Aktion "Schau ins Feld"

  • Der IVA - "Industrieverband Agrar" (=Bayer, Syngenta, BASF, Dow....) setzt seine Aktion "Schau ins Feld" auch in 2016 fort und sucht dazu Landwirte, die auf einem Feld eine Nullparzelle (d.h. Teilstück ohne jegliche PSM / Kunstdünger) anlegen und dazu eine Tafel anbringen, auf der unter der Überschrift "Ernte in Gefahr"zu lesen ist, welche Konsequenzen zu befürchten sind, wenn nicht behandelt würde.


    Seit dem 1. Februar können sich Landwirte hier registrieren und die kostenlose Schautafel bestellen -für die Veröffentlichung im Internet und die Öffentlichkeitsarbeit durch Pressevertreter sorgt dann der IVA
    http://www.die-pflanzenschuetz…fenster.html#.VrZJ7lLIuec
    Schade nur, dass alleine der Blick auf die im Web gezeigte Nullparzelle die Argumente schon entkräftet: Blüten- und Artenvielfalt in der Nullparzelle - sterile totgespritzte Monokultur im Hintergrund.


    Ganz perfide wird hier versucht den Verbraucher zu verdummen anhand der Mär von den bedrohten Ernten bei fehlendem Gifteinsatz -- tausende Biolandwirte beweisen Tag für Tag wie verlogen dieses Geschwätz ist.


    Man sollte sich die Mühe machen und neben den Schildern des IVA eine Tafel mit den Fakten einzupflocken, auf der es heisst "Zukunft in Gefahr - lieber Nullparzelle als Nullverstand..."


    kelte

  • Wenn man doch bei den Bio-Bauern die gleiche Aktion organisiert bekäme, dass wäre doch die richtige Antwort auf den Schwachsinn. Felder ohne Pestizide! Ja, es geht! Die Bio-Bauern sind für mich die wahren Helden unserer Zeit.

  • hallo,
    es ist schon früh!
    Doch hier kann ich mich nicht zurück halten.
    Ihr habt alle recht! Und wie!!!
    Es hat natürlich auch eine Kehrseite: 100ml kalt gepresstes Öl vom BIO-Bauern = 6,40€, Direktvermarktung im Aufbau (warum wohl?).
    Ein anderes Beispiel: Dinkelbrot, BIO, 750g = 4,50€.
    Wenn ihr das so durchhaltet, dann müsst ihr sehr viel arbeiten, um euer Essen kaufen zu können.
    Ich bin der Meinung, dass die genannten Beispiele SEHR realistisch sind. Nun kommt da noch die Milch, das Fleisch und die Wurst, der Käse, ... dazu.
    Wir sollten für weniger PSM und synth. Düngemittel eintreten und nicht gleich alles, was sich entwickelt hat, verdammen.
    Gruß
    Harald

  • Gülle ist ein Problem und die ist "unsynthetisch". Sogenannte Kunstdünger sind es nicht. Grundwassernitrat stammt nicht aus Düngemitteln, sondern aus tierischem Stoffwechsel.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Zum teuren Bio-Angebot - vor Jahren, während der Elternzeit bezogen wir Hartz4 und trotzdem kauften wir Bio. Oft sind falsch gesetzte Prioritäten das Problem. Ich sehe es auch bei den Schwiegereltern - billiges Kunststoffspielzeug und Kram in Massen und beim Essen wird dann gespart. Oder mein Handwerkerkumpel - kommt zum Grillen mit Unmengen an Billigfleisch und Würsten. Viel zu viel, aber es war ja so billig.


    Ich finde Bio-Läden mit überzogenen Preisen auch doof, die Schaden der Sache. Für Dresden kann ich z.B. die Ausrede der zu hohen Preise nicht gelten lassen, da gibt es eine riesige Verbrauchergemeinschaft mit etwa 10.000 Mitgliedern und die Preise sind mitunter auf dem Niveau konventioneller Anbieter. Und Dinkelbrot für 4,50€ als Beispiel heranzuziehen ist Meinungsmache. Dinkel ist nun mal eines der teuersten Getreide. Im normalen Bio-Laden kostet ein Brot ab 2,90€. Und vielleicht ist ja das Billig-Bio-Angebot der Supermärkte schon mal ein Anfang. Und einfach mal weniger Fleisch essen.


    Kunstdünger sind ein Problem. Konventionelle Landwirtschaft baut die Humusschicht ab statt auf. Die Bodenlebewesen leiden unter Kunstdünger und Pestiziden. Wird die Humusschicht geringer, wird Wasser immer schlechter in der aktiven Schicht gehalten. Dünger wird entweder ausgespült oder verschwindet in den tieferen Schichten bis hin zum Grundwasser. Ökologische Landwirtschaft arbeitet mit Humusaufbau, die obere Bodenschicht ist durchsetzt von organischen Stoffen und Kleinstlebewesen, dass ganze ist wie ein Schwamm, der Nährstoffe und Wasser speichert.

  • Zitat

    Es hat natürlich auch eine Kehrseite: 100ml kalt gepresstes Öl vom BIO-Bauern = 6,40€,


    Das muß es nicht immer sein. Olivenöl direkt vom Erzeuger aus Griechenland, der Liter rund 14 Euro.
    Ich wette, das ist mindestens genauso gut wie das eben genannte Bioöl, eher besser.
    Diese Sorten bekommt man hier nicht zu kaufen, weil dieses hochwertige Öl in minderwertiges gekippt wird, damit das dann wenigsten etwas schmeckt.
    Wie krank ist die Welt....
    In das Auto kippt man das beste Motorenöl, in sich selber....
    Ich gebe Boern hier recht, lieber mal ein Stück Fleisch weniger, dafür aber gutes Fleisch und viele Probleme sind gelöst.
    Ich höre lieber auf....


    @Boern
    Schön hier wieder mal von Euch zu lesen :-)


    Beste Grüße
    Hartmut

  • Bio ist nicht immer teuer, aber leider auch nicht immer besser - auch nicht immer besser für die Umwelt. Auch wenn das Wort "nachhaltig" leider mittlerweile inflationär als Floskel irgendwo auftaucht, ist es das Wort, das am besten beschreibt, was sinnvoll wäre. Der Umwelt nur so viel zumuten und entnehmen, wie sie durch natürliche Regeneration ohne bleibende Spuren verkraftet.


    In vielen Fällen ist Bio deswegen gut, weil die schlimmsten Auswüchse "moderner" Landwirtschaft durch die Beschränkungen beim Einsatz von Spitzmitteln verringert werden. So unsinnige Dinge wie Getreide durch Spritzung schneller erntefähig zu machen scheiden aus. Aber solange ich dann noch Kupfersulfat im Weinberg einsetzen darf... ist Bio auch nicht immer nur auf der Seite der Guten.
    Da auch Biofleisch trotzdem zu hohem Futterbedarf führt und die Ausscheidungen als Treibhausgas und als Nitrat im Trinkwasser die Umwelt belasten, ist auch hier die Menge begrenzt, die man nachhaltig erzeugen kann. Trotzdem ist es für die Tiere sicher angenehmer und in vielen Fällen vielleicht weniger Umwelt belastend als eine Agrarfabrik.


    Trotz etwas höherer Preise es sicher möglich, auch bei geringem Einkommen Lebensmittel zu kaufen, die qualitativ hochwertiger und nachhaltiger sind als so manches Bilig-Angebot. Oft reicht auch der Verzicht auf Fertigprodukte, um viel zu sparen. Für den Preis von zwei Fertiggerichten bekomme ich oft auch vier Portionen für die ganze Familie mit ordentlichen Zutaten selbst gekocht. Jetzt teure Erdbeeren aus Südafrika muss ja nicht sein, da freut man sich auch viel mehr auf die vom Nachbarfeld im Sommer und schont die Umwelt. Ansonsten kann man immer noch eine Mischtaktik fahren, um die Welt ein bisschen besser zu machen.
    Es reicht halt dann vielleicht nicht mehr so schnell für den großen neuen Fernseher, die vielen anderen technischen Spielzeuge oder die 2 Schachteln Kippen jeden Tag...Laut Statistik geben wir einen immer kleineren Teil unseres Einkommens für Essen aus. Dabei wären Essen und Wohnen eigentlich die Grundbedürfnisse und nicht Fernreisen, Designer-Klamotten, elektronisches Spielzeug...

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Wer nicht nur betriebswirtschaftlich herangeht, sondern die volkswirtschaftlichen Gesamtkosten betrachtet, kommt bei bio zu einem anderen Ergebnis (Ich lasse die nichtmonetären Folgen bewusst bei Seite - was ist uns eine Schmetterlingsart wert, die es bald nicht mehr geben wird?).
    Die aktuelle Debatte um die Düngeverordnung zeigt, dass hier Kosten entstehen (z.B. für die Sicherstellung trinkbaren Grundwassers), die kein Landwirt einkalkulieren muss, wohl aber die Gesellschaft.
    Da könnte man eine Rechnung aufmachen: Wie hoch müssen die Subventionen an die Landwirte sein, damit Bioprodukte nicht teurer sind als konventionelle? Ich glaube, man käme da auf einen Betrag, den wir uns leisten können.
    Dann wäre auch die elende Debatte vom Tisch, ob sich ein Hartz-IV-Empfänger dann noch Fleisch leisten kann.


    Und jetzt kommt mir nicht mit dem Argument, die Anbauflächen könnten nicht reichen. Wer sich anschaut, wieviel Ackerfläche für Energiepflanzen genutzt wird, sieht, dass da noch viel Spielraum ist. Dass ein Großteil der deutschen Fleischproduktion in den Export geht, sei auch erwähnt.


    Ich bin kein Freund des Landwirt-Bashings. Die unterliegen auch Zwängen und können nicht alle auf die Schnelle auf bio umstellen.
    Die Politik hat die Landwirte aber ganz schön am Ei: Sie hängen zu 100% am Subventionstropf. Würden die Subventionen nur entsprechend angepasst, hätten wir in ein paar Jahren nur noch Biolandwirtschaft in Deutschland.


    Erstaunlich finde ich übrigens, welche Lobby die Landwirtschaft immer noch hat. Gemessen am Beitrag zum Bruttosozialprodukt und den Beschäftigtenzahlen wundert einen das doch sehr.



    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo,
    da habe ich es wohl mit praktizierenden Biolandwirten zu tun?
    Wenn die Getreideerträge auf über 10 t / ha angestiegen sind, dann doch nicht aus reiner Raffgier der Landwirte!
    Und: Wenn BIO-Lebensmittel nicht viel teurer sind als konventionell erzeugte, dann ...?
    Subventionen für landwirtschaftliche Erzeugnisse gehören abgeschafft!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Kauft einer ein Auto oder ein anderes Industrieerzeugnis zum halben Preis und der Rest wird vom Saat (sprich vom Steuerzahler) bezahlt?


    Harald

  • Subventionen für landwirtschaftliche Erzeugnisse gehören abgeschafft!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


    Landwirtschaft ist keine Industrie. Es geht um unsere Umwelt.
    Die Landwirtschaft, die herauskommt, wenn die Subventionen abgeschafft werden, möchte ich nicht haben und Du auch nicht, wenn du ein bisschen mehr nachdenkst und bisschen weniger Ausrufezeichen setzt.
    Es gibt eben Leistungen, die sich nicht an den Herstellungskosten bemessen lassen, weil sie zu wichtig sind für das öffentliche Wohl. Deswegen geht es ohne Subventionen bisher nicht und auf absehbare Zeit auch künftig nicht. Sie müssten nur anders verteilt werden.


    Kauft einer ein Auto oder ein anderes Industrieerzeugnis zum halben Preis und der Rest wird vom Staat (sprich vom Steuerzahler) bezahlt?


    Nicht mal dieses bemerkenswert schlichte und unpassende Argument stimmt übrigens. Auch Autos wurden und werden subventioniert (Stichwort E-Mobilität).


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Subventionslos heißt nicht zügellos. Es gibt auch ohne Subvention Regeln, die einzuhalten sind. Auch ohne Autozuschuß muß ich 30 fahren, wenns vorgeschrieben ist.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Subventionslos heißt nicht zügellos. Es gibt auch ohne Subvention Regeln, die einzuhalten sind. Auch ohne Autozuschuß muß ich 30 fahren, wenns vorgeschrieben ist.


    Einem verhungerten Gaul kann man Zügel anlegen, weit kommt man damit nicht.
    Soviel zu Deinem Bild.


    Die Frage ist: Wovon sollen die landwirtschaftlichen Betriebe dann leben, die es mit Subventionen kaum schaffen?
    Wollen wir eine Landwirtschaft, die noch rücksichtloser mit Tieren und Umwelt umgeht, die die Produktionsstandards noch weiter senkt, damit es sich irgendwie rechnet?
    Das verrückte an dieser Art von Landwirtschaft ist ja, dass sie nicht mal die Landwirte vernünftig ernährt.


    Es gibt nun mal Leistungen, die sich nicht aus selbst erwirtschafteteten Erträgen finanzieren lassen. Von der Polizei erwartet man ja auch nicht, dass sie sich aus Strafmandaten finanziert. Eine Landwirtschaft, die mit Tieren und Umwelt vernünftig umgeht wird öffentlich finanzierter Dienstleister sein müssen. Das Problem sind nicht die Subventionen. Das Problem ist die Profitorientierung trotz Subventionen.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)


  • Dann wäre auch die elende Debatte vom Tisch, ob sich ein Hartz-IV-Empfänger dann noch Fleisch leisten kann.


    Das ist doch sowieso eine Mär, heute im Supermarkt Fleischpake pro kg 2.99 immer etwa 10 kg und vielleicht 10% Knochen mit drinnen. Qualitativ nicht einmal unterste Schublade.


    Was soll man davon halten? Ich halte es einfach nur noch für dumm und ja ich bin auch der Meinung das Schweinenacken welcher heute typischerweise 4-5 €/kg kostet besser das doppelte kosten sollte. Einfach um den Fleischkonsum einfach mal wieder großflächig einzudämmen.
    Es muss ja nicht so sein das man jeden Tag Fleisch ist, 1-2 mal die Woche ist völlig ausreichend, dann aber lieber bessere Qualität.
    So könnten wir auch plötzlich mit erträgen von weniger als 10t/Ha leben, es macht einfach keinen Sinn nach dem Motto viel einfach billig Produzieren, dafür monokulturen anzulegen und diese mit PSM am leben zu halten, nur um dann ein durch die Behandlung ein Belastetes, dadurch vergleichsweise minderwertiges, Lebensmittel zu erhalten. Dieses Lebensmittel dann als Tierfutter zu verwenden, um durch völlig überzogenen Mast ein noch minderwertigeres Produkt zu erhalten.


    Die Auswirkungen des hohem Fleischkonsums sind ja nun nocht unbekannt, noch haben wir zwar keine chinesischen Verhältnisse erreicht aber steuern immer weiter darauf zu.