Problem mit Wassergehalt

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    Ja, Sanni,


    irgendwie hab ich das Gefühl, das könnt's gewesen sein. Die Waben wurden zwar meistens von den Bienen nach der Ernte sauber geputzt, aber die Zellenlänge blieb. Und bei der polnischen Beute war es ja das erste Mal, also mit MW. Ich neige dazu zu sagen, das könnte der berühmte Kopf des Nagels gewesen sein.
    Danke!
    Bernd

  • Hallo Sanni,
    dann ist ja der Bericht in der letzten BF-Imker 2/16 "In Vergessenheit geratenes altes Imkerwissen" die HR-Waben bis auf die Mittelwand abzuschroten, eine gute Lösung trockenen Honig zu bekommen. Wenn auch sehr arbeitsintensiv, mit viel Übung soll man 100 Waben/Stunde.


    Grüße Martin

  • Ich hatte in den Vorjahren auch immer mit eher höheren Feuchten zu kämpfen im Gegensatz zu meinen Kollegen.


    Heuer ist es aber genau umgekehrt! Alle jammern, die meisten haben kaum unter 18%, meist in Richtung 19%, obwohl voll verdeckelt.
    Bei dem Wetter heuer in Südbayern eigentlich kein Wunder, wir hatten REGEN, REGEN, REGEN und wenn Sonne, dann tropisch-feucht-schwül.
    TROTZDEM war ausgerechnet bei mir dagegen heuer alles super.


    Man muss halt auch ein wenig Geduld haben und nicht aus zu großer Angst vor kristallisiertem Rapshonig zu früh schleudern. Lieber ETWAS zu lange drin lassen, ein paar Gramm auskristallisierten Honig in den Waben akzeptieren und dafür den Rest richtig trocken rausbekommen.
    Ein paar der hier genannten Tricks habe ich auch noch umgesetzt, es lohnt also.


    Zitat

    Ich frage mich, wie schaffen das die Berufsimker,


    Ich denke, aufgrund der großen Völkerzahl können die nicht einfach überall "länger warten", sondern es wird geschleudert, sobald der Honig halbwegs reif ist. Daheim wird der Honig dafür dann vermutlich intensiv getrocknet, Stichwort Bautrockener oder professionelle Trocknungsgeräte.
    Schon aufgrund der Masse dürften die immer auch Chargen dabei haben, die nicht optimal trocken sind, daher haben die garantiert alle solche Vorkehrungen getroffen. Denn die können es sich nicht leisten, jedes Jahr ein paar Tonnen Honig zu verwerfen, nur weil die nicht trocken genug sind.


    Und wenn die es nicht selber machen, spätestens die ganz großen Abfüller werden den Honig sowieso großtechnisch trocknen. Die machen ja noch ganz andere Sache mit dem Honig, damit er wirklich immer genau gleich schmeckt, aussieht und fließt.


    Übrigens: Die Zahl der Bienen im HR sagt auch nicht alles.
    Manchmal sind auch viele Bienen im HR, weil frischer Nektar reingetragen wird und dann ist da drin alles feucht.
    Dafür sind manchmal wenige Bienen im HR, weil der Honig schon trocken und fertig ist, was sollen die Bienen dann noch da? Sie gehen dann lieber in andere Bereiche der Beute, wo noch feuchter Honig ist, z.B. in den HR darunter oder darüber.


    Wenn Bienenfluchten nicht richtig zu funktionieren scheinen, ist das auch immer ein Warnzeichen für unreifen Honig.


    Gruß
    hornet

    Ja, spinn' i oder bien i?

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von hornet () aus folgendem Grund: ergänzt

  • Sannis Rapsversion bestätigt meinen Verdacht, dass die Menge und die Geschwindigkeit des Nektareintrags wesentlich sind. Ihr müsst Euch also entscheiden, was Ihr wollt: Viel Honig oder trockenen Honig. Bei einer Massentracht wird auch gerne mal 20 % Honig verdeckelt. Die Mittelwände bzw. abgeschroteten Wände können nicht so schnell befüllt werden. Da muss erst mal unter Wärmeeinwirkung ausgebaut werden. Das kostet Honig und Zeit. Sehr viel auf Vorrat bauen die Bienen nicht aus. Die bauen auch nur viel, wenn Lagerraum benötigt wird.


    Auch wenn ich es nicht gerne zugebe, aber die gut isolierten Plastekisten haben bei dem Wassergehalt definitiv Vorteile.


    Blöderweise schmeißt der Jörg mit seinem trockenem Honig wieder alle Erklärungsversuche über den Haufen. Das kann dann wohl nur an den (vorsicht Vorurteil) furztrockenen Brandenburger Sandböden liegen. ... oder vielleicht schon am Wärmebrett und der Honiglagerung ausschließlich über dem Brutnest.

  • Meine Brutsammler hatten in diesem Jahr nach der letzten Tracht die über dem Absperrgitter auslaufenden Brutwaben mit Blatthonig vollgefüllt, größtenteils unverdeckelt. Da ich in den Völkern für diese Waben (DNM 1,5) keine Verwendung hatte, musste ich sie schleudern. Eine Probeschleuderung ergab einen Wassergehalt von 19,3%. Ich setzte die Waben dann vor weiterem Schleudern für 24h in einen trockenen Luftstrom von durchschnittlich 32°C und anfänglich 45% Luftfeuchte am Luftauslass. Nach 24h betrug die Luftfeuchte am Luftauslass 28%. Danach wurde geschleudert. Der Wassergehalt betrug jetzt 17,0%.
    Meine Meinung zur Größe des Honigraums: Wenn die Bienen durch einen zu kleinen Honigraum wenig Platz haben, dann sind sie bei einer Massentracht gezwungen, den Honig übereinander zu stapeln, bevor er reif ist. Insbesondere bei Dickwaben kommt das Wasser durch Diffusion dann nicht mehr ausreichend heraus. Deshalb gebe ich reichlich Honigraum, bis zu 8 Halbzargen mit Dickwaben. Die Bienen verteilen den Nektar dann so ziemlich über alle Waben und erzeugen somit eine große Oberfläche. Sie ziehen den fertigen Honig zur Verdecklung dann aber auf relativ wenigen Waben zusammen. Mir scheint, dass so die Bienen bei Massentrachten bessere Chancen haben, den Honig ausreichend zu trocknen. Meine Erfahrungen beziehen sich auf die Segeberger, wo mit relativ wenig Bienen ausreichend hohe Innentemperaturen erreicht werden können. Ob das bei Holzbeuten auch so funktioniert, weiß ich nicht.


    Gruß Ralph

  • Hallo!


    Seitdem ich mit Bodenbrett arbeite sind die Wassergehalte insgesamt durchschnittlich niedriger. Die Bienen können das Stockklima insgesamt besser regeln und den Honig besser trocknen. Das gilt für meine Holzbeuten. Ein ausreichendes Platzangebot im Honigraum kann ich insofern bestätigen, dass der auf große Flächen im HR verteilte Honig bei guten Völkern auch trockener ist.


    Zudem habe ich einen Bautrockner zum entfeuchten meines Kellers.


    Lüfter sorgen für Zirkulation.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)