Nun auch im Bier - Glyphosat

  • Eigentlich kann man davon ausgehen, dass die sehr gering belasteten Biere unter 1 Mikrogramm bereits eine Art Selbstkontrolle bei der Braugerste haben, sonst würden die Ergebnisse nicht ganz so weit auseinanderliegen.


    Kann auch sein, dass das von den Gerste-Chargen abhängt. Es wurden ja nicht mehrere Proben aus verschiedenen Chargen vom selben Hersteller gezogen und auf diesen Umstand wird auch hingewiesen. Das heißt, eine Biermarke, die jetzt einen niedrigen Wert hat, hat den nicht unbedingt bei der nächsten Charge auch, genauso wie umgekehrt. Vielleicht haben die Radeberger nur "Pech" gehabt.


    Kikibee

    Sorry, das mit dem Unwetter wünschen hat nicht funktioniert. Nur kalt und Gedröppel.

  • Hier muss der Biertrinker eben auch auf Bio umsteigen - traurig aber die einzige Möglichkeit.


    Zitat aus dem oben verlinkten Egghat-Text:


    Zitat

    a) Dass in der Studie keine Biobiere unter die Lupe genommen wurden, hängt möglicherweise eng mit dem Institut zusammen, das die Biere untersucht hat. Dieses steht der Bio-Branche nämlich nahe und will sicher nicht mit der Meldung "Glyphosat in Biobier" verwirren … Auch die Analysemethode ist nicht ganz unumstritten.


    Man kann dem Ganzen nicht ausweichen, das System ist durchgängig krank. Dann mal Prost!


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Moin zusammen,


    was mich in diesem Zusammenhang mehr aufregt ist die saublöde Erklärung warum diese Glyphosat-Konzentration nicht wirklich schädlich wäre - man müsste täglich 100l Bier trinken...


    Was ist wenn aber alle Lebensmittel ähnlich hohe Konzentrationen haben?


    Gruß Jörg

  • Hallo Jörg,


    und wenn das so ungefährlich ist, warum ist dann der Grenzwert im Wasser zu gering? Oder hat man den einfach mal irgendwann so festgelegt ohne nähere Erkenntnisse?


    Schönen Gruß


    Frank Mannefeld

  • Was ist wenn aber alle Lebensmittel ähnlich hohe Konzentrationen haben?


    Dann kannst Du persönlich Deine Einfahrt mit einer täglichen Morgengabe Mittelstrahl unkrautfrei halten UND wir als Gesellschaft sparen tüchtig Geld in der Altersversorgung.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Da wird doch so oder so eine Nebelkerze nach der anderen geworfen. Mal ehrlich: hat es denn wirklich jemanden überrascht, dass jetzt auch mal das Bier in der Reihe "besorgniserregende Entdeckungen" drankommt? Wenn man es analog zum Honig betrachtet, in dem alles enthalten sein darf, was in der Umwelt von den Bienen gesammelt wird, ist das nun wirklich keine böse Überraschung, dass auch im Bier wenigstens ein (irgendein) dubioses Mittel gefunden wird, was zum Anbau der Zutaten verwendet wird.


    Im Gegenteil:
    Mich überrascht eher, dass es ausgerechnet zum 500. Jubiläumsjahr des Reinheitsgebots publik gemacht wird. Wer weiß, vllt. hat ja auch hier die kalifornische Umwelt- und Gesundheitsbehörde ihre Finger im Spiel... Mich überrascht auch, was einige Interessenvertreter dazu im Radio gesagt haben, u.a. :
    "...um einen ernsthaft bedenklichen Wert zu erreichen, müsste man ca. 1000l Bier mit den festgestellten Werten pro Tag trinken, also muss sich niemand Sorgen machen..." - sinngemäß der Bundesgesundheitsminister gestern.
    "... diskussion um Glyphosat im Bier inakzeptabel, Reinheitsgebot ist nicht betroffen..." - Brauereivertreter.


    Da steckt mal wieder etwas anderes dahinter. Im Zweifel eine "PRO-Glyphosatkampagne" angeleiert durch die Chemielobby, vermittelt und vertreten durch die Bierindustrie. Weil man damit wieder eine Handhabe hätte, um irgendwas zu tricksen oder besser zu verkaufen. Weil Bier nunmal deutsches Nationalgetränk ist, ist der Aufschrei zu erwarten, genau wie er wieder im Nirvana verlaufen wird. Zweck erfüllt, Problem wurde mitgeteilt, alles Sorgen und Bedenken durch Schönrednerei zerstreut. Würde man beim Bier nachhaken, fände man sicher auch irgendwelche gentechnischen Spuren und anderen Dreck, darum nimmt man das beliebtere Thema Glyphosat, weil das immer gern genommen wird. Danke das wir darüber geredet haben...


    Gruß Andreas

  • Nee, ich denke das trifft das Image des Bieres schon am wunden Punkt und wird auch nicht so leicht zu verniedlichen sein. Zufällig war ich gestern nach Feierabend in einer Autoschrauberrunde (= nicht verdächtig Bio-affin zu sein) ein Bier trinken und da wurde auch intensiv darüber geredet. Das hat die schon erstaunt. Mein Nachbar (Bauer) hat ja sonst meine Bedenken zum Spritzmitteleinsatz mit dem solchen Sätzen "...kann man heutzutage bedenkenlos trinken..." und "... löst sich in 2 Wochen von selbst auf..." rausgeredet - kann er jetzt nicht mehr.


    Gruß Jörg

  • Nennt der DBV auch die Länder? EU/ nicht EU. Hört sich ja fast so "spaßig" an wie Biohonig aus nicht EU-Ländern.


    Gruß
    Martin


    Hallo Martin,
    davon ausgehend das gut 50% des Bedarfes an Getreide überwiegend aus Frankreich und Dänemark stammen beschränkt sich das auf die EU. Hier wäre jetzt zu hinterfragen ob es in beiden besagten Ländern andere Anwendungsbestimmungen gibt, wovon ich nun einfach mal ausgehe.


    Ich dachte bislang immer unsere Agrarindustrie wäre so erfolgreich das sie neben der Versorgung der heimischen Bevölkerung noch den Hunger in der Welt bekämpft und werde ob der Zahlen ständig eines Besseren belehrt. Was allerdings auch damit zusammenhängen könnte das man die hier unter strengen Auflagen produzierten Produkte lieber anderweitig verkauft, weil dort höhere Preise zu erzielen sind und zur Versorgung der heimischen Bevölkerung auf verseuchte Importe zurückgreift, getreu dem Motto "Für den deutschen Michel reicht der Dreck"...


    LG
    Andreas

  • Nach wie vor ist es mir nicht gelungen, Untersuchungen von Obst und Fruchtsäften bzw. Wein auf Glyphosat zu finden.
    Wenn man sich mit der gängigen Praxis befasst, die ich hier ständig vor Augen habe, Obstbaum- und Rebreihen mit Glyphosat zu entkrauten, wäre zu erwarten, daß sich hier ähnliche Verhältnisse finden lassen.


    Weiß da jemand mehr?


    Der Bienenfreund

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Der Riesenvorteil an der Bier Geschichte ist, daß es jetzt deutlich mehr Betroffene gibt. Kollegen, die mich vor 2 Wochen mit der Glyphosat Unterschriftsliste zum Teufel gejagt haben, baten heut drum zu unterschreiben.
    Beim Bier hört in Bayern der Spaß auf. Im Brot interessierts keinen.


    VG

  • Bitte beteiligt Euch an der Aktion des Umweltinstitut München unter https://www.umweltinstitut.org…at-raus-aus-dem-bier.html


    Der Bienenfreund

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Hallo Martin,
    davon ausgehend das gut 50% des Bedarfes an Getreide überwiegend aus Frankreich und Dänemark stammen beschränkt sich das auf die EU. Hier wäre jetzt zu hinterfragen ob es in beiden besagten Ländern andere Anwendungsbestimmungen gibt, wovon ich nun einfach mal ausgehe.


    Ich dachte bislang immer unsere Agrarindustrie wäre so erfolgreich das sie neben der Versorgung der heimischen Bevölkerung noch den Hunger in der Welt bekämpft und werde ob der Zahlen ständig eines Besseren belehrt. Was allerdings auch damit zusammenhängen könnte das man die hier unter strengen Auflagen produzierten Produkte lieber anderweitig verkauft, weil dort höhere Preise zu erzielen sind und zur Versorgung der heimischen Bevölkerung auf verseuchte Importe zurückgreift, getreu dem Motto "Für den deutschen Michel reicht der Dreck"...


    LG
    Andreas


    Hallo Andreas,
    habe nach Glyphosat in dänischem Getreide gesucht.
    http://www2.mst.dk/Udgiv/publi…/09/978-87-93178-95-3.pdf
    da ich kein dänisch kann per GoogleÜbersetzer
    https://translate.google.de/translate?hl=de&sl=da&u=http://www2.mst.dk/Udgiv/publikationer/2014/09/978-87-93178-95-3.pdf&prev=search


    Das wichtigste daraus: "Die EU hat jeweils die Höchstmengen (MRL) für Glyphosat in Getreide hergestellt. 20 mg / kg für Gerste und
    Hafer und 10 mg / kg für Weizen und Roggen"


    Interessant ist auch http://www.cheminova.dk/dk/tek…kaempe_kvik_og_ukrudt.htm
    Via GoogleÜbersetzer https://translate.google.de/translate?hl=de&sl=da&u=http://www.cheminova.dk/dk/teknisk_service/artikler/optimale_vilkaar_for_at_bekaempe_kvik_og_ukrudt.htm&prev=search


    => Braugerste darf in der EU 20mg/kg enthalten, da brauchen wir uns über die Ergebnisse im Bier nicht wundern.


    LG Martin