Wie man die Konzentration einer Propolislösung ermittelt

  • Hallo zusammen,


    Ich habe gerade noch einen Test mit meiner Feuchtebestimmungswaage bei 85 Grad laufen lassen.
    Nachstehend die Daten aus dem 2. Trocknungs- und Wiegeprozess:


    MODE AUTO
    TEMP 85C
    STOP 0,03%

    Wet W(g) 5,031

    TIME M/W(%)
    00:00,00 0
    01:00,00 4,99
    02:00,00 10,06
    03:00,00 14,71
    04:00,00 19,18
    05:00,00 23,49
    06:00,00 27,63
    07:00,00 31,68
    08:00,00 35,68
    09:00,00 39,63
    10:00,00 43,47
    11:00,00 47,21
    12:00,00 50,86
    13:00,00 54,58
    14:00,00 58,24
    15:00,00 61,76
    16:00,00 65,39
    17:00,00 68,93
    18:00,00 72,27
    19:00,00 75,57
    20:00,00 78,43
    21:00,00 81,06
    22:00,00 83,24
    23:00,00 85,07
    24:00,00 86,64
    25:00,00 87,88
    26:00,00 88,73
    27:00,00 89,21
    28:00,00 89,50
    29:00,00 89,62
    30:00,00 89,70
    *00:30:02 89,70

    Dry W(g) 0,518


    Vergleichen könnt ihr selbst...


    Natürlich wurde die Probe aus dem gleichen Glas gezogen.
    Es handelt sich um einen 2. Ansatz mit Rest aus dem 1. Ansatz und Zusatz von 10% zusätzlichem Propolis mit 70% Alcohol.


    Eigentlich habe ich mir den Feuchtebestimmer für die Prüfung des Wassergehalt in Blütenpollen gekauft.
    Propolis-Lösung stand eigentlich nur am Rand auf dem Plan.
    Nun hat sich gezeigt, dass es auch dafür gut geht.
    Nur der Reinigungsaufwand ist nach dem Abdampfen der Propolis-Lösung erheblich.


    Petra

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  • Guten Abend!
    Benjabien: Leider läßt Du uns im Unklaren darüber warum, wozu und weshalb Du die Konzentration einer alkoholischen Propolislsg. wissen - kontrollieren willst. Ich grüble schon seit Tagen darüber und komme zu keinem Ergebnis.
    Ich habe in meiner Bibliothek geschaut und eine schlüssige Aussage gefunden: 1.) Propolis ist eine Substanz mit völlig uneinheitlicher Zusammensetzung und 2.) allein schon deswegen gibt es keine Standards.
    Wenn ich meine inzwischen rudimentären Kenntnisse der analytischen Chemie bemühe, ist die Rückstandsmenge nach einem Trocknungsprozeß stark abhängig von der Methode (Temperatur, Trocknungszeit usw.)
    Ich gehe davon aus, daß es keine einheitliche Bestimmungsmethode gibt. Wenn es doch soetwas gibt, dann vielleicht in Apothekerkreisen und in Herstellerkreisen, die eine Propolislsg. überprüfen wollen. Einheitlich/vergleichbar werden diese aber nicht sein.
    Insofern kann Deine Bestimmung auch nur Kaffesatzleserei werden.
    Sollte ich vor eine solchen Aufgabe gestellt werden, würde ich eine Probenlsg. in eine Glasschale einwägen und auf dem Heizkörper bei geringer Hitze eintrocknenlassen. Um sicher zu sein würde ich selber kurz vor dem Eintrocknen den Bodensatz nochmal mit medizinischem 96%igem Alkohol bedecken und den Alkohol dann wieder sich verflüchtigen lassen, damit alles Wasser wirklich weg ist.
    Wenn ich jetzt auswäge habe ich ein erstes Ergebnis. Ich würde dann weitertrocknen und in 15min Abständen auswägen und zwar unter den gleichen Bedingungen bis zur Gewichtskonstanz.
    Nach dem Heizkörper kommt das ganze in den Backofen und wieder ab 100°C und in 15min. Abstand bis zur Gewichtskonstanz. Danach geht es bei 120°C, 150°C... weiter bis Dir der Gestank eine thermische Zersetzung anzeigt oder auch Du die Schnauze voll hast. :roll:
    Die größte Fehlerquelle liegt dabei wahrscheinlich in der Genauigkeit der benutzten Waage.
    Viel Erfolg bei der Analyse wünscht Ralf


  • Das Verfahren, egal ob mit Trockenschrank oder Feuchtebestimmungswaage, dient nur dem Zweck den Propolisgehalt (Feststoff-Anteil) zu bestimmen.


