Nun auch im Bier - Glyphosat

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    Ist wirklich die Braugerste der Träger vom Glyphosat oder doch nicht eher der Hopfen? Kann überhaupt die Braugerste noch ankeimen, wenn sie so stark mit einem Gift behandelt ist?
    Wie sieht es denn mit Brot u.a. Backwaren aus? Auch so stark belastet?
    Und wie sieht es im Honig von Kulturpflanzen aus? z.B. Raps?


    Eine große Mitschuld trägt die EU, die die pfluglose Bodenbearbeitung fördert (mit Subventionen!) und auch damit das "Totspritzen" von "Unkräutern" im Acker als "Gute landwirtschaftliche Praxis" fordert.
    "Wenn die Weisen gehen, erobern die Narren die Festung"

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)


  • Beim Bier hört in Bayern der Spaß auf. Im Brot interessierts keinen.


    Bei Verallgemeinerungen, wie etwa "Glyphosat im Mehl" störts keinen. Du kannst dir aber sicher sein, dass die Leute nicht mehr beim Lidekaldi kaufen, wenn die der Spitzenreiter bei der Belastung ihrer 17-Cent Brötchen sind und es deutlich geringer belastete Alternativen gibt.


    Die Konzerne, die es jetzt beim Biertest böse erwischt hat, ob durch Zufall oder einfach Pech oder Unwissenheit, werden die Folgen deutlich zu spüren bekommen.


    Wenns Aktiengesellschaften sind, betrifft das auch den Börsenwert. Und mit dem Wissen um solche Untersuchungen kann man dann auch wunderbar auf steigende/fallende Kurse setzen. Das wird noch lustig die nächste Zeit, den Letzten beißen bekanntlich die Hunde.


    Grüße Sven

  • Heute im Radio (EinsLive):


    Ein Chemiker ruft an und sagt, dass das Glyphosat doch gar nicht so schlecht ist. Es wäre auch ein Emulgator(?). Wenn man eine Portion fettige Pommes zum Bier ist, würde das Glyphosat das Fett teilweise binden, so dass man dies nicht mehr auf die Hüfte bekommt.

    Der größte Fehler meines Lebens war es, mir von anderen Leute sagen zu lassen, was ich nicht kann. (Arthur Boorman)

  • Nach wie vor ist es mir nicht gelungen, Untersuchungen von Obst und Fruchtsäften bzw. Wein auf Glyphosat zu finden.
    Wenn man sich mit der gängigen Praxis befasst, die ich hier ständig vor Augen habe, Obstbaum- und Rebreihen mit Glyphosat zu entkrauten, wäre zu erwarten, daß sich hier ähnliche Verhältnisse finden lassen.


    Weiß da jemand mehr?


    Der Bienenfreund


    Mehr zum Thema Rückstände bei Tafeltrauben:
    http://www.cvuas.de/pub/beitrag.asp?subid=1&Thema_ID=5&ID=1840&Pdf=No&lang=DE
    Es finden sich auch in deutschen Tafeltrauben Rückstände des Glyphosat-Metaboliten über der Höchstmenge: Zitat "In der zweiten einheimischen Probe lag der nachgewiesene Gehalt für den Stoff Trimethylsulfonium-Kation, der sich bei der Verwendung von Glyphosat bildet, mit 0,21 mg/kg Trauben deutlich über der gesetzlich festgelegten Höchstmenge von 0,05 mg/kg Trauben. Pflanzenschutzmittel, die den Wirkstoff Glyphosat enthalten, sind in Deutschland für eine Anwendung bei Tafeltrauben zugelassen."


    Bzgl. Gerstenmalz sollten wir uns von der Illusion des guten "einheimischen" Malzes und der giftigen Produkte aus dem Ausland verabschieden.
    Die zu uns importierte Braugerste kommt v.a. aus UK, Frankreich, Dänemark, Schweden, Irland und wird dort unter den gleichen rechtlichen Bedingungen produziert wie deutsche Ware.


    So langsam sollte sich doch die Erkenntnis breit machen, dass die in Deutschland Jahr für Jahr versprühten über 40 Tausend Tonnen PSM-Gifte sich nicht nach Anwendung vollständig in CO2 und Wasser auflösen, sondern in der Umwelt, Wasser, Boden, Nahrung - und in uns - verbleiben.


    Empörung über ein paar Brauereien, die unser Grundnahrungsmittel Bier vergiften hilft da wenig. Es gibt nur eine korrekte Lösung: Schluss mit dem Agrarwahnsinn !


    kelte

  • Kinder sind mit Glyphosat überproportional belastet und nächste Woche gibt es von der EU den Freifahrtschein für die Gifte für weitere 15 Jahre, trotz der Warnung der WHO und vieler namhafter Wissenschaftler, es siegt eben immer der schnöde Mammon:


    https://www.boell.de/de/2016/0…fassendsten-datenerhebung


    Und die Zukunftsaussichten:


    https://netzfrauen.org/2015/01…ldren-will-autistic-2050/


  • Empörung über ein paar Brauereien, die unser Grundnahrungsmittel Bier vergiften hilft da wenig. Es gibt nur eine korrekte Lösung: Schluss mit dem Agrarwahnsinn !


    Empörung hilft da wenig. Aber das Kaufverhalten danach ausrichten, das hilft. Aber dazu muss der Verbraucher wissen, was er kauft.



    Bzgl. Gerstenmalz sollten wir uns von der Illusion des guten "einheimischen" Malzes und der giftigen Produkte aus dem Ausland verabschieden.


    Nicht alles in einen Topf werfen. Es waren doch auch einige Brauereien mit vergleichsweise gering belasteten Bieren dabei. Es ist bei weitem nicht alles in gleichem Maße belastet. Da müssen die Brauereien halt über den Druck des Verbrauchers zu spüren bekommen, was man in den Braukessel hineingeben kann und was man besser bleiben lässt.


    Solche Untersuchungen dann noch bei Backwaren, Nudeln, Fleisch und anderen Grundnahrungsmitteln, wie man sie fertig im Verbrauchermarkt kaufen kann und schon würden da einige ganz schön blöd aus der Wäsche gucken, genau wie die daran beteiligten Erzeuger aus der Landwirtschaft. Und andere würden sich eine goldene Nase verdienen, weil sie halbwegs drauf geachtet haben, keinen Sondermüll zu verarbeiten.


    Ist eigentlich kein großer Aufwand, auf diese Art und Weise einen enormen Verbraucherdruck zu erzeugen. Und die Kasperl vom BFR bräuchte man dazu auch nicht, die haben sowieso keinerlei Kompetenzen.


    Grüße Sven

  • Druck über die Nachfrage - das ist die Lehrbuchtheorie.
    Die Lebensmittelskandale der Vergangenheit zeigen aber, dass in einem meist nur kurzen Hype die Nachfrage nach den betroffenen "Skandalprodukten" einbricht, der Verbraucher dann aber in das alte Konsumverhalten zurückkehrt.
    Gerade beim Bier ist die Markentreue sehr ausgeprägt. Ein Trinker der Marke XYZ wird trotz Glyphosat bei seiner Kaufentscheidung bleiben und sich sagen "das Zeug ist eh überall drin".
    Womit er nicht ganz unrecht hat: PSM und Umweltgifte verteilen sich langfristig statistisch in der Umwelt - es wird immer schwieriger rückstandsfreie Produkte zu erzeugen - das spüren viele Biobetriebe und vor allem Bio-Imker.
    Dann kommt noch hinzu, dass der Mehrheit der Deutschen eine nachhaltige und gesunde Ernährung im Endeffekt nicht viel (Geld) wert ist. Der Anteil Ernährung an den gesamten Konsumausgaben ist vergleichsweise niedrig. Vielen Deutschen ist der jährliche Malle-Urlaub mit all-you-can eat&drink sowie alle drei Jahre eine neues Automodell wichtiger.
    Daher glaube ich, dass es die Information des Verbrauchers und seine Nachfrage"macht" nicht alleine richten werden.
    Hinzu kommen muss auch mehr Druck von oben durch Politik und Verbände auch auf die Erzeugerseite - da müssen wir alle ran, bei jeder Wahlentscheidung.
    Und das allerwichtigste: Bildung von Produzent und Verbraucher.
    Solange in der Ausbildung der Gärtner und Landwirte die konventionelle Produktion der Standard und Bio die Ausnahme ist, wird sich nicht viel ändern.
    Solange ausgelernte Junglandwirte nur Spritzschemen für PSM herunterbeten können, aber von Bestäuberökologie keine Ahnung haben, solange sie noch nie ein wegen PSM-Vergiftung sterbendes Bienenvolk gesehen, oder ein Fischsterben in einem Gewässer wegen Substrateintrag erleben konnten, wächst eine neue chemiehörige Generation von Söldnern der Agrarchemie heran (die Berufsbezeichnung Landwirt oder Bauer sollte man diesen Personen nicht gönnen), die schwierig zur Wende zu bewegen sein wird.
    Auch wenn der Satz mancherorts gerade von Idioten missbraucht wird: WIR sind das Volk!
    Wir müssen der Agrarmafia einheizen !


  • Guten Abend Jörg,


    das ist ganz sicher ein absolut berechtigter Einwand. Und dazu müsste dann gleich noch die Frage kommen:
    Wie sind diese als unbedenklich geltenden Grenzwerte zustande gekommen?


    Liebe Grüße und schönen Samstagabend
    DOMMY

  • Der Artikel ist wirklich dreist! Sowas habe ich schon lange nicht mehr gelesen.


    Gruß Jörg


    Das Problem ist, dass eigentlich nichts falsches in dem Artikel steht. Es ist eine Aufzählung bzw. Gegenüberstellung mehrerer Stellungnahmen und Untersuchungen. Dass es mehr einen Kommentarcharakter hat, als den einer Nachricht, ist allerdings auch klar. Die Frage nach dem Zustandekommen der Grenzwerte und die Summe der aufgenommenen Giftmenge sollte aber wesentlich mehr beachtet werden. Hat nur bisher noch keiner gemacht. Zumindest nicht veröffentlicht, oder?
    Vielleicht sollte man wirklich mal in Brot, Müsli, Kartoffeln, Zucker (in jeder Form) Gemüse............. enthaltene geringe Mengen zusammenzählen. Da dürfte dann auch mal ein Wert jenseits der Grenzwerte auftauchen. Selbst bei einem einzigen Wirkstoff. Nimmt man mehrere zusammen, sieht das ganze schon wieder um einiges schlimmer aus.
    Aber das ist ja viieel zu aufwändig. Wer sollte eine solche Untersuchung denn bezahlen? Zumal das ja auch niemand wirklich nachweisen will.