand kaufen?


    Hallo Grischa!


    Am Marktpotenzial dürfte es nicht scheitern. Es gibt abertausende Imker die mehrere oder sogar viele Völker betreuen und keiner will freiwillig die Beuten heben. Aber die 100,- Euro sind eine Illusion. Um diesen Preis kann man kein vernünftiges Gerät herstellen und vertreiben. Da kostet sogar der Versand aus China mehr.


    Ich bin gespannt was aus dem Projekt wird, sehr spannend.


    Sobald ich mein Teil fertig habe, werde ich es veröffentlichen.



    MfG
    Honigmaul