    Wer mit Trockenschrank oder Backofen arbeitet, braucht natürlich eine sehr genaue Waage im 0,001 g Bereich.
    Beim Backofen empfiehlt sich zusätzlich ein genaues Thermometer mit Messfühler, da die Regler von vielen Backöfen erhebliche Abweichungen haben.


    Petra,
    die beim Plätzchen backen an fremden Backöfen schon erhebliche Korrekturen vornehmen musste, damit nichts verbrennt.

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  • Bohrbrunnen:
    Wenn Du hast, schickst Du mir einen Link zu Deiner Feuchtbestimmungswaage?
    Danke im Voraus Ralf


    P.S. Petra: Du bist ganz schön schnell heute...:lol:


    Ralf:
    Jeder hat andere Bedürfnisse,
    daher hier ein möglicher Link:


    https://www.google.de/search?q=feuchtebestimmungswaage


    Falls der Link hier nicht zulässig sein sollte, einfach "Feuchtebestimmungswaage" bei den Suchmaschinen eingeben.


    Mein Pate hat 4 Monate recherchiert, was für den Bedarf in unserer Gruppe sinnvoll und nützlich ist.
    Eine öffentliche Diskussion, warum das Modell X von Hersteller Y beschafft wurde, ist nicht erwünscht.


    Petra

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  • Guten Morgen !
    Bohrbrunnen: Sorry, aber solche Geräte habe ich zu meiner Zeit vor ca. 40 Jahren nie benutzt und wußte auch nichts von deren Existenz. Der Preis und dann für die Imkerei verursacht mir Kopfschmerzen, aber ich will auch weder Pollen noch Propolistinktur verkaufen. :wink:
    Benjabien: Wenn ich Dich richtig verstanden habe, brauchst Du auch eine Angabe die bei Kontrollen auch belastbar ist.
    Ich würde den umgekehrten Weg gehen und die eingesetzte Menge Rohpropolis nehmen und den Rückstand auf dem Filter auf dem Heizkörper trocknen, auf einer möglichst genauen Waage auswägen und dann abziehen. Das Ergebnis ist dann die "gereinigte" bzw. extrahierte Menge Propolis, anzugeben in Prozent. Weil alle Propolisanteile, die beim Herstellungsprozeß durch Verdunstung von Alkohol anfallen, zu Deinen Lasten gehen, bleibst Du immer auf der richtigen Seite.
    Weil die Gehaltsbestimmung über die Rückstandsmenge ohne Laborgerät zu ungenau ist, würde ich so verfahren.
    Zu Deiner Ausgangsfrage: Bei der Ermittlung der Rückstandsmenge ist m.M. eine "Trocknung" auf dem Heizkörper oder im Backofen bei einer Temperatur max. 105°C für 1Std. ausreichend.
    Sollten noch Unklarheiten bestehen :wink:, kannst Du mich auch gerne anrufen.
    Frohes Schaffen Ralf


  • Ralf:
    Vor 40 Jahren war auch nicht alles so reglementiert, wie heute.
    Qualitätssicherung kostet Geld und wenn man als kleine Imkerei Wert auf nachprüfbare hohe Qualität legt, dann braucht man nachvollziehbare Analyse-Ergebnisse. Dazu braucht man professionelles Equipment. Die Mess-Ergebnisse werden von der Waage direkt an ein Notebook übertragen und dort gespeichert.


    Benjabien:
    Natürlich funktioniert auch die "Backofen-Methode".
    Wichtig ist, dass der Backofen einen Spalt offen bleibt, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
    0,001 g Waagen gibt es bereits preiswert. Ein 1 g Prüfgewicht würde ich zur Kontrolle dazu kaufen.


    Vor dem Ziehen der Probe immer das Glas gut schütteln, damit der Bodensatz am Boden auch anteilig in der Probe ist.


    Viel Erfolg


    Petra

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  • Ich habe ein Buch gefunden, in dem beschrieben ist, wie die Konzentration recht einfach ermittelt werden kann:
    Imkereiprodukte, Wolfgang Oberrisser, Leopold Stocker Verlag, Graz-Stuttgart, ISBN978-3-7020-1431-5
    Die Konzentrationsermittlung erfolgt mit einer Alkoholmessspindel. Die Propolis muss dazu mit 96%-igem Alkohol angesetzt sein. Der Spindelstand wird abgelesen und anschließend entnimmt man den Propolisgehalt aus einer Umrechnungstabelle, die ebenfalls in diesem Buch angegeben ist.


    Viele Grüße


    Ralph

  • Noch eine Ergänzung: In diesem Buch gibt es für Propolislösung einen Abschnitt "Richtige Kennzeichnung". Danach kann Propolislösung als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden. Der Text gilt für Österreich. Es wäre zu prüfen, ob dieser Text auch in Deutschland zulässig ist. Vielleicht könnte mal jemand beim Amt nachfragen?


    Gruß Ralph

  • Wie wäre folgender Vorschlag:


    1. Eine größere Menge (z.B. 5 Liter) Propolislösung fertigmachen.
    2. Inhaltsuntersuchung beauftragen. Lebensmitteltauglich??
    3. Die Ansatzmenge in kleinere Gebinde abfüllen und in den TK.


    Das rechnet sich vielleicht eher, als kleine Mengen zu untersuchen.


    Weiß wer, was sowas kostet und wer`s untersucht?

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo zusammen,
    ein sehr guter Thread, der mich gerade selber aus aktuellem Anlass interessiert.


    Ich hab letztes Jahr meine komplette Propolisernte (1,5 Honiggläser voll) in 3 Liter teuren 96,4% Sprit aufgelöst.
    Ich war wohl damals ziemlich von dem Alkohol und Propolis benebelt, :roll: weil ich mir kein bisschen Gedanken über die Menge an Propolis gemacht habe.
    Propolis kleingemahlen (ergab ca. 1,5 Honiggläser a 500g) und rein damit. Toll...


    Nun hab ich seit 6 Monaten diese teure Lösung im dunklen Keller stehen und weiss damit nix anzufangen.
    Kann mir da jemand von Euch unter die Arme greifen und mir helfen?
    Wie bestimme ich wie hoch die Lösung ist (Propolis / Alkohol). Wie geh ich da am Besten vor.


    Eine weitere Unsicherheit, die mir eine nette Referentin in unserem Imkerverein mitgab... sie meinte "Niemals 96% Alkohol verwenden, da würden sich Stoffe lösen, die man in der Lösung gar nicht drin haben wollte. Es würden 70% für die Lösung absolut genügen.
    Na super dachte ich... mal wieder voll daneben gegriffen. Verdünnen mit destilliertem Wasser ist wohl auch keine Idee, weil sich die Lösung dann verfärbt / milchig wird.
    Klasse und was jetzt?


    Alkohol ist bekanntlich nicht günstig und Propolis nicht leicht zu ernten und zu sammeln.
    Mensch ritterjohannes, was hast Du wieder angestellt.... wie verplant und verballert warst Du.
    Erst mal Kopf einschalten und Denken... :u_idea_bulb02:


    Nun brauche ich Eure sachdienliche Hilfe und gute Ratschläge & Tipps.
    Wie bestimme ich in so einer Situation, das Lösungsverhältnis und kann ich die Lösung mit 96,4% Alkohol überhaupt noch verwenden?
    Darf das nur zwingend 70 prozentiger Alkohol sein?
    Danke für Eure Gedanken.

    :daumen: Iss Honig, mein Sohn, denn er ist gut, und Honigseim ist süß für deinen Gaumen! Die Bibel - Sprüche 24,13 -> http://THEFOUR.COM

  • Hallo Johannes,


    Der Vorteil von 70 % Acohol ist, dass Du auch die Wasser löslichen Teile extrahiert bekommst.
    Mehr als 25 % löst sich nicht, also kommen jetzt zusätzliche Schritte und für den Eigenbedarf ist nichts verloren.
    Geschätzt hast Du ca. 500 ml gemahlener Propolis in 3.000 ml Alcohol gelöst, also Verhältnis 1:6
    Üblich sind 1 Masse-Teil Propolis : 4 Masse-Teilen Alcohol 70 %, also bspw. 200 g Propolis in 800 g Alcohol.


    Mein Vorschlag:


    Schüttle die Lösung 2 Wochen jeden Tag morgens und abends gut durch.
    Danach die Lösung morgens in den Gefrierschrank und abends mit Kaffee-Filter abfiltern.
    Die Restmenge setzt Du nochmals mit 70 % Alcohol 1:1 (Gewichtsanteile, nicht Volumen) an.
    4 Wochen kühl stellen und jeden Tag morgens und abends schütteln
    Danach wieder filtern und beide Lösungen zusammenmischen.
    So müsstest Du das optimale ausgelöst bekommen.


    Viel Erfolg


    Petra

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  • Habe gerade mal gegooglet:


    "Propolislösung ansetzen" und gleich der erste Eintrag (Uni Hohenheim).


    Irgendwie bekomme ich das nicht direkt hierhin verlinkt...:oops:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.