Nachfüttern | Bitte um Euren Rat

  • Liebe Imkerkollegen,


    dies ist mein erster Imker-Februar und ich habe mal wieder ne Frage, für die ich Euren Rat suche:


    2 Völker, Zander, auf 1 Zarge überwintert. Jeweils 1 Eimer Apiinvert im Aug/Sept eingefüttert. Gewogen habe ich nichts.


    Bei meiner Futterkontrolle vor 2 Wochen habe ich festgestellt, daß das jüngere Volk stärker als das ältere ist, und fast kein verdeckeltes Futter mehr hat. Sodann habe ich eine Futterwabe aus dem schwachen Volk in das starke umgehängt (welche nun fast aufgebraucht zu sein scheint).
    Aus Sorge, beide könnten Hunger leiden, habe ich jeweils eine flache Alu-Grillschale (mit Stroh ausgekleidet) mit 0,5 Liter Zuckerlösung (Verhältnis 1:1, zusätzlich einen Löffel eigenen Honig) in den flachen Unterboden gestellt. Das Futter wurde auch zügig abgenommen.


    Ich dachte nun, daß ich ca. alle 5 Tage die Grillschale mit der Zuckerlösung auffülle, bis die erste Tracht einsetzt, auch wenn das bedeutet, daß ich noch 4-6 Wochen nachfüttern muß. Alternativ dachte ich, ich könnte Futterteig kaufen, und diesen mit Wasser in die Aluschale geben. Ich habe das Gefühl, daß meine beiden Völker - verlgichen mit Dezember - bereits gut an Stärke zugelegt haben.


    Was würdet Ihr an meiner Stelle tun?


    Danke und Gruß, Larry

  • Ich bin gerade dabei, ein Volk das im Dezember kein Futter mehr hatte folgendermassen über den Winter zu bringen:


    - auf die Rähmchen habe ich eine Abdeckfolie gegeben
    - in diese Abdeckfolie habe ich über der Traube ein Loch von ca. 6 cm geschnitten
    - dasselbe Loch habe ich in einen 2,5 kg Apiinvertbeutel geschnitten
    - diesen dann mit seinem Loch über das Loch der Abdeckfolie gelegt
    - dann habe ich eine Leerzarge aufgesetzt
    - den Innenteil dieser Leerzarge mit Steinwolle ausgefüllt und den Deckel auf die Leerzarge gesetzt
    - funktioniert perfekt, durch die Folie ist auch immer etwas Schwitzwasser da, mit dem die Bienen den Teig auflösen.
    - die Massnahme ist auch relativ einfach zu kontrollieren, da man nur etwas die Steinwolle anheben muss und sehen kann ohne zu sehr zu stören

    Lg Franz - Zander 477x420x220 + 12er Dadant Blatt

  • Aus verschiedenen Beiträgen hier, kannst du lesen, dass flüssig füttern um diese Zeit den Bienen eine Tracht vorgaukelt. Somit werden sie verstärkt brüten. Wenn es nochmal länger kalt wird, dann sitzen sie auf viel Brut und müssen wärmen, können aber kaum Futter holen, weil das in der Schale am Boden kalt ist. Wenn es warm genug bleibt, dann hast du zur Tracht ein großes Volk, welches dann sicher gut einträgt und du musst aufpassen, dass sie nicht zu schnell auf Schwarmgedanken kommen.
    Besser wäre es also im Moment mit Futterteig zu füttern, den man über dem Bienensitz auf die Rähmchen legen kann. Da ist es dann nah und warm genug, dass sie auch bei kühlerem Wetter hinkommen und es reizt nicht so sehr zum verstärkten Brüten. Das ist dann die wetterunabhängigere Sicherheitsoption.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Ich bin gerade dabei, ein Volk das im Dezember kein Futter mehr hatte folgendermassen über den Winter zu bringen:


    - in diese Abdeckfolie habe ich über der Traube ein Loch von ca. 6 cm geschnitten
    - dasselbe Loch habe ich in einen 2,5 kg Apiinvertbeutel geschnitten


    Ich nehme an, dass das Apifonda heißen soll, sonst wäre es Sirup.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Hallo Lary,


    nicht böse sein, aber das ist doch wieder totaler Murks was Du gemacht hast.
    Auch ich habe das erste Jahr mit meine Bienen im Winter hinter mir bzw ist ja noch nicht ganz rum, aber egal wo Du nachliest es wird immer gesagt entweder Futtergewicht wiegen
    oder aber Du kannst das Gewicht anhand der verdeckelten Futterwaben umrechnen. In jedem Imkerkurs gibt es den Schulungsnachmittag "Wintervorbereitung" oder so ähnlich im Internet findet man zig Seiten zum Thema Notfütterung etc.
    Aber zu sagen, helft mir und was soll ich machen, aber sich im Vorfeld nicht schlau zu machen ist m.M. nicht die richte Einstellung um Bienen zu halten.
    Selbst ich habe zig Kurse gemacht und noch Fagen ohne Ende aber finde es schon wie soll ich sagen traurig wenn zuerst nicht gewogen wird aber im Nachgang geschrieben wird aus Sorge dass Sie Hunger leiden.


    Sorry soll jetzt nicht persönlich sein finde es nur einfach unfair gegenüber den Bienen. Finde sowieso dass man nur noch Bienen halten darf wenn man durch Lehrgänge eine gewisse Grundkenntnis erwirbt um gegen den Modetrend der Bienenhaltung ein wenig vorzugehen.


    Gruß Markus

  • Meinen Rat kann ich gerne begründen.


    1. Wird Futterteig auf dem Wabenoberträger abgelegt und so ist dort auch eine Futterreserve, wie im Naturvolk.


    2. Auch wenn Futterteig unter den Waben gegeben wird, kann der von den Bienen bei Kälte verlassen werden, ohne das er verdirbt und die Bienen können darin nicht ertrinken.


    3.Flüssigfütterung ist eine schnelle Hilfe für das Volk, wenn Flugwetter ist. Bei kaltem Wetter wie zur Zeit bei uns, kann Flüssigfütterung zur Darmreinigung der Bienen anregen und sie würden beim Ausflug sterben.


    4. Flüssigfütterung mit Honiganteil, kann auch leicht verderben, wenn er nicht gleich von den Bienen aufgenommen werden kann. Außerdem ist es schon oft vorgekommen das Bienen im Futter ertrunken bzw erstarrt sind, vor allem bei kaltem Wetter.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Zum Thema Notfütterung hat unser Kursleiter gesagt: "Niemals Flüssig füttern, da ist die Gefahr von Durchfall zu groß". Seine Empfehlung war Blütenhonig.


    Eins meiner 6 Völker musste ich auch füttern. Habs wie von Bernhard beschrieben mit Futterteig gemacht. Einfach paar Hölzchen auf die Rähmchen, Futterteigpäckchen mit nem 1-2cm breiten Schlitz drauflegen, fertig.