Wachs einfach schmelzen ohne Neuanschaffungen

  • Hallo liebe Kollegen,


    mein zweites Imkerjahr bricht nun an, und ich mache mir Gedanken zum erstmaligen Einschmelzen meiner Waben. Dazu habe ich ein paar Fragen an Euch und bitte um Eure Kommentare.


    1. Da ich weder einen alten Einkochautomaten noch einen Waschkessel habe, habe ich mir folgendes überlegt:
    a) große Plastikwanne mit kochendem Wasser befüllen, und Rähmchen eintauchen.
    b) den heißen Sud aus Wasser und Wachs über ein Nudelsieb und einen Nyonstrumpf in einen Eimer gießen, und erkalten lassen.
    Ist das ein gangbarer Weg?


    2. Welche Waben kann ich einschmelzen? Bisher habe ich lediglich von Brutwaben gelesen, was aber ist mit den alten Futterwaben? Kann ich diese auch gleich mit einschmelzen, oder sind diese aufgrund der Futterreste (Apiinvert, etc.) nicht dazu geeignet?


    Danke für Eure Tipps!
    Gruß, Larry

  • Einschmelzen kann man alle Waben. Eventuelle Futterreste usf. werden beim Klären des Wachses abgetrennt. Wie es mit Rückständen im Wachs steht, ist eine andere Frage, deswegen wird eine offener Wachskreislauf empfohlen.


    Bei dem genannten Eintauchverfahren, wird das Wachs nicht schnell genug schmelzen, bzw. das Wasser zu schnell abkühlen. Ohne laufende Beheizung wird das nicht gehen.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo Larry,


    um wie viele Waben handelt es sich denn auf einmal? Dein heißes Wasser in der Plastikwanne wird vermutlich nicht lange heiß genug bleiben. Schon gar nicht, wenn Du volle Futterwaben dazugibst, die brauchen viel Wärme, bis sie heiß sind.


    Wenn sich die Menge in Anfänger-Grenzen hält, kannst Du das Wachs einfach ausschneiden (auch an den Drähten entlang) und alles direkt mit Regenwasser in einem ausrangierten oder billigen neuen Edelstahlkochtopf erhitzen. Wenn das Wachs flüssig ist, kannst Du z.B. mit einem Küchensieb die festen Bestandteile schon mal rausfischen. Den Rest dann durch ein Teesieb in leere große Jogurtbecher schöpfen und erstarren lassen (dabei immer eine Bodenschicht mit Wasser in die Becher mit abfüllen, ich glaube, dann geht der Block einfacher wieder raus.)


    Aber gib Dich keinen Illusionen hin. Mit diesen Methoden brauchst Du zwar erst mal zum Wachsschmelzen nichts anschaffen, aber danach brauchst Du neue Töpfe, Küchensiebe, Schöpfkellen etc zum Kochen. :wink:


    Kikibee

    With lots of room for improvement.

  • Hallo Larry
    So wie Du es Dir vorstellst wird es wegen des zu schnellen Abkühlens nicht funktionieren.
    Mein Tip - wenn Du nicht zuviel Zeugs schmelzen mußt - Schaffe Dir vom nächsten Flohmarkt einen Entsafterkochtopf und eine Kochplatte an. Lasse Dir von jemandem erklären, wie diese Dinger funktionieren und was man nicht machen darf. Mit einer solchen Apparatur kannst Du in der kleinen Hobbyimkerei alles ausschmelzen was anfällt. Aber es ist auch Ferkelei, z.B. bei Drohnenwachs.
    Aber wenigstens hältst Du die Kosten erstmal in Grenzen. Zum Wachsklären brauchst Du dann aber ja noch einen alten Kochtopf.
    Die Investitionen machen sich aber bezahlt, wenn Du z.B. das Wachs in Zahlung geben oder sonst wie in Geld umwandeln kannst.
    In einem Sonderpostenmarkt bei uns kostet ein Entsafter aus Edelstahl sogar nur 35,00€, die Herdplatte sowas bei 15,00€.
    Viel Spaß wünscht Dir
    Ralf, dessen letzter Wachsklotz aus dem vergangenen Jahr gerade abkühlt..

  • http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=37558


    Oder klassisch mit einem (Selbstbau-) Sonnenwachsschmelzer.



    Im 2. Imkerjahr irgendwie rumhantieren, das habe ich auch hinter mir (inkl extra fürs Imkern angeschaffter (zu kleiner) Edelstahltopf). Hätte ich gleich meinen Dampfwachsschmelzer gehabt, hätte ich mir das Experimentieren damals auch sparen können.



    zum Klären habe ich übrigens auch eine Kochplatte und einen 20-30l Edelstahltopf (der 2. dafür angeschaffte Topf).


    Stefan

  • ...Zum Wachsklären brauchst Du dann aber ja noch einen alten Kochtopf...


    Von einem Kochtopf rate ich dringend ab.
    Nimm lieber einen Baueimer. Der ist konisch und der Wachsklotz rutscht leicht raus.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Von einem Kochtopf rate ich dringend ab.
    Nimm lieber einen Baueimer. Der ist konisch und der Wachsklotz rutscht leicht raus.


    Also ich würde niemals nicht im Traum daran denken, einen Baueimer auf der Herdplatte zu erwärmen! ;-)


    Natürlich vergessen: das im Topf erwärmte Wasser/Wachs gemisch wird durch ein Haushaltssieb in einen Kunststoffeimer umgefüllt und kommt in eine Syroporkiste zum laaaangsam erkalten.


    ;)


    Stefan

  • Hallo Larry,
    schlicht und einfach, lass die Sonne für dich arbeiten.
    Seit 1991 wird bei mir nicht mehr gekocht, oder ausgepresst, ich habe mir einen Sonnenwachsschmelzer gebaut, und lass die Sonne für mich arbeiten.
    Ob Baurahmen mit Drohnenbrut, oder alte Brutwaben, auch mit Futterreste drin, die Sonne macht es.
    Das Wachs wird in einer Kastenkuchenform aufgefangen, nach dem Erkalten, kommt der Block in einen mit Wasser gefüllten Eimer, somit trennen sich Futterreste, Honigreste, vom Wachs.
    Den Trester gebe ich auf dem Kompost.
    Bei bedarf, wegen Unsauberkeit des Wachses, lass ich den Wachblock noch einmal im Sonnenwachsschmelzer durchlaufen, schon ist er sauber.
    Sonnennwachsschmelzer gibt es ja auch im Imkerladen, selbst Bauen ist billiger,
    Außerdem kann man ihm in der Größe bauen wie er benötigt wird.


    Gruß Jürgen

  • Das Kruppi-Modell funktioniert prima UND man kann sämtliches Wachsgedöns den Rest des Jahres darin verstauen. :daumen:
    Kann ich bestätigen!


    Kikibee


    Hallo,
    kann ich nur bestätigen. Ich benutze das gleiche, nur mit einer ausrangierten Beute als Dampfkessel.
    Dampferzeuger (1200 W) für 25 Euronen.
    Oder der Vorschlag von Jürgen.
    Hab selber lange mit Eigenbau Sonnenwachsschmelzer gearbeitet. Ist unglaublich was die für Hitze entwickeln.


    Gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.