Varroa Winterbehandlung nicht durchgeführt

  • Was ist die "Schadschwelle" - das müsste er wissen, um zu handeln ?


    Rainer


    Meistens wird für die Monate Mai /Juni/ Juli als Schadschwelle 5 -10 Milben als natürlicher Abfall pro Tag angegeben. Die wirklich kritische Zeit ist um die Sommersonnenwende herum. Ab diesem Zeitpunkt wird die Brutmenge wieder kleiner. Die Milben verdoppeln sich monatlich, die Brut wird aber weniger. Das heißt, die vorhandene Milbenpopulation verteilt sich auf weniger Bienen, der prozentuelle Teil der geschädigten Bienen nimmt rasch zu.


    Leider lässt sich der natürliche Abfall im Sommer schwer feststellen da Ameisen, Ohrenschlüpfer usw, später auch Wespen die gefallenen Milben verschleppen und so das Ergebnis verfälschen.



    MfG
    Honigmaul

  • Guten Morgen,


    Vielen Dank für diese fülle an Informationen.:daumen:


    jetzt ganz langsam. So würde ich jetzt vorgehen:


    1. Ich behalte jetzt meine Bienen und die Brut im Auge. Schöne runde Deckel auf der Brut und keine Unregelmäßigkeiten.


    2.Ab Ende der Kirschblüte hänge ich in jede meiner Beuten links und rechts in den Brutraum einen "Drohnenrahmen". Sind diese voll WILDausgebaut und mit Drohenzellen bestückt, nehme ich sie raus und Schmelze sie ein.


    3. Wenn ich ab Mai einen Varroa Totenfall von mehr als 10 am Tag habe muss ich die Brut entsorgen um bis zum Spätsommer durchzukommen. ODER ich mache aus diesesn Brutwaben Brutableger und nach 24 Tagen führe ich an diesesn Brutablegern eine Ameisensäurebehandlung durch.


    Sieht das nach einem Guten Plan aus oder sollte ich jetzt schon den Befall bestimmen und wenn dieser über 5 Milben am Tag sein sollte bei gutem Wetter (Temperaturen um 10 °C) schon Brutwaben entfernen um den Anfangsbefall gering zu halten?


    ich hoffe ich habe das jetzt richtig verstanden... Mir erscheint mein Plan logisch....:confused:


    Meine Bienen sehen echt gut aus in drei Segeberger Beuten auf zwei Zargen sind die Bienen auf 6 - 9 Rämchenzwischenräumen aufgeteilt und in den selbstgebauten Holzkästen (es passen 24 Rähmchen Kuntsch hoch nebeneinander erste Spalte Honigraum, zweite Spalte Brutraum (48 Rämchen gesamt) eingeengt auf 10 Rämchen sieht es nicht anders aus! Ich konnte auch keine Deformationen an Flügeln oder anderen Körperteilen feststellen.


    Danke nochmal und ich bin sehr froh, dass noch nicht alles verloren ist. ich hatte echt Panik!!!


    Danke und Besten Gruß,
    Brutus

  • Bei brutlosen Ablegern würde ich zur Milchsäure greifen.
    Schön jede Wabenseite fein besprühen, bis alle Bienen weiß mit Tröpfchen überzogen sind und gut is.


    Hans

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)

  • Zu 2: Wenn das dein Weg sein soll: Drohnenbrut erst ausschneiden, wenn verdeckelt. Macht sonst keinen Sinn. Außerdem würde ich die DR zeitlich versetzt geben. Dann kannst du abwechselnd schneiden.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Zu 2: Wenn das dein Weg sein soll: Drohnenbrut erst ausschneiden, wenn verdeckelt. Macht sonst keinen Sinn. Außerdem würde ich die DR zeitlich versetzt geben. Dann kannst du abwechselnd schneiden.


    :daumen::daumen: Das ist ein Weg, wenn der Milbenfall nicht zu hoch wird. Die Mengen (Schadschwelle) wurde ja benannt, wobei das immer mit der Volksstärke zusammenhängt.


    Brutwaben jetzt entfernen wäre kontraproduktiv; denn jetzt etnwickeln sich die Völker. Momentan heißt die Devise "Finger weg".


    Prüf' doch erst einmal den aktuellen Milbenfall, damit Du weißt, wie hoch die Belastung ist.


    Beste Grüße


    Rainer

  • da die Milben es eher kalt lieben- einengen mit Schied, dies gilt nicht nur für Dadant
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=48444&page=17&highlight=Schied+setzen+Dadant


    Drohnenrahmen - mit senkrechter Trennleiste bekommt man schneller geschlossene verdeckelte Bereiche und es wird weniger Futter eingelagert, möglichst jedes Wochenende, aber mind. alle 2 Wochen schneiden, Befall der Drohnenbrut kontrollieren, bei sehr starken Völkern hatte ich 2 DR, dazwischen das Brutnests, markiert mit Reißzwecken zum schnelleren Finden.

    Brutwabenentnahme erst in Massentracht- Raps- ich mache dann die ersten Brutableger- Brut auslaufen lassen und mit Milchsäure behandeln

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  • Hallo!


    Hab ich's verpasst oder stand schon was irgendwo, wie diese Völker denn welche Sommerbehandlung bekommen haben?
    Sind die GUT und RICHTIG d.h. auch unter anderem rechtzeitig behandelt worden,
    dann kannst Du


    1. diesen Thread hier schon zu machen:wink:
    und musst nämlich
    2. weder Panik schieben noch irgendwas unternehmen.


    Spät, uneffektiv oder unzureichend behandelte Völker werden mit hohen Startzahlen an Milben das Brutgeschäft starten, früher und schneller einen hohen Befall entwickeln, und die müssen deshalb genauer kontrolliert werden und ggf frühzeitig aus der Ernte und in die Behandlung.
    ggf ist die TBE mit Fangwabe auch in der Saison ca 2 Wochen vor geplantem Ende der Ernte dann eine Möglichkeit ohne Substanzen auszukommen und weiter sammeln zu lassen.


    Mit Puderzucker kann man ebenfalls recht gut ein Senken der Last erreichen, um noch in die normale Sommerbehandlungszeit zu kommen.


    Gruß


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Wenn du Völker mit MAQS behandelst, ist der Honig aus denen nicht mehr verkehrsfähig- es kommt immer zu Einlagerung von AS in Honig und Wachs.
    Egal was der Hersteller zur Verkaufsförderung behauptet!
    http://www.deutscherimkerbund.…aktuell2015-2-Anlage2.pdf


    also bleibt nur die Möglichkeit- Brut raus extra behandeln und in ABlegern lassen oder NUR Bienen zurück, wenn man meint, das die zu dem Zeitpunkt verstärkt werden müssen

  • Aktuell beim Start von grenzwertigem Beutenöffnungswetter schon eine Serie mit Puderzucker plus 2x Drohnenbrut wäre auch ein Ding, um was wegzufangen.


    Aber wir wissen ja immer noch gar nicht, ob sie überhaupt irgendwie bedürftig sind.


    Alles ungelegte Eier:cool:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper


  • 1. Ich behalte jetzt meine Bienen und die Brut im Auge. Schöne runde Deckel auf der Brut und keine Unregelmäßigkeiten.
    2.Ab Ende der Kirschblüte hänge ich in jede meiner Beuten links und rechts in den Brutraum einen "Drohnenrahmen". Sind diese voll WILDausgebaut und mit Drohenzellen bestückt, nehme ich sie raus und Schmelze sie ein.


    Gut. Wenn die Drohnenbrut verdeckelt ist.

    Zitat

    3. Wenn ich ab Mai einen Varroa Totenfall von mehr als 10 am Tag habe muss ich die Brut entsorgen um bis zum Spätsommer durchzukommen.


    30/Tag reichen als Schadschwelle, wenn du keine Krüppelbienen siehst. Wenn du Krüppelbienen siehst, dann must du schon vorher handeln, weil dann ein Virusbefall vorliegt, der durch die Varroa im Volk ausgebreitet wird.

    Zitat

    ODER ich mache aus diesesn Brutwaben Brutableger und nach 24 Tagen führe ich an diesesn Brutablegern eine Ameisensäurebehandlung durch.


    Bei 30 Milben/Tag kannst du die Brut entsorgen, da dann die meisten Zellen befallen sind. Bei Virenbefall müssen Brut und kranke Bienen so schnell wie möglich entfernt werden und sind auch zu nichts mehr zu gebrauchen.

    Zitat

    Sieht das nach einem Guten Plan aus oder sollte ich jetzt schon den Befall bestimmen und wenn dieser über 5 Milben am Tag sein sollte bei gutem Wetter (Temperaturen um 10 °C) schon Brutwaben entfernen um den Anfangsbefall gering zu halten?


    Das bringt jetzt nichts, da bei niedrigem Brutstand der Anteil von Milben auf den Bienen hoch ist. Du gefährdest damit nur die Durchlenzung mit unzureichendem Effekt gegen die Varroa.


    Gruß Ralph

  • Ich kenne Imker, die mit sehr guten Überwinterungserfolgen nie eine Oxalsäurebahandlung (auch keine Milchsäure) im Winter machen.

    Gegner glauben uns zu widerlegen, indem sie ihre Meinung wiederholen und auf die unsere nicht achten. (vom guten alten Goethe)

  • Hallo Brutus


    Da ich gerade gelesen habe das du die Bienen erst ein Jahr hast und ich nehme mal an, von einem Imker der auch die Varroabehandlung bei seinen Bienen durchführt. Deshalb kann ich aus meiner Erfahrung sagen, das Schwärme und Ableger oder Völker von erfahrenen Imkern, in der Regel auch 2 Jahre ohne Varroabehandlung überleben. Bei normalen Befall brechen die Völker meistens erst im dritten Jahr zusammen.
    Ratschläge was du alles machen kannst hast du ja genug bekommen.
    Also ich würde mich an deiner Stelle zurück lehnen, auf die Honigernte vorbereiten und die Sache gut beobachten. Nach der Tracht sobald als möglich Behandlungsmaßnahmen einleiten. Was verpasst ist kann man bei den Bienen nicht mehr nachholen. Das neue Bienenjahr beginnt bereits im Juli, das vergessen Viele.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Zitat

    Ich kenne Imker, die mit sehr guten Überwinterungserfolgen nie eine Oxalsäurebahandlung (auch keine Milchsäure) im Winter machen.

    Fakt ist aber auch, dass die Winterverluste höher waren.


    http://www.imkerverein-waiblingen.de/9685.html


    Mit diesen Völkern hätte ich bei dieser Belastung mächtig Bauchweh. Zu bemerken ist, dass regelmäßig den ganzen Sommer Drohnenbrut geschnitten wurde. Die Sommerbehandlung durchgeführt wurde und trotzdem diese Milbenmasse.





    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol: