Problem mit Wassergehalt

  • [size=12]Wenn die Schleuderung so glatt und durchdacht vor sich geht wie bei Wolfgang, spielt die Luftfeuchtigkeit im Schleuderraum wahrscheinlich doch eine mehr untergeordnete Rolle. Bei mir geht das eher nicht so fix und die Beschreibung von hornet: "Siebe, Eimer, Umschütten, Rühren" trifft da ganz trefflich auf meine verbesserungswürdige Praxis zu.


    auch wenn du deine und meine Praxis für schlecht, d.h. verbesserungswürdig betrachtest: Auch WFLP muss irgendwann seinen Honig weiter umfüllen, auch er muss wahrscheinlich rühren, sieben etc. Dass er es nicht beim Schleudern macht, bedeutet nur, dass er die Arbeiten auf verschiedene Termine verteilt - die Kontaktzeiten mit der Luft sind in Summe früher oder später also in etwa gleich. Wie effizient das Umfüllen, rühren, sieben etc, vonstatten geht, ist bei all dem ja gar nicht gesagt worden, da mag es auch noch Unterschiede geben.


    Ich möchte jetzt aber schon noch wissen, WARUM


    luffi meint, ein geschlossener Boden der Beute im Sommer wäre förderlich für die Trocknung des Honigs?


    Auch möchte ich wissen, WARUM


    Bernhard meint, eine Deckeldeämmung der Beute im Sommer wäre förderlich für die Trocknung des Honigs?


    Eine Deckeldämmung generell ist gut, gege Kälte und Hitze, aber was hat das mit der Trocknung des Honigs zu tun?


    Gruß
    hornet

  • Na da habe ich ja eine Diskussion los getreten mit meinen Thesen (?)...


    hornet
    Den Schieber deswegen zu, weil ich mir irgendwie einbilde, dass dann die Temperatur in der Beute besser geregelt werden kann und die Trockenleistung irgendwie besser ist? Ich kann das nicht wissenschaftlich nachweisen ich sage das einfach und alleine aus "Erfahrung"...


    Und noch was zur Trocknung im Keller: Ich vermute, dass dein Trockner nicht ausreichend dimensioniert ist. Ich nehme Baumarkttrockner, die man auch ausleihen kann zur Trocknung von Putzen in Neubauten oder Wasserschäden durch Hochwasser. Also kein "Spielzeug" oder so...


    Auch in der Imkerei gilt, dass der Mitteleinsatz erst einmal richtig gelernt sein muss...


    Denkzeichner (was für ein Name ???)
    Die Trocknung von solchem Honig mit 21 Prozent im Eimer ist möglich. es war eine Erfahrung aus meiner Anfangszeit. Tanne und Massentracht und dann nasskaltes Wetter zur Ernte und nicht lange genug mit dem Schleudern gewartet. Und: So ein Schei...! 21 %, teilweise auch mehr...


    Erfahrenen Imker gefragt: Wie kann ich dem abhelfen?


    Großen Bautrockner ausgeliehen und einige (!) Tage den Raum und damit den Honig getrocknet. Morgens und Abends jeweils die getrocknete Oberfläche der Eimer untergerührt und dann hatte ich irgendwann nach Umschütten und ausgleichen der Inhalte Honig mit 17,5 % Wassergehalt.


    Ich sehe noch immer nichts verwerfliches daran, meinen Honig so zu trocknen, wenn ich verhindern will, dass der Honig gärt.


    Aber es lesen ja viele mit, die sich nicht zu Wort melden und viel schlauer sind als ich.


    Aber deren Kommentare zu diesem meiner recht offenen Beiträge kann ich mir verkneifen...


    Gut, dass ich allen meinen Honig selber esse!


    Und so "Lüfterdingens" oben auf dem Zargenstapel drauf sollen Wunder bewirken.
    Aber das weiß ich selbstverständlich wieder nur vom Hörensagen...

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo Luffi,


    nur kurz zu meinem Nicknamen: Vor Jahren habe ich mich intensiv mit der Mind Mapping - Methode von Tony Buzan beschäftigt. Dieser englische Begriff wurde dann von irgend jemand als "Denkzeichnen" bezeichnet, weil das bei dieser Methode tatsächlich der Fall ist. Und bei der Suche nach einem Nicknamen bin ich dabei geblieben.
    Ansonsten vielen Dank für Deinen Beitrag! Vielleicht ist mein Trockner tatsächlich zu schwach. Aber bis jetzt war ich zufrieden.


    Herzliche Grüße
    Bernd

  • Hallo,


    die Methode "Bautrockner" für echte Notfälle wie bei luffi kannte ich auch schon, haben hier bei mir laut eigener Aussage auch schon welche gemacht.


    aber das bei Denkzeichner ist ja nun wirlich kein Notfall, nur ein kleiner Schönheitsfehler. Und für das Trockenhalten des Schleuderraumes während der Arbeit muss man nun wirklich nicht mit Kanonen herumballern, im übertragenen Sinn!
    Dafür reicht also "Spielzeug", es soll ja nur die Raumluft trocken halten, etwas zusätzliche Feuchte in der Luft durch den frischen Honig abschöpfen, aber keine 500 Liter Wasser aus den Wänden oder großen Mengen nassem Honig ziehen!


    Bleibt für mich nur noch die Frage an Bernhard, der sich leider nicht mehr gemeldet hat, es aber hoffentlich noch tut:


    Bernhard: warum meinst du, ist eine Deckeldeämmung der Beute im Sommer förderlich für die Trocknung des Honigs?


    Mir ist klar, dass eine Deckeldämmung generell gut ist gege Kälte und Hitze, aber was hat das mit der Trocknung des Honigs zu tun?


    Gruß
    hornet

  • Mir ist klar, dass eine Deckeldämmung generell gut ist gege Kälte und Hitze, aber was hat das mit der Trocknung des Honigs zu tun?


    Rein von der Logik her: Die Temperatur im HR ist etwas höher als sie es ohne diese Dämmung oder mit schlechterer Dämmung wäre und die Luft kann entsprechend etwas mehr Feuchtigkeit aufnehmen und wenn die Bienen dann die warme und feuchte Luft nach draußen fächeln, entweicht bei gleicher Fächelleistung halt etwas mehr Wasserdampf.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Rein von der Logik her: Die Temperatur im HR ist etwas höher als sie es ohne diese Dämmung oder mit schlechterer Dämmung wäre und die Luft kann entsprechend etwas mehr Feuchtigkeit aufnehmen und wenn die Bienen dann die warme und feuchte Luft nach draußen fächeln, entweicht bei gleicher Fächelleistung halt etwas mehr Wasserdampf.


    das gilt nachts. Aber was ist am Tag?


    Ohne Dämmung sind doch nur die Temperaturschwankungen größer, d.h. tagsüber ist die Luft drinnen viel wärmer, die Bienen müssen mehr fächeln, Honig trocknet besser. Nachts wird es dafür schneller kühl, die Bienen fächeln weniger, Honig trocknet langsamer.


    Mit Dämmung wird es tagsüber nicht so warm, dafür Nachts nicht so kühl - dieser Effekt könnte sich also auch aufheben, das ist für mich noch nichts eindeutiges in irgendeine Richtung.


    Höchstens wenn man sagt, die Bienen trocknen Honig nur nachts - tun sie das? Oder ist es nur so, dass man es nachts halt hört und sieht, während es tagsüber im allgemeinen Trubel nur untergeht.


    Zugegeben, nachts hätten "mehr Bienen Zeit" dafür, dafür hängen laut Tautz aber auch viele Bienen nur "schlafend" herum.
    also nach wie vor nix eindeutiges bisher.

  • Manche imkern im Kopf. :confused:


    Probiere es aus und dann kannst Du immer noch drüber nachdenken. :wink:


    sorry, aber das hilft jetzt leider wenig weiter - du meinst also, Forum und Gedankenaustausch ist überflüssig, jeder soll selber ausprobieren?
    Außerdem, die die Frage stellt sich jetzt, ausprobieren kann ich erst in der nächsten Saison.


    aber gut.

  • Die Segeberger ist die "wasserhaltigste" meiner Beuten - Holz ist besser.


    Dämmung ist halt das eine, Dampfdurchlässigkeit das andere. Von daher würde ich den Deckel auch nicht mit Styropor o.ä. Material dämmen sondern mit einem diffusionsoffenem Material. Siehe dazu auch die Ausführungen von Lecker_kuchen im Thema "Kamineffekt bei undichtem Deckel?"

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Luft kann alle 10° C ungefähr das doppelt an Feuchtigkeit aufnehmen.


    Ungedämmt im Sommer 35° in der Beute und z.B. 40% rel. Feuchte sind Nachts bei 20° in der Beute = 100% rel. Feuchte.
    Gedämmt im Sommer nur 30° C. mit 40% rel. Feuchte sind Nachts dann bei 25° = 60% rel. Feuchte.


    Heizt es sich wegen der Dämmung tagsüber nicht so stark auf, nimmt die Luft eben weniger Feuchtigkeit mit und wenn es Nachts auch wärmer bleibt ist die relative Luftfeuchtigkeit geringer. Rein theoretisch, es findet ja auch Luftausstausch nach wie vor statt.

  • Heizt es sich wegen der Dämmung tagsüber nicht so stark auf, nimmt die Luft eben weniger Feuchtigkeit mit und wenn es Nachts auch wärmer bleibt ist die relative Luftfeuchtigkeit geringer. Rein theoretisch, es findet ja auch Luftausstausch nach wie vor statt.


    also mit anderen Worten doch das, was ich gesagt habe: es gleicht sich - rein theoretisch - also aus, richtig?