Oueassant-Schafe

  • Hallo zusammen,


    vor einigen Jahren bin ich schonmal über diesen Namen gestolpert, grade wieder.


    Ouesannt-Schafe, offensichtlich die kleinste Schafrasse der Welt. Kein Nutztier (am ehesten wohl für Wolle), eher für Liebhaber.



    Hat schonmal jemand diese Tiere gehalten? Wir sind grade am Überlegen, ob wir das schaffen könnten. Leider nicht direkt am Haus (leider "Wohngebiet") und außerdem im Hausgarten durch Hühner, Nutzgarten usw. doch schon etwas eingeschränkt.
    Aber vielleicht an unserem neuen Bienenstandort, wo bereits ein anderer Schäfer seine Tiere ab und zu stehen hat.



    Bin über jegliche Informationen dankbar, habe mich bisher mit Schafen wenig auseinandergesetzt, eher mit Bienen, Katzen, Hühnern usw.



    Gruß,
    Marcel

  • Hallo Marcel,
    es sind mir noch keine zugeschwärmt...
    Der Nachbar lässt seine Obstwiesen durch Dauerweide(1 Bock+3 schafe+Lämmer, ca 2500qm umzäunt) kurzhalten, Schafe und Ziegen fressen alles was ihnen schmeckt, kleine Bäume/Büsche haben keine Chance und was sie nicht mögen, muß man nachmähen. Wenn noch Nutzgarten extra Zaun sonst sind Gemüse und Blumen auch weg. Desweiteren wurde eine Wasserleitung für die Tränke und ein Unterstand gebaut.
    Der Schafbesitzer sieht täglich nach dem rechten und ob noch alle da sind und wirft dabei auch einen Blick über unseren Stand.
    Wenn man dran wohnt finde ich es gut, aber täglich die Pflicht zu den Tieren zu fahren neben Arbeit und Familie und im Sommer noch verteilte Bienenstände.
    Da sind Bienen familienfreundlicher, man kann , aber muß nicht jeden Tag hin. Vor allem nicht im Winter. Und auch im Sommer reicht 1x pro Woche aus.
    Tiere am Haus oder auf dem Balkon sind doch am schönsten und gut für die Seele. Habe 2 auf dem Balkon.
    Gruß Fred

  • Ouesannt-Schafe, offensichtlich die kleinste Schafrasse der Welt. Kein Nutztier


    Moin Marcel,


    irgendetwas in dem Namen muß doppelt, ja, aber das "n" isses nicht! :wink:


    Ich rate Dir von der Schafhaltung ab, wenn Du nicht ohne großen Aufwand viel Zeit mit den Tieren verbringen kannst. Gerade die Q-:wink:-Schafe sind für den Familienanschluß und den Vorgarten geeignet. Sie können schon in Gruppen auf sehr kleinen Flächen gehalten werden, die sonst kein einzelnes größeres Schaf ernähren würden. Sie brauchen dennoch eine vollständige Betreuung. Gerade weil sie so klein sind, ergeben sich zudem ganz andere Gefahren, als bei großen Schafen (und alle Schafe verfügen über ein Selbstmördergen und werden jede Chance nutzen und jeden Halterfehler finden und sich verletzen). Schon die Maschen in normalen Weidenetzen für Schafe wären zu groß für die Winzlinge - Geflügelnetze könnten da sinnvoller sein. Die Wolle ist wertlos muß aber regelmäßig runter und an Geburtshilfe ist mit normalen Händen nicht zu denken. Beim Schlachten ist es nur traurig. Das Ergebnis ist mehr als mager. Nicht-Schlachten ist bei jährlicher Lammung und endlicher Fläche aber auch keine Option. Alle Sachen, die es für große Schafe gibt, passen nicht zu den Q... Schon die Klauenpflege erfordert ein gekürztes Messer. Die Tiere und ihre Lämmer sind durch Krähen und Hundeviehzeug extrem gefährdet. Vuexxe reißen sogar Erwachsene. Es gibt kleine Herden, die sind trotz Menschenkontakt extrem scheu und paniken bei der kleinsten Veränderung und Beunruhigung, wie Muffel oder Soay. Einzelböcke sind manchmal sinnlos aggressiv - auch gegen ihre Halter.


    Q-Schafe sind reine Hobbytiere aber mit allen Nachteilen der Nutztierhaltung. Fünf davon am Haus vorm Fenster ist sicher OK. Fünfe irgendwo am Wald wäre Mist!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    ich muss mich über die beiden Antworten hier sehr wundern !
    Meinen Bienengarten pflegen seit vielen Jahren Quessant-Schafe, in diesem Jahr eine Herde von 14 Tieren.
    Sie halten im Wechsel meine beiden Heimatstandorte kurz und sind im Gegensatz zu den Aussagen von Henry
    und Fred alles andere als kompliziert. Nicht zu klein für normale Schafnetze, in keinster Weise scheu sondern
    im Gegenteil sehr zutraulich und im höchsten Maße genügsam. Auf diese Genügsamkeit sind sie ja gerade
    gezüchtet und ausgelesen worden, es ist ja so, dass sie deshalb auf nicht zu "fetten" Wiesen gehalten werden
    sollen.
    Auch die Aussage, dass man häufig zu den Tieren sehen muss ist aus meiner Erfahrung nicht zutreffend.
    Wenn sie genügend Futter, im Sommer Gras, im Winter Heu zur Verfügung haben,auch ein Gefäss mit Wasser
    und wenn z.B. ein Elektrozaun oder ein stationärer ordentlich aufgebaut ist, dann vermissen sie den Besitzer
    nicht !
    Übrigens sind sie zwar klein, ihr Fleisch ist aber sehr begehrt und ein ausgewachsenes Tier macht schon mal
    eine Familie satt.
    Wenn ich es hier könnte, dann würde ich meine Aussagen durchaus mit schönen Bildern unterlegen können.


    mfg
    hartmut17

  • ... ein ausgewachsenes Tier macht schon mal eine Familie satt.

    Das macht ein Bein von meinen auch! :wink:


    ... es ist sehr schön, daß Du aus erster Hand berichten kannst und 14 Schafe machen schon eine Herde. Würdest Du aber auch einem Anfänger, der sich nach eigener Aussage mit Schafen generell überhaupt nicht auskennt, raten, eine Schafhaltung fernab seines Hauses zu beginnen?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • ...Würdest Du aber auch einem Anfänger, der sich nach eigener Aussage mit Schafen generell überhaupt nicht auskennt, raten, eine Schafhaltung fernab seines Hauses zu beginnen?


    Das kann ich so ohne weiteres nicht sagen, dazu müsste ich Marcel und die Gegebenheiten besser kennen.
    Dein "fernab" dazu ist etwas hart oder kennst Du diese Entfernung ?
    Mein "fernab" sind zeitweise (Imkerei) 15 km und für mich kein Hindernis gewesen. Ich glaube auch nicht, dass Marcel gleich mit vielen Tieren anfangen will,
    3 sind auf jeden Fall für eine artgerechte Haltung notwendig und auch erst einmal ausreichend.


    Mir ging es in erster Linie aber um eure Aussagen zum Quessant-Schaf an sich, die ich so nicht stehen lassen wollte.
    Abgesehen von der Notwendigkeit der Scherung, da gibt es Rassen wo das nicht notwendig ist, halte ich auf jeden Fall
    diese Rasse für einen Anfänger als günstig....und wer Bienen hält ist ja erst einmal ein Tierfreund ;-))


    mfg
    hartmut17

  • Immer diese Ertragsmaximierung.

    Ganz falscher Ansatz! Wenn bei mir ein Schaf schon sterben muß, dann wird davon auch mehr als einmal gegessen. ... und Wurst gemacht.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Danke euch für eure ehrlichen Meinungen!


    "Fernab" wäre von mir etwa 3 km. Nicht ganz auf dem Weg von der Arbeit nach Hause aber auch nicht weit weg.


    Dennoch sehe ich die Argumente ein und möchte wohl auch, WENN es je zu einer Schafhaltung käme, diese direkt im Garten und/oder der angrenzenden Obstbaumwiese halten. Zu weit weg macht keinen Sinn. Vor allem: Wir sind Halter aus Liebe/Leidenschaft und nicht um des reinen Ertrags willen. Wenn ich Tiere halten möchte, dann weil ich sie sehen möchte, weil ich mich mit ihnen beschäftigen möchte. Alleine deshalb wäre eine Haltung weit weg von zu Hause nicht in unserem Sinne.


    Ich werde mich aber dennoch weiter informieren. Wenn angrenzend ein paar Obstbaumgrundstücke pachtbar wären, könnte ich mir das nach wie vor vorstellen. Aber: Wie oben geschrieben, sollte es auf eine kleine Gruppe hinauslaufen. Sehr klein. Etwa 3-5 Tiere...

  • Moin zusammen,


    ich habe zwar keine Ahnung von Quessantschafen, kann aber gern mal meine Erfahrungen nach knapp 3 Monaten mit 11 Heidschnucken kundtun.


    Nach einem echt anstrengenden Arbeitstag bin ich gerade noch bei den Schafen gewesen und habe ihnen ein paar Futterrüben und frisches Wasser gebracht. (Schöner Mond heute!)


    Eigentlich kann ich Henrys Bedenken verstehen, weil es einfach oft und viel Murks (schlechte Haltungsbedingungen) gibt. Wenn man aber erst mal verstanden hat wie die Schafe ticken, dann ist die Betreuung recht einfach. Es sind ja wirklich erstaunlich genügsame Tiere.


    Marcel : Guck dir die Schafe in Ruhe an und probiere es, wenn sie dir zusagen (gefallen und zu deinem Leben passen).


    Gruß Jörg, der Schafe super beruhigend findet