Nochmal Oxalsäure Verdampfen?

  • Hallo,


    mich interessiert eure Meinung, wie ihr an meiner Stelle handeln würdet. Ich bin im ersten Bienenjahr und habe 3 Jungvölker auf je 2 Zanderzargen.
    Am 11.12 habe ich mit Oxalsäure bedampft. Nach 7 Tagen waren je 272, 111 und 283 Milben gefallen. Gestern hab ich die Winder nochmal eingeschoben und heute nach 24h waren je 6, 2 und 7 Milben zu finden (nach 16 Tagen). Leider konnte ich den nat. Milbenfall vor der Behandlung nicht prüfen. Beim ersten bedampfen ist zwar Dampf am Spalt zwischen den Zargen aufgetreten, aber auch relativ viel nach oben weg, da meine Konstruktion noch nicht ganz ausgereift war. Sollte ich jetzt schnell nochmal bedampfen oder was sagt ihr?
    Das ganze findet natürlich nicht in Deutschland statt ;).


    LG Marcel

  • Was hängt denn dran, Marcel?
    Sofort die Völker ins Ausland bringen und noch einmal bedampfen.
    Blöd wäre nur, wenn du in Fulda wohntest, da hättest Du nach allen Richtungen mindestens 4 Stunden Fahrt für 10 Minuten bedampfen. Kannste ja dann aber auf dem Hänger machen, geht schneller.
    Wenn du dir unsicher bist, machs noch einmal.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Sind die Völker noch in der Brut?
    Ein Problem hast du definitiv, denn die Milbenbelastung ist zu hoch.
    Ich würde nicht nur einmal bedampfen sondern noch einen Block über einen kompletten Brutzyklus (falls Brut vorhanden).
    Honig darfst du in 2016 dann aus diesen Völkern allerdings nicht mehr ernten...

  • Danke für die Antworten.


    Ob noch Brut vorhanden ist kann ich nicht genau sagen. Es gab Nachtfröste und im Gemüll waren auch nur ausgewachsene Varroa zu finden. Der Futterverbrauch in den letzten 6 Wochen lag bei 2 Völkern unter 2 kg und bei einem bei ca. 4 kg welches auch bei >10°C den meisten Flugbetrieb hatte. Ich habe angst beim Wabenziehen um diese Jahreszeit zu großen schaden anzurichten.
    Was kommt denn bei euch so runter? Der Milbenfall durch die Oxalsäurebehandlung soll ja nach Liebig bis zu 4 Wochen anhalten. Da ja Mehrfachbedampfung nach einigen Quellen keinen Schaden verursacht werde ich auf jeden Fall dann heute nochmal behandeln.

  • war das die Einzige Behandlung, die deine Bienen dieses Jahr erhalten haben?


    Liebe Grüße:
    Anni


    Nein, Bei der Ablagerungsbildung wurde von meinem Vorbesitzer eine Milchsäurebehandlung durchgeführt und von mir im September eine Ameisensäurebehandlung. Kannst du daraus Erkenntnisse ableiten die mir weiter helfen? Mir fehlt da noch die Erfahrung.

  • Hallo, was hindert dich denn daran noch einmal zu bedampfen ? Mehrmaliges bedampfen schadet den Bienen nicht.
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Nein, Bei der Ablagerungsbildung wurde von meinem Vorbesitzer eine Milchsäurebehandlung durchgeführt und von mir im September eine Ameisensäurebehandlung. Kannst du daraus Erkenntnisse ableiten die mir weiter helfen? Mir fehlt da noch die Erfahrung.



    Okay, das war mir wichtig, dass klingt Okay!
    Ich würde in dem von Dir geschilderten Fall noch 1x bedampfen und dann den Milbenfall abschätzen. So mein bescheidener Rat.

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Wenn die Anzahl der gefallenen Milben über 200 liegt, empfehle ich eine zweite Behandlung. Begründung:
    Vorsichtshalber sollte man mit einer Wirksamkeit von nicht mehr als 80% rechnen. Unter dieser Annahme befinden sich bei gefallenen 200 Milben noch 50 Milben im Volk. Das ist meiner Ansicht nach die Grenze dessen, was noch toleriert werden kann.
    Unter der Annahme, dass die Brut nicht zunimmt, kann man aus der Anzahl der gefallenen Milben nach der 2. Behandlung eine obere Grenze für die Restmilbenzahl errechnen. Diese Zahl sollte unter 50 liegen. Die Berechnungsgrundlagen sind hier angegeben, habe ich hier schon einmal gepostet.


    Gruß Ralph

  • Unbedingt nochmal bedampfen! Und nicht nur einmal!


    Ich weiß ja nicht wo deine Bienen sind - hier im nördlichen Chiemgau waren die Völker bisher nicht brutfrei.
    Anders als Ralph rechne ich keineswegs mit einer Wirksamkeit von >80%. Selbst bei Brutfreiheit würde ich 2mal bedampfen.
    Nach meiner Erfahrung hat man bei vorhandener Brut nach einer Bedampfung ungefähr die 5fache Menge der gefallenen Milben noch im Stock. Das wären bei dir 200 x 5 = 1.000 Milben!!!


    Wenn nach 16 Tagen immer noch so viele Milben fallen bestätigt das den hohen Milbenbefall.
    Es wird dir nichts anderes übrig bleiben als noch mehrfach im 4-Tagesabstand zu bedampfen. Mit viel Glück werden sie evtl. doch nochmal brutfrei / brutarm und du musst nicht ganz so lange bedampfen. Jedenfalls hast du jetzt ein großes Milbenproblem.


    Milben vermehren sich alle 2 Woche mit dem Faktor 1,7.
    Rechnet man ab Februar bis Ende Juli (6 Monate) mit dieser Vermehrungsrate so ergibt das ca. 580 Milben bis Ende Juli - die aus einer einzigen überlebenden Milbe hervor gehen.
    Sind 2 überlebende Milben im Volk, dann hast du davon bis Ende Juli 2.300 im Volk.


    Nur um mal zu verdeutlichen, was jetzt ein Bedampfungsergebnis von ca. 200 Milben bedeutet!!
    Selbst wenn - wie Ralph meint - noch "tolerierbare" 50 Milben im Volk wären - bis Ende Juli sind das 29.000 Milben. Theoretisch. Praktisch wäre das Volk schon viel früher hinüber....


    Du mußt jetzt also unbedingt noch was gegen die Milben tun. Bedampfen wenn das Wetter mitspielt oder bei Kälte beträufeln.


    Servus und viel Glück,


    Bienenhummel

  • Hallo Marcel


    entweder noch einmal Bedampfen oder Träufeln und dann ist gut mit der Varroabehandlung, einmal muß ja endlich Schluß sein.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo,


    mich interessiert eure Meinung, wie ihr an meiner Stelle handeln würdet. Ich bin im ersten Bienenjahr und habe 3 Jungvölker auf je 2 Zanderzargen.
    Am 11.12 habe ich mit Oxalsäure bedampft. Nach 7 Tagen waren je 272, 111 und 283 Milben gefallen. Gestern hab ich die Winder nochmal eingeschoben und heute nach 24h waren je 6, 2 und 7 Milben zu finden (nach 16 Tagen).


    LG Marcel


    Der entscheidende Faktor ist die Behandlung nach der heurigen Abschleuderung gewesen.

  • @ Bienenhummel,


    Deinen Zahlenspielen kann ich leider nicht folgen:


    1 Milbe ---- 580
    2 Milben ---- 2300 = ca. 4 x 580
    4 Milben ---- ????? = ca. 16 x 580????


    und auch zu der von Dir angegebenen Vermehrungsrate (50 Milben = 29000) habe ich so meine Zweifel.


    Bitte erklär das mal genauer.


    Gruß
    Ulrich

  • Ich habe in diesem Jahr mehrmals bedampft und bedampfe immer noch in unregelmäßigen Abständen. Da jetzt der Frost kommen soll gehe ich davon aus, dass die Bienen auch mal brutfrei sind. Mal fallen Milben, dann wieder nicht. Bei mir ist es durchwachsen und schiebe es darauf, dass alle Völker in den letzten Monaten nicht brutfrei gewesen sind.
    Und ja, es ist die einzige Behandlung seit 2 Jahren und ich bin vollauf zufrieden ohne jemals ein Volk durch Milben verloren zu haben.
    Guten Rutsch