Wie verhält sich denn das?

  • Hallo,


    durch die milden Temperaturen im Dezember und Januar hatten viel Völker Brut.
    Durch die strengen Temperaturen in den letzten Tagen ist die Königin bestimmt "aus der Brut", bestiftet also nicht mehr.
    Was passiert eigentlich jetzt mit der Brut, die ja weiterhin noch gewärmt werden muss?
    Schafft es die Biene bei -10Grad sich selbst UND die Brut ausreichend zu wärmen? Oder sind die Bienen ausgelastet, sich nun selbst warm genug zu halten?


    Gruß, Sonnenblume.

  • Das kostet vor Allem Futter. Kleine Völker tun sich da schwerer als große, noch nicht verdeckelte Brut wird evtl. (je nach Jahreszeit) ausgeräumt, die verdeckelte Brut bis zum Auslaufen versucht zu wärmen. Schaffen sie nicht immer überall gleichgut. Ende Februar brüten sie auch bei - 25'c konstant.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ende Februar brüten sie auch bei - 25'c konstant.
    Ralf


    ..ich kann mir nicht vorstellen, dass Du so etwas selbst glaubst.
    Selbst hier im Allgäu ist es extrem selten dass wir Ende Feb. -25 Grad bekommen.


    Überleg bitte mal wie klein sich dann die Traube zusammenzieht und wo dann der Platz sein soll, dass die KÖ mittendrin rumwuselt und stiftet.
    Wo hast Du also Deine Erfahrungen her, dass Du so etwas in den Raum stellst?


    Jonas

  • Josef Bretschko lesen.
    Naturgemässe Bienenzucht
    ab Seite 68
    Sinngemäß, je kälter es draußen ist, umso wärmer ist es (muß es sein ) in der Traube. Bruttemperatur wird mitten in der Traube erreicht, und dann wird auch gebrütet!
    db

  • Genau so ist es. Wenn die Völker zu klein sind, besteht die Gefahr das sie vom Futter abreißen und verhungern, wenn es plötzlich zu kalt wird.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • und leider wird man auch diesen Fred mit der interessanten Frage niemals wiederfinden.


    So ein Titel, oder auch "ich hab da mal ne Frage", sind für den Moment vielleicht passend.
    Aber die Sufu, auf die ja immer verwiesen wird, kann damit nicht viel anfangen.


    Es steht mir nicht zu, darum zu bitten, aber ich nutze gerne die Sufu.
    Außerdem ist es völlig OT, ich weiß.
    Aber die Frage ist ja beantwortet.


    Gruß Doro

  • 2012 oder 2013, genau weiß ich es nicht mehr, waren im März bei mir alle Völker voll in Brut. Ende März kam ein Kälteeinbruch bis -10°C. Danach hatte ich nur noch Stifte gesehen. Ergo: Ich glaube nicht, dass die Bienen bei Temperaturen von -10°C Brut pflegen. Meiner Meinung nach stirbt die Brut ab und wird später ausgeräumt.


    Gruß Ralph

  • Ralph,
    IN DER TRAUBE!
    Ist die Brutfläche erst ma ausgedehnt, und das sollte ende März (hier bei mir) so sein, hauts bei schlimmer! Kälte schon mal in den Karton.... Gegnmittel: starke Völker einwintern!
    Aber darum gings nicht.
    db


  • Hallo Doro,


    ein berechtigter Einwand. So weit habe ich nicht gedacht. Leider konnte ich nicht herrausfinden wie ich die Überschrift nachträglich ändern kann. Vielleicht ließt ein Administrator hier mit und möchte das bitte ändern. "Brutpflege bei Minustemperatur?" evtl, oder ähnlich. Werde beim nächsten Mal darauf achten.



    Ich finde es faszinierend wie Bienen bei diesen Temperaturen überleben können. Das muss man sich mal (wieder) vor Augen führen. -10 Grad, oder noch kälter, rund um die Uhr, nachts, tags, evtl über Wochen. Habe mal was von bis zu -25Grad gelesen. Da würden wir Menschen ohne Hilfsmittel wie Kleidung, Wärme(feuer), Bewohnung schlicht weg "den Löffel abgeben". Und alle arbeiten zusammen, schützen im innersten Kreis die Königin, würden sich für sie sogar opfern. Und wenn sie merken, dass ihre Zeit vorüber ist, verlassen sie ihr Volk um drausen oder auf dem Weg nach drausen zu sterben, was natürlich auch sein Grund hat. Da nehme ich als Mensch mit meinen menschlichen Maßstäben unweigerlich, innerlich Haltung ein. .. Aber das nur so am Rande.


    Mich hätte es nur noch interssiert, ob die Bienen die angelegte Brut noch zu Ende brüten/wärmen, füttern, pflegen.... Ich stelle mir das halt so vor, dass die Wintertraube nicht starr in der Beute ist, sondern dem gespeicherten Futter folgt. Wenn da nun ein Brutnest ist welches die Bienen dort halten würde, müsste sich die Traube "dehnen" um ein "Spagat" zwieschen Brutnest und Futter zu gewährleisten. Was ja dann die zu wärmende Oberfläche vergrößert und eine Gefahr des Abrisses birgt. Bin ich da gedanklich richtig?


    Gruß, die Sonnenblume

  • müsste sich die Traube "dehnen" um ein "Spagat" zwischen Brutnest und Futter zu gewährleisten. Was ja dann die zu wärmende Oberfläche vergrößert und eine Gefahr des Abrisses birgt.


    Weil sie keinen Spagat machen und bei der Brut bleiben, kommt es zum Futterabriss, wenn die Futterkränze verbraucht sind und es zu kalt zum Umtragen ist. So habe ich es verstanden - ist bei mir noch nicht vorgekommen.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

  • Danke für die Antworten. Also die Königin stellt die Eiablage ab/bei Frost ein, die Brut wird allerdings bis zum Schlupf weiter gewärmt und gepflegt, unabhängig von den Ausentemperaturen. Problematisch wird es, wenn eine Futterumtragung nötig ist, es aber zu kalt zum Umtragen ist.
    Danke,


    Sonnenblume

  • Die Bienen lagern das Winterfutter schon im Herbst/Sommer "um" die im Frühjahr zu erwartende und leer bleibende Brutflächer herum, auch Futterkappe jenannt. ( Große Waben haben da einen Vorteil)
    In wärmeren Zeiten, also wenn die Aussentemperatur es erlaubt, werden entferntere Futterflächen zuerst ma entdeckelt, dafür schicken die dann einen Trupp los.
    Die entdeckelte Futterfläche zieht dann Wasser! Das soll die auch! Hat das Futter Wasser gezogen und ist es ausserhalb der Traube warm genug, tragern die Bienen das Futter aus dem Kühlschrank ins Wohnzimmer auf den Esstisch.
    Alles an verdeckelter ( zuerst angelegter) Brut wird auch bei Kälte schlüpfen da sie mitten im Zentrum der Traube findbar ist. Der nächste legegang drumherum, je mehr nach aussen und somit jünger, läuft bei (zu) tiefen Temperaturen gefahr zu verkühlen. Da zu dieser Zeit Eiweissmangel herscht, futtern die Bienen vorsorglich die Larven einfach auf....es verkommt halt nix.
    Je nach Laune und Jahreszeit legt die Queen weiter Eier... wenn zu kalt... the same prozedur..
    Thats it!
    db

  • Josef Bretschko lesen.
    Naturgemässe Bienenzucht
    ab Seite 68
    Sinngemäß, je kälter es draußen ist, umso wärmer ist es (muß es sein ) in der Traube. Bruttemperatur wird mitten in der Traube erreicht, und dann wird auch gebrütet!
    db


    aus meiner Praxis - heute.
    Vergleichbar mit der warmen Witterung der letzten 4 Wochen und dem Frost der nun gekommen ist =

    Zitat

    Ende Februar brüten sie auch bei - 25'c konstant. ralf


    Wir hatten jetzt eine Woche Dauerfrost und Nachts bis -18 Grad.
    Von Bruttätigkeit oder von Stiften kann ich nichts sehen.


    Dieses Bild widerspricht Deinem Zitat bzw. Deiner Interpretation von Bretschko.


    Zudem habe ich ralf gefragt

    Zitat


    Wo hast Du also Deine Erfahrungen her, dass Du so etwas in den Raum stellst?


    Und hast Du wasgau immen konkrete Erfahrungen mit Bruttätigkeit/ Stiften bei Minusgrade und Dauerfrost von unter -10 Grad.


    Jonas