Problem mit Wassergehalt

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    Ich möchte am Wochenende schleudern, allerdings ist nahezu Dauerregen angekündigt. Kann man bei so einer Wetterlage problemlos schleudern oder riskiert man hierbei einen hohen bze. erhöhten Wassergehalt?

  • Wieso, schleuderst du im Freien? :wink:


    Wenn du die Waben nicht gerade im Regen nass werden oder stundenlang draußen rumstehen lässt, macht das doch überhaupt nichts. Honig "zieht" natürlich Wasser, aber doch nicht in Sekundenschnelle.
    Hast du vor der geplanten Entnahme der HR wenigstens Bienenfluchten eingelegt, mindestens einen halben Tag vorher? Weil mühsam Wabe für Wabe abkehren im kalten Regen ist sicherlich weniger gut.
    Aber kurz Bienenfluchten einlegen (auch bei Regen), halben bis ganzen Tag später HR abnehmen (auch bei Regen) ist sicherlich kein Problem für die Honigfeuchte. Eher schon für die Bienen, weil denen das bestimmt nicht gefällt.


    Wenn es schon ein oder zwei Tage geregnet hat, ist das sogar gut für die Honigfeuchte, weil derweil kein neuer, nasser Nektar reingekommen sein dürfte, die Bienen den Honig aber weiter getrocknet haben, sofern die Bienenmasse stimmt. Stimmt sie nicht, kann er allerdins in dieser Zeit auch feuchter geworden sein.


    Gruß
    hornet

  • Ich stecke dieses Jahr in einem Dilemma welches ich bisher nicht kenne. Am Wochenende habe ich den Wassergehalt meines Honigs gemessen. Bisher hatte ich in keinem Jahr ernsthafte Probleme mit dem Wassergehalt. Doch dies Jahr liegt der Wassergehalt des verdeckelten Honigs (mehrfache Messungen von zentralen Honigraumwaben) bei allen Völkern zwischen und 19,x% im besten Fall und über 21% im schlechtesten Fall.


    Mein Refraktometer habe ich neu kalibriert und auch gegen ein zweites Refrktometer verglichen, sodass ich hier einen Fehler eigentlich ausschließen kann.


    Ich vermute mal, dass der verdeckelte Honig nicht mehr so stark nachtrocknet das er halbwegs trocken zu schleudern ist? Vorallem müssten die Bienen ja bei den schlechten Wetter der vergangenen Wochen mehr als genug Zeit gehabt haben den Honig entsprechend zu trocknen.


    Welche Möglichkeiten bleiben um die Ernte der Frühtracht zu retten? Ist drin lassen bis zur Sommerernte eine Option oder bringt das wenig?

  • Könnte es nicht Theoretisch helfen, wenn man die verdeckelten Zellen aufkratzt? So das die Bienen noch mal ran müssen. Oder würden sie die Zellen einfach wieder verschließen?


    Aussichtreicher scheint mir zu sein, wenn Du den HR ganz nach unten setzt und oben eine Zarge mit Leerwaben aufsetzt. Die Bienen werden den Honig nach oben tragen.

  • Muss man die Waben dazu aufkratzen bzw. entdeckeln?


    Meiner Meinung nach ja. Warum sollten sie sonst umtragen? Wenn du Honigräume aufsetzt, wird ja der verdeckelte Honig auch nicht wieder geöffnet, um ihn nach oben zu tragen.
    Ob es überhaupt so funktioniert, würde ich auch nicht pauschal bejahen.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Brauchst Du nicht zu entdeckeln, die tragen das vom Flugloch weg um weil die Sorge haben, dass andere das klauen - diese Sorge solltest Du aber teilen: wenn grade bei Dir keine Tracht ist, mach das Flugloch kleiner! Und Mutti brütet dann gerne Mal in diese Waben rein, wenn Du kein ASG dazwischen legst - da kommen dann aber die Drohnen nicht durch, also diese gelegentlich abfliegen lassen, weil die verstopfen sonst das Gitter. Alles viel Aufwand für wenig Honig - mach doch Bärenfang oder Met draus?


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo zusammen,


    nachdem einige Zeit seit meiner ersten Anfrage vergangen ist, will ich wenigstens kurz den Faden noch einmal aufnehmen. Aufgeschreckt durch meine letztjährigen Erfahrungen habe ich in diesem Jahr besonders darauf geachtet, nicht zu früh zu schleudern. Also habe ich erst am 11. Juni zum ersten Mal geerntet (Soester Börde). Leider wieder wenig ermutigende Ergebnisse. Das hatte sich schon vorher durch Probemessungen angekündigt. Lediglich ein Teil der Ernte hatte 18%. Wieder bemühte ich verschiedene Menschen. Ein benachbarter Imker hatte bereits um den 26. Mai geschleudert, nach seiner Auskunft mit guten Werten. Er imkert mit Segebergern.
    Nach meiner Anfrage in einem Bieneninstitut kam superschnell eine ausführlich Stellungnahme. Ich führe hier mal die Gesichtspunkte an, die da genannt wurden:


    1. Ist Ihr Refraktometer richtig kalibriert? Hier hat Ihnen Ihr Imkerkollege wahrscheinlich schon geholfen.
    2. Die Beuten sollten wirklich voll besetzt sein, auch die Honigräume. Also nicht nur ein paar versprengte Bienen auf den Honigwaben.
    3. Wie groß ist das Flugloch, ist der Boden offen? Bei schwüler Witterung können sich Gitterböden und große Fluglöcher negativ auswirken.
    4. Wie sieht Ihr Beutenstandort aus? Sie sollten hier genauer hinschauen, ev gibt es negative Faktoren, die Sie noch nicht mit in Betracht gezogen haben.
    5. Ist auszuschließen, dass irgendwo Tracht ist und zu viel frischer, feuchter Honig mit in die Schleuder geraten ist?
    6. Imkern Sie mit Buckfastbienen? Oder haben schon mal an Umweiselung gedacht?


    Viele der Gedanken sind mir schon bei Euren Beiträgen begegnet und sind auch einleuchtend, aber die meisten Gesichtspunkte treffen - nach meiner Meinung - in meiner Situation nicht zu. Ich habe fast nur vollkommen gedeckelte Waben (Dickwaben) geschleudert. Bei einer Vergleichsmessung beim benachbarten Imker, stellte er mit seinem Refraktometer bei meiner Honigprobe ebenfalls die hohen Feuchtigkeitswerte fest.
    Stichwort Bienenbesatz: Die abgeschleuderten Honigräume waren üppig mit Bienen besetzt.
    Interessant war folgende Beobachtung: Ein kleines Völkchen in einer polnischen Trogbeute (Dadant Blatt), dessen Honigraum in die äußere Beutenkiste eingesenkt ist, hatte fleißig eingetragen. Allerdings waren relativ wenige Bienen im Honigraum, die ich bei der Ernte abfegen musste. Von diesem schwachen Volk, mit dünn besetzen Honigwaben (ebenfalls Dickwaben) war der geerntete Honig mit 16,9% wirklich befriedigend (das merkte man schon beim Schleudern).
    Was den Beutenstandort betrifft: Einige Völker stehen tatsächlich an einem nicht günstigen Ort, von einem Wäldchen im Osten begrenzt, wo erst Mittag die Sonne hinkommt (hier stehen die polnischen Beuten aber auch). Aber der zweite Stand mit ebenso ungünstigen Ergebnissen hat volle Sonneneinstrahlung zur Verfügung.
    Bleibt eigentlich nur die Beobachtung des trockenen Honigs in den gut isolierten polnischen Trogbeuten und das gute Ergebnis des Nachbarn in Segebergern. Aber dass ich in den normalen einfachwandigen modifizierten Dadantbeuten zu keinem reifen Honig kommen soll, leuchtet mir trotzdem nicht ein.
    Wäre da noch der Punkt 6 in der obigen Liste, der mich natürlich besonders irritiert. Gibt es denn Beobachtungen, dass die Buckfastbiene weniger trockenen Honig produziert als andere Rassen?!


    Bis jetzt ein unbefriedigendes Ergebnis meiner Nachforschungen. Irgendwas scheine ich nicht richtig zu machen. Ziemlich deprimierend im Blick auf die Ernte.


    Trotzdem herzliche Grüße!
    Bernd

  • 6. Imkern Sie mit Buckfastbienen? Oder haben schon mal an Umweiselung gedacht?


    Was'n Quatsch. Die Bienenrasse hat nun echt keinen Einfluß auf den Wassergehalt. Allenfalls durch unterschiedliche Volksstärken. Ich hab auch meine Probleme mit dem Wassergehalt in den Dadantbeuten. Ich schiebe das teilweise auf den nicht mit Brut belegen Teil des Brutraums hinter dem Schied. Gleicher Stand Zander einräumig hat die Probleme nämlich nicht, und beide sind rappelvoll mit Bienen. Hab in beiden Formaten Carnica und Buckfast, und diesbezüglich unterscheidet sich nix. Irgendwas mach ich auch noch falsch.


    Imkern is a stage for learning.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife