Umstellung 10er DNM auf einräumige Betriebsweise

  • Hallo liebes Forum,


    während draußen der Schnee fällt, lässt sich`s doch sehr gut grübeln.


    Bislang imkere ich mit meinen 10er-DNM-Beuten (Kaltbau) in der zweiräumigen Betriebsweise (Carnica). Aus verschiedenen Gründen hat die einräumige Betriebsweise jedoch mein Interesse geweckt und ich möchte es in diesem Jahr mal mit 1,5 DN ausprobieren. Ich frage mich jedoch, ob bei meinen 10 Rähmchen dann noch genügend Platz im Brutraum ist, oder ob ich in diesem Zuge das gesamte System auf 11 oder 12 Rähmchen umstellen muss. Das wäre natürlich etwas ärgerlich, denn ich würde bei einer Komplettumstellung natürlich mein altes Material gerne weiterverwenden.


    Gibt es jemanden unter euch, der Erfahrungen mit der einräumigen Betriebsweise von 10er DNM-Beuten gemacht hat und mir hier einen Hinweis geben kann?


    Vielen Dank!

  • Wo soll da das große Problem liegen?


    DNM1,5 hat nur 0,5qdm kleinere Wabenfläche pro Rähmchen als DadantUS von daher sehe ich da gar kein Problem und ist somit sogar etwas größer als ZaDant mit welchem es ja augenscheinlich auch gut funktioniert.


    Grüße
    Janos


    Wabenflächen in Quatratdezimeter


    Dadant - 11
    Zander - 7,6
    DNM - 7
    Langstroth - 8,7
    1,5DNM - 10,5
    ZaDant - 10,2
    1,5Zander - 11,5

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher

  • Moin Hanno,


    es gibt eine große Anzahl von Beschreibungen dazu im Imkerforum - nutze die Suchfunktion....


    Kurze Antwort zu Deiner Frage: Wenn Du im Frühjahr (April) umstellen willst, kannst Du eine DNM 1,5 Zarge mit z.B. 5 MW (=7,5 DNM) plus Schied untersetzen und den Brutraum mit DNM obenauf. Ist nach 2 Wochen im DNM 1,5 Brutraum keine oder zu wenig Bautätigkeit inkl. Bestiftung festzustellen, empfehle ich die direkte Methode. Bienen inkl. Königin von den DNM-Waben abschütteln in die DNM 1,5 Zarge. Die Königin muss auf jeden Fall in der DNM 1,5 Zarge landen! ASG drauf und obenauf den Brutraum mit den 10 DNM Rahmen, der dann zum Honigraum wird, wenn die Brut ausgelaufen ist.


    Das geht nach meiner Erfahrung schnell und problemlos und Du wirst Dich an der Entwicklung der Völker erfreuen. Zudem ist die Kontrolle viel einfacher.


    Viel Erfolg


    Rainer

  • Hallo Hanno


    ich habe auch mit Holzmagazinen von Wagner angefangen da sind auch nur 10 Waben drin und das genügt bei 1,5 DNM auf alle Fälle. Benutze die Holzzargen nur noch als Reserve und bin auf Segeberger umgestiegen, wegen Wassergehalt des Honigs. Auch bei den Segebergern ist das Brutnest zum großen Teil auf 9 Waben begrenzt. Dann nur zu und viel Glück.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Moin Hanno,


    ... kannst Du eine DNM 1,5 Zarge mit z.B. 5 MW (=7,5 DNM) plus Schied untersetzen und den Brutraum mit DNM obenauf. Ist nach 2 Wochen im DNM 1,5 Brutraum keine oder zu wenig Bautätigkeit inkl. Bestiftung festzustellen, empfehle ich die direkte Methode. Bienen inkl. Königin von den DNM-Waben abschütteln in die DNM 1,5 Zarge...


    Rainer


    Eine Frage Rainer 1,5 DN unter, oder aufsetzen im März/April? :confused:


    Rene

  • Moin zusammen!


    @ Schlumpi: Ich bin zwar nicht Rainer, aber ich würde das von Rainer Beschriebene direkt und ohne Abschütteln machen, nur andersherum!
    Und zwar habe ich es einige Male schon erfolgreich so praktiziert, dass ich auf DNM 1,5 umzuwohnende DNM-Einzarger einfach mittels eines aufgesetzten Raumes DNM 1,5 inkl. aller hineinpassender MW`s erweitert habe. Bei entsprechenden Temperaturen und Nektartracht wurden diese neuen Räume binnen 1-2 Wochen, abhängig von der Volksstärke und den äußeren Bedingungen, ausgebaut und erfreulichst schön bebrütet.
    Wenn dann der Zeitpunkt zur Trennung der beiden Zargen gekommen ist, sprich im Idealfall wenn die erste große (!) Brutserie in der großen Zarge zu schlüpfen beginnt, sollte man dafür Sorge tragen, dass im DNM 1,5er-BR genug Bienenmasse sitzt und sie dann von der DNM-Zarge trennen.
    In einem Zuge damit kann man dann entweder:
    - den alten BR mit begatteter Königin neu bestücken und weiterlaufen lassen
    - den alten BR auflösen, die BW ggfs. und wenn gewünscht über ASG auf den neuen Volksteil setzen
    - den alten BR auflösen und die BW entsorgen (abhängig vom Vermiblungsgrad des Volkes und der Aufteilung der Brut in jung bis gedeckelt -> Ressourcen des Volkes nicht unnötig schädigen!)
    - oder, oder, oder...


    Wichtig ist es hierbei zu berücksichtigen, dass die verstellte Zarge sämtliche Flugbienen abgeben wird -> ausreichende Volksstärke!


    Viel Erfolg und schöne Grüße
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Eine Frage Rainer 1,5 DN unter, oder aufsetzen im März/April? :confused:


    Rene


    Moin Rene,


    wie geschrieben - untersetzen. Beim Aufsetzen kann die DNM 1,5-Zarge bei guter Entwicklung und Tracht zum Honigraum werden. Dann hast Du DNM 1,5 gefüllt mit Honig. Wenn die richtige Schleuder verfügbar ist, geht das auch, aber - war ja nicht das Ziel.


    Ich habe vor Jahren das einmal gemacht und über ein weiselloses Volk ein weiselrichtiges Volk, jeweils auf DNM 1,5 aufgesetzt, beide Völker mit 10 Waben: Die Entwicklung war bombastisch, aber die Frühtrachternte nicht ganz einfach; denn die DNM 1,5-Waben wiegen honiggefüllt gut 3 kg und den Honigraum hebe ich nicht mehr, um eine Bienenflucht einzusetzen.Zudem kommt es zum Wabenbruch beim schleudern, wenn man nicht behutsam rangeht.


    Wie Patrick schreibt, gibt es mehrere Varianten. Das Aufsetzen funktioniert sicher auch, bis auf die vorgenannte Option, dass es HR wird. Insofern kannst Du es ja ausprobieren; denn so schnell füllen die Damen es nicht kpl. mit Honig.


    Auf jeden Fall bist Du m.E. mit der Idee, einen einzargigen Brutraum zu nutzen, auf dem richtigen Weg. Die Bienen fühlen sich darin sehr wohl...


    Beste Grüße


    Rainer

  • Wenn dann der Zeitpunkt zur Trennung der beiden Zargen gekommen ist, sprich im Idealfall wenn die erste große (!) Brutserie in der großen Zarge zu schlüpfen beginnt, sollte man dafür Sorge tragen, dass im DNM 1,5er-BR genug Bienenmasse sitzt und sie dann von der DNM-Zarge trennen.


    Also nix Honigraum.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

  • N`Abend zusammen!


    @ all:

    Zitat

    Zitat Zitat von Patrick Johannes Beitrag anzeigen
    Wenn dann der Zeitpunkt zur Trennung der beiden Zargen gekommen ist, sprich im Idealfall wenn die erste große (!) Brutserie in der großen Zarge zu schlüpfen beginnt, sollte man dafür Sorge tragen, dass im DNM 1,5er-BR genug Bienenmasse sitzt und sie dann von der DNM-Zarge trennen.
    Also nix Honigraum.


    Ganz richtig. Wird der obere, in meinem Fall große BR zu spät auf einen separaten Boden gesetzt wird er ggf. zuvor schon mit Honig gefüllt. Ansonsten bietet es sich an bzw. drängt sich beinahe auf, dem großen BR direkt nach der Trennung einen HR aufzusetzen, insbesondere wenn dieser Volksteil die Flugbienen behält. Da geht dann auch im selben Jahr noch Erstaunliches mit!:daumen:


    Schöne Grüße
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • @ Janos, Drobi: Vielen Dank für eure schnelle Antwort. Das ermutigt mich, die Umstellung mit den 10er-Zargen umzusetzen.


    Thematisch sind wir etwas von meiner Ausgangsfrage abgedriftet, dennoch sind hier auch sehr gute Informationen hinsichtlich der praktischen Umsetzung zusammengekommen.

  • Moin,
    ich habe das ähnlich wie Patrik gemacht!
    Sehr Zeitig, bereits Mitte März die 1,5er aufgesetzt!
    Sobald oben die erste Brut gewesen ist habe ich zwischen die untere Zarge und die 1,5er ein Absperrgitter zwischen den alten Brutraum und derer 1,5er Zarge! Natürlich muss die Königin in der 1,5er sein!
    Dann habe ich den 1,5er Brutraum auf sechs Waben eingeengt und gleich ein Honigzarge über Absperrgitter aufgesetzt!
    Nach auslaufen der Brut in der alten nun untersten Zarge wird die einfach weggenommen, weil die nun leer ist, da Brut ausgelaufen und Honig verfüttert oder ungetragen wurde!
    Aufsetzen deshalb weil die Bienen im Frühjahr immer nach oben bauen, so sie denn die Möglichkeit haben, nie nach unten, wenn sie die Wahl haben!
    Ich habe so die Völker bis Ende April zur Rapsblüte auf Sechs Brutwaben gehabt und noch ordentlich Rapshonig geerntet!
    Erstmal,
    Borderbee

  • Moin,


    Sehr Zeitig, bereits Mitte März die 1,5er aufgesetzt!


    Hallo Borderbee,


    heißt also, unten 2 Zargen, dann 1,5-er Zarge und oben direkt noch einen Honigraum.
    Da haben die Bienen ja ganz schön zu heizen, oder:confused:


    Viele Grüße aus der Westlausitz

  • Nein heißt es nicht!
    Weil bei einer zweiräumigen Betriebsweise nach dem Winter die Bienen in der oberen Zarge sitzen und du ja im Rahmen des Wabentausches eh den nun leeren unteren Brutraum wegnimmst und nun ersetzt du aber die weggenommene Zarge eben oben durch eine 1,5er!
    Nein, nicht gleichzeitig den Honigraum! Mit dem Honigraum warte ich bis die Königin in der 1,5er angefangen hat zu stiften!
    Wurde hier auch schon zigmal geschrieben das die Bienen die Brut wärmen und nicht die Beute!
    Lese bitte noch einmal genau das was ich geschrieben habe!

  • Hallo


    Grundsätzlich stimme ich mit Patrick und Borderbee Art und Weise überein. Ich habe das aber etwas anders umgesetzt und zwar habe ich die Völker auf 2 Zargen fast bis zur Schwarmreife geführt oder anders gesagt, die Kiste muß rappelvoll sein. Jetzt kommts drauf an, ist in der unteren Zarge keine oder wenig Brut mehr, dann die Zarge weg, auf die 2.Zarge die 1,5 mit MW drauf. Ist in der untersten Zarge vielleicht noch 4-5 Waben Brut, dann kann man die Zarge auch übers ASG setzen, die BW als Block in die Mitte, links und rechts eine Futterwabe und den Rest mit leeren HW auffüllen. In diesem Fall wird sehr schnell das Brutnest in 1,5 Zarge erstellt, Brut und Futterwaben sobald als möglich über ASG entfernen. Bei diesen Methoden büßt man immer Honig ein, deshalb sage ich, mit Schwarm oder Kunstschwarm arbeiten.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)