War die Jahresendbehandlung gegen die Varroa ein Erfolg?

  • Hallo,


    zumindest bei mir (im Raum Berlin) scheint die Jahresendbehandlung nicht ausreichend funktioniert zu haben. In der nachfolgenden Tabelle sind die Ergebnisse einiger Völker nach der 2. Bedampfung dargestellt:
    Die 1. Zeile bezeichnet die Völker.
    Die 2. Zeile bezeichnet die Anzahl der nach der Bedampfung am 15.12. gefallenen Milben.
    Die 3. Zeile analog für den 30.12.
    In der 4. Zeile ist der Bereich der Wirksamkeiten eingetragen. Der obere Wert ergibt sich, wenn man annimmt, dass die 2. Bedampfung eine Wirksamkeit von 100% hätte, ist also der bestmögliche Wert. Der untere Wert ergibt sich, wenn man annimmt, dass die Wirksamkeit bei beiden Bedampfungen gleich ist.
    In der 5. Zeile ist der berechnete Bereich des Anfangsbefalls eingetragen. Die Grenzen des Bereichs ergeben sich in gleicher Weise wie bei den Wirksamkeiten.
    In der 6. Zeile ist die Restmilbenzahl eingetragen, die sich ergibt, wenn die Wirksamkeit beider Bedampfungen gleich ist.
    Die Rechenwerte basieren auf http://www.imkerforum.de/attachment....1&d=1419616119.
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    vn01

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    vn03

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    vn04

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    vn05

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    vn07

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    vn08

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    vn09

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    vn10

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    sn01

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    15.12.

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    1330

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    890

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    1240

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    500

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    940

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    [td]

    920

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    [td]

    340

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    455

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    [td]

    590

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    [tr]


    [td]

    30.12.

    [/td]


    [td]

    918

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    [td]

    357

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    [td]

    173

    [/td]


    [td]

    237

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    [td]

    291

    [/td]


    [td]

    248

    [/td]


    [td]

    58

    [/td]


    [td]

    365

    [/td]


    [td]

    158

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    [/tr]


    [tr]


    [td]

    Wirksamkeit

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    [td]

    31%-59%

    [/td]


    [td]

    60%-71%

    [/td]


    [td]

    86%-88%

    [/td]


    [td]

    53%-68%

    [/td]


    [td]

    69%-76%

    [/td]


    [td]

    73%-79%

    [/td]


    [td]

    83%-85%

    [/td]


    [td]

    20%-55%

    [/td]


    [td]

    73%-79%

    [/td]


    [/tr]


    [tr]


    [td]

    Anfangsbefall

    [/td]


    [td]

    2248-4293

    [/td]


    [td]

    1247-1486

    [/td]


    [td]

    1413-1441

    [/td]


    [td]

    737-951

    [/td]


    [td]

    1231-1361

    [/td]


    [td]

    1168-1260

    [/td]


    [td]

    410-398

    [/td]


    [td]

    820-2300

    [/td]


    [td]

    748-806

    [/td]


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    [td]

    Maximale Restmilbenzahl

    [/td]


    [td]

    2045

    [/td]


    [td]

    239

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    [td]

    28

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    [td]

    214

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    130

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    92

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    12

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    1480

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    58

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    Als erstes fällt auf, dass die Wirksamkeiten schlecht sind, egal, welche Berechnungsmethode man bevorzugt. Hätte ich nur eine Bedampfung durchgeführt, würde 2016 eine Varroa-Katastrophe werden. Ursache ist, dass alle Völker noch Brut hatten, erkennbar am Brutdeckelgemüll.
    Als nächstes fällt auf, dass nur 2 Völker eine Restmilbenzahl <50 erreicht haben. Damit steht fest, dass alle anderen Völker eine 3. Bedampfung erhalten müssen. Ich plane diese für den 20.1.
    Es muss betont werden, dass die angegebenen Restmilbenzahlen nur obere Grenzwerte sind. Realistisch sind sie viel kleiner, nämlich dann, wenn die 2. Bedampfung eine wesentlich bessere Wirksamkeit hat als die 1. Bedampfung. Darauf kann ich mich aber nicht verlassen, weil bei der Auswertung des Varroafalls nach dem 30.12. immer noch Brutdeckelgemüll zu sehen war..
    Ich nehme an, dass die Situation bei mir keine Sondersituation ist. Daher empfehle ich allen, die Varroasituation am eigenen Stand noch einmal kritisch zu betrachten.


    Gruß Ralph

  • Hallo Ralph,


    du machst mir Angst!


    Ich habe erst am 22.12. behandelt und dabei natürlich gesehen, daß viele Völker noch Brut hatten. Die danach gefallenen Milbenzahlen waren überschaubar, vielleicht im 300er Bereich.


    Was machst du jetzt? Abwarten und im Frühsommer beobachten?


    Was hältst du in diesem Zusammenhang vom Schüttelbecher mit CO2, um exakte Milbenzahlen zu ermitteln?


    Gruß Jörg

  • Ist es denn so wichtig, auch die allerletzte Milbe zu erwischen? Im Frühjahr kann man ja ausnahmsweise die ersten beiden Drohnenbrutsätze schneiden. Dann ist man auch wieder auf Kurs. Die Winterruhe ist auch wichtig.

  • Ist es denn so wichtig, auch die allerletzte Milbe zu erwischen?


    Nein, ist es nicht. Aber dass die Restmilbenzahl unter 100 liegen muss und bei Verzicht auf Drohnenschnitt unter 50, lässt sich gut begründen. Durch Schnitt der ersten beiden Drohnenbrutsätze kommt man nicht wieder auf Kurs. Der laufend bis zum Sommer durchgeführte Drohnenbrutschnitt verursacht bis zum Sommer lediglich eine Halbierung der Varroazahlen.
    Die Störung der Winterruhe durch eine OS-Bedampfung halte ich für vernachlässigbar, verglichen damit, die Völker nach Restbrut durchzusehen oder eine Behandlung mit Milchsäure vorzunehmen.


    Gruß Ralph

  • Ich habe erst am 22.12. behandelt und dabei natürlich gesehen, daß viele Völker noch Brut hatten. Die danach gefallenen Milbenzahlen waren überschaubar, vielleicht im 300er Bereich.


    Dann wirst du ähnlich schlechte Wirksamkeit haben. Mit ca. 50% würde ich aber rechnen, also sind vielleicht noch 300Milben drin, also zu viele. Die kannst du um den 20.1. erwischen, da die Bienen jetzt nicht fliegen und es in Kürze wieder kalt wird..


    Gruß Ralph

  • Muss und soll ? Da der Winter wieder mal viel zu warm ist sind die Bienen durchgehend in Brut. Es ist alles anders als zu dieser Zeit erwartet. Ich finde man sollte sich von dieser peniblen Milben (Erbsen:-) Zählerei lösen. Ich mache meine 2-3 Behandlungen im Jahr mit organischen Säuren. Gibts dann immer noch Völker mit "zu hohen" Befall werden sie in Ruhe bzw. sich selbst über lassen. Das nennt sich natürliche Selektion.

  • Meiner Erfahrung nach tötet eine oftmalige Bedampfung eher das Volk als die verbliebenen Milben, wobei ich die Komponente der Winterfutterverunreinigung als das größte Problem dabei erkannt habe. Wenn die Herbstbehandlung schon unzureichend war, hat das natürlich schon eine Auswirkung bis zur Winterbehandlung, die müsste aber dann korrekt gemacht werden, damit hier kein Problem entsteht.


    Ich verlasse mich auf meine Winterbehandlung, der ständig offene Boden hat ihnen sicherlich die Brüterei vergällt und ich bin mir sicher, dass die Beträufelung gewirkt hat. So Mitte bis Ende November hatten wir mehrere Tage hintereinander - 4 Grad und dies ist eine ideale Voraussetzung für die Winterbehandlung.


    Ich zähle weder Milben noch reiße ich die Völker jetzt auseinander. Je mehr ich in einigen Jahren der "findungsphase" gezählt, bedampft, geschaut habe, desto schlechter waren meine Ergebnisse. Der offene Boden ist auch eine absolut notwendige Maßnahme um erfolgreich die Varroa zu bekämpfen. Im Frühjahr, falls ich nicht zu spät dran bin, die erste Drohnenbrut schneiden geschnitten und der Käse ist gegessen. -:)

  • ... ob die Jahresendbehandlung ein Erfolg war, wird man spätestens Ende Juni wissen... vorher kann man nur spekulieren.
    Man sollte bezüglich der Varroa gelassener werden ..... Manchmal habe ich den Eindruck, dass nicht wenige Völker "totbehandelt" werden....


    Und an alle, die jetzt noch behandeln wollen: Spätestens ab Mitte Januar beginnen die Königinnen wieder mit dem regulären Brutgeschäft. Das ist abhängig von der Tageslichtlänge.... und wie groß das Brutnest wird, welches gepflegt wird, das ist von der Außentemperatur abhängig. Ergo: Finger weg von irgendwelchen Behandlungen! Die Völker im Spätfrühling/Frühsommer beobachten, das reicht.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Ich noch nicht. Ich wollte den CO2-Becher aber dieses Jahr ausprobieren.
    Die Puderzucker - Methode war irgendwie nix für mich. Dann fällt der Puderzucker um, jedes mal das Doppelsieb mitnehmen...empfand ich als unhandlich.


    Ich bin daher auf Erfahrungberichte gespannt.

  • Meiner Erfahrung nach tötet eine oftmalige Bedampfung eher das Volk als die verbliebenen Milben,


    Ich kenne einen Imker (und vertraue seine Aussagen), der über 11x bedampft hat und seine Völker leben noch. Darf ich fragen mit wie vielen Bedampfungen hast du es geschafft, das Volk zu töten?


    Und jetzt mache ich euch alle neidisch äätsch...
    Meine Träufelbehandlung am 12.12.15 scheint super ausgewirkt zu haben. Ich hatte einfach Glück mitm Wetter. Ich war mir am Anfang nicht sicher, ob es ausreichend gewirkt hat. 5 %age nach der Behandlung gab es von 24 bis 317 gefallene Milben auf die Windeln. Aber mittlerweile bin ich mir sicher, dass die Auswirkung gut war. Milbenfall seit dem 29.12, also über die letzten 15 Tagen liegt bei max. 3 Milben, also 0,2 Milben am Tag, wobei die letzte Brut von der warmen Periode in der 4. Dezemberwoche fast vollständig geschlüpft ist. Bei mir gab es ab dem 17.12 über 10 Tage Polleneintag, die angelegte Brut ist seit einer Woche am Schlüpfen, das sieht man auch am Gemüll.


    Das Wetter hat einfach mitgespielt. 21 Tage vor der Behandlung gab es Dauerfrost und 3 Tage nach der Behandlung gab es Nachts Minusgraden, sodass die Traube eng zusammen kuschelte. Erst danach kam der starke Polleneintag, der neue Brut verursachte. Sonst habe ich immer zwischen 15. und 20.12 behandelt, dieses Jahr habe ich zum Glück ne Ausnahme gemacht.
    Quelle http://www.wetteronline.de

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Es gibt Tage, da kommt man aus dem "Kopfschütteln" gar nicht mehr raus :confused:


    Hallo Franz,


    du brauchst nicht mitm Kopf schütteln, wäre lieb, wenn du meine konkrete Frage beantworten kannst!
    Ich komme mit Träufeln aus und halte es nach wie vor für die beste Restentmilbungsmethode in meiner Betriebsweise. Aber ich wundere mich immer über viele Aussagen, die sich wie selbstverständlich unter den Imkern verbreitet sind und dies ohne Beweis.


    Du hast aus Erfahrung geschrieben und da ich dir glaube, war ich neugierig und wollte mehr Details wissen. Oder habe ich dich falsch verstanden und bei dir ist kein Volk an oftmalige Bedampfung gestorben?

    honigmayerhofer schrieb:

    Meiner Erfahrung nach tötet eine oftmalige Bedampfung eher das Volk als die verbliebenen Milben,

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant