Schwaches Volk im Januar (Zander, 2zargig)

  • Hallo zusammen,


    ich habe heute die Oxalsäurebehandlung durchgeführt. Dabei war ein schwaches Volk dabei.
    Eckdaten:
    - Zander
    - Überwinterung auf 2 Zargen
    - 2 Wabengassen voll
    - viele tote Biene auf dem Boden
    - sitz der Bienen auch in der oberen Zarge


    Meine Überlegung ist nun, bei schönerem Wetter eine Bienenflucht zwischen unterer und oberer Zarge einzulegen. Anschließend die obere Zarge abnehmen. Hintergrund meines Vorgehens: Durch das Abnehmen der oberen Zarge würde die aufsteigende Wärme nicht verpuffen und das Volk hätte ggf. noch eine Chance.


    1. Frage: Ist die Überlegung sinnvoll?
    2. Frage: Wenn ja, ab wieviel Grad macht es Sinn die Bienenflucht einzulegen?


    Vielen Dank und schöne Grüße aus Göttingen

  • Hallo RoNe,


    Schwach ist gut!
    Wie stark war denn das Volk bei der Einwinterung?
    Wo soll denn die aufsteigende Wärme herkommen? :roll:
    Wenn die Bienen (bzw. das restliche Häuflein) ohnehin schon in der oberen Zarge sind, kannst Du höchstens die untere Zarge wegnehmen.
    Aber ob das was bringt? Bei so wenig Bienen sehe ich ehrlich gesagt ziemlich schwarz.
    Ich drücke Dir trotzdem die Daumen!


    Viel Erfolg!
    Michael

  • Warum sollten sie denn durch eine Bienenflucht gehen?
    Mein Vorschlag: Warte bis Anfang Februar die Warmphase kommt und enge sie dann auf eine Zarge und auf drei bis vier Waben (1 Pollenwabe und die dann vorhandenen Brutwaben) ein und setze ein Schied. Die restlichen Futterwaben hinter das Schied.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

  • Hallo RoNe


    Die Bienenflucht die du einlegen willst, wäre das Todesurteil für die Bienen in der 2.Zarge. Selbst deine OS-Behandlung ist bei diesen Temperaturen nicht optimal, mehr sage ich dazu lieber nichts.


    Setz dich bitte auf deine Finger und warte bis es mindestens 10°C warm ist, was du bis jetzt nicht gemacht hast, rettet die Völker auch nicht mehr.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo RoNe,


    jetzt kannst Du nichts machen. Wenn es im März noch lebt und nur schwach ist, also nicht krank, kann man es auch über Absperrgitter einem starken Volk aufsetzen. So erhält es Wärme und Pflegehilfe von unten.


    Gruß
    Uwe

  • Moin, RoNe!


    Vorab, ganz kurz und ohne erhobenen Zeigefinger, einfach nur zur Information:
    Wenn du tatsächlich am 21.01.2016 die OS-Behandlung durchgeführt haben solltest, bist du dir darüber im Klaren das du von allen behandelten Völkern keinen Honig ernten bzw. in Umlauf bringen darfst?


    Zitat

    2 Wabengassen voll

    Bienen sind um diese Jahreszeit bei Zandermaß sowas von hart an der Grenze was irgendeine Überlebensfähigkeit angeht. Wenn diese dann noch OS-beträufelt wurden wird`s noch enger als ohnehin, denn die OS tut den Einzelbienen auch nicht wirklich gut.


    Ich würde dir empfehlen das Restvolk bei deutlich wärmerem Wetter, vielleicht so um die 10°C Grad, zu öffnen, mir ein genaues Bild von der noch verbliebenen Bienenmenge zu machen und die bienenbesetzte Zarge dann auf ein mittelmäßig starkes Volk aufzusetzen. Vorzugsweise kurz vor der Dämmerung, dann sollten auch nicht allzuviele Bienen zurückfliegen, wenn überhaupt.


    Da ich die aktuellen Temperaturen bei euch nicht kenne und den weiteren Witterungsvelrauf auch nicht absehen kann (zum Glück?!:wink:) würde ich dir zu diesem Vorgehen raten, da ich mir recht sicher bin das diese kleine Bienenmenge es sonst hinsichtlich des Temperatur-Haltens nicht bis zum Frühjahr schafft.


    Viel Erfolg und ruhig Blut!
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!


  • jetzt kannst Du nichts machen.


    Lieber RoNe,
    das stimmt grundsätzlich. Jede Störung jetzt hat verklammte, tote Bienen zur Folge. Bei Frost können schon 3 - 4cm Weges für eine Biene unüberwindbar sein, je nachdem, wieviel Temperatur sie bei Wegesantritt hatte, ob sie außen oder innen in der Wintertraube saß. Eine Bienenflucht würde unweigerlich alle töten, die da hindurch wollen, wenn sie überhaupt wollen. Auch weißt Du nicht, ob die Königin unten oder oben sitzt - wie herum wolltest Du dann die Bienenflucht einlegen??? Das Volk hat ohnehin schon lebensbedrohlich zuwenige Einwohner.


    Aber: Überwinterung im Keller. Dazu benötigt man Erfahrung und Kellertemperaturen deutlich unter 10 Grad, wohl sogar < 5 Grad C. Ob Du das hast, weiß ich nicht. Außerdem könnte der Transport in den Keller bereits das Aus für das Volk bedeuten - wer von der Wintertraube abfällt, hat keine Chance mehr. Diskutiert wurde darüber z.B. hier:
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=27424


    Es gab auch Versuche mit Beutenheizungen (z.B. 20W-Backofen-Glühlampe im Boden). Rein theoretische Überlegung, bar jeder Erfahrung: Bei massiver Zunahme des Totenfalls als letzte Notmaßnahme: 1 Tag wöchentlich Beute aufheizen (nicht länger, um Bruteinschlag zu vermeiden; dabei Flugloch verschließen) und so ein Umtragen von Futter in Brutnestnähe zu erleichtern? Damit würde das Tankstellennetz (Futterzellen) auf dem weiteren Zehrweg allerdings ausgedünnt.


    Und noch ein Mißverständnis: Von einer Wintertraube steigt kaum Wärme auf. Die Bienen isolieren den Kern ihrer Traube, so gut sie können - mit den eng aneinandersitzenden Körpern der Bienen in den äußeren Schichten der Traube. Kurz vor dem Verklammen wechseln die äußeren Bienen ins wärmere Innere der Traube, die sich langsam am
    Tankstellen-Netz entlang bewegt (Zehrweg). Wird die Traube zu klein, kann sie die Kerntemperatur nicht mehr halten bzw. die Distanz zum nächstgelegenen Futter (z.B. Überwechseln auf die nächste Wabe) nicht mehr überwinden (Futterabriß). Eine Bienenflucht würde diese Bewegung am Tankstellennetz entlang massiv stören und behindern und zudem die Mannschaft unter ihr Existenzminimum zerteilen.


    Mit solchen Erfahrungen wie Deiner stimmt man mit ein in den unermüdlichen Chor der Erfahrenen, wenn sie die Litanei anstimmen: Völker nur stark und gesund einwintern, alles andere auflösen.
    Mit dem Wunsch, daß Deine Bienen den Frühling erleben - Gottfried

  • Hallo Clemens!


    Du erkennst völlig richtig den im Folgenden von dir präzise benannten Sachverhalt:

    Zitat

    Was hat das mit Zander zu tun??! Nix!

    in meinem Beitrag. Schön.


    Auch der von dir angeregte Vergleich mit

    Zitat

    "2 Wabengassen voll" und Apidea wärs noch schlimmer

    ist absolut zutreffend.


    Welchen weiterführenden Nährwert aber hat dieser im Übrigen ohne Anrede und Verabschiedung im Raum befindliche Post?


    Möchtest Du mich darauf hinweisen, dass Dir unklar ist weswegen ich das Zandermaß explizit erwähne?
    Sollte dem so sein, so kann ich Abhilfe schaffen:
    Ich erwähnte es ob der damit etwa einhergehenden Bienenmenge im konkreten Falle. Wären es bspw. 2 Wabengassen wirklich voll in DNM 1,5 oder Dadant, so stellte sich mir die Situation doch wesentlich anders da was die Überlebenschancen der dann doch ggfs. sogar relevant größeren Bienenmasse anginge.


    Soweit zur Erläuterung, hoffentlich auch zu besserem Verständnis.


    Gruß Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo RoNe,


    (Robert, Ronny, Rolf?)


    ich hatte vor Jahren einen ähnlichen Schwächling, der bei der Auswinterung nur noch aus zwei faustgroßen Trauben bestand und genau deshalb nicht aufgelöst wurde, weil ich bis dahin noch nie 2 Königinnen in einem Kasten gesehen hatte.
    Das Völkchen hat anschließend noch einen Kälteeinbruch bis -20 überlebt (ich hätte mich ohrfeigen können!) und saß Mitte Juli wieder auf drei Zargen; da war dann auch das "Winterfutter" weg und ich konnte weiterfüttern.


    Mein Tip

    • Bodenschieber rein, ansonsten Finger weg
    • bei besserem Wetter Fluglochkeil mit kleinster Öffnung (Räubereigefahr)
    • im Frühling auf eine Zarge einengen oder -- wenn Du gescheiter sein willst als meinereiner -- auflösen (vereinigen). Solche Mickerlinge können durchkommen, aber für die Bienen ist es sicher eine Qual. Vereinigen tut keinem weh, nur der Königin.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher