Mini Plus Volk tot, Königin lebt noch - was tun?

  • Hallo Leute,
    bevor ich zum eigentlichen Thema komme, will ich mich kurz vorstellen: ich bin 25, Angestellter und habe seit letztem Jahr Bienen. Angefangen habe ich mit 4 Völkern Dadant, aus denen dann im Laufe des Jahres (einschl. einem Schwarm vom Imkerkollege) 12 geworden sind. Zur Einwinterung habe ich sie dann auf 8 Völker vereinigt. Eine Königin wollte ich in 4 Zargen Mini Plus überwintern.


    Dieses Volk hat es leider nicht geschafft, wie ich heute festgestellt habe. Die Bienen lagen alle (tot) auf dem Gitterboden und viele steckten in bzw. zwischen den Zellen (keine Brut, Futter noch 2 Zargen vorhanden). Die Königin habe ich rausgefischt und nur aus Neugier in den Inkubator gelegt, in dem wir gerade ein paar Hühner ausbrüten. Nach 10 Minuten hat die Königin dann wieder gelebt. Ich habe sie dann in einen Zusetzkäfig mit Futterteig gesteckt, und eine handvoll anderer toter Bienen mit in den Inkubator gelegt. Davon leben nun auch wieder einige, die habe ich mit zur Königin in den Käfig gesteckt.


    Nun weiß ich allerdings nicht, ob das alles so eine gute Idee war, vielleicht hätten die Toten lieber tot bleiben sollen? Ich würde die Königin gern solange aufheben, bis ich in meine anderen 8 Völker schauen kann, zwecks Feststellung Weiselrichtigkeit, was laut aktuellem Wetterbericht aber wohl noch eine ganze Weile dauert. Was meint ihr, soll ich sie leben lassen oder lieber abdrücken?


    Danke und viele Grüße
    Stefan

  • Warum abdrücken? Nachdem er sich so viel Arbeit gemacht hat, wäre es doch interessant wie es weitergeht.
    Ich würde versuchen, sie über die Runden zu bekommen. Man muß nicht immer alles umbringen, nur weil man vielleicht nur Arbeit damit hat.
    VG Dieter

  • N`Abend zusammen!


    Ich schließe mich Max an - Abdrücken.


    Weil: Tot waren die Bienen und ihre Königin sicherlich nicht, "lediglich" komplett ausgekühlt.
    D.h. meiner Einschätzung zufolge, dass das MiniPlus-Völkchen erst sehr kurzfristig komplett verhungert (?!) ist.


    Zitat

    Die Bienen lagen alle (tot) auf dem Gitterboden und viele steckten in bzw. zwischen den Zellen (keine Brut, Futter noch 2 Zargen vorhanden).

    Könnte eventuell sein - hatte der zu vermutende letzte Bienensitz Anschluß ans Futter?


    Unabhägig davon ist davon auszugehen, dass die Königin durch das Auskühlen und die mangelnde Nahrung einen gewaltigen Vitalitätsverlust erlitten hat, fraglich ist weiterhin wo und wie du sie adäquat (!) aufbewahren willst bis zum möglichen Einsatz.
    Das wird dann ein "erneuter" Tod, wenn auch auf Raten.


    Erleichter`es ihr und den aufgewärmten Töchtern und beherzige den o.g. Rat.


    Schönen Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Danke erstmal für eure Ratschläge, ich denke ich werde noch bis morgen warten und dann entscheiden.
    patrick : wie es aussah war der Bienensitz am Futter in der 2. Zarge, die untereste war komplett leer. Allerdings war es relativ nass in der Styroporbeute. Der Gitterboden war zwar offen, stand aber auf einem Stein, möglichweise ist nicht genug Luft zur Zirkulation reingekommen und dann immer Kondenswasser auf die Bienen getropft. Kann mich aber auch irren.

  • Warum abdrücken? Nachdem er sich so viel Arbeit gemacht hat, wäre es doch interessant wie es weitergeht.
    Ich würde versuchen, sie über die Runden zu bekommen. Man muß nicht immer alles umbringen, nur weil man vielleicht nur Arbeit damit hat.
    VG Dieter


    Du imkerst noch nicht lange Dieter oder?
    Das Grundsätzliche was jedes Kind lernt, das man Lebewesen nicht quält.
    Und wie nennst du es wenn man eine Königin für 2-3 Woche in einem VERASANDKÄFIG setzt, wo sie nicht legen kann, um sie im Anschluss einfach Abzudrücken, wenn man Sie nicht braucht?
    Für mich ist das Tiequälerei und erinnert mich an einen Jungen mit Lupe und Ameisenhaufen.
    Und selbst wenn eines seiner Völker weiselos wäre, was denkst du wie "gut" diese noch ist, nach dieser Tortur?
    Wahrscheinlich wird Sie nicht mal mehr angenommen und er muss das Volk eh auflösen. Dann war alle Arbeit trotzdem umsonst und auch die ganze Quälerei.

  • Warum abdrücken? Nachdem er sich so viel Arbeit gemacht hat, wäre es doch interessant wie es weitergeht.
    Ich würde versuchen, sie über die Runden zu bekommen. Man muß nicht immer alles umbringen, nur weil man vielleicht nur Arbeit damit hat.
    VG Dieter


    Lieber Dieter,


    leider haben dir dir anderen Antworten nicht die Antwort geliefert die dir das Abdrücken erklärt hätten.
    Ganz einfach, zum einen war das Volk dieser Königin nicht in der Lage zu überwintern, an was es lag lassen wir einfach mal offen. Geschafft haben sie es nicht und daher wäre ja auch nun die Königin ohne dein Eingriff in den Lauf der Natur Geschichte. Vermehrungswürdig ist sowas ja nicht, ausser du hast nächstes Frühjahr vielleicht gerne leere Kisten mit dem selben Bild.


    Das andere ist, diese Königin wird nie wieder etwas taugen. Unterkühlt! Die Stifte die sie irgendwann mal vielleicht wieder legen wird, was vermutlich nur sehr eingeschränkt der Fall ist und sie nie wieder ein vernünftiges Volk aufbauen könnte, werden dann zu 70-100% nicht befruchtet sein.


    Leider bringt man sowas in den Kursen nicht bei, extreme Hitze und Kälte machen dir die Königin kaputt, ob nun nur das Sperma darunter leidet oder auch sonstige Organe sei mal dahin gestellt.


    ich kann dir nur den Tipp geben, erlöse die arme von ihrem Leiden!

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • War das einzig richtige was du für sie machen konntest. Selbst bei einem weisellosen Volk wäre aus der nie wieder was geworden. Du hättest dafür dann ein Mickerling gehabt der allein nicht überlebensfähig ist.


    Aber es ist schon spannend was vermeintlich tote Bienen noch für einen Lebenswillen zeigen können... Zumindest waren die wiederbelebten nicht verhungert und sind aufgrund der Kälte und mangelnden Bienen zur Wärmeerzeugung von der Wabe gefallen. Kann natürlich auch sein, dass zu wenig Futter da war und die nun lebenden die letzten mit Futterversorgung waren, aber die durchs verhungern fehlenden Bienen dann zu einer Kältestarre geführt haben.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hallo Markus,
    mein Post ging eigentlich an Max. Man schmeißt nicht einfach ein Wort in die Runde, wenn jemand ein Problem schildert. Ich hätte die Königin gar nicht erst gesucht wenn ich gesehen hätte, daß die Bienen tot sind.@ Max Ich habe schon sehr lange mit den verschiedensten Tierarten privat zu tun gehabt, von Nerzen über Rinder,Schweine, Pferde, Hühner, Hunde und Kaninchen. Jetzt im 4. Jahr Bienen. Übrigens der 3. Winter ohne Verluste.
    VG Dieter

  • Hallo Stefan!


    War richtig!
    War aber sicher nicht leicht...
    Du hast mein Mitgefühl.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Ich kann es auch verstehen, letztes Jahr kam ich das erste mal in die Situation, eine Königin töten zu müssen, da sie unbefruchtet durch den Winter gekommen war, aber natürlich Drohnenbrütig. Abdrücken konnte ich nicht, ich hab sie in den Smoker fallen lassen...