Varroa Winterbehandlung nicht durchgeführt

  • Hallo Leute,


    die Ausgangsfrage hier war, dass die Winterbehandlung nicht gemacht wurde.


    Auf diese Fragestellung sollten sich weitere Beiträge beziehen. Ansonsten muss ich annehmen, dass alles zum Thema gesagt ist und der Fred geschlossen werden kann.


    Gruß
    Werner

  • die Ausgangsfrage hier war, dass die Winterbehandlung nicht gemacht wurde.


    Mein Vorgehensweise:
    1. Ganz ruhig bleiben,
    2. Im Frühjahr nicht die Milben auswaschen oder die Windeln beobachten, weil man sowieso fast keine Milben findet.
    3. Baurahmen geben,
    4. Wenn im Baurahmen Drohnenbrut verdeckelt, dann diese Drohnenbrut mit Entdecklungsgabel entdeckeln und Milben zählen,
    5a. Wenn sehr viele Milben in der Drohnenbrut, dann einen vorweggenommen Schwarm machen und den mit Oxalsäure oder Milchsäure besprühen. Die Brut aus den Brutwaben schlüpfen lassen und danach diesen Volksteil auch mit Oxalsäure oder Milchsäure besprühen.
    5b. Wenn wenig Milben in der Drohnenbrut, dann erst reguläre Sommerbehandlung ohne irgendwelchen Behandlungen davor.


    Manchmal habe ich den Eindruck, wir behandeln zu viel gegen die Milben und schwächen so unsere Völker. "Viel hilft nicht viel"


    Alfred

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)


  • 4. Wenn im Baurahmen Drohnenbrut verdeckelt, dann diese Drohnenbrut mit Entdecklungsgabel entdeckeln und Milben zählen,
    5a. Wenn sehr viele Milben in der Drohnenbrut, dann einen vorweggenommen Schwarm machen und den mit Oxalsäure oder Milchsäure besprühen. Die Brut aus den Brutwaben schlüpfen lassen und danach diesen Volksteil auch mit Oxalsäure oder Milchsäure besprühen.
    5b. Wenn wenig Milben in der Drohnenbrut, dann erst reguläre Sommerbehandlung ohne irgendwelchen Behandlungen davor.


    Alfred


    Wie viel sind "viele Milben in der Drohnenbrut"? Wie viel "wenige"?

  • Hallo Honey Bee,

    Wie viel sind "viele Milben in der Drohnenbrut"? Wie viel "wenige"?


    Für den Befall der Drohnenbrut kenne ich keine Zahlen. Bei schadschwellenorientierten Behandlungskonzepten wird bezogen auf - auf den Bienen aufsitzende Milben (Puderzuckermethode, oder Auswaschungen der Milben), die Schadschwelle bei 5% angenommen, die Behandlungsschwelle liegt im Juli bei 1%, August 2%, September 3% und im Oktober 4%. (Je weniger Zeit im Jahr für weitere Brutaufzucht besteht, umso näher kann man an die 5% Schadschwelle herangehen)


    Wenn man jetzt noch heranzieht, dass angenommen wird 80% der Milben sitzen in der Brut, nur 20% auf den Bienen (Verhältnis 4 zu 1) darf man den Befall in der Drohnenbrut sicherlich etwas höher ansetzen. Ich würde schätzen, spätestens, wenn jede 10te Drohnenzelle parasitiert ist, sollte man eine klassische Befallsprobe durchführen, um entsprechend reagieren zu können.


    Gruß
    Ludger

  • Wie viel sind "viele Milben in der Drohnenbrut"? Wie viel "wenige"?


    Wenn Mehrfachparasitierungen feststellbar dann "viele Milben". Wenn man auf so einer 2/3 Langstrothwabe nicht mehr als 5 bis 10 Milben findet dann sind das für mich "wenig Milben".

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • # 11
    Also 5 Milben pro Tag als natürlicher Abfall sind um diese Zeit von vornherein unmöglich. Sollte ein Volk tatsächlich so stark belastet gewesen sein, so wäre es schon verendet.
    Hallo,
    also bei einem Volk hab ich in der Zeit vom 06.02.-13.02.16 über 50 Milben in der Windel gefunden. Sitzt momentan auf 6-7 Wabengassen...
    Kann mir leider nicht erklären, warum es so stark befallen ist, ich habe letztes Jahr auf komplett neue Waben mit einer BW gesetzt als Flugling. Wahrscheinlich die Flugbienen....
    Jedenfalls lebt es noch und ich werde einfach mal abwarten.
    LG
    Sandra

  • ... also bei einem Volk hab ich in der Zeit vom 06.02.-13.02.16 über 50 Milben in der Windel gefunden. Sitzt momentan auf 6-7 Wabengassen...


    .... Frage: Gab's in dieser Zeit Flugbetrieb? Vielleicht sogar den Reinigungsflug?
    Es könnte nämlich auch sein, dass die Bienen die Waben putzen (sozusagen "Frühjahrsputz"), um Platz für neue Brut zu schaffen und dabei die toten Milben der letzten Monate, die im Volk nicht nach unten gefallen sind, gleich mit auf die Windel entsorgen.....

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."

  • Zitat

    also bei einem Volk hab ich in der Zeit vom 06.02.-13.02.16 über 50 Milben in der Windel gefunden. Sitzt momentan auf 6-7 Wabengassen...
    Kann mir leider nicht erklären, warum es so stark befallen ist, ich habe letztes Jahr auf komplett neue Waben mit einer BW gesetzt als Flugling. Wahrscheinlich die Flugbienen....


    Hallo Carnica18!


    Ich getraue mir zu sagen, da muss ein Messfehler vorhanden sein. Entweder wie Wald& Wiese geschrieben hat, dass die Bienen Säuberungsarbeiten durchgeführt haben und die Milben bisher in den Zellen oder auf den toten Bienen gelegen sind, oder es ist zufällig die erste Brut, geschlüpft. Die vorhandenen Milben steigen zu Brutbeginn relativ rasch in die Brut ein. Nach der Verdeckelungszeit fallen dann in relativ kurzer Zeit viele Milben. Wenn man zur Kontrolle genau die paar Tage erwischt wo die Jungbienen schlüpfen, dann kommt ein solches Ergebnis zustande.


    Interessant wäre es, ob es sich beim Totenfall um lauter Altmilben (dunkelbraun) handelte, oder ob auch helle Jungmilben dabei waren.


    Aber 50 Milben in den paar Tagen ist trotzdem viel, vielleicht ist da bei der Restentmilbung was schief gegangen.


    MfG
    Honigmaul

  • Oh, sarner80, das wäre die totale Notfallmaßnahme, wenn jetzt schon an den neuen Sommerbienen massenhafte Virusinfektionen (Krüppelbienen) sichtbar wären. Honigernte wäre damit für 2016 in D ausgeschlossen (nach OX -> Honigernte erst im darauffolgenden Frühjahr zulässig). Für eine solche Notmaßnahme wurde bisher aber kein Anzeichen beobachtet/mitgeteilt, im Gegenteil: Die Völker von Brutus89 erscheinen stark, vital und ohne Krankheitsanzeichen. Sie haben allenfalls eine höhere Varroastartlast (> 100 Varroen/Volk), die sich aber bis zur Sommersonnenwende vermutlich kaum auswirken wird, da die Vermehrungsrate der Bienen bis dahin höher ist als die der Varroa.


    Ich würde das Flugloch + Gemüll beobachten und möglichst mit Drohnenschnitt (dadurch Verringerung der Varroalast um ca. 50% möglich) versuchen, bis 14 Tage vor Ende der Sommertracht hinzukommen. Dann TBE nach Dr. Jurgeit (=Kleingartendrohn, PDF in #1):
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=43372
    Wenn man sich vorher einen konkreten Terminplan im Kalender einschreibt und die jeweiligen Materiallisten für jeden Termin zusammenstellt, merkt man erst, daß diese Methode weitaus weniger aufwändig ist, als sie beim ersten Lesen erscheinen mag.


    Sollten Krüppelbienen schon vorher Virusinfektionen anzeigen -> TBE 14 Tage vor Ende der Frühtracht ggf. mit Rückvereinigung der (bspw. mit MS) sanierten Brutsammler. Das wirkt sich noch nicht einmal ertragsmindernd aus, wie Dr. Radtke in seiner Dissertation gezeigt hat:
    http://www.bioland.de/fileadmi…tke_Varroabekaempfung.pdf
    http://www.imkerverein-heidelb…lliferaaufdieLeistung.pdf


    Auf jeden Fall: Erst denken, dann handeln und das mit kühlem Kopf.

  • Hallo Ihr Lieben,


    ich habe nun den Varroabefall ermittelt es waren an drei Tagen 0 bis 4 Varroen in den 6 Völkern die ich noch habe! Habt Dank für eure Hilfe und ich denke, dass ich nochmal glück gehabt habe.


    Die Bienen sind alle fleißig. Jetzt haben sie sich wunderbar entwickelt und "arbeiten" in meinen 3 selbstgebauten Holzbeuten (DNM, 2x 24 Rähchen, ein Brutraum und Honigraum hintereinander) auf ca 6 bis 8 Rämmchen. Als ich die Frage online stellte sah das noch ganz anders aus. In meinen 3 Segebergerbeuten (2 Zargen) "arbeiten" sie auf der gesamten Zarge! Sie wurden jetzt nochmal alle gefüttert und ich hoffe, dass ich gut durch das Jahr komme. Wenn die Sonne rauskommt fliegen sie auch wunderbar. Verkrüppelte sind nicht zu sehen.


    anderes Thema:


    Ich habe drei Völker verloren. Ich vermute einen "Spritzschaden".. bin mir aber nicht sicher. Die ersten zwei sind schon im Herbst gestorben... es lagen alle Tot auf dem Beutenboden und nun habe ich feststellen müssen, dass ein drittes nun auch gänzlich tot ist (ich habe das erst jetzt festgestellt, da es mir zu kalt war um die Beuten zu öffnen...Das war mein stärkstes Volk!!!). Es sind keine Varroen zu sehen, keine Schädlinge, keine Faulbrut und Verhungert sind sie auch nicht. Die Leichen sind alle vollentwickelt und zeigen keine Symptome einen Varroainvasion (Verkrüppelungen)
    Was könnte diesen Totalausfall noch erklären außer ein "Spritsschaden"?


    Meine Imkerkollegen vermuten das selbe wir ich. Kann ich die Bienen jetzt noch einschicken für eine Untersuchung oder hätte ich das sofort tuen sollen?


    Beste Grüße und vielen Dank!
    Brutus

  • ...drittes nun auch gänzlich tot ist (ich habe das erst jetzt festgestellt, da es mir zu kalt war um die Beuten zu öffnen...Das war mein stärkstes Volk!!!). Es sind keine Varroen zu sehen, keine Schädlinge, keine Faulbrut und Verhungert sind sie auch nicht. Die Leichen sind alle vollentwickelt und zeigen keine Symptome einen Varroainvasion (Verkrüppelungen)
    Was könnte diesen Totalausfall noch erklären außer ein "Spritsschaden"?


    Lieber Brutus89,


    sofern Du die Leichen noch hast -> lege einen "Soldatenfriedhof", dann kannst Du besser zur Todesursache schlußfolgern:
    http://www.imkerverein-greven.…s-habe-ich-falsch-gemacht
    Vorher den BSV kontaktieren, der hilft Dir ggf. weiter (und wenn er Dir nur sagt, wie Imker sich im Falle eines Spritzschadens verhalten muß).


    Mit imkerlichen Grüßen - Gottfried