Einraumbeute mit Zanderrahmen

  • Warum übernimmst Du nicht das funktionierende System von deinem Bekannten und baust 2 Magazine mit 3 Zargen in Zander nach und wenn 2 Völker übern Winter gekommen sind, als 3. eine lange Einraumbeute mit Zanderrähmchen. Dann kannst du eine weitere Betriebsweise entwickeln oder einfach mit Trennschieden und mehreren Fuglöchern 3-4 Ableger oder Kunstschwärme bilden, und wenn die Zanderzargen draufpassen, unten als Brutraum nutzen +Absperrgitter und Honigraum als Zargen aufsetzen, falls den Bienen die Flachausdehnung missfällt. Dann hättest Platz für Volk 3&4 + ein paar Waben für Ableger dazwischen.
    Die meisten Beuten auf einer Ebene haben wegen dem elipsoiden Brutnest+ Futterkranz eher ein Hochmaß.

  • Jetzt schon mal vielen Dank für die vielen Antworten!


    Aber jetzt mal eine blöde Frage (hoffe das ist erlaubt?):
    Warum das ganze nicht als ERB?
    Bei den verschiedenen Typen (Bienenbox, Bienenkiste u. Mellifera ERB) klappt das doch laut den YouTube-Videos einwandfrei!


    Bitte nicht falsch verstehen, ich bin über alle Antworten und Tipps froh!



    Weil die meisten sowieso nach 1-2 Jahren davon weggehen und zur Magazinbeute wechseln. (ist zumindest hier so)

  • Also erst mal mit Magazin anfangen und dann was neues ausprobieren!


    Ob das Dadant oder Zander ist denke ich ist Geschmacksache, oder?
    Zander kann ich halt in 400m Entfernung schleudern.

  • Servus Done91,


    ich kann dem bienenfred nur zustimmen.
    Habe selber mehrere Zandertrogbeuten seit 3 Jahren in Betrieb.
    Das sind 2 Zander(22 Rähmchen) nebeneinander, dort setze ich die Honigräume aber auf, anstatt hintendran.
    Das geht bis jetzt problemlos, bzw. ich werde dieses Jahr die Anzahl erhöhen.
    Wenn ich mich nicht irre, kannst Du dort, wo Du Zander(22.9cm Höhe) schleudern kannst, auch Dadant Honigrähmchen (16.0 - 14.5 cm Höhe) schleudern.


    gruß
    bernhard

  • Du hast in den ersten 2 Jahren soviel zu lernen, das die Nutzung eines geläufigen System auf jeden Fall kein Fehler ist, bis man einen Bestand von 2-4 Völker stabil ohne verluste hält.
    Der Preisvergleich und Wiederverkaufswert sprechen eindeutig für Magazine statt der neuen Beutentypen.
    Wegen dem Gewicht Halbzargen oder Halbrähmchen im Honigraum, aber gerade zu Beginn ohne Materialreserven ist nur ein Rähmchenmaß und Zargentyp einfacher zu händeln- was auch für Zander spricht. Spätere Honigraumzargen können in der Rähmchenzahl reduziert werden- bei mir 9er DNM Zargen bis 25kg schwer auf 11-14er Bruträumen.
    Die vollen Honigwaben in kleinere Transportkisten hängen und statt Hoch- und Runterheben kann man Zargen zur Brutraumkontrolle auch auf einen neben dem Magazin stehenden Stapel Bierkisten oder niedrigere Ableger als Ablage schieben.
    Ich habe trotz Bandscheibenvorfall aus zeitlichen Gründen die Bewirtschaftung von übernommenen Völkern in Hinterbehandlungsbeuten auf Magazine umgestellt, obwohl ich deren Bewirtschaftung als Jungimker vor 30 Jahren gelernt habe und auch noch 8 bis Juli2015 bewirtschaftete. Vor allem wegen der kürzeren Störungszeit beim Bearbeiten der Völker, der schnelleren Erweiterung und Schwarmverhinderung und der besseren Diagnose und Bekämpfung der Varroa. Bei DNM im Honigraum bleibe ich auf Grund der vorhandenen Materialmenge und vor allem Schleudertechnik und ist in Berlin und Norden Deutschlands sehr verbreitet und gut verkäuflich.
    Neuimkern ohne Altlasten würde ich aber eher zu Magazinen in Zander, Langstroth oder mod Dadant raten, wenn das Maß in der Umgebung gebräuchlich ist. Ist doch schön, wenn man sich bei Königinverlust schnell mal eine offene Brutwabe oder für einen Schwarm auch mal ne Zarge mit Mittelwänden borgen kann.

  • Hallo Bernhard,


    ich bin selber noch Jungimker im dritten Jahr, aber vielleicht kann ich trotzdem etwas hilfreiches beitragen.


    Was Du vorhast, waere ja eigentlich ein top bar hive mit ganzen Raehmchen statt blossen Obertraegern. Und top bar hives funktionieren. Fuer die gibt es mittlerweile auch Absperrgitter zum senkrecht einhaengen. Solche Absperrgitter koenntest Du Dir selbst bauen, wenn Du nur Honig aus unbebrueteten Waben moechtest.


    Ich halte Deine Idee fuer eine sehr gute Moeglichkeit, das Imkern fuer Dich rueckenschonender zu gestalten. Denn selbst, wenn Du flache oder halbierte Honigraeume verwendest, wirst Du immer heben und wuchten muessen - und wenn's auch nur 15 kg sind - und das noch in verschiedenen Arbeitshoehen.


    Deine Horizontalbeute koenntest Du Dir in der optimalen Arbeitshoehe einrichten und wuerdest immer nur mit einzelnen Raehmchen arbeiten. Klar wuerdest Du auf Vorzuege der Magazinimkerei verzichten muessen. Und bei der Schwarmkontrolle muessten nicht wenige Raehmchen gezogen werden. Aber wenn es Dir darauf nicht ankommt, spricht in meinen Augen nichts dagegen, eine solche Beute zu bauen und auszuprobieren. Waere von der Konstruktion her recht einfach und guenstiger als eine Magazinbeute zu kaufen.


    Selbstverstaendlich ist es fuer einen Anfaenger ratsam, sich an der langjaehrig erprobten Betriebsweise eines erfahrenen Imkers zu orientieren. Aber die imkerlichen Arbeiten lassen sich durchaus von einer vertikalen auf eine horizontale Beute uebertragen. Ich nehme an, Dein Bekannter wuerde Dir beratend zur Seite stehen? Wenn er z.B. durch Aufsetzen einer Zarge nach oben erweitert, verschiebst Du Dein Schied nach der Seite und haengst weitere Waben bzw. Mittelwaende ein.


    Womoeglich krieg ich jetzt gleich Schelte von den alten Hasen :wink: Aber ich wuerde das an Deiner Stelle probieren.


    Viele Gruesse,


    frisbee

  • Er wird ein guter Imker, weil er zuerst einen Fehler machen möchte um daraus zu lernen. Er wird die Erfahrung machen, dass sich die Bienen nicht auf 10 Brutwaben beschränken, sondern auf viel mehr kleine Brutnester anlegen. Ohne Absperrgitter wird es wohl kaum gehen. Ein Anfänger argumentiert da gerne, dass er Bienen möchte und keinen Honig. Einfach zu bauen ist solche eine Trogbeute nicht, weil wegen des Verziehens die ganze Sache aufwendiger konstruiert werden muss. Mehrschichtholz wäre da zu empfehlen. Man muss ja das Ding nicht tragen
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Nach langem hin und her habe ich mich jetzt entschlossen!


    Ich fange mit zwei Magazinbeuten an, eine ganz normal mit Zander Standardrahmen. Drei zargen übereinander, zwei Brut, eine Honig.
    Als zweite nehme ich für den brutraum Zander 1,5 und darauf Zander 1/2 für Honig.


    Mein Pate testet die ERB mit Zanderrahmen bei sich zuhause, wenn das System funktioniert baue ich mir diese nach.
    Er will es sowieso testen!


    Gruß Jürgen

  • Gerade wenn Rückenprobleme genannt werden ist das Ziehen der Waben von entscheidender Bedeutung. Bei DN (Warmbau) steht der Imker hinter der Beute. Bei Zander (Kaltbau) neben der Beute. Bei 12er Dadant geht Warm-/oder Kaltbau. Ein verdrehtes Herausziehen der Waben ist für den Rücken (auch bei gesunden Imkern) eine Katastrophe. Ihr steht immer schief. Bei Einraumbeuten /Trogbeuten sind die Waben im Warmbau angeordnet. Der Imker steht aber immer daneben und nicht dahinter.
    Das Heben der Honigräume kann durch Entnahme von Einzelwaben entschärft werden. Somit ist die Frage welches Maß der Honigraum bei "Rücken" am Besten haben sollte völlig unerheblich. Wichtiger ist der Stand an den Beuten. Die Füße müssen unter die Beute, die Beine Kontakt zur Beutenwand haben. Das ist bei Paletten meist nicht möglich. Besser Böcke bauen.

  • Hallo!


    Der obige Beitrag von "kato" macht mit Recht auf den Rücken aufmerksam.
    Ich imkere mit Zander in Zweieraufstellung auf Böcken. Der Abstand zwischen den Böcken ist so groß, dass ich bequem arbeiten kann ohne mich verdrehen zu müssen. Das Drehen des Rückens mit Last soll ja das pure Gift für die Bandscheiben sein.
    Die oberen Zargen stelle ich beim Durchschauen auf einen Campingtisch, so dass ich mich nicht zum Abstellen bücken muss. Die Höhe der Böcke habe ich meiner recht langen Körpergröße angepasst. Honigwaben werden einzeln entnommen. Bienen werden nach einem Vorschlag von Klaus Nowottnik in der "Bienenpflege" von der Honigwabe in einen großen Karton abgestoßen und -gefegt und nachher komplett wieder zugegeben. Bei dem Karton klappe ich die obere Längsseite zu, so dass es einen kleinen Dunkelraum gibt. Die Flugbienen fliegen zurück und die jüngeren Bienen laufen nicht verwirrt auf dem Boden herum und finden ggf. nicht wieder zurück. Die Völker bleiben ruhiger. Bienenflucht benutze ich nicht, da mir der Honig so trockener bleibt. Wenn eine Kiste voll ist, wird sie sofort ausgeschleudert. Ich bin Hobbyimker, bei großen Völkerzahlen muss anders organisiert werden
    So kann ich neben die Zanderbeuten treten und meinen Rücken schonen.
    Dann dürfte die Frage der Beute keine solch große "Glaubens"frage werden.


    Herzliche Grüße


    Andreas