Erweiterung welche Methode

  • Hallo zusammen,


    in Vorbereitung auf meinen 2-ten Bienensommer stellt sich mir gerade die Frage der Honigraumfreigabe bzw. die Erweiterung von meinen einzargigen Völkern.
    So schieß ich mal los was mir nicht so recht in den Kopf mag:


    Ich habe bei Bienen TV gesehen, dass dort die starken einzargigen Völker durch aufsetzen einer Zarge bei Beginn der Saalweide das Volk erweitert wird. Soweit okay, dann werden dort aber auch Völker erweitert durch untersetzen einer Leerzarge und aufsetzen des Honigraums. Da blicke ich nicht durch. Nach welchen Kriterien mache ich dies so?
    Das würde ja einem Volk gleich kommen welches 2 zargig überwintert hat und nun in die obere Zarge gewandert ist und dann den Honigraum aufgesetzt bekommt oder?
    Wenn nun ein Volk 2 zargig überwintert hat und nun die Bienen in die obere Zarge gewandert sind setzt Ihr während der Obstblüte den Honigraum auf? Dann ist doch auch die untere Zarge leer und dies würde doch dem Model von Bienen TV entsprechen-> Zarge unter die bestehende Zarge und dann Honigraum oben drauf?
    Dachte wir hätten letztes Jahr in Kurs dies so besprochen, dass einzargige Völker den Honigraum aufgesetzt bekommen und nach der Schleuderung wird der Honigraum zum zweiten Brutraum.
    Lass Ihr bei 2 zargig überwinterten Völker die unter Zarge drunter und wartet bis der Honigraum aufgesetzt wird oder nehmr Ihr die untere Weg und setzt wenn das Volk stark ist oben wieder eine Zarge auf und dann den Honigraum?


    Gruß Markus der wahrscheinlich sich zu viele Gedanken macht und sich selbst verwirrt

  • Hallo Markus, es kommt auf die Stärke der Völker an.
    Starke Einzarger erhalten zur Saalweidenblüte den 2. Brutraum aufgesetzt und spätestens zur Kirschblüte den Honigraum uber Asg.
    Schwächere Einzarger erhalten zur Kirschblüte zunächst den Honigraum aufgesetzt, denn den Honig möchte sich der fleißigE Imker nicht entgehen lassen. Anfang Mai kann man diesen Völkern dann einen Brutraum untersetzen. Hier müsste dann allerdings im Spätsommer zur Wabenhygiene die Räume getauscht werden.


    Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen. ...


    Grüße,
    Carsten

  • Hallo Markus,


    ich habe zwar keine wirklich Ahnung von 2räumiger Betriebsweise, aber der Simon erklärt das doch sehr schön. In der Imkerei muss man manche Sachen einfach aus Erfahrung machen oder eben ausprobieren. Oft führen viele Wege nach Rom und es gibt oft einen theoretisch richtigen Weg (z.B. erst BR erweitern und dann HR geben) und einen praktikablen. Warte dort (Bienen TV) einfach mal die nächsten Beiträge ab und achte auf die Erweiterung der etwas schwächeren Völker. Auch die größten Zander-2-Raum-Befürworter weichen gern mal von ihren Idealen ab... Und wenn man das konsequent zu Ende denkt landet man dann vielleicht bei einem Brutraum.


    Gruß Jörg

  • Hallo Markus,

    Zitat

    dann werden dort aber auch Völker erweitert durch untersetzen einer Leerzarge und aufsetzen des Honigraums. Da blicke ich nicht durch.


    Ich auch nicht, das hängt warscheinlich mit den Trachtverhältnissen zusammen.

    Zitat

    Wenn nun ein Volk 2 zargig überwintert hat und nun die Bienen in die obere Zarge gewandert sind setzt Ihr während der Obstblüte den Honigraum auf? Dann ist doch auch die untere Zarge leer


    nur wenn das Volk nicht beide Zargen füllt

    Zitat

    Lass Ihr bei 2 zargig überwinterten Völker die unter Zarge drunter und wartet bis der Honigraum aufgesetzt wird


    Das ist die Regel, je nach Örtlichkeit , wird die Süßkirschenblüte noch als Entwicklungstracht mit genutzt, sei denn, du bist ein Obstblütenwanderer.
    Wie Du siehst, es hängt alles von den Gegebenheiten ab.


    Gruß Jürgen

  • Hallo,


    ich hab mir die Videos mal angesehen. Im geschriebenen Text zu den Videos hat er auch erklärt warum er es unter anderen macht:
    "...der zweite Brutraum wurde nicht auf sondern untergesetzt, gleichzeitig kommt der Honigraum über Absperrgitter darauf. Der Brutraum ist nicht eingeengt oder angepasst, ich nenne ihn mal kunstvoll den „ermöglichten Brutraum“.
    Da das Brutnest bei den meisten Waben direkt am Absperrgitter mündet, wird jedes Quäntchen Honig über das Gitter gelagert. An einigen Standorten führte dies zu einem sehr frühen Eintrag an Kirschhonig – man kann damit sehr gut Sortenhonig abgreifen. Einige nach oben erweiterte Völker ballerten erst mal die Mittelwände voll, zunächst erscheint dies negativ, mittlerweile wurde ein Teil umgetragen und das Brutnest hat sich weiter ausgedehnt."


    Ich frag mich nur was die Bienen futtern wenn man den Sortenonig dann schleudert. Werden hier bei der Ernte nicht die Nachteile von 2 Bruträumen mit den Nachteilen von einem Brutraum kombiniert? Bei 2 BR dauert es natürlich bis Honig im HR ankommt, aber vom Honig im BR können sie nach der Ernte sehr gut zehren.
    Nur 1 BR führt dazu, dass der HR schneller gefüllt wird, aber wenn alle HR geschleudert werden darf keine Trachtlücke entstehen.


    Also ich imkere mit 2 BR in Deutsch-Normal. Der 2 BR wird bei mir immer aufgesetzt. Der untere BR wird entweder im Herbst oder im Frühjahr weggenommen und das alte Wabenwerk eingeschmolzen.
    Schwache Völker erweitere ich gar nicht mit einem BR sondern setze gleich den HR drauf. Im Spätsommer-Herbst bekommen diese Völker dann eine neue Königin. Ich bin Hobbyimker und nehme mir deshalb die Zeit. Ich bilde mir ein, dass die neue Königin im Herbst besser angenommen wird. Ich hatte auch noch keine Verluste, hab es aber auch noch nicht anders probiert.


    Starke Völker erstmal auf einer BR-Zarge zu lassen um eine Frühtracht mitzunehmen habe ich keine Lust. Bisher musste ich noch keinem Schwarm hinterherjagen und so soll es möglicht lange bleiben.
    Ich imkere seit 2012 und habe derzeit 6 Buckfast-Völker auf DN.

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!