Betriebsweise mit Schied

  • Hallo,


    ich hab mal ein paar grundsätzlichere Fragen zur Arbeit mit und dem Schied überhaupt. Auslöser sind die Lehrfilme über die Korbimkerei, die Michi dankenswerterweise mal https://av.tib.eu/player/9325"]verlinkt[/URL] hatte. Ich hatte keine Ahnung von Korbimkerei und wie unglaublich rückständig das ist, ich erkenne die dahinterstehende Kulturleistung absolut an, aber nichtsdestotrotz laufen da Leute in archaischster Weise vor den Fluglöchern von zu hundert und mehr massierten Völkern auf und ab, arbeiten konsequent ein halbes Jahr gegen den Bien, füttern sich den Wolf um dann im Herbst nach getaner Tracht zwei Drittel der Völker so gut es eben geht von den Waben zu klopfen und den Rest anzuschwefeln. OK. War halt früher so. Ich steh auch auf alte Techniken, altes Werkzeug, tu mich mit jedem neuen Computer schwerer als mit dem letzten. Ich verstehe also, wie sich die Angst anfühlt, von der Gegenwart überholt zu werden.


    Und gleichzeitig klopft in England, in einem Kloster und bei gleicher Tracht (Heide), ein deutscher Mönch die ganzen Betriebsweisen, seine Biene und alles in die Tonne, startet mit 12'er Dadant und einer selbstentwickelten Biene (und der Annahme das es klappt - richtige Vorbilder gab es ja keine) durch?


    Das Schied spielt beim Mönch doch keine entscheidende Rolle? Um die Leistung einer Königin zu beurteilen, muß man ihr zum bestiften mehr Platz anbieten, als sie Potential hat, weil vorher kennt man es nicht. Wen Adam also vollgas gezüchtet und alle vorhandenen Völker genutzt hat um das Potential seiner Königinnen zu vergleichen, kann er nicht auch nur ansatzweise gepresst haben. Das Schied wird in 'Meiner Bertiebsweise' erwähnt, aber nicht prominent. Anfangs hatte es hier ja auch kaum einer auf dem Schirm, ich hab keine Ahnung von wem das hier in D'land als erstes kam, Beer? Gibt es da was 'historisches' zu? Woher das Schied orginär kommt, meine ich. Wie kommt Adam überhaupt auf diese Kiste und gab's da schon vorher eine 'Betriebsweise' zu?


    Allerbeste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich hatte keine Ahnung von Korbimkerei und wie unglaublich rückständig das ist, ich erkenne die dahinterstehende Kulturleistung absolut an, aber nichtsdestotrotz laufen da Leute in archaischster Weise vor den Fluglöchern von zu hundert und mehr massierten Völkern auf und ab, arbeiten konsequent ein halbes Jahr gegen den Bien, füttern sich den Wolf um dann im Herbst nach getaner Tracht zwei Drittel der Völker so gut es eben geht von den Waben zu klopfen und den Rest anzuschwefeln. OK. War halt früher so.


    Es ist sehr schade, daß Du unfähig scheinst, die Korbimkerei in der Heide in dem Kontext der Heidewirtschaft zu beurteilen. Die Korbimker dürfen sich geschmeichelt fühlen, daß Du wenigstens die "Kulturleistung" anerkennst.
    Etwas mehr Bescheidenheit und Zurückhaltung wird Dir auch bei der Betrachtung der "Betriebsweise" des Bruder Adam eine erweiterte Perspektive eröffnen.
    Viel Erfolg wünscht Ralf

  • Nach der Heide auf 10 Waben Eingewintert, Da steckt ein Schied.
    Im Frühjahr die Völker umgeweiselt-ausgeglichen- angepasst. Da steckt ein Schied.
    So wie das Volk sich entwickelt, erst Honigraum und dann unten Mittelwänd(e). Da steckt ein Schied.
    usw.
    Steht alles da...
    Eigentlich hats keinen Beer und ......gebraucht, weil steht alles da!
    meint
    db

  • Natürlich steht da alles. Aber die Leute verstehen es manchmal leider nicht, wenn's so einfach ist. Beer ging es ja ursprünglich um das Verbreiten dieses Wissens und Verstehens. Und mir auch.
    Erster war aber die Gruppe um Günter Ries in den 60ern in Kassel und Franz Fehrenbach. Die sahen das aber nicht so dogmatisch.
    Anscheinend brauchen die Leute wirklich ein How-To. Viel besser wäre aber ganz klar einach das Verstehen des Bien...


    Gruß
    Reiner


    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Jooo Reiner,
    Ich hab EIGENTLICH
    geschrieben!
    Du und andere haben die Notwendigkeit gesehen, ich saag mal "Ergänzend", nach zu helfen.
    Besonders das Ding mit dem Schied.
    Gut so!
    Auf Nachfrage in MEINEM Umfeld stelle ich oft fest , das Dadantimker mitnichten Adams Bertriebsweise gelesen haben , oder das Büchlein (und andere auch) Tatsächlich besitzen , aber die Seiten knarzen!! ;-(( wenn drin geblättert wird.


    "Viel besser wäre aber ganz klar einach das Verstehen des Bien..."


    Ich möchte : und des geschriebenen Worten in Adams UND ergänzenden Schriften, hinzufügen.
    Dann klapps mit dem Schied.


    Die Korbimkerei finde ich gar nicht Rückständig....vor dem Hintergrund: Brutentnahme, Völkervereinigung, Naturbau usw.
    Füttern, hmmmm, ich hab hier Trachtlücken....! Nur schwärmen lassen-sollen, find ich nich so doll.


  • Auf Nachfrage in MEINEM Umfeld stelle ich oft fest , das Dadantimker mitnichten Adams Bertriebsweise gelesen haben , oder das Büchlein (und andere auch) Tatsächlich besitzen , aber die Seiten knarzen!! ;-(( wenn drin geblättert wird.


    "Viel besser wäre aber ganz klar einach das Verstehen des Bien..."


    Ich möchte : und des geschriebenen Worten in Adams UND ergänzenden Schriften, hinzufügen.
    Dann klapps mit dem Schied.


    Schade eigentlich. Ich habe mir in den Anfangsjahren jährlich im Winter den Adam mind. zweimal reingezogen und immer wieder was anderes entdeckt, was da so zwischen den Zeilen steht! Muss das gleich mal wieder machen ...


    vg
    Reiner

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • ... und immer wieder was anderes entdeckt, was da so zwischen den Zeilen steht!


    Geht mir auch so. :daumen:


    Das mit dem Verstehen des Schieds wird auch noch kommen. Wir brauchen nur Bilder, die wir einstellen müssen. Eine bessere Dokumentation. Sinn und Zweck werden dann klarer. Und wenn nicht hier im Imkerforum sowas zusammengetragen wird, wo dann? :-D


    Die Heideimker waren großartige Imker, vor denen ich höchsten Respekt habe. So wie viele Altvorderen (nicht alle) etwas vom Bien verstanden haben. Heute geht es bei Imkergesprächen vor allem um Technik, früher wurde mehr am Bien selbst beobachtet. Das Alte mit dem Neuen verbinden, das ist Bienenkulturaufgabe.


    Das Schied gab es bestimmt vor Adam schon.


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Ja,
    Wärmekissen-Hinterbehandlungsbeuten,
    Kleine Zargen, zb. Freudenstein oder auch Warre, auch 10 er Einraum, wirken meiner Meinung nach, ähnlich.
    Wenn das nicht richtig klappt,wird der Fehler (immer?) im Schied oder Beute gesucht, aber die Besch....e Queen mit (Zucht-)Aufzuchtschäden......
    Und das zu 2 Guten Völkern mindestens 2 mittelmäßige und oder gar schlechte in der Reihe stehen...
    Und der kleine Seitenhieb sei mir getattet,
    wär man mit den schlechten so verfahren wie die Korbimker,
    wären die schlechten und deren Drohnen nicht mehr da,
    und die Guten im Frühjahr noch besser.
    Und hätten, IN Dadant, im Frühjahr, ein Schied, nicht dringend Nötig.

  • Zurück zum Schieden: Im Jahr 1873 wurde das Buch "Der praktische Imker - Anleitung sich den Bogenstülper, einen anerkannt guten und billigen Strohkorb mit Mobilbau, selbst anzufertigen und darin die Bienenzucht zu betreiben" von C.J.H. Gravenhorst geschrieben, in Braunschweig herausgegeben.
    Man kann dieses Buch gockeln mit "Gravenhorst - Bogenstülper". Es ist in der Universitätsbibliothek Regensbuch eingescannt.
    Schon Gravenhorst hat mit dem Schiedbrett gearbeitet, wenn auch vielleicht nicht genauso wie heute.
    *Kopfkratz* Hat vielleicht Herr Kanitz auch schon geschiedet? Den habe ich aber m.W. leider nicht komplett.
    Mit Imkergruß Ralf

  • Hallo


    ich habe heute einen notwendigen Zargenwechsel 1,5 Segeberger durchgeführt. Die Bienen besetzten 9 Waben, die 10, war eine Jungfernwabe und leer und die 11. eine FW in der sich viel Wasser gesammelt hatte. Ich habe jetzt die 10. Wabe entfernt und die 11. Wabe an den Bienensitz gerückt und an die letzte Stelle das Schied.( Bei mir eine Wabe mit Sperrholzeinsatz) Konnte jetzt nicht genau sehen wie groß das Brutnest war, 2 Waben mit verdeckelter Brut (Handteller groß) habe ich gesehen. Habe immer gleich 2 Waben auf einmal umgehangen, Futter genug vorhanden.


    Jetzt die entscheidende Frage, wo hätte das Schied hingehört ? Bei einem kleineren Volk hätte ich das Schied am Ende des Bienensitzes eingehangen. Wie entscheidet man wo das Schied hinkommt ?

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Reinhard,


    wenn Du eng schieden willst, Schied direkt an die letzte bebrütete Wabe. Sind Futterkränze über der Brut ist das ok. Bei einem starken Volk kannst Du auch eine Futterwabe an die Brut schieben und dann das Schied setzen.
    Das ist Gefühlssache und etwas gehört da auch Dein Wetterbauchgefühl dazu.


    Gruß
    Ulrich

  • Es ist sehr schade, daß Du unfähig scheinst, die Korbimkerei in der Heide in dem Kontext der Heidewirtschaft zu beurteilen. Die Korbimker dürfen sich geschmeichelt fühlen, daß Du wenigstens die "Kulturleistung" anerkennst.


    Das war unglüclkich formuliert, sorry. Ich hatte ein sehr idealisiertes und romantisches Bild von der Korbimkerei. Dann das Gemetzel zur Zeit der Nachschwärme, das Abschwefeln der zu beerntenden Körbe... War für mich halt ein Kulturschock. Ich bin vorher noch nie mit Korbimkerei in Kontakt gekommen oder hab mich dafür sonderlich interessiert, das ist einfach zu weit weg von meiner Realität. Ich kann Dir lang und breit von japanischen Holzverbindungen erzählen, da leuchten auch immer alle Augen, bei der Arbeit nehm ich aber doch Lamellos und die haben sich auch durchgesetzt. Aber ich liebe die trotzdem und auch Handwerkszeug ohne Stecker! Also nix für Ungut.


    Zitat

    mehr Bescheidenheit und Zurückhaltung wird Dir auch bei der Betrachtung der "Betriebsweise" des Bruder Adam eine erweiterte Perspektive eröffnen.


    Ich glaub ganz grundsätzlich, daß das der Schlüssel zum Erfolg ist. Nicht nur bei den Schriften von Adam. Man überall einen weiterbringende Dinge entdecken, auch bei den anderen Heroen. Und selbst beim letzten Imkerdepp kann man oft was Lehrreiches finden!


    Aber darum ging's doch garnicht. Ich wollte wissen, woher die adamsche Betriebsweise kommt. Dazu steht in seiner Betriebsweise nämlich nix. Vielleicht kann man ja selber auch was aus diesen Quellen lernen? Es wär doch auch schön, Herrn Kehrle in eine Historie stellen zu können und auch mal seine Lehrmeister zu würdigen?


    Zitat

    Das Schied gab es bestimmt vor Adam schon.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife