Von TBH auf Zanderbeute

  • Hallo!


    Ich habe letztes Jahr mit dem Imkern auf Top Bar Hive im heimischen Garten begonnen. War alles sehr spannend und lehrsam und bis jetzt ist das Volk trotz chaotischem Wetter (Ende Dezember wurden noch Pollen angeschleppt, Frost erst im Januar) auch gut über den Winter gekommen. Die Nachbarn sind durch den hohen Abflug auch zufrieden, insoweit alles bestens.


    Leider konnte ich die Damen durch keinen Oberträger dazu bewegen, halbwegs gerade Waben zu bauen: Dreiecksleisten in verschiedenen Größen, Anfangsstreifen, alles erfolglos. Stattdessen haben Sie sich für einen "Lauwarmbau" quer zu den Oberträgern entschieden. Die Brutfreiheit für die Oxalsäure-Behandlung habe ich dehalb mehr schlecht als recht mit einem Endoskop prüfen müssen.


    Aus diesem Grund spiele ich mit dem Gedanken, auf Zanderbeuten mit klassischen Rähmchen zu wechseln. Ich würde auch gerne bis nächstes Jahr auf zwei oder drei Völker kommen, das würde ich mit den TBH aus Platzgründen nicht schaffen.


    Meine Idee ist, die zu einem drittel besiedelte TBH jetzt mit einem Trennschied einzugrenzen und eine Zanderbeute unterzuschieben. Nach meinem Wissensstand müsste das Brutnest dann nach unten in die Zanderbeute wandern. Die Honigwaben aus der TBH würde ich dann Stück für Stück als Futterwaben in die Zanderbeute geben und deren Raum weiter eingrenzen. Ist das Spinnerei oder hat das Aussicht auf Erfolg?


    Alternativ habe ich an einen Kunstschwarm mit der alten Königin gedacht. Alte und neue Beute würden aber direkt nebeneinander stehen. Kann das gutgehen?


    Danke und Gruß, Marcel

  • Hallo Marcel


    wenn du die Zarge mit MW drauf bauen kannst, dann ist das besser und wenn die Königin oben das Brutnest hat, dann TBH weg und die Waben abkehren, fertig.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Reinhard,


    danke für den Tipp. Müsste eigentlich gehen: Ich würden dann bereits jetzt ein Mäusegitter anbringen, die TBH auf Bodenhöhe ablassen behelfsmässig Füsse dranschrauben. Dann sollte das mit ein paar Spanngurten stabil genug sein.


    Gruß, Marcel

  • Hallo Marcel,


    "Lauwarmbau" find´ ich Klasse., welch ein tolles Wort! :daumen:


    Hast du mal gemessen, ob die Oberträger in deiner TBH in etwa Zanderlänge haben? Zander-Oberträger sind 480 mm lang, die Außenseite der Rähmchen ist 420 mm breit) haben, alles was dazwischen liegt sollte also in eine Zanderzarge passen. Dann müsstest du nur noch versuchen, deine verbauten TBH-Waben zu lösen und als Block in eine Zarge zu hiven.


    Liebe Grüße
    DOMMY

  • Hallo Marcel
    1.Möglichkeit:
    Wenn du die TBH wirklich erst mal wieder außer Betrieb nehmen willst (so schnell wie möglich) solltest du im Frühling kurz vor der ersten Tracht die vorhandenen Waben vorsichtig herausschneiden und in die neuen Rähmchen einpassen.
    2.Möglichkeit:
    Wenn du lieber die Adapter- Methode zum Umzug machen willst, dann war der Gedanke, die neue Beute darunter zu montieren schon ganz richtig. Bei Warre Beuten werden auch im Frühling zwei leere Zargen untergesetzt. Wenn du die oben aufsetzt, und das Flugloch unten in der TBH bleibt hättest du oben nur einen schönen Honigraum (machen auch einige, dann kannst du auch schleudern...) Wenn du die neue Beute unten anbringst und dort das Flugloch öffnest (+oben in der TBH verschließt) wird dein Volk nach unten wachsen. Das Brutnest wandert nach unten in Fluglochnähe und in der TBH kannst du später Wabenhonig
    ernten, allerdings sind dann viele ehemals bebrütete Waben dabei, die eher was zum ausquetschen sind.
    3.Möglichkeit:
    Du nutzt dein TBH Volk zur Völkervermehrung. Du schneidest auch im Frühling kurz vor der Tracht die Waben vorsichtig ab und befestigst sie wieder an den Oberträgern, aber gerade. Das geht mit Draht oder mit Haarklammern oder beidem zusammen. Dann gibst Du maximal zwei bis drei neue Oberträger mit bewachsten Dreiecksstreifen dazu, dann ein Schied und zu, die Kiste. Nach ein bis zwei Wochen werden sie dir schöne gerade Waben gebaut haben. Jetzt nochmal 2-3 neue Oberträger geben und schon mal die Königin suchen und zeichnen, sofern sie es noch nicht ist. Dann jedes Wochenende weiter erweitern und Schwarmkontrolle durchführen.
    Wahrscheinlich Ende April werden sie erst mal nicht mehr weiter ausbauen, aber die ersten Weiselzellen ansetzten. Jetzt kannst du die Königin mit einen großen Teil der Bienen als Kunstschwarm in die neue Magazinbeute einquartieren. Da die Beute direkt daneben steht solltest du eine Brutwabe ohne Weiselzellen mit in die neue Beute nehmen (irgendwie in einem Rähmchen befestigen...) und natürlich möglichst viele Jungbienen, weil die Flugbienen wohl alle zurückfliegen werden. Kellerhaft wäre eine Alternative, aber ich nehme an, das du noch keine ausgebauten Waben hast, nur auf Mittelwänden einkellern und warten bis ausgebaut und bestiftet wurde wäre keine gute Option.
    In der Top Bar Hive kannst du jetzt, je nach Bauform und Volksstärke 1,2, oder sogar 3 neue Völkchen aus den Brutwaben mit Weiselzellen machen, die du dann später wieder auf die neuen Beuten verteilen kannst, entweder mit Wabe oder als Kunstschwarm. Vielleicht gefällt dir die Haltung in der TBH aber doch noch, und du läßt letzten Endes ein Volk drin.
    Viel Erfolg!

  • Hallo Kruppi,


    Kellerhaft dient z.B. dazu, das die Bienen sich als Volk zusammenfinden, wenn der Kunstschwarm aus mehreren Völkern gebildet wurde, quasi als Teambildungsmaßnahme :) Oder auch damit die Bienen die Orientierung verlieren und nicht zur alten Beute zurückfliegen. Das wird 2 bis 3 Tage gemacht und zwar ohne Waben! Der Kunstschwarm muss während der Kellerhaft gefüttert werden.
    Dann wird der Schwarm in die neue Beute einquartiert. Entweder auf Mittelwänden, Leerwaben dürften auch gehen, oder aber Naturbau.
    Der große Vorteil eines Kunstschwarms ist ja gerade der Neustart auf neuem Wabenbau ohne Altlasten mitzuschleppen.
    Ich halte das für das geeignetste Verfahren zum Umzug auf ein anderes Wabenmaß. Genau wie es der Grupenschlumpf vor hat.


    Gruß
    Michael

  • Zur Zeit sind die Fluglöcher an der langen Seite des TBH. Ich denke, ich werde die TBH drehen und die Fluglöcher an die Stirnseite verlegen und somit auf Warmbau wechseln. An der gegenüberliegenden Seite schiebe ich dann jeweils einen weiteren Oberträger ein und warte bis dort eine saubere Wabe dranhängt. Die dürfte sauber gebaut werden, da Nachbarwabe und Rückwand keine andere Wahl lassen. Auf diese Weise schiebe ich das chaotische Brutnest immer weiter Richtung Flugloch und kann dann dort vermutlich 2017 mit der Wabenerneuerung beginnen.


    Das Drehen der TBH schafft auch Platz für eine zusätzliche Zanderbeute im Garten. Damit kriegt die TBH eine zweite Chance, ich kann Erfahrung mit der Zanderbeute sammeln und habe ein zweites Volk. Ob ich das Volk für die Zanderbeute dann selbst vermehre oder nochmal zukaufe, überlege ich mir die nächsten Wochen.


    Danke auf jeden Fall für Eure Hinweise!

  • Das klingt doch gut! Dann mach das mit dem Kunstschwarm und der Kellerhaft am besten so, wie der Michael es weiter oben gerade vorgeschlagen hat, ohne Brutwabe, damit möglichst wenig Milben ins neue Volk gelangen. Dazu am besten den Kunstschwarm auch nochmal z.B. mit Milchsäure einsprühen...
    Wenn du mehr Platz für mehr Völker hättest wäre auch noch eine gute Möglichkeit diese Teile:
    http://www.holtermann-shop.de/popup_image.php/pID/4710&imgID=1
    auf die Weiselzellen zu stecken, (sofern die alte Königin überhaupt Nachzuchtwürdig ist, das solltest du auch noch bedenken...) wenn es soweit ist, und dann das Volk zum größten Teil aufzusplitten und mit jeweils einer unbegatteten jungen Königin in Kieler Begattungskästchen zu verteilen. Die geglückten Völkchen können dann mit den 4 kleinen Oberträgern in zwei normal großen Rähmchen angebunden werden und in der endgültigen Beute mit Futter versorgt werden und weiter wachsen. Wer nicht anbinden möchte kann auch sowas bestellen:
    http://www.holtermann-shop.de/popup_image.php/pID/5458&imgID=1
    Es gibt ja so viele Möglichkeiten... nur, im Moment heißt es leider noch ein bisschen Abwarten bis zum Frühling... gönn ihnen noch ein bisschen Ruhe und fang nicht schon an neue Fluglöcher zu bohren. Ist dein Flugloch jetzt an der langen Seite in der Mitte? Ich habe bei meiner TBH...
    http://biohonig.npage.de/selbstgebautes/top-bar-hive.html
    ... drei verstellbare Flugschlitze angebaut, da hat man gute Möglichkeiten den Wabenbau und den Honigeintrag in seiner Richtung zu steuern bzw. kann auch 2 oder 3 kleine Völchen darin überwintern. Dadurch relativiert sich auch der Platzbedarf von einer TBH auch schon wieder etwas...

  • Es ist schade, dass du den TBH außer Betrieb nehmen willst :( Fuer Hobby- Imker, finde ich dieses System das Beste. Ich selbst habe 5 TBH und wirklich man kann einige Probleme am Anfang haben, aber danach ist es ein Vergnügen im TBH Bienen zu halten. Wenn die Waben wirklich so quer gehen, dann beseitige alle Waben und mache ein Restart. Andere Möglichkeit wäre ordentliche Wachsgründe am Anfang zu benutzen. Diese kannst du leicht auf die Top Bars anhängen.

  • Zitat

    Leider konnte ich die Damen durch keinen Oberträger dazu bewegen, halbwegs gerade Waben zu bauen: Dreiecksleisten in verschiedenen Größen, Anfangsstreifen, alles erfolglos. Stattdessen haben Sie sich für einen "Lauwarmbau" quer zu den Oberträgern entschieden. Die Brutfreiheit für die Oxalsäure-Behandlung habe ich dehalb mehr schlecht als recht mit einem Endoskop prüfen müssen


    Hallo Grupenschlumpf,
    das Verhalten deiner Bienen war nicht abwegig. Sie bauen gerne diagonal zum Flugloch. Korbimker können dir das auch bestätigen. Manchmal klappt es und manchmal bauen sie auch ordentlich, dass sich das Imkerherz erfreut.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Grau ist alle Theorie.


    Wenn man einfache Oberträger nimmt und daran einfache Mittelwandstreifen festlötet, dann bauen sie die Waben schön gerade an den Oberträgern entlang. Null Problemo.


    Im freien Raum bauen die Bienen unabhängig von Lage und Größe des Flugloches. Die Ausrichtung der Waben erfolgt vielmehr entlang der gedachten längsten Strecke des Raumes. Da viele Imker nur Erfahrung mit rechteckigen Kästen haben, kommt die Vermutung, daß sie gern schräg zum Flugloch bauen, nur zu gerne auf. Das aber ist nicht richtig. Die längste Strecke im rechteckigen Raum ist nunmal die Diagonale – schräg zum Flugloch, das auch noch meistens an der schmalen Seite angebracht wurde.


    Korbimker können Dir nur bestätigen, daß die Bienen im Stülper ohne Bauvorgaben alle Varianten bauen. Von Kaltbau bis Warmbau in allen Schattierungen. Deswegen gehen Korbimker auch gerne hin und stecken Anfangswaben in die Spitze des Korbes, um die Bienen zum Warmbau zu bewegen. Siehe auch: http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=30860&p=331645#post331645 und fortfolgende Seiten.



    Wer keine Mittelwände für die Anfangsstreifen verwenden will, der findet hier die beste Art und Weise, Anfangsstreifen herzustellen. Also solche, die auch gerade ausgebaut werden. :wink:


    http://immenfreunde.de/forum/viewtopic.php?f=7&t=6&start=50#p14578


    Dann klappt es auch mit der Topbar Hive ohne Probleme.




    Jedenfalls kein Grund, sich ins Unglück - ähm, in die Zanderbeute zu stürzen. :wink: