Standort des Bienenvolkes

  • Hallo und guten Tag, ich bin ganz neu hier im Forum und habe auch noch keine Bienenvölker.
    Wollte mich aber vorab etwas schlau machen. Nun bin ich bei meinem Rumstöbern über einen Satz
    gestolpert:Es sollte nicht mehr als 1 Volk pro 100 qm stehen.
    Nun sehe ich aber auf den Bildern, immer mehr als eine Beute stehen. Ich war der Meinung,
    in jeder Beute ist ein Volk. Verstehe ich da vielleicht etwas falsch ?
    Gruß und schonmal Danke für die Hilfe, rottifreund ( Andrea )

  • Hallo rottifreund,


    diese Zahl ist auf den Flugradius berechnet und beschreibt den Mittelwert.
    Es gibt eine sinnvolle Zahl von Völkern an einem Standort.
    Standorte sollten dann etwa 500m voneinander entfernt sein.
    Die freiwillige Begrenzung ist wegen eventueller Konkurrenz um die Tracht und wegen der gegenseitigen Ansteckung sinnvoll.


    Wenn Du 15 Völker an einem Ort hast, ist das für den Hobby-Imker meist genug und wenn Dein nächster Imker-Nachbar nicht unmittelbar daneben steht, passt das.


    Hans

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)

  • Es sollte nicht mehr als 1 Volk pro 100 qm stehen.


    Ich kenne diese Daumenregel eigentlich nur als Angabe dafür, wieviele Bienenvölker man in einer innerörtlichen Situation (Ortsüblichkeit vorausgesetzt) im eigenen Garten aufstellen darf. Hier geht es mehr darum, dass die Nachbarn nicht über Gebühr belästigt werden sollen, als um das Wohl der Bienen. Es soll verhindert werden, dass im Hinterhof 20 Völker auf engstem Raum gehalten werden und auch Balkonbienenhaltung ist mit dieser Regel z.B. eigentlich nicht vereinbar.
    Kein Bienenvolk käme mit einem Trachtangebot von 100qm auch nur annähernd aus.


    Gruß
    Ludger

  • Ich habe hier nochmal den ganzen Text:
    Die Beuten sollten so aufgestellt werden, dass die Fluglöcher nach Osten oder Süden zeigen. Die Völker müssen vor praller Sonne und kalter Zugluft geschützt sein. Es sollte nicht mehr als 1 Volk pro 100 qm stehen. Insgesamt sollten an einem Standort nicht mehr als 5-10 Völker aufgestellt werden.


    Ist nachzulesen unter: www.die-Honigmacher, Schnupperkurs, Imker werden. Je öfter ich es durchlese, um so weniger verstehe ich es.

  • Hallo Andrea,
    so geht es uns! Wir lesen, schauen und fragen.
    Und nur noch Missverständnisse!
    Ich bin Zeit Lebens sehr Natur bezogen. Für mich war die Schlüsselinformation: Einzelaufstellung. Mit der Entfernung zum nächsten Volk und zum nächsten Imkerfreund (hoffentlich) wirds schon schwierig.
    Wer sagen kann, dass sich der Flugkreis nicht überschneidet, hat das große Los gezogen. Aber bei 10 Völkern und mehr an einem Stand wirds meiner Meinung nach (sehr) eng. Oder alles Gejammer über schlechte Tracht, ausgeräumte Landschften, vergiftete Umgebung ist Jammern auf hohem Niveau.
    Selber die Umgebung (vorerst bis 1 km) erkunden, andere Imker kennen, mit den Landwirten reden und dann entscheiden. Und die Grundstücksbesitzer / Nutzer fragen!


    Gruß
    Harald

  • Hallo zusammen,


    absolut üblich sind Stände bis 50 Völker, manche Imker stellen auch 100 auf einen Fleck. Das hängt natürlich vor allem von der Trachtsituation (Volltracht, Überwinterungsstand o.ä.) ab.


    Diese 100m²-Rechnung halte ich für Nonsens! Wenn man von einem durchschnittlichen Flugradius von 3km ausgeht, dann sind das knapp 3000 Hektar! Was will ich da mit 100m²?


    Andrea : Mach dir bitte keine unnötigen Sorgen!


    Gruß Jörg

  • Ich habe hier nochmal den ganzen Text:
    Die Beuten sollten so aufgestellt werden, dass die Fluglöcher nach Osten oder Süden zeigen. Die Völker müssen vor praller Sonne und kalter Zugluft geschützt sein. Es sollte nicht mehr als 1 Volk pro 100 qm stehen. Insgesamt sollten an einem Standort nicht mehr als 5-10 Völker aufgestellt werden.


    Ist nachzulesen unter: www.die-Honigmacher, Schnupperkurs, Imker werden. Je öfter ich es durchlese, um so weniger verstehe ich es.


    Hmm, ja - was soll man da sagen. Normalerweise sind die Texte bei den Honigmachern besser, als dieser Abschnitt. Hier gehen tatsächlich mehrere Aspekte durcheinander. Je nach Schwerpunktsetzung kommt man tatsächlich zu sehr unterschiedlichen Standgrößen.


    - 100qm pro Volk - Innerörtliche Mindestanforderung - hat mit dem Rest der Angaben nichts zu tun.
    - Fluglöcher nach Osten oder Süden vor praller Sonne und kalter Zugluft schützen - Mikroklima am Standort berücksichtigen (insbesondere bei Dauerständen wichtig), manchmal macht es schon einen Unterschied, ob das Volk vor oder hinter einer Mauer/Hecke steht. (Auf einen Abhang bezogen)
    - nicht mehr als 5-10 Völker an einem Stand - hier laufen unterschiedliche Bedürfnisse einander entgegen.


    Arbeitstechnisch ist es für den Imker und auch bezogen auf die zu fahrenden Gesamtkilometer sicherlich günstig, große Stände einzurichten. Bei relativ kurzfristigen Massentrachten (Raps, Akazie, Robinie, Heide, Wald) können tatsächlich 50 oder noch mehr Völker zusammengezogen werden, ohne dass der Ertrag des Einzelvolkes darunter wesentlich leidet. Für die Gesundheit der Völker stellt eine solche Massierung allerdings ein hohes Risiko dar. Das Risiko für Verflug ist hoch, Krankheiten und Parasiten werden über den gesamten Stand verteilt, entsprechend muss der Imker darauf reagieren können.
    Bei Dauerständen beobachte ich bei den Empfehlungen in den letzten Jahren ein Sinken der empfohlenen Standgrößen. Hat man vor einigen Jahren noch 20-30 Völker an einem Stand empfohlen, zitierst du bei den Honigmachern schon nur noch 5-10. Auf dem Apisticus-Tag in Münster hat Dr. Büchler sogar von Einzelaufstellung bis max. etwa 4-6 Völker auf einem Stand, bei möglichst lockerer Verteilung der Völker (unterschiedliche Flugrichtungen) gesprochen. Je weniger Bienen sich im direkten Umfeld ernähren müssen, umso kürzer werden die Flugwege. Und je weiter der nächste Nachbar vom Bienenvolk entfernt steht, umso geringer ist die Gefahr von Verflug zwischen diesen Nachbarn. Entsprechend sinkt das Ansteckungsrisiko zwischen den Völkern. In freier Wildbahn findet man tatsächlich nur einzelne "Bienenbäume" dies entspräche einer Einzelaufstellung mit Mindestabstand 150m zum nächsten Bienenvolk.


    Wie groß ein Stand ausfallen kann, ist also von der eigenen Bequemlichkeit, dem konkreten Trachtangebot (Nektar,Pollen, Wasser, Propolis) und damit auch von der eigenen Erfahrung abhängig. Es ist selbst für einen erfahrenen Imker oft nicht einfach, das Potential eines Standes auf Anhieb richtig einzuschätzen. Fang klein an - max. 6 Völker, stell die Völker locker (unterschiedliche Ausflugwinkel) auf und beobachte genau was passiert.


    Gruß
    Ludger


  • Je öfter ich es durchlese, um so weniger verstehe ich es.



    Jetzt sag doch mal was Du machen willst!


    3 Völker in Deinem 500 m2 Garten ? Kein Problem!


    10 Völker in Deinem 200 m2 Reihenhausgarten? Das gibt vermutlich Ärger!


    100 Völker auf 1000m2? Kommt auf die Nachbarn an und ob Du Ihnen die Bienen vom Pool fernhalten kannst....


    Diese Mengenangaben im Honigmacher beziehen sich auf die Ortsüblichkeit der Imkerei in bewohnten Gebieten. Des weiteren können sehr viele Bienen auf engem Raum auch im Außenbereich Probleme machen bzw. bekommen.
    Nur darum geht es.
    Also stellt sich die Frage wo Du die Völker aufstellen willst....


    Gruß
    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

  • Ich wohne in MV, eine ehemalige LPG Baracke und ca. 4000 qm Garten. Direkt an Feldern und Weiden von Biobauern und ca. 200 Meter entfernt ist ein großer Wald. Wir waren beim überlegen, wo der beste Standort für die Beuten ist und ich hatte eigentlich schon einen Windfreien Platz gefunden,allerdings würde das nicht funktionieren, wenn ich immer nur eine Beute auf 100 qm stellen kann. Da wir nämlich ausserhalb des Dorfes wohnen, haben wir zwar megaviel Platz, aber kaum Windstille Standorte. Daher meine Frage, aber nun habe ich ja einige Antworten und die Beste ist eindeutig, das im wohl mit meinen 5 Beuten, die ich vorhabe mir anzuschaffen, kein Problem haben werde, da ich sie nebeneinander stellen kann. In der Hoffnung, das ich nun nicht schon wieder etwas falsch verstanden habe, wünsche ich noch einen schönen Abend und danke für die vielen Antworten.

  • Hallo Andrea,


    entweder alle 5 einzeln aufstellen mit einigen Metern Abstand, oder immer 2 auf einen Bock mit Abstand zwischen den Böcken. Alle 5 dicht nebeneinander lassen sich schlecht bearbeiten, außerdem ist der Verflug der Bienen, wenn sie direkt nebeneinander stehen relativ groß. (Krankheitsübertragung; Varroatransfer zwischen den Völkern; unruhige, eventuell durch Stress auch mal stichige Bienen)


    Also ganz einfach lockere Aufstellung, wie man es auf vielen Bildern sieht.


    Gruß Ulrich

  • oder als 4er-Blöcke so aufstellen, dass die Fluglöcher in die vier Richtungen zeigen. Angeblich ist die Ausrichtung der Fluglöcher nach Himmelsrichtungen nicht so wichtig wie die klare Unterscheidungsmöglichkeit welches Flugloch in den richtigen Stock führt. So könnte man dann auch 8 Beuten auf halbwegs kleiner Teilfläche unterbringen und gut daran arbeiten.
    2er-Blöcke würde ich alleine wegen der Ablagemögichkeit in Reichweite immer machen. Die Fluglöcher müssen ja nicht in die gleiche Richtung zeigen.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • oder als 4er-Blöcke so aufstellen, dass die Fluglöcher in die vier Richtungen zeigen.


    Hm, das ist wohl nur für Kurzzeit-Parken (z.B. Wanderung in eine Tracht) angebracht, wenn man zwischendurch nicht an den Völkern arbeiten wollen muß.
    Beim Bearbeiten stünde Imker beim 4er-Block immer einem Volk vorm Flugloch. Das irritiert auch die Friedlichsten.
    Meine stehen auf 2er-Böcken, das Doppel mit wenigen cm Abstand, dafür der Abstand zum nächsten Doppel mit genügender Arbeitsbreite (50 - 60cm). So kann ich alle Völker von hinten bearbeiten und auch mal von der Seite herantreten, um bspw. eine schwere Honigzarge mit 2 gleich kurz angewinkelten Armen abzuheben. Anzeichen für Verflug o.ä. hatte ich - auch bei TBE mit Brutscheunen - bisher nicht. Wenn ich ruhig am Volk arbeite und es nicht herumschubse, dann bleibt auch dessen direkter Nachbar auf dem Doppelbock friedlich.
    Stellplatzsparer können ihre Bienen natürlich auch in Endlosreihen und Spalten ohne Abstände aufstapeln. Die arbeiten dann vermutlich auch mit technischen Hebezeugen oder Gabelstaplern etc. und nehmen die Nachteile einer Engaufstellung in Kauf.