Welches Notfutter

  • Hallo alle,


    Nachdem ich Notfüttern möchte / muss:


    Es sind keine Futterwaben vorhanden, da ich nur ein Volk habe und dieses erst seit Juli 2015.


    Welches Futter kann ich geben, OHNE eine Beeinträchtigung des Frühjahrshonigs zu haben? Oder ist eine Honigernte
    dann nicht mehr möglich, wenn man mit anderen Futtermitteln als mit eigenen Futterwaben füttert?


    Gelesen habe ich, dass es Flüssigfutter sein soll. Ginge Zuckerwasser 3:2 oder eine Honig-Zucker-Maische?

  • Futterteig ist eine gute Wahl, wenn noch einige kg Futter im Volk sind. Wenn das Volk aber praktisch schon am Ende ist und es für den Flug zum Wasserholen zu kalt ist, geht die Aufnahme aus dem Futterteig zu langsam (meine Beobachtung).
    In einem solchen Grenzfall muss flüssig gefüttert werden. Bei Segeberger Beuten kann man einfach einen 10l-Futtertrog aufsetzen. Ich verflüssige etwas Honig und kleckere den in den Aufstiegsschacht um eine Duftspur zu legen. Der Invertzuckersirup wird auf ca. 40°C angewärmt und ich gebe auf 5l Sirup 500g eigenen Honig, um den Sirup zu aromatisieren. Das funktioniert gut.
    Flüssigfutter kann auch auf andere Weise gegeben werden, z.B. in einer flachen mit Stroh gefüllten Schale oder im Ziplock-Beutel.
    Den Eintrag des Futters in den Honig kann man nicht verhindern, aber minimieren, indem man mit dem Einsetzen der Obsttracht die Futterwaben entnimmt. Das hat aber nichts damit zu tun, ob man jetzt füttert oder nicht.


    Gruß Ralph

  • Futterteig ist eine gute Wahl, wenn noch einige kg Futter im Volk sind. Wenn das Volk aber praktisch schon am Ende ist und es für den Flug zum Wasserholen zu kalt ist, geht die Aufnahme aus dem Futterteig zu langsam (meine Beobachtung).


    Das erklärt, warum manchmal von Futterteig und manchmal von Flüssigfutter die Rede ist. Danke, jetzt habe ich verstanden, wann man was verwendet für die Notfütterung.

  • Letzte Frage:


    da ich keinen eigenen Honig habe, müsste ich Honig von meinem Bio-Imker"paten" = "Vater" meines Volkes
    verwenden? Ich weiß, dass man eigentlich ja nur eigenen Honig verwenden sollte wegen der möglichen Übertragung von Faulbrut.

  • Letzte Frage:


    da ich keinen eigenen Honig habe, müsste ich Honig von meinem Bio-Imker"paten" = "Vater" meines Volkes
    verwenden? Ich weiß, dass man eigentlich ja nur eigenen Honig verwenden sollte wegen der möglichen Übertragung von Faulbrut.


    wenn du ihn wirklich so gut kennst und er ihn seinen Bienen auch geben würde sehe ich kein Problem -- aber irgendeinen BioHonig kaufen würde ich auf keinen Fall


    ach und er sollte ihn natürlich auch nicht zugekauft haben

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher

  • Das füttern zur Unzeit mit Tracht reizt die Bienen und der Bienenhalter wundert sich wegen frühem Schwarmtrieb?


    Also wenn schon füttern, dann JETZT nur in Ausnahmefällen mit Trachtersatz. Zucker und Zuckerteig also nur wenn du nichts anderes hast.


    Das beste sind Futterwaben an den Bienensitz.


    Fertigsirup oder Honig sind auch in Ordnung da invertiert.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo,


    bitte beim Link vom Spessartimker auf die Konsistenz der Honig-Puderzuckermasse achten.
    Mir sind erst am Sonntag bei 2 Völkern die kompletten Beutel durch die Völker auf die Erde gelaufen.
    Trotz kleinem Schnitt in dem Beutel und original Zusammenstellung der Masse.
    Jetzt gibts am Samstag eine Säuberungsaktion mit Bodenwechsel. Zum Glück war seit dem noch kein Flugwetter.


    Alles Gute aus NR
    Thomas

    Morgen ist die Summe aus gestern und heute :daumen:

  • danke für den Hinweis - aus Erfahrung wird man klüger.
    Das ist ein Nachteil von offenen Böden, gerade bei Flüssigfütterung direkt von oben mit Futterglas, tropft es auch ohne Varroaschub durch - da wissen unten die Ameisen und Räuber, was es oben zu holen gibt. Gab einen tollen Flugverkehr im August unter der Beute bei Inbetriebnahme der Uni-Magazine mit offenem Boden. Bei geschlossenem Boden muß man nur vorne eine Leiste unterlegen, das es sich hinten sammelt zum Wegputzen.
    Im Video ist der Honig so verflüssigt worden als wenn er die 3fache Menge Puderzuckermenge reinmassieren will- dann darf man nur seitlich oben den Schnitt machen, besser der Honig ist noch so fest, das er nicht wegläuft, wenn man ihn mit dem Spachtel oder Löffeln in die Tüte abstreift, dann kann man sich den Puderzucker bei der Notfütterung sparen.
    Ich brauche Futterteig(honig+PZ) nur für Begattungsableger, sonst bevorzuge ich wie schon mein Vater apiinvert oder Honig oder Zuckerlösung, wenn keine Futterwaben mehr da sind. Habe aber 2015 nur noch 1 FW-Honig/Volk am Stand in Reserve behalten, nachdem ich bei den Varroafolgeschäden mit PAV lieber alle FW eingeschmolzen habe, um nicht die Viren in den erneuerten Bestand zu tragen.
    Gruß Fred