Mit nem Nutella Messer in den Honig. ...

  • Hallo zusammen,


    Neulich kam ein Honigkunde an meine Tür und nach einiger Herumdruckserei hat er gesagt: "...in deinem Honig sind Bakterien oder so..." Ich: "Häh?" Er: "Als ich letztens kurz mit meinem Nutella Messer im Honig (Robinie ) war, haben sich am nächsten Tag so komische, sternförmig vom Nutella Rest ausgehend, Verfärbungen gebildet. ..."


    Ich war etwas ratlos und habe das mit Osmose o.ä. begründet.


    Was denkt ihr?


    Gruß Jörg


    Die Überschrift sollte eigentlich 'mit nem... ' heißen. Scheiss Auto Korrektur!

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Jörg K. () aus folgendem Grund: rs

  • Hallo Jörg,
    was soll ich dazu denken: "Lieber Kunde, selber schuld!".
    Ob es durch Osmose oder ganz natürlich durch die Bewegung des Glase zu Vermischungen kommt es unerheblich.
    Der Kunde hat sich einfach falsch verhalten und das sollte ihm klar sein bzw. klar gemacht werden.
    Wenn er statt Nutella Brotkrümel über das Frühstücksmesser n den Honig verschleppt hätte wäre sogar ein Gärungsstart möglich gewesen.
    Damit aber zu Dir zukommen und von Bakterien zu faseln ist schon dreist.
    Müssen wir zukünftig zu jedem Glas Honig eine Gebrauchsanweisung mitliefern?
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo Jörg
    Nach meinem Verständnis kann im Honig nichts zu gammeln anfangen. Was auch immer Du in angemessener Menge in den Honig reinrührst, es wird - einen entsprechenden Feuchtigkeitsgehalt vorausgesetzt - haltbar gemacht!
    Nutella besteht wohl zur Hauptsache aus Öl und Kakao. Wie sich das Gemisch verhält, wenn es in Honig eingetragen wird, muß man mal testen. Wir haben aber kein Nutella im Haus...
    Warum hat der Kunde sein Glas nicht vorgezeigt?
    ... und mußt Du eventuell mal den Geschmack Deines Akazienhonigs überprüfen, wenn die Kunden schon Nutella reinrühren müssen oder verkaufst Du den Honig zu teuer, daß sie ihn mit Nutella verlägern?
    Mit Imkergruß Ralf

  • Hallo zusammen,


    ja, dreist und nicht besonders intelligent gehen diese Honig Kunden vor...


    Das vollgechmierte Glas hat er mir gezeigt. Das hätte ich nicht mal zum Backen nehmen wollen.


    Und natürlich werde ich mal einen Test mit einer Nougat Creme machen. Aber mir geht es auch wie Ralf.


    Gruß Jörg

  • komische, sternförmig vom Nutella Rest ausgehend, Verfärbungen gebildet. ..."


    Ich war etwas ratlos und habe das mit Osmose o.ä. begründet.


    Osmose, ziemlich sicher. Zuckergehalt Honig ca. 80 % Zuckergehalt Nutella ca 55 %.


    Bakterien... und so deutlich sichtbar nach einem Tag --> Nö :wink:

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)


  • Wenn er statt Nutella Brotkrümel über das Frühstücksmesser n den Honig verschleppt hätte wäre sogar ein Gärungsstart möglich gewesen.


    Hast du das versucht oder nur mal wo gehört? :wink:
    Ich sage, durch Brotkrümel ist keine Gärung im Honig möglich.

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Hallo Jörg,


    solch eine Reklamation muß für Dich ein Fragespiel auslösen.


    Man bekommt das Problemprodukt zu sehen, wenn nicht, kann man auf die Beanstandung nicht eingehen.


    1.Frage: Was haben Sie da gemacht?
    2. Frage: Warum haben Sie da Nutella (Leberwurst) rein gerührt?
    3. Frage: Haben Sie so was schon mal in Butter rein gerührt, wie würde das aussehen?
    4. Frage: Wie lange steht das Glas jetzt nach dem Attentat im Regal?
    5. Frage: Wenn Ihr Sohn das Zeug da rein gerührt hätte, was würden Sie dem sagen?
    usw.


    Hat jetzt mit diesem Fall nichts zu tun, aber ein Anbruchsiegel ist bei Gläsern nicht verkehrt, auch bei Honig.


    An meinen gewerblich produzierten Glaskonserven ist so etwas dran, und die Etiketten lassen sich nicht zerstörungsfrei entfernen. Kunden können so erfindungsreich sein, wenn sie etwas haben wollen.


    Berechtigte Beanstandungen sind ok.
    Aber Unberechtigten muß man sich erwehren. Man muß sich nicht verteidigen, sondern dem Anderen nett aufzeigen, wie bekloppt er ist.


    Gruß
    Ulrich

  • Hallo Simon,
    vor einiger Zeit hat mir ein Imkerkollege ein Honigglas gezeigt bei dem Brotkrümel auf der Honigoberfläche deutliche Veränderungen hervorgerufen haben. Wir konnten es uns nur mit Gärung erklären.
    Untersucht (Labor) wurde es nicht.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Eisvogel : Was waren das für Veränderungen?


    Ich habe Honig an der Oberfläche mit aktiver Hefekultur beimpft. Selbst diese mikrobielle Kontamination führte zu keiner Gärung.

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Hallo Simon,
    aus der Erinnerung gab es um die Krümel herum eine Bläschenbildung.
    Man sollte immer ein Foto machen.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo,


    ein Brotkrümel auf der Honigoberfläche ist definitiv ein Nährboten für Keime und er bringt die Keime und die Feuchtigkeit (frisches Brot) gleich mit. Eine Auswirkung auf den Honig, wenn dieser die geforderten Normen einhält, ist nur im direkten Kontaktbereich möglich, wird nie den ganzen Honig verderben.


    Beimpfe ich Honig mit Hefekulturen, ist zwar die Kultur und ein Nährboden (Honig) da, aber es fehlt freies Wasser, um die Kultur zum wachsen zu bringen. Erst ein überhöhter Wassergehalt des Honigs würde zum Wachstum der Kultur führen.
    Jeder Honig enthält von Natur aus mehr oder weniger Hefe. Außerdem wirken die Inhaltsstoffe, des Honigs, die die Bienen diesem zusetzen, stark dämpfend auf eventuelles Keimwachstum.


    Gruß
    Ulrich

  • Neulich kam ein Honigkunde an meine Tür und nach einiger Herumdruckserei hat er gesagt: "...


    bestes Feedback ever war hier ein Zettel in meiner Selbstbedienungskiste (Rapshonig): 'Wir waren von ihrem Honig sehr enttäuscht, zu wenig Geschmack und viel zuviel Zucker!'.


    Hab ich mir eingerahmt. Kunden sind (in der richtigen Dosierung!) manchmal sehr unterhaltsam.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife