genaue Waage zum Beute wiegen

  • Hallo Wissende,


    ein Freund hat eine elektronische Stockwaage. Wir haben mit meiner Kofferwaage Probe gewogen und die Kofferwaage wiegte? :roll: 4 kg weniger. Das ist ein Monat Futter? Oder? Hat einer von Euch, eine relativ genaue, bezahlbare Waage die er empfehlen kann?


    Freue mich auf Antworten.


    IG Karsten

    Wer stets begreift was er tut, lebt unter seinen Möglichkeiten. Und. Ich leide nicht an Realitätsverlust, ich genieße ihn.

  • Immer dieselbe Waage benutzen. Wenn sie reproduzierbar den gleichen Fehler macht, dann passt es auch. (Vielleicht zeigt auch die Waage Deines Freundes falsche Werte und die Wahrheit liegt in der Mitte. Ist aber egal.) Du solltest halt Deine Beute auch mal leer mit Deiner Waage wiegen, dann weißt Du, von wo aus Du rechnen musst.


    Kikibee (die es aufgegeben hat, nach Waagen zu suchen, auf denen sie leichter ist)

    With lots of room for improvement.

  • du brauchst keine teuere Waage - deine billige Kofferwaage tut's auch.
    Für eine grobe Hausnummer reicht sogar einseitiges Wiegen.
    Wenn's genauer sein soll, musst du halt nur darauf achten


    1) vorne UND hinten zu wiegen und die Werte addieren (wegen asymmetrischer Einlagerung und Besetzung der Beute kann es mehrere Kg Unterschied zwischen vorne und hinten geben)
    2) beim Wiegen die Hebelkräfte beachten, also nicht willkürlich anheben, sondern versuchen, beide Seiten gleich hoch anzuheben und dabei gleichzeitig nur so wenig wie möglich anheben (wenige Zentimeter, nicht etwa 30-45° oder gar mehr wie man manchmal lesen kann!)
    3) darauf achten, dass die Beute nicht einmal nass und einmal trocken ist, kann auch 1-2 kg ausmachen.
    4) immer die selben Teile an der Beute haben (nicht einmal den Fütterer oder die Dämmplatte, die Schublade, den Deckel etc. "vergessen")


    Manche wiegen die Beute dann nochmal mit einer normalen Waage, nehmen das als Realgewicht und machen daraus einen Korrekturfaktor für ihre Kofferwaagen-Gewichte.
    Wenn also die normale Waage 100kg ermittelt, mit der Kofferwaage 98 kg gemessen werden, schlagen sie künftig immer ~2% auf die mit der Kofferwaage gemessenen Werte drauf.
    Ich halte das für Unsinn, da so genaue absolute Werte gar nicht nötig sind. Es kommt auf das Verhältnis zum gegebenen Futter an. Es ist nur wichtig zu wissen, wieviel Kg die Beute seit der letzten Wiegung/Auffütterung verloren hat, nicht wieviel kg genau sie wiegt. Um diese Gewichtsdifferenzen festzustellen reicht die Kofferwaage locker aus und ist meiner Erfahrung nach sogar sehr genau (+-200g), wenn man obiges beachtet.


    Gruß
    hornet

  • Beim wiegen mit Kofferwaage darauf achten, dass beim Abheben von hinten der Boden möglichst auf der äusseren vorderen Kante abstützt. Ansonsten gibts Messfehler. Und nur vorsichtig 1-2 cm hoch heben. Wenn man beides beachtet kann man das (halbe)Gewicht sehr präzise bestimmen (+-100g)

  • Hallo, du brauchst eine Waage mit Schleppzeiger ( Magnet oder Elektronik) dann ist es egal ob du die Beute 1 mm hochhebst, oder fast umkippst.
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Mich regt die Kofferwaage auf.
    ..Den Rest schätze ich dann mit der Hand ab..


    Warum regt dich die Kofferwaage auf? Ist doch nur ein Werkzeug wie jedes andere?


    Mit der Hand abschätzen, na ja, oft ändert sich ja das gefühlte Gewicht eines Gegenstandes schon, wenn man es von der rechten in die linke Hand tut. Ok mag die Methode sein, wenn so viel drin ist, dass man "sicher" sein kann, dass es reicht oder umgekehrt wenn "sicherlich zu wenig drin ist". Aber wenn es gerade so mittendrin ist, versagt diese Methode völlig und man muss doch genauer nachmessen oder auf Verdacht zu füttern. Das wäre mehr Aufwand und würde MICH mehr aufregen als mal kurz mit der Kofferwaage ziehen.

  • Dank Euch für Eure Anregungen.


    Es ist so, dass wir mit der Kofferwaage 25,5 kg und beim 2. Mal 27,3 gewogen haben und mit der Stockwaage 29,5. Das ist schon ein prozentual gewaltiger Unterschied. 4 kg sind eine Monatsration.? Glaube ich, oder?. Nach Hornets Methode haben wir gemessen. Ich hatte übrigens mal ne Hornet. Von Honda. War echt giftig 900 ccm. Bei Dadant haben wir an der Seite gemessen, da die Rähmchen im Kaltbau hängen. Die Beute mit allem drum und dran wigt 18 kg. so haben wir einmal ca 7 kg drin und ein mal 11. Ist schon ein Unterschied. Deshalb dachte ich eine genauere Wage würde helfen.

    Wer stets begreift was er tut, lebt unter seinen Möglichkeiten. Und. Ich leide nicht an Realitätsverlust, ich genieße ihn.

  • Zitat

    Beim wiegen mit Kofferwaage darauf achten, dass beim Abheben von hinten der Boden möglichst auf der äusseren vorderen Kante abstützt. Ansonsten gibts Messfehler. Und nur vorsichtig 1-2 cm hoch heben. Wenn man beides beachtet kann man das (halbe)Gewicht sehr präzise bestimmen (+-100g)


    So ist es. Auf meinen Böcken wäre ein Wiegen gar nicht möglich. Je enger die Lager liegen, um so leichter wird die Beute.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Es ist so, dass wir mit der Kofferwaage 25,5 kg und beim 2. Mal 27,3 gewogen haben und mit der Stockwaage 29,5.


    das stimmt, da liegen eindeutig Messfehler vor, das sind viel zu große Unterschiede.


    Zitat

    Bei Dadant haben wir an der Seite gemessen, da die Rähmchen im Kaltbau hängen. Die Beute mit allem drum und dran wigt 18 kg. so haben wir einmal ca 7 kg drin und ein mal 11. Ist schon ein Unterschied. Deshalb dachte ich eine genauere Wage würde helfen.


    Da wahrscheinlich ein Messfehler (im Sinne von irgendwas manuell falsch gemacht) vorliegt, hilft auch eine genauere Waage nicht.


    Ein Messfehler könnte sein, dass ihr bei Kaltbau seitlich gemessen habt.
    Das würde ich auf keinen Fall tun, und zwar aus zwei Gründen:


    1) bei Kaltbau seitlich anheben bedeutet, dass die Waben sich beim Anheben ausschwingen wollen und sich dabei die Flächen gegenseitig verschieben! Das kann die Köngin killen und stört die Bienen dann jedenfalls gewaltig! Ich gebe zu, im Winter ist das Problem wahrscheinlich keines wegen der Propolisierung, so dass die Waben deswegen trotzdem stabil bleiben, aber verlassen würde ich mich da drauf nicht. Habe jedenfalls bisher immer vermieden, eine Beute seitlich zu kippen, im Sommer und im Winter.
    Bei einem Transport schwingen die Waben vermutlich auch etwas, aber da sind die Bienen dann vorbereitet, weil sie "glauben", dass "der Baum mit ihrer Höhle im Sturm schwingt", aber wenn plötzlich in der Winterruhe die Beute ruckartig hochkippt...


    2) Jedenfalls WENN sich die Waben beim Anheben neigen, verschiebt sich damit auch der Schwerpunkt und damit misst man immer zu wenig, auch wenn man auf der anderen Seite erneut misst, denn dann schwingen die Waben ja wieder von der Hebestelle weg. Fällt natürlich nur nennenswert ins Gewicht, wenn ihr mehr als nur 1-2cm angehoben habt.


    Rein gefühlt hätte ich noch Bedenken wegen der viel stärker unterschiedlichen Gewichtsverteilung bei einer seitlichen Messung, kann aber nicht sagen, ob das physikalisch egal ist und trotzdem richtig gemessen wird.


    Was ich meine ist: bei mir sitzt das Volk auf einer Seite mit den vollen Waben, auf der anderen ist der Leerraum hinter dem Schied. Bei seitlicher Messung messe ich also einmal die schwere Seite und dann die sehr viel leichtere Seite. Bei Messung vorne und hinten wären diese Unterschiede wesentlich geringer und gefühlsmäßig würde ich sagen, dass das für eine genauere Messung förderlicher ist, kann es aber nicht belegen.


    Ansonsten kann ich mir nicht erklären, warum die Werte bei dir so stark abweichen - vielleicht misst eine der Waagen ja von vorneherein zuviel oder zu wenig? Mal einen Kasten Bier mit beiden wiegen und vergleichen!

  • 1) Die zwei Waagen bzw. Wiegemethoden kannst Du nicht vergleichen. Schon weil Du einmal die Beute misst, wenn sie ganz drauf steht, und das andere Mal durch Ankippen.


    2) Beim Ankippen zeigt die Waage nur reproduzierbar etwas ähnliches, wenn Du es schaffst, genau senkrecht nach oben zu ziehen und das auch nur gerade eben 1-2 cm. Meist ist dann aber die Beutenwand im Weg, das elende Ding wird mit halbgestreckten Arm immer schwerer etc., so dass zur Gewichtskraft auch noch irgendein schräger Vektor dazukommt.


    Probier Deine Waage mal mit etwas vergleichbar Schwerem aus, was du frei unten dran hängen kannst. Einen Sack Kartoffeln oder sowas. Wenn die Waage dann beim wiederholten Messen auch um 2 kg schwankt, liegt es an der Waage. Sonst liegt es an Dir.


    Viele Grüße
    Kikibee

    With lots of room for improvement.

  • Warum regt dich die Kofferwaage auf? Ist doch nur ein Werkzeug wie jedes andere?


    Mit der Hand abschätzen, na ja, oft ändert sich ja das gefühlte Gewicht eines Gegenstandes schon, wenn man es von der rechten in die linke Hand tut. Ok mag die Methode sein, wenn so viel drin ist, dass man "sicher ist.


    Gell du bist kein Handwerker oder? Ich schätz mit der Hand, gerade mit einer ständig verfügbaren Referenz relativ genau.
    Wichtig ist das bei der Einfütterung. Im Jahreverlauf hebe ich nur an und diejenigen die Signifikant leichter sind, kriegen Futterteig drauf.
    Manchmal denk ich mir die Imker die vor 100 Jahren oder noch länger geimkert haben, müssen Helden gewesen sein, so ganz ohne die modernen Helfer...
    Da staunt man nicht schlecht oder?
    Beim Bienenhaus wird es mit HBB auch schwierig, man könnte ja das ganze Haus anheben, aber da versagt die Kofferwaage wieder.

  • Hey Maxianer,


    um deine Wiegekünste beneide ich dich, bei mir ist das Augenmass besonders ausgeprägt, das für Gewicht nicht! Dieses Defizit teile ich wahrscheinlich mit vielen Anderen hier:cry:


    Also bleibt nur Wiegen, Nachschauen oder Hoffen....

  • Na ich bin bestimmt nicht der Waag Gott, und 2 Kg hin oder her, sind bestimmt drin.
    Aber das Problem das ich habe, die Kofferwaage hat ja mindestens auch genau diese Abweichung.
    Und ohne Referenz ( Stockwaage) kann ich bei der Kofferwaage auch gut daneben liegen.
    Wichtig ist bei mir das Endgewicht Mitte September, da hebe ich Akribisch alle an.
    Normal ist da soviel Futter drin, das es reichen sollte.
    Wenn ich mal sporadisch an einem Stand nachschau, hebe ich alle mal schnell an und markiere mir die, welche deutlich leichter sind. Diese schau ich Ende Februar wenn das Wetter mitspielt durch und packe bei Bedarf Futterteig drauf.
    Diese Waagspielchen sind mir echt zuviel und ich orientiere mich gern an den ganz Großen Imkern, da rennt auch nicht alle 2 Wochen einer rumm und wiegt 300 Völker :daumen: