Jetzt noch OS-Behandlung

  • Hallo Ihr,


    da der Winter sich ja dieses Jahr mal wieder nicht dazu entschließen konnte, tatsächlich Winter zu sein, habe ich bisher noch keine Oxalsäurebehandlung gemacht. Es war einfach zu warm und m.E. macht die Behandlung (träufeln) keinen Sinn, wenn die BIenen nicht in der Traube sitzen. In den letzten Tagen haben die Temperaturen ja aber doch angezogen und ich würde gern eure Meinung hören, ob ihr denkt, daß die Behandlung jetzt sinnvoll ist (auch wenn die Völker wahrscheinlich nicht brutfrei sind) und ob man bei der Einhaltung der Wartezeit auch noch ein Auge zudrücken kann... (ob es dieses Frühjahr Honig gibt, ist eh die Frage. Bis jetzt ist der Winter ja mal wieder absolut zu trocken)

  • ... ob ihr denkt, daß die Behandlung jetzt sinnvoll ist (auch wenn die Völker wahrscheinlich nicht brutfrei sind


    ...die Winterbehandlung ist die wichtigste Behandlung im Jahr. Wenn man jetzt erst behandelt, darf man in diesem Jahr keinen Honig mehr verkaufen/verschenken. Das sollte man immer im Hinterkopf haben.
    Wenn man trotzdem Honig ernten möchte, (d.h. keine Behandlung jetzt) dann muß man in der Schwarmzeit massiv Milbenbekämpfung betreiben.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"
    Das Motto finde ich gut, danach sollte aber auch verfahren werden. Das genannte Verkaufverbot ist nicht gesetzlich festgelegt. Es ist eine Vorsichtsmaßnahme. Falls jetzt oder noch später eine OS-Behandlung nötig sein sollte, würde ich den Frühjahrshonig untersuchen lassen. Wenn der OS-Gehalt keine Beanstandung liefert, würde ich den Honig verkaufen.


    Gruß Ralph

  • "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"
    Das Motto finde ich gut, danach sollte aber auch verfahren werden. ... Falls jetzt oder noch später eine OS-Behandlung nötig sein sollte, würde ich den Frühjahrshonig untersuchen lassen. Wenn der OS-Gehalt keine Beanstandung liefert, würde ich den Honig verkaufen.


    So ist es. Den Honig kann er untersuchen lassen, er wird jedoch nicht beanstandet werden!


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Hallo wald&wiese,


    vorausgesetzt man behandelt am 31.12. und die Rapstracht findet 4 Wochen früher statt als gewöhnlich, dann ist das Deiner Meinung nach kein Problem.
    Behandele ich aber am 7.1. und die Rapstracht findet zur üblichen Zeit statt, dann ist man ein Böser?


    Wer hat denn nur diesen Blödsinn mit dem 31.12 erfunden?


    Das einzige was zählt ist doch wohl, daß Honig, der in Verkehr gebracht wird, frei von Behandlungsrückständen sein muß.
    Ansonsten wären fast alle ausländischen Honige die hier auf dem Markt sind zu beanstanden.


    Gruß
    Ulrich


  • Genau so ist es!!!!

  • Nein ,ich denke , es geht auch um einen Stichtag .


    Denken kannst du viel.
    Die Frage ist doch, wie sieht es rechtlich aus. Ich habe verschiedene Verordnungen studiert und nichts Aussagekräftiges gefunden. Meine Suche hat erbracht, dass eigentlich nur gelten kann, was in den Beipackzetteln steht bezgl. der Wartezeit, weil sonst steht nirgends was darüber. In wie weit das jetzt nur Handlungsempfehlungen sind und ob diese eine rechtliche Relevanz haben, kann ich nicht beurteilen.
    Die Grenzwerte für den Honig werden ja auf jeden Fall einzuhalten sein.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

  • Hallo


    Ich sehe das auch wie Ulrich, die 7 Tage machen es auch nicht, es ist aber höchste Eisenbahn. Es sollte nicht die Regel werden und eine Lehre für die Zukunft sein und mal lieber etwas eher behandeln. Wenn die Wetterverhältnisse sich nicht ändern, wird Brutfreiheit ein Wunschtraum bleiben.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Erst mal danke für eure vielen Rückmeldungen.


    Es war eben mein Gedanke auch, wie haltbar dieser 31.12. überhaupt ist - und wie sinnvoll. Aus genau dem Grund, den Ulrich anführt. Und einige Andere in ähnlicher Form ja auch. Wenn das temperaturmässig so weitergeht, kommt die Frühtracht früh - hat also jemand, der bis zum 31. behandelt hat, dann nicht auch die Gefahr von Rückständen?
    Wenn es niederschlagsmässig so weitergeht, gibt es sowieso gar keine nennenswerte (erntenswerte) Frühtracht, dann werden die Bienen das wenige, was kommt selber brauchen. Dann hätte man umsonst auf die Behandlung verzichtet.


    Reinhard : Es soll natürlich nicht die Regel werden, aber es war einfach Fakt, daß es die äußeren Bedingungen hier in meiner Region nicht zugelassen haben, eine sinnvolle Behandlung durchzuführen. Und nach wie vor geht man ja davon aus, daß die kalten Tage doch eher im Dezember kommen als im November (denn im November hatten wir die hier auch nicht). Es gab mal ein ganz kurzes Behandlungsfenster Anfang Dezember, wo wenigstens die Temperaturen gepaßt hätten, aber von einer Brutfreiheit nicht auszugehen war. (Dazu kam, daß ich arbeitstechnisch unterwegs war)



    Ich mach mir besonders in diesem Winter mal wieder Gedanken, wie das für uns Imker weitergehen soll. Wann müssen wir uns von den klassischen Behandlungsverfahren verabschieden, weil sie aufgrund der Wettergegebenheiten nicht mehr durchführbar sind?

  • Ich merke, bei den Vordiskutanten war noch niemals der Amtmann von der Lebensmittelüberwachung und hat nach den Aufzeichnungen der Varroabekämpfung gefragt.
    Wollte mit meinen Ausführungen nur warnen.


    PS: Meine Signatur ist abgeschrieben von:
    "Moral ohne Sachverstand fand er eher naiv und manchmal sogar gefährlich. (M. Heisenberg über W. Heisenberg – in Zeit Online 2001 http://www.zeit.de/2001/39/200139_heisenberg.xml)
    ... ich finde, sie passt leider zu gut in unsere Zeit .....

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo aloisius,


    es hätte aber die Möglichkeit im Dezember gegeben mit MS zu verfahren. Die Temperaturen hätten es auch erlaubt. Mehrmals bei brütendem Volk.
    Überspitzt gesagt müssen wir uns jedes Jahr ans Klima anpassen. Wer sich nicht anpasst wird in ein paar Jahren keinen Spass mehr haben.
    Auch der Satz......des haben wir immer schon so gemacht und es ging gut wird sich nicht mehr halten können.
    Denke nur an die Wespenplage heuer oder aber auch die extrem heissen Temperaturen.


    Gruss Markus

  • Hallo,


    für Medikamente und Behandlungsmittel, die bei Tieren und Pflanzen, die in unsere Nahrungskette einfließen, angewendet werden, gibt es Wartezeiten. Diese sind nicht kalendergebunden, sondern werden nach Tagen bemaßt.
    Falls jedoch irgendwo ein gesetzlicher Hinweis auf den 31.12. gefunden wird, her damit.


    Gruß
    Ulrich

  • Diese sind nicht kalendergebunden, sondern werden nach Tagen bemaßt.


    Bei MAQS habe ich so was schon gelesen: 0 Tage. Aber immerhin:

    Zitat

    Während des 7-tägigen Behandlungszeitraums darf kein Honig zum
    menschlichen Verzehr gewonnen werden.


    Das Serumwerk schreibt nur lapidar:

    Zitat

    Wartezeit
    Nach der Behandlung der Bienen mit Oxalsäuredihydrat- Lösung im Spätherbst darf Honig erst im darauf folgenden Frühjahr gewonnen werden.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D