Bienenfamilien im Garten - Nachbarn böse?

  • Hallo Leute,
    ich habe im Moment 2 Schrebergärten, in denen ich ein Paar Bienenfamilien halte. Bis jetzt ging es auch recht gut, aber eine Gartennachbarin wurde von etwas gestochen und meint, dass es auf jeden Fall meine Bienen waren. Mit einem Honig Glas als "Schmerzensgeld" hat sie sich wieder beruhigt.
    Seitdem habe ich mir die Frage gestellt, wie es eigentlich rechtlich geregelt ist? Muss man eine Genehmigung vom Nachbarn einholen, wenn man im eigenen Schrebergarten oder im Garten hinter dem Haus halten will?


    Lieben Dank im Voraus

  • Du musst deine Bienen beim Veterinäramt (Stadt, Kreis) anmelden. Damit hast du grundsätzlich erst mal deine "Pflicht" getan.
    Aber es ist immer gut, wenn die Nachbarn hinter dem Projekt "Bienen" stehen.
    Sanftmut ist gerade in dichten Bereichen auch ein wichtiges Kriterium und man sollte vermeiden, einen Unfall zu provozieren (Flugrichtung und Abstand zum Nachbarn bedenken).
    Gegen normalen Flugverkehr haben wahrscheinlich die wenigsten etwas, aber wenn irgendwann man Alarm am Bienenstand ist, egal ob unsachgemäße Handlung (Honigernte eskaliert, Kiste umgekippt, Räuberei, etc.) oder wenn ein Schwarm abgeht, dann kann der Nachbar mit Angst reagieren und das ist das einzige, was letztendlich für Behörde und Polizei dann zählen.
    Grundsätzlich hast du mit deinen Bienen ein "Bleiberecht", wenn die Haltung von Bienen in dem Bereich (Stadt) "ortsüblich" ist. Aber der individuelle Schutz des einzelnen wird noch höher eingestuft (Angst, Allergische Reaktion auf Bienenstich, etc.).
    Behörden neigen leider häufig dann dazu, dass die Bienen weggestellt werden sollten.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Nein, musst Du nicht. Um Bienen zu verhindern, müsste der Nachbar schon schwere Beeinträchtigung nachweisen - Bienenstiche sind das nicht, weil naturgegeben (und Deine Schuld ist auch schwer nachweisbar).
    Es gilt die (schwer zu fassende) Ortsüblichkeit - dazu wurde hier schon diskutiert, suche das mal im Forum. Eine kleine Imkerei lässt sich in den meisten, aber natürlich nicht allen Fällen, als ortsüblich auffassen.
    In Vereins-Gärten gelten deren Regelungen - meist haben die dazu keine und man kann das im Gespräch mit dem Vorstand klären.

  • Guten Morgen!
    Medicus : Was sagt denn zum Beispiel die Satzung des Kleingartenvereins?
    Ansonsten: Welches Bundesland? Welche Stadt? Datum des Ereignisses? Obstbäume mit Fallobst in der Nähe, oder sonst etwas, was Wespen anzieht? Hast Du sonst noch anderen Stunk mit der Nachbarin, weil Du z.B. den Rasen nicht oft genug mähst oder Feten feierst, Sind andere Pächter in Richtung Deiner Parzelle in den Startlöchern.
    Wenn das nicht in Kaffeesatzleserei ausarten soll, dann mußt Du `nen büschen erzählen.
    Mit Imkergruß Ralf

  • Hallo,
    die Bienenhaltung in Schreber bzw. Kleingärten dürfte aufgrund der bundesweit fast einheitlichen Satzung vom Verpächter (nicht Kleingartenverein) genehmigt werden müssen.
    Die Anforderungen an die Genehmigung definiert vermutlich der verpachtende Verband individuell.
    Für Berlin Spandau gilt derzeit Folgendes:
    Befähigungsnachweis zur Bienenhaltung
    Schriftliche Zustimmung aller Nachbarn.
    Registriernummer des Veterinäramtes
    Mitgliedschaft im DIB Landesverband Berlin
    Versicherung das die Bienenhaltung nicht gewerblich betrieben wird
    sind vorzulegen.
    Unter diesen Voraussetzungen genehmigt man die Haltung von 3 Völkern als Obergrenze...
    Ich weiß das ganz genau, weil man all die Unterlagen von mir nach 5 Jahren beschwerdeloser Bienenhaltung erneut einfordert...
    Die Reinickendorfer sind da entspannter bzw. ich, weil dort der Pachtvertrag ein wenig älter ist ;)
    Ein Blick in den Pachtvertrag dürfte Klarheit schaffen und wenn da definiert ist das Bienenhaltung einer Zustimmung bedarf einfach Kontakt mit dem Verband aufnehmen und nachfragen was Du vorlegen musst.


    Sind es verbandsfreie Schrebergärten einfach Kontakt mit dem Verpächter aufnehmen.


    LG
    Andreas

  • Hallo Medicus,
    da ich selber Bienen im Kleingarten halte, teile ich dir meine Erfahrungen mit.
    Ich wohne in NRW und die Bienenhaltung ist in der Vereinssatzung nicht geregelt. Auch der Kreisverband hatte bislang dazu keine Regelungen.
    Dennoch habe ich in Absprache mit dem Vorstand den Standort für die Bienen festgelegt, nachdem ich mit den unmittelbaren Nachbarn gesprochen hatte. Dann noch einen schriftlichen Antrag an den Kreisverband gestellt und daß Bestehen einer entsprechenden Versicherung über den DIB nachgewiesen.
    Obwohl die Bienen dann im Garten standen, musste iCh noch die Mitgliederversammlung befragen. Da aber, bis auf einen Nachbarn, kein Mitglied des Vereins etwas dagegen hatte, habe ich die Genehmigung für das Aufstellen von 2 Völkern.
    das zeitweise 4 TrachtVölker und bis zu 8 Ableger im Garten stehen interessiert niemanden.
    1-2 Schwärme habe ich dort auch im Jahr und die Nachbarn sind nach dem ersten Mal absolut entspannt und schließen teilweise Wetten ab wo er sich denn niederlässt.


    Ich kann dir nur empfehlen immer mit den Betroffenen Nachbarn zu sprechen und auch ein offenes Ohr zu haben, wenn es darum geht Ängste vor den Bienen abzubauen.
    Einfach Bienen hinstellen und die Nachbarn vor vollendete Tatsachen stellen ist nicht immer der richtige Weg.
    Sprechenden Menschen kann geholfen werden...


    Übrigens, mitlerweile sagt auch der Kreisverband, dass in jedem Mülheimer KGV ein Imker sein sollte ☺


    Ich hoffe sehr, dass du weiter kommst.
    Viele grüße,
    Carsten

  • Eine Bienenfamilie ist ein seeeeeehr dehnbarer Begriff.


    Dachte ich auch. Zumal ein 'Paar Bienenfamilien' eine seltsame Angabe sind: ein paar Bienen, ein Paar Völker, oder ein paar Völker fänd ich schon einen ziemlichen Unterschied. Wenn die auch so 'gehalten' werden, wie die die Nachbarin 'ein wenig gestochen haben', dann würd ich mich nicht trauen, das hier zu unterstützen. Immerhin gab's Honig im Glas, das läßt ja hoffen :)


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo !


    Hier im Forum ist zum Thema viel zu finden,
    wende Dich an Dein regional zuständiges Bieneninstuitut,
    welches wir Dir hier nicht nennen können, da Du Deine Herkunft verschweigst.


    Habe jetzt schon zweimal gehört, das man sich im Streitfall nach Münster richtet,
    (Rheinland / NRW): LINK


    (Bienenfamilie = Vater, Mutter und 1-3 Kinder = 1,1,1-3)


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